März 2026 -
Die jüngsten Luftangriffe der USA und Israels auf iranische Militärziele sowie die darauffolgenden iranischen Vergeltungsmaßnahmen kennzeichnen die Eskalation im Nahen Osten. Der Tod des iranischen Revolutionsführers und geistlichen Oberhaupts, Ayatollah Ali Khamenei sowie vielen hochrangigen Militärs und Politikern erhöhen zusätzlich die Unsicherheit hinsichtlich der innenpolitischen Stabilität des Landes. Allerdings gibt es etablierte Nachfolgestrukturen im Iran, sodass neben der Möglichkeit eines Regimewechsels auch das Risiko einer erhöhten Instabilität bis hin zu innerstaatlichen Unruhen bestehen.
Aus Sicht der Kapitalmärkte handelt es sich um ein geopolitisches Risiko mit potenziell globaler Tragweite. Gleichwohl gehen viele Analysten in ihrem Basisszenario nicht von einem regionalen Flächenbrand aus. Dabei bleibt die militärische Eskalation auf die Energieinfrastruktur und die Straße von Hormus von zentraler Bedeutung. Die Meerenge ist insbesondere für den weltweiten Öl- (ca. 20 %) und Flüssiggas- (LNG) Handel über den Seeweg von großer strategischer Bedeutung. Der Ölpreis wird daher ein zentraler Einflussfaktor für das makroökonomische Gesamtbild sein.
Welche Implikationen ergeben sich für die Finanzmärkte?
Aktienmärkte reagieren in Phasen geopolitischer Unsicherheit typischerweise mit erhöhter Volatilität, wobei sich das Bild zunächst (Montag, 2. März 2026) uneinheitlich zeigte. Zyklische Branchen – insbesondere Transport und Tourismus - standen unter Druck, während Energieunternehmen und Unternehmen der Defense-Industrie zu den Gewinnern zählten.
Erst gestern (Dienstag, 3. März 2026) reagierten die Aktienmärkte mit einem kräftigeren Abverkauf aufgrund der sich ausweitenden iranischen Vergeltungsschläge.
In der Vergangenheit kam es in solchen Marktphasen zu Kapitalallokationen in sichere Zinspapiere und Krisenwährungen. Auch aktuell wurden Assets, die als sichere Häfen gelten, verstärkt nachgefragt. Dazu zählen US-Treasuries, Bundesanleihen, der US-Dollar und der Schweizer Franken.
Gold glänzt als klassischer Krisen- und Inflationsschutz in Phasen hoher Unsicherheit. Neue Höchststände halten wir für nicht ausgeschlossen.
Wie sind wir diesbezüglich in den Hoerner Bank Strategien aufgestellt?
Die aktuelle geopolitische Eskalation im Nahen Osten stellt einen bedeutenden Risikofaktor für die globalen Kapitalmärkte dar. Auch wenn wir – Stand gestern (Dienstag, 3. März 2026) – nicht von einer langfristigen Beeinträchtigung der Weltwirtschaft ausgehen und grundsätzlich konstruktiv für die weitere Entwicklung an den Kapitalmärkten gestimmt sind, sehen wir uns in unserer Anlagephilosophie bestätigt. Diese basiert auf einer möglichst breiten Risikodiversifikation über Anlageklassen und Regionen hinweg.
Die Aktienquoten wurden bereits im Januar antizyklisch reduziert und die frei gewordene Liquidität in hochliquide, sichere Staatsanleihen sowie marktneutrale Rentenstrategien investiert. Gold ist ebenfalls ein strategischer Bestandteil in den vermögensverwaltenden Strategien und aktuell so hoch gewichtet wie seit Langem nicht mehr. Zudem ist die Liquiditätsquote (inkl. Staatsanleihen) ausreichend hoch, um jederzeit bei Bedarf den antizyklischen Investmentansatz umsetzen und die Aktienquoten wieder erhöhen zu können.
Vor diesem Hintergrund sehen wir uns in der aktuellen Situation gut aufgestellt. Gleichwohl beobachten wir in den kommenden Tagen sehr genau, wie sich die geopolitische Lage weiterentwickelt und welche Opportunitäten sich daraus ergeben.
Fazit:
Auch wenn es Marktphasen gibt, in denen Euphorie vorherrscht und der Markt scheinbar nur eine Richtung kennt, ist es für den besonnenen Investor entscheidend, sich auch auf verschiedene Szenarien vorzubereiten, die dann gefragt sind, wenn sich Risiken materialisieren.
Dazu gehören aus unserer Sicht ein global diversifiziertes Portfolio – auch in US-Dollar, der Verzicht auf eine einseitige Konzentration auf einzelne Investmentthemen oder Regionen sowie eine ausreichende Allokation sicherer Anlagen. Dadurch können wir antizyklisch an die Aktienmärkte zurückkehren, um von einer möglichen „Antizyklik-Prämie“ zu profitieren.
Diese Grundsätze vereinen die Hoerner Bank Strategien Substanz Plus und Rendite Global Plus.
Bei weiteren Fragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Zögern Sie nicht und kommen Sie gerne auf uns zu.
Ihr Team der Hoerner Bank Vermögensverwaltung.