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Pressemitteilung

MMD: Marktbericht August 2023 - "Globale Konjunktur"

© MMD Analyse & Advisory GmbH

08.09.2023 -

Deutsche Wirtschaft

Hohe Zinsen, teure Energie und schwache Exportgeschäfte beeinträchtigen die deutsche Wirtschaft stark. Das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) rechnet deshalb in diesem Jahr mit einem Rückgang des realen Bruttoinlandsprodukts (BIP) um bis zu 0,5%, während im Frühjahr noch ein Wachstum von 0,25% erwartet wurde. Die Wissenschaftler sagen, dass die deutsche Wirtschaft wegen des starken Fokus auf die Weltmärkte und ihrer hohen Exportquote überdurchschnittlich unter dem Ukraine-Krieg und den Spannungen im Verhältnis zu China leide. Mit ihrem im internationalen Vergleich hohen Industrieanteil und der Bedeutung energieintensiver Industrien bekomme sie zudem die bestehenden Versorgungsrisiken und Kostenschocks stärker zu spüren als andere Länder. Die Wirtschaftsleistung werde deshalb zum Jahresende 2023 gerade einmal auf dem Niveau von Ende 2019 liegen, prognostizieren die IW-Experten. Für das 3. und 4. Quartal 2023 rechnen sie mit einem Rückgang der Wirtschaftsleistung. Im Jahresschnitt 2023 erwartet das IW 2,58 Millionen Arbeitslose und damit 160.000 mehr als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stiege damit auf gut 5,5%. Zwar werden keine Entlassungswellen befürchtet, aber Arbeitslose hätten - nach Einschätzung der Experten - zunehmend Schwierigkeiten, eine neue Beschäftigung zu finden. Zwar ist die Inflation in Deutschland seit Anfang des Jahres zurückgegangen, jedoch verharrt sie seit einigen Monaten auf immer noch hohem Niveau. Im Jahresschnitt dürfte sie bei rund 6,5% liegen. Auch deshalb geben die Deutschen in diesem Jahr weniger Geld aus, trotz beachtlicher Lohnsteigerungen. Nicht nur die Verbraucher sind zurückhaltend: Aufgrund gestiegener Produktionskosten und hoher Zinsen sind Investitionen für Unternehmen unattraktiver geworden. Dies bekommen besonders die Industrie und die Bauwirtschaft zu spüren. Die Investitionen im Bausektor gehen 2023 voraussichtlich um 3% zurück

Bei den deutschen Staatsfinanzen machen sich der Prognose zufolge zwei gegensätzliche Entwicklungen bemerkbar: Aufgrund der deutlich gedämpften Konjunkturaussichten dürften die Steuereinnahmen niedriger ausfallen als prognostiziert, während der Staat auf der Ausgabenseite mit niedrigeren Kosten für die Strom- und Gaspreisbremsen rechnen kann. Das Staatsdefizit dürfte sich in diesem Jahr auf 97 Mrd. EUR oder knapp 2,5% der Wirtschaftskraft belaufen. Die Schuldenstandquote wiederum werde sich bei 65% des BIP stabilisieren.

„Die Regierung muss dringend aktiv werden, um diese Wirtschaftsflaute zu beenden", sagt IW-Konjunkturexperte Michael Grömling. Er wartet auf eine echte Wachstumsagenda. Niedrigere Steuerbelastungen und eine attraktive und unbürokratische Förderung von Innovationen/Investitionen würden seines Erachtens den deutschen Unternehmen helfen, mit den gegenwärtigen Schocks besser zurechtzukommen.

Globale Konjunktur

Die Probleme sind aber nicht auf Deutschland begrenzt, auch die globale Konjunktur bleibt in 2023 gedämpft. Seit gut einem Jahr bleiben die globale Industrieproduktion und der Welthandel ohne Schwung. Umfragen unter Unternehmen des Verarbeitenden Gewerbes zeigen bislang keine Wende an. Im Gegenteil: Im Juli sanken Produktion und Auftragseingang gemäß Einkaufsmanagerindizes erneut. Auch der bislang recht lebhaft expandierende Dienstleistungssektor scheint zuletzt in Mitleidenschaft gezogen worden zu sein. Hingegen nahm die Zuversicht der Konsumenten in einigen großen Industrieländern spürbar zu. Die weiterhin robusten Arbeitsmärkte und die Aussichten auf wieder steigende Realeinkommen dürften maßgeblich hierzu beigetragen haben. Dennoch fasste der private Verbrauch vielfach nur zögerlich Tritt, weil der Preisanstieg zwar nachließ, aber vielerorts immer noch stark war. Gleichzeitig dürfte die straffere Geldpolitik in vielen Regionen die Weltwirtschaft zunehmend gebremst haben. In vergleichsweise guter Verfassung zeigte sich dagegen nach wie vor die Konjunktur in den Vereinigten Staaten. Schwächen im Auslandsgeschäft machte die robuste Binnenkonjunktur wett. Die privaten Haushalte weiteten ihren Verbrauch nochmals aus, nachdem dieser bereits zu Jahresbeginn erheblich gestiegen war. Auch die öffentliche Nachfrage stützte das Wirtschaftswachstum erneut. Noch größer fiel der Impuls durch die Bruttoanlageinvestitionen aus, die nach einer einjährigen Durststrecke kräftig anzogen. Dabei machten sich weiter nachlassende Angebotshemmnisse im Transportsegment bemerkbar.

