25.06.2026 -
Gold ist die ultimative Währung, auch in Krisenzeiten. Warum es dennoch zu markanten Preisbewegungen kommen kann.
In Krisenzeiten steigt der Wunsch nach Stabilität, auch bei der privaten Geldanlage. Dann rückt ein Edelmetall in den Fokus, das seine Funktion als Wertspeicher seit Jahrtausenden erfüllt. Gold steht für Stabilität, auch wenn die Kanonen donnern.
Und tatsächlich: Die geopolitischen Unsicherheiten, die steigende Staatsverschuldung und eine schwächere Wirtschaft bei moderat steigender Inflation machen Gold zu einem langfristigen Stabilitätsanker und sinnvollen Baustein für ein gut diversifiziertes Vermögen.
Während des Nahostkonfliktes zeigte sich aber, dass der Goldpreis kurzfristig stark schwanken kann. In Krisenzeiten, wenn Anlegerinnen und Anleger, aus welchen Gründen auch immer, rasch Liquidität benötigen steht Gold als Liquiditätsgarant rettend zur Seite.
Während geschlossene Fonds per Definition illiquide sind, Private-Credit-Fonds den Zugriff ihrer Investoren einschränken und bei Aktien die Kurse schon gefallen sind, ist Gold ein verlässlicher Liquiditätsanbieter.

Erfahrene Anleger verunsichern solche Preisbewegungen kaum. Wenn Liquidationen den Goldpreis in Krisenphasen drücken, ist das eher ein Luxusproblem. Im Vergleich zu anderen Anlageklassen blieb der Preis auch während des Nahostkonfliktes noch relativ hoch.
So lag der Goldpreis selbst am Ende der jüngsten Verkaufswelle Ende März im Vergleich zum Jahresanfang immer noch im Plus, obwohl der Rückgang vom Hoch fast zwanzig Prozent betrug.
Gold als Geldanlage: Vor- und Nachteile
Dennoch sind es solche starken Preisschwankungen, die Gold in den Augen vieler Anleger riskant erscheinen lassen. Dabei ist das Edelmetall vielen ökonomischen Risiken, die andere Anlagen prägen, gar nicht erst ausgesetzt.
Es gibt kein Kredit- oder Liquiditätsrisiko. Der Wert wird nicht durch finanzielle Instabilität, Staatspleiten oder Turbulenzen an den Rohstoffmärkten bedroht. Es gibt keine Nachschusspflicht, kein Refinanzierungsrisiko, keine technologische Disruption, keine modischen Trends oder physischen Verfall.
Gold braucht keine Straße von Hormus, keinen fähigen US-Präsidenten und auch keine erfolgreiche Unternehmensstrategie. Es bleibt einfach nur Gold, beständig und liquide.
Und dennoch: Was Gold langfristig aber nicht bietet, sind das inhärente Wachstum von Aktien erfolgreicher Unternehmen oder die verlässlichen Zinserträge bonitätsstarker Anleihen.
Deshalb ist Gold kein Ersatz für andere Anlageformen, sondern eine Ergänzung, die je nach Preisniveau und Anlegertyp nicht viel mehr als 5 bis 15 Prozent des Vermögens ausmachen sollte.