29.10.2026 -
Dr. Monika Queisser, Leiterin der Abteilung Sozialpolitik bei der OECD in Paris und Mitglied der Rentenkommission, im Gespräch mit Dr. Holger Schmieding
Die Bundesregierung plant eine umfangreiche Rentenreform. Im Sommer hat eine Kommission ihr ein Paket mit 33 Vorschlägen vorgelegt. Warum muss die Rente reformiert werden? Und was sind die Kernpunkte des Reformpakets? – Eine zentrale Rolle nimmt dabei die Kapitalrente ein, also der Vorschlag einer kapitalgestützten Säule für die gesetzliche Rentenversicherung. Allerdings wird dies Beitragszahler und Arbeitgeber zunächst zusätzlich belasten. Warum ist das gerechtfertigt? Und ab wann kann diese neue Säule einen spürbaren Unterschied machen? – Die steigenden Lohnnebenkosten in Deutschland sind ein wichtiger Grund für die erneut einsetzende Standortflucht vieler Unternehmen. Welchen Beitrag kann die Rentenreform leisten, dies auf Dauer zu stoppen? – Die Reformvorschläge sind eng miteinander verzahnt und als Gesamtpaket konzipiert. Warum sollte es nicht wieder aufgeschnürt werden, wie es derzeit politisch diskutiert wird? – Das Ende der abschlagsfreien Rente nach 45 Beitragsjahren ist besonders umstritten. Wie wichtig ist diese Komponente im Reformpaket? Was würden großzügige Übergangsregeln bedeuten? Und was lässt sich in Bezug auf die Regelaltersgrenze von anderen europäischen Ländern lernen? – Die Kommission setzte sich aus Rentenexperten und drei Politikern der Regierungskoalition zusammen, um bereits innerhalb der Kommission politische Kompromisse auszuhandeln. Wie gut hat dies funktioniert? Ist dies ein empfehlenswertes Modell auch für andere Reformdiskussionen? Und gefährdet die aktuelle Debatte über einige Vorschläge eine Einigung auf eine wirklich nachhaltige Reform?