Der Gewerbebau profitierte von einem Boom im Halbleitersektor, der auch durch politische Initiativen entfacht wurde. Dagegen setzte sich der Rückgang der privaten Wohnungsbauinvestitionen - allerdings mit abgeschwächtem - Tempo auch in den USA fort Der Großteil der Anpassungen an die ungünstigeren Finanzierungsbedingungen scheint in dieser Branche bereits erfolgt zu sein. An anderer Stelle zeigte die geldpolitische Straffung der letzten anderthalb Jahre vermehrt Wirkung. Die Auslastung des Arbeitsmarktes blieb zwar bis zuletzt hoch, aber Stellen- und Lohnwachstum ließen weiter leicht nach. Auch die Preissteigerungen auf der Verbraucherstufe fielen in den letzten Monaten weniger kräftig aus, wozu niedrigere Energiepreise maßgeblich beitrügen.

China

Unterdessen verlor die in China durch die Beendigung der Null- Covid-Politik eingeleitete Erholung rasch an Fahrt. Angesichts der breiten wirtschaftlichen Abschwächung brachte die chinesische Regierung zuletzt einige Stützungsmaßnahmen auf den Weg und die Zentralbank lockerte ihre Geldpolitik leicht. Dennoch dürfte das Wachstum der chinesischen Wirtschaft vorerst kraftlos bleiben. In der Industrie war die Stimmung gemäß Einkaufsmanagerumfragen bis zuletzt getrübt, und auch die privaten Haus- halte zeigten sich wenig optimistisch. Dazu trug die Verschlechterung der Arbeitsmarktlage bei. Die Jugendarbeitslosigkeit stieg in den letzten Monaten weiter deutlich auf gut 20% der Erwerbspersonen unter 25 Jahren. Insgesamt spricht vieles dafür, dass die Pandemie und insbesondere die dabei ergriffenen Eindämmungsmaßnahmen in China stärkere wirtschaftliche Narben hinterlassen haben als in anderen Ländern.

Geldpolitik

Wesentlich für die weitere (welt-)wirtschaftliche Entwicklung in 2023 und 2024 wird die Geldpolitik der Notenbanken sein. Wer diesbezüglich klare Signale vom jährlich Ende August stattfindenden Treffen der Notenbankchefs in Jackson Hole erwartet hat, ist enttäuscht. Vor einem Jahr war die Botschaft klar: Die Zinsen müssen rauf, hatten die Vertreter der US-Notenbank Fed und der Europäischen Zentralbank (EZB) damals unmissverständlich kommuniziert. Es war der Beginn einer Phase, in der die Währungshüter sehr verlässlich ihre nächsten Schritte hatten durch- blicken lassen. So waren Marktteilnehmer vorbereitet, als die Zinsen um 0,25%, 0,5% oder gar 0,75% stiegen. Von dieser transparenten Steuerung der Zinserwartungen, haben sich die jedoch verabschiedet. Die nächste Phase der Geldpolitik wird nebulöser sein, vielleicht sogar mit Absicht. Diese Strategie hat zwei Vorteile: Sie beruhigt vielleicht die Euphorie an den Märkte. Wenn angekündigt würde, dass das Ende der Zinserhöhungen erreicht ist, bestünde Gefahr, eine neue große Rally an den Aktienmärkten auszulösen. Das könnte die Finanzierungsbedingungen für die Wirtschaft weiter lockern und die Inflation erneut anfachen. Doch genau das wollen die Zentralbanker verhindern.

Märkte

Im August hat der deutsche Aktienmarkt bei 15.947,08 Punkten und damit 3,04% unter dem Monatsultimo Juli geschlossen. Die Aktien USA haben sich mit 9.709,68 um 1,59% verschlechtert. Der japanische Aktienmarkt verlor 1,67% und beendete den Monat bei 32.619,34 Punkten.

Die Rendite der 10-jährigen deutschen Bundesanleihe lag am Monatsende mit 2,48% minimal unter dem Vormonat (2,49%) und damit auf dem Niveau der 5-jährigen Bundesanleihe, die ebenfalls mit 2,46% (Vormonat 2,55%) geschlossen hat. Die 10- jährigen US-Staatsanleihen notieren zum Monatsende bei 4,10% und damit 16 Punkte über Vormonat (3,94%).

Der Ölpreis (Brent) beendet den August mit einem Plus von 0,90 9% bei 85,98 $/b. Der Goldpreis hat um 1,44% nachgegeben und liegt bei 1942,30 USD, während der Silberpreis um 0,74% auf 24,54 USD gestiegen ist (jeweils je Feinunze).

Der Kurs des Euro in Relation zum Schweizer Franken liegt bei 096 CHF und damit auf dem Vormonatsniveau. Auch beim Wechselkurs zum Britischen Pfund ist der Kurs weiterhin unver- ändert bei 0,86 GBP. Zum USD ist ein Rückgang um 1,40 % auf 1,08 USD zu verzeichnen. In Relation zum Yen hat sich der Euro gegenüber dem Vormonat um 0,85% auf 157,78 YEN erhöht.

Lesen Sie mehr im MMD-Marktbericht September 2023.


Hinweis:

Dieser Info-Letter wurde mit größter Sorgfalt erstellt. Eine Garantie für die Richtigkeit, Vollständigkeit und Genauigkeit aller Angaben kann dennoch nicht übernommen werden. Dieses Dokument dient nur zu lnformationszwecken und sollte weder als Verkaufsangebot noch als Aufforderung zum Kauf oder als eine Empfehlung zugunsten der ausgewählten Fonds verstanden werden. Historische Wertentwicklungen lassen keine Rückschlüsse auf ähnliche Entwicklungen in der Zukunft zu. Diese sind nicht prognostizierbar.

 

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