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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht Dezember 2018

Deutliche Kursverluste zum Jahresausklang bei den Aktien. Zugewinne an den Staatsanleihemärkten bei den Renten.
© Union Investment

Aktien: Deutliche Kursverluste zum Jahresausklang

Renten: Zugewinne an den Staatsanleihemärkten

Aktienmärkte: Sowohl am US-Markt als auch im Euroraum schlossen die Aktienmärkte mit erheblichen Kursverlusten. Politische Faktoren, die Angst vor einem Rückgang der Konjunktur sowie Äußerungen seitens der US-Notenbank belasteten.

Rentenmärkte: Die als sicher geltenden Staatsanleihen aus den USA und Deutschland konnten im Dezember von der allgemeinen Unsicherheit profitieren. Konjunktursorgen und die Aussicht auf eine künftig weniger restriktive US-Zinspolitik ließen die Anleihenotierungen steigen. Die Renditen fielen vor allem in den USA sehr deutlich.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktienmärkte erreichen Jahrestiefpunkt

Europas Aktienmärkte haben die Kursverluste der Vormonate im Dezember deutlich ausgebaut. Der EURO STOXX 50-Index verlor 5,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Wertverlust von 5,5 Prozent. Zahlreiche europäische Aktienindizes erreichten im Dezember Jahrestiefststände. Somit zeigt sich für das Gesamtjahr ein deutlich negatives Bild: Der EURO STOXX 50-Index verlor 2018 14,3, der STOXX Europe 600-Index 13,2 Prozent.

Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft drückten im Dezember auf die Stimmung an den Kapitalmärkten. Auslöser hierfür waren vor allem schwache Wirtschaftsdaten aus Deutschland, den USA und China. Außerdem belastete die US-Zinsstrukturkurve, die im Laufzeitenbereich zwei bis fünf Jahre in der ersten Dezemberwoche invertierte. In der Vergangenheit folgte auf ein derart untypisches Zinsbild meist eine Rezession. Dadurch gerieten die Aktien unter Verkaufsdruck.

Eine zusätzliche Belastung stellten politische Unsicherheiten dar: Zu Beginn des Monats schwächten Proteste der sogenannten Gelbwesten in Frankreich die Börsen. Die Entwicklungen rund um den Brexit wirkten sich besonders in der zweiten Monatshälfte auf die Märkte aus: Die für den 11. Dezember vorgesehene Abstimmung im britischen Parlament über die zwischen der Europäischen Union (EU) und der britischen Regierung ausgehandelte Einigung wurde kurzfristig auf Mitte Januar verschoben. Zudem musste sich Premierministerin Theresa May am 12. Dezember einem Misstrauensvotum ihrer Partei stellen. Sie konnte dieses zwar gewinnen, aber nur mit einer knappen Mehrheit. Der FTSE 100-Index verlor somit 3,6 Prozent.

Positive Entwicklungen konnten dagegen in der italienischen Haushaltsdebatte vermeldet werden. Nach monatelangem Streit einigten sich die italienische Regierung und die EU auf einen Kompromiss, sodass ein Strafverfahren gegen Italien vorerst ausbleibt. Dennoch verlor der FTSE MIB-Index 4,5 Prozent.

Neben dem sich eintrübenden Konjunkturumfeld dürfte auch der nach wie vor schwelende Handelskonflikt die europäischen Börsen in den kommenden Wochen belasten. Vorerst ist daher mit schwankungsanfälligen Märkten zu rechnen.

Deutschland

Abverkauf bei deutschen Aktien

Deutsche Aktien haben im Dezember die Kursverluste der Vormonate ausgebaut. Der DAX 30-Index mit den größten Konzernen des Landes verlor 6,2 Prozent und fiel damit auf sein Zweijahrestief. Auf Jahressicht liegt das Börsenbarometer damit 18,3 Prozent im Minus. Der MDAX-Index, der sich aus Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung zusammensetzt, büßte im Dezember 8,0 Prozent ein. Die im SDAX-Index gelisteten kleineren Gesellschaften gaben um 9,4 Prozent nach, während die im TecDAX-Index geführten Technologiefirmen Abschläge in Höhe von 5,4 Prozent verzeichneten.

Globale Konjunktursorgen und (geo-)politische Risiken lasteten auf dem deutschen Aktienmarkt. Zu Monatsbeginn legten Proteste der sogenannten Gelbwesten in Frankreich, dem größten Handelspartner der Bundesrepublik, das Wirtschaftsleben teilweise lahm und beeinträchtigten damit auch die Börsenstimmung. Hinzu kamen die Turbulenzen um den Austritt Großbritanniens aus der Europäischen Union (EU): Die Verschiebung der Abstimmung im britischen Parlament über das Scheidungsabkommen und die Vorbereitungen auf einen Brexit ohne formelle Vereinbarung zwischen London und Brüssel wirkten sich besonders in der zweiten Monatshälfte negativ auf die Börsen aus. Die vorherrschende politische Unsicherheit konnte durch den letztendlich erzielten Kompromiss im italienischen Haushaltsstreit nicht verringert werden.

Diese negativen Vorzeichen wurden durch überwiegend schlechte Nachrichten aus dem Unternehmenssektor ergänzt. Die deutschen Automobilhersteller sahen sich im vergangenen Monat zum dritten Mal in Folge mit einer sinkenden Nachfrage nach Automobilen in der EU konfrontiert. Entsprechend schwach handelten die Papiere der Unternehmen. Auch bei der Deutschen Bank kehrte keine Ruhe ein: Nach dem Verdacht der Geldwäsche tritt das Unternehmen nun als Kronzeuge bei Anleihekartell-Ermittlungen der EU auf. Die Aktie reagierte darauf mit einem Kurssturz auf ein Allzeittief.

Neben dem sich eintrübenden Konjunkturumfeld dürfte der nach wie vor schwelende Handelskonflikt die deutschen Börsen belasten. In den kommenden Wochen ist daher mit schwankungsanfälligen Märkten zu rechnen.

Osteuropa

Osteuropas Börsen schließen im Minus

Die Aktienmärkte in Osteuropa mussten im Dezember Federn lassen. Insbesondere die Zinsanhebung der US-Notenbank sowie die flankierenden Äußerungen des Fed-Chefs Powell setzten die Märkte Osteuropas – genau wie die weltweiten auch – unter Druck. Auch das sich global abschwächende konjunkturelle Umfeld belastete. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 1,1 Prozent. In US-Dollar lag das Ergebnis bei -2,8 Prozent. Damit konnten sich die osteuropäischen Börsen dennoch vergleichsweise gut behaupten: Der MSCI World-Index gab in Lokalwährung 8,0 Prozent ab.

Auch auf Jahressicht schnitten die Länder im Osten Europas besser ab als der globale Schnitt: Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 4,6 Prozent, in US-Dollar schloss der Index aufgrund diverser Währungsabwertungen allerdings 8,3 Prozent im Minus. Der MSCI World-Index beendete das Jahr in Lokalwährung mit -9,1 Prozent.

Russlands Börsen fuhren im Dezember Verluste ein (MICEX-Index, in Lokalwährung: -1,4 Prozent). Die Zentralbank hat den Leitzins überraschend um 0,25 Prozentpunkte auf 7,75 Prozent angehoben. Die weitere Abwertung des Russischen Rubels unterstützte dagegen die Börsen: Die Währung verlor gegenüber dem US-Dollar 3,9 Prozent. Erstaunlicherweise hatte der Öl-Abverkauf einen geringen Einfluss auf den russischen Aktienmarkt. Die von OPEC und Russland beschlossenen Kürzungen konnten dem Ölpreis keinen Auftrieb verleihen.

Auch die Aktienmärkte in der Türkei gaben ab. Der BIST-Index verlor in Lokalwährung 4,3 Prozent. Die Türkische Lira fuhr ebenfalls Verluste ein. Sie schloss gegenüber dem US-Dollar 1,4 Prozent schwächer. Die türkische Zentralbank