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Pressemitteilung

Asset Standard: Corona-Crash testet Vermögensverwaltende Fonds

© Asset Standard GmbH

Vermögensverwaltende Fonds sollen in turbulenten Phasen durch ihr aktives Risikomanagement Kapitalerhalt gewährleisten. Dabei sollen aktives Management und die Diversifikation über mehrere Assetklassen dafür sorgen, dass langfristig eine positive Rendite bei vermindertem Risiko für den Anleger erwirtschaftet wird. Wer konnte dieses Versprechen auch in der aktuellen Corona-Krise halten?

Arnsberg, 06.04.2020 · In den beobachteten Kategorien Defensiv, Ausgewogen, Offensiv und Flexibel konnte im Zeitraum vom 24. Februar bis zum 31. März keiner von über tausend Vermögensverwaltenden Fonds mit einem Volumen über 10 Millionen Euro ein positives Ergebnis erzielen.

Dies ist jedoch nicht verwunderlich, da in diesem Zeitraum alle Anlageklassen verloren haben. Auch die Höhe der Verluste an den Aktienmärkten in so einem kurzen Zeitraum war zuvor noch nie aufgetreten. In dem betrachteten Zeitraum verlor der DAX -26,8%, der Euro STOXX 50 Performance -26,6% und der MSCI World EUR GRTR -23,4%.

Die Streuung über verschiedene Anlageklassen im Rahmen des aktiven Risikomanagements, um negative Wertentwicklungen einer Anlageklasse mit der positiven Wertentwicklung einer anderen abzufedern, konnte somit nur geringfügig zur Stabilität beitragen. Somit stellt sich in der aktuellen Corona-Krise nicht die Frage nach Gewinnen, sondern eher danach, ob Verluste begrenzt wurden.

Die meisten Vermögensverwaltenden Fonds konnten die Verluste begrenzen 

Die meisten Vermögensverwaltenden Fonds konnten Verluste begrenzen. Dennoch gab es in fast jeder Kategorie – mit Ausnahme der defensiven Kategorie – Ausreißer nach unten, die schlechter abschnitten als der weltweite Aktienindex MSCI World. Bei den offensiven und flexiblen VV-Fonds, die eine Aktienquote von bis zu 100% halten dürfen, lagen achtzehn offensive und vierzehn flexible Fonds unterhalb der MSCI World Performance. Dies entspricht einem Anteil von ca. 9% bei den offensiven beziehungsweise rund 7% bei den flexiblen Fonds.

Defensive Vermögensverwaltende Fonds konnten die Verluste abfedern 

In der defensiven Kategorie konnten die Vermögensverwaltenden Fonds die Verluste abfedern. Diese verloren in der aktuellen Verlustphase durchschnittlich -9,3%, gemessen am MMD-Index Defensiv. Unter den defensiven Top-Fonds befanden sich mehrere Wertsicherungsfonds, die eine selbstgesteckte Verlustbarriere nicht unterschreiten sollen. So gehörten die Strategien der Metzler Asset Management GmbH sowohl in der defensiven als auch der ausgewogenen Kategorie zu den Fonds mit den geringsten Verlusten. In der defensiven Kategorie führte der Metzler Wertsicherungsfonds 98 mit -1,0% die Bestenliste an. Auf längere Sicht gehören Wertsicherungsstrategien hingegen nicht zu den besten Fonds. Dies lag in den vergangenen Jahren vor allem daran, dass diese aufgrund der Absicherung nicht stark an den Aufwärtsbewegungen partizipierten. Die Metzler Wertsicherungsfonds tendierten bei vergleichsweise geringer Schwankungsintensität seitwärts beziehungsweise leicht negativ. So erzielten der Metzler Wertsicherungsfonds 98 in den letzten 3 Jahren eine Rendite von -0,7% und der Metzler Wertsicherungsfonds 96 -2,1%. Besser auf Dreijahressicht schnitt hingegen der Nordea 1 Balanced Income Fund mit +2,8% ab und auch in dem Zeitraum 24.02.-31.03.2020 verlor der Fonds mit -2,2% deutlich weniger als der Durchschnitt. Die gute Leistung bestätigt auch das MMD-Ranking für 3 Jahre, wo der Fonds mit 5 Sternen zu den Top 20% der Peergroup gehört.

Grafik: Wertentwicklung Vermögensverwaltende Fonds Defensiv:

*per 31.03.2020; **24.02.2020-31.03.2020; Volumen > 10 Mio.Euro

Ausgewogene Vermögensverwaltende Fonds verloren 13,8 Prozent 

Der MMD-Index Ausgewogen, der die Entwicklung im Segment ausgewogener Vermögensverwaltender Fonds misst, verlor in den beobachteten eineinhalb Monaten -13,8%. Am besten kam der MCVM Fonds-Basisstrategie der MC Vermögensmanagement AG mit -3,8%, gefolgt von dem bereits erwähnten Metzler Wertsicherungsfonds 93 mit -4,9% durch die bisherige Krise. Auf Sicht von drei Jahren gehören diese Fonds hingegen nur zum Mittelfeld und liegen mit jeweils rund 2% im Minus. Als einziger Fonds aus der TopTen-Liste kann der FVM Classic UI Fonds, gemanagt von der Freiburger Vermögensmanagement GmbH, auch auf lange Sicht überzeugen. So erreicht er auf Sicht von drei Jahren +5,2% und die maximale Anzahl von 5 Sterne im MMD Ranking. Auch im 5 und 10 Jahres-Ranking verbucht der Fonds 5 Sterne. Worauf lässt sich dieser Erfolg zurückführen? Claus Walter, Vorsitzender der Geschäftsführung der Freiburger Vermögensmanagement GmbH (FVM) sieht das Erfolgsrezept vor allem in der langfristig orientierten strategischen Vermögensallokation. „Investments über möglichst unabhängige Anlageklassen, Branchen, Regionen, Währungsräume zu streuen ist der eigentliche Schutz vor Verlusten. Dazu übergewichten wir regelmäßig besonders stabile und zukunftsträchtige Branchen. Geholfen hat uns in der aktuellen Phase zudem, dass wir bereits im Januar angefangen haben, die gute Börsenperformance der vorherigen Monate über DAX-Optionen abzusichern.“ Neben dem aktiven Risikomanagement hat die FVM damit begonnen das Portfolio auf die Zeit „nach Corona“ auszurichten. So identifizieren Claus Walter und sein Team aktiv diejenigen Unternehmen, die aus der Krise möglichst unbeschadet oder sogar gestärkt herausgehen werden.

Grafik: Wertentwicklung Vermögensverwaltende Fonds Ausgewogen:


*per 31.03.2020; **24.02.2020-31.03.2020; Volumen > 10 Mio.Euro  

Offensive Vermögensverwaltende Fonds hatten durchschnittlich die höchsten Verluste

Die offensiven Vermögensverwaltenden Fonds verloren im Zeitraum vom 24.02.-31.03.2020 durchschnittlich -18,2% und waren damit die Kategorie mit den höchsten Verlusten pro Fonds. Am besten kam MFS mit dem MFS Meridian-Prudent Wealth durch die bisherige Krise. Dieser konnte die Verluste auf -1,4% begrenzen und verzeichnet auch auf Sicht von drei und fünf Jahren die höchsten Performanceergebnisse mit +24,4% und +31,7%. Diese Leistung spiegelt sich auch im MMD Ranking wieder, wo der Fonds im Drei- und Fünfjahresranking zu den Besten gehört. Wie die MFS diese konstant gute Leistung über Jahre hinweg schaffte, erläutert Markus Hampel, Managing Director Germany bei MFS, wie folgt: „Wie bereits in 2018 konnten unsere vermögensverwaltenden Fonds - Prudent Wealth (A1H6RT) und Prudent Capital (A2ANEB) - im Markteinbruch abermals ihre Stärken unter Beweis stellen und den Investoren dann Stabilität geben, wenn diese am meisten gebraucht wird. Was diese Fonds auszeichnet, ist die kompromisslose Ausrichtung auf langfristigen Kapitalzuwachs. Wir glauben, dass der sicherste Weg zur Erzielung langfristiger Renditen für Anleger darin besteht, Verluste zu vermeiden. Eine Auswahl von grundsoliden Unternehmen, die strategische Kasse von bis zu 40% und die regelmäßige Absicherung des Portfolios durch Put-Optionen haben dazu geführt, dass die in Euro nominierten Anteilsklassen der beiden Fonds das erste Quartal 2020 im positiven Terrain abschließen konnten.“

Grafik: Wertentwicklung Vermögensverwaltende Fonds Offensiv:


*per 31.03.2020; **24.02.2020-31.03.2020; Volumen > 10 Mio.Euro

Bei den flexiblen Vermögensverwaltenden Fonds waren die Performancewerte am weitesten gestreut.

Bei der flexiblen Kategorie waren die Performancewerte am weitesten gestreut. So lagen zwischen dem besten und schlechtesten Fonds in der Kategorie im Betrachtungszeitraum fast 39%. Dies war bedingt durch die Performanceleistung des schwächsten flexiblen VV-Fonds, der über alle Kategorien hinweg die höchsten Verluste verzeichnete. Im Durchschnitt verloren flexible VV-Fonds -16,1%. Dabei erzielte der Ruffer Total Return International Fonds das beste Ergebnis in Höhe von -1,0%. Diese Top-Platzierung konnte der Fonds auf Sicht von drei Jahren nicht behaupten und rutschte mit einer Performance von -4,3% in das obere Mittelfeld des MMD-Rankings ab. Besser sieht die langfristige Entwicklung des LO Funds All Roads der Lombard Odier Investment Managers aus. Dieser schaffte es, neben der Verlustbegrenzung in der aktuellen Corona-Krise auf -4,5%, eine positive Drei-Jahres-Performance in Höhe von 7,5% zu erzielen. Auch im Drei- und Fünfjahres-Ranking gehört der LO Funds All Roads zu den Top 20% der flexiblen VV-Fonds.

Grafik: Wertentwicklung Vermögensverwaltende Fonds Flexibel:


*per 31.03.2020; **24.02.2020-31.03.2020; Volumen > 10 Mio.Euro

Verlustrisiko lässt sich durch Vermögensverwaltende Fonds verringern

Die Auswertung zeigt, dass sich das Verlustrisiko durch Vermögensverwaltende Fonds verringern lässt. Alle Kategorien liegen im Durchschnitt oberhalb der großen Aktienindizes. Dennoch ist der Anleger auch bei defensiv ausgerichteten Produkten nicht vor Verlusten geschützt.  

Für eine leistungsgerechte Bewertung des Fondsmanagers sollten die Vermögensverwaltenden Fonds im Detail und über einen längeren Zeitraum hinweg beobachtet werden.

Dabei können in einem ersten Schritt quantitative Rankings – wie dass MMD-Ranking – helfen oder auch die vielseitigen Informationsmöglichkeiten auf der Internetseite von Asset Standard, dem Informationsportal für Vermögensverwaltende Fonds. „Bei dem MMD Ranking fließen neben den Performanceleistungen auch Risikokomponenten zu 50% mit in die Bewertung ein.“ erklärt Nicolai Bräutigam von der MMD Analyse & Advisory GmbH. „So kann mit einem Blick erfasst werden, welche VV-Fonds ein angemessenes Chance-Risiko-Profil aufweisen. Und vor allem kann man auch abgleichen, ob Kursgewinne, die kurzfristig erzielt wurden, auch auf lange Sicht bestätigt werden.“  

Ein Blick in die Vergangenheit zeigt, dass Krisen und daraus resultierende Kursverluste an den Aktienmärkten keine Seltenheit sind und diese nach dem Ende der jeweiligen Krise meist wieder aufgeholt wurden. Dementsprechend könnte ein Verkauf der VV-Fonds die Chancen verbauen, an steigenden Kursen zu partizipieren. Dennoch sollte man auch in der aktuellen Situation die Leistung der VV-Fonds genauer unter die Lupe nehmen, um die passenden VV-Fonds zu finden.

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