FundResearch: Sie beschäftigen sich unter anderem mit dem Thema Risikostreuung? Wie genau definieren Sie das?
Holzki: Zur Risikostreuung wird ein Betrag auf verschiedene Geldanlagen aufgeteilt, beispielsweise auf unterschiedliche Wertpapiere wie Aktien oder Anleihen, Emittenten wie Staaten oder Unternehmen, Branchen, Regionen oder Währungen. Streuung reduziert das mit der Anlage in einem einzelnen Wertpapier verbundene Risiko.
FundResearch: Wo sehen Sie Probleme - oder Herausforderungen - in Bezug auf Diversifizierung?
Die Korrelationen der einzelnen Assetklassen zueinander haben sich in den letzten Jahren stark erhöht. Dies erschwert eine effektive Diversifikation des Portfolios erheblich.
FundResearch: Wie begegnen Sie diesen Herausforderungen? Was bieten Sie Anlegern an?
Wir denken bei unserem neuen Produkt, dem Invesco Global Targeted Returns nicht mehr klassisch in Assetklassen wie Aktien, Renten oder Rohstoffe, sondern wir diversifizieren ein Portfolio über Investmentideen. Unser Fondsmanager David Millar sagt: "Echte Risikostreuung erreicht man nur, indem man sich von der Beschränkung durch Anlageklassen völlig befreit."
Was macht dieses Produkt aus? Wie sieht die Strategie dahinter aus?
Durch eine geschickte Kombination von 20 bis 30 Investmentideen, reduziert man das Risiko des Portfolios auch in der jetzigen Zeit von zusammenlaufenden Korrelationen erheblich. Investmentideen (z.B. US-Dollar versus Euro oder Volatilität des Austral-Dollar gegenüber dem US-Dollar) sind unabhängig von Assetklassen. Am Anfang jeder Investition steht eine umfassend recherchierte Makro-Idee, unabhängig vom Vergleichsindex und frei von vorgegebenen Bandbreiten. Diverse Anlagetypen und Regionen sind möglich, dabei ist die Wahl der Instrumente flexibel. Langfristig hat jede Investmentidee einen zwei- bis dreijährigen Anlagehorizont. Angestrebt wird eine Rendite von fünf Prozent über dem Euribor bei einer Volatilität von weniger als der Hälfte des MSCI World.
Wann wird die Fed die Zinsen anheben und welche Auswirkungen erwarten Sie dadurch?
Ich erwarte eine Zinsanhebung der Fed im September oder Oktober. Im Zuge dessen wird der US-Dollar weiter erstarken, die Anleiherenditen werden steigen und die Aktien werden kurzfristig schwächer tendieren. Allerdings glaube ich, dass der Zinsanstieg nur moderat ausfällt und die Aktien sich zum Jahresende wieder Richtung neuen Höchstständen bewegen werden.