28.04.2026 -
Dr. Jens Südekum, Professor für International Economics an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf und Persönlicher Beauftragter des Bundesministers der Finanzen für die gesamtwirtschaftliche Entwicklung, im Gespräch mit Dr. Holger Schmieding
Mit Abschluss der beiden Landtagswahlen im März hat sich ein Zeitfenster geöffnet, im Bund über die dringend erforderlichen Reformen zu beraten. Warum ist jetzt ein guter Zeitpunkt? Und wie sind die Beratungen angelaufen? – Prof. Südekum gehörte zu den vier Ökonomen, die direkt nach der Bundestagswahl ein Konzept für die Reform der Schuldenbremse vorgeschlagen hatten. Wie zufrieden können wir mit dem Ergebnis bislang sein? – Aktuell befasst sich eine Kommission mit einer dauerhaften Reform der Schuldenbremse. Wie könnte diese aussehen? – Noch wichtiger als ein Nachfrageschub wären wachstumsfördernde Reformen, die auch private Investitionen beflügeln. Welche Bilanz lässt sich hier nach einem Jahr Regierung Merz/Klingbeil ziehen? Ist Deutschland auf dem richtigen Wege? – Heftig diskutiert wird über Anreize zu mehr Arbeit. Welche Schritte sind hier erforderlich und warum? – Auch eine Einkommenssteuerreform wird von vielen Seiten gefordert. Wie sind die verschiedenen Vorschläge zur Gegenfinanzierung – insbesondere über die Mehrwertsteuer und die Erbschaftssteuer – einzuschätzen? Stichworte hier: Belastung des Mittelstands und auch Verlagerung von Arbeitsplätzen ins Ausland. – In Bezug auf die gesetzliche Rentenversicherung steht neben der pauschalen Anhebung des Renteneintrittsalters auch eine Verlängerung der Lebensarbeitszeit als Vorschlag im Raum. Wie unterscheiden sich diese Vorschläge? Und was bedeuten diese für Akademiker und für Nichtakademiker? – Die Pflegeversicherung ist ohne Reform nicht mehr lange zu finanzieren. Welche Ansätze werden hier diskutiert? Und wie lässt sich insgesamt ein weiterer Anstieg der Beitragslast vermeiden? – Schließlich noch ein Blick auf die Konjunktur: Bisher wird für Deutschland in diesem Jahr mit einem Wachstum von etwa 0,4 % gerechnet. Wie groß ist das Potenzial, die Wirtschaft durch Reformen zusätzlich anzukurbeln? Was ist in diesem Jahr noch möglich?