September 2025 -
Multi-Asset-Investoren sind sich über die Vorteile von Aktienanlagen einig. Die Frage lautet einzig „wie viel“, niemals „ob“ eine Allokation in Aktien gehalten werden sollte. Auf der anderen Seite haben wir in den letzten Jahren hitzige Diskussionen über die Rolle von Anleihen in der strategischen Vermögensallokation erlebt. Die Kontroverse dreht sich häufig um das Ausmaß der Diversifikation, die von dieser Anlageklasse erwartet werden kann.
Abbildung 1 zeigt den wesentlichen Streitpunkt der Debatte – die Korrelation zwischen globalen Aktien und Anleihen im zeitlichen Verlauf. Wie zu sehen ist, war ihr Wert über 20 Jahre lang negativ. Für Multi-Asset-Portfolios ist dies eine äußerst wünschenswerte Eigenschaft, denn wenn negativ korrelierte Anlageklassen kombiniert werden, geschieht etwas Wunderbares: Durch die Dämpfung von Schwankungen erzielt das Portfolio im Laufe der Zeit eine höhere risikoadjustierte Rendite als die Summe seiner Teile.
Leider haben wir in den letzten Jahren einen Regimewechsel erlebt. Da sich die Zentralbanken nun wieder auf die Bekämpfung der Inflation konzentrieren, sind Realzinsen positiv geworden. Infolgedessen haben sich Anleihen und Aktien wieder synchronisiert, und ihre Korrelation, die zwei Jahrzehnte lang durchschnittlich bei -30% lag, hat mittlerweile fast 50% erreicht. Dies wirft mehrere Fragen auf:
- Ist das gegenwärtige Regime nachhaltig, oder werden negative Korrelationen zurückkehren?
- Welche Rolle spielen traditionelle festverzinsliche Anlagen in einem modernen Multi-Asset-Portfolio?
- Übersehen Anleger etwas, wenn sie sich zu sehr auf Korrelationen konzentrieren?
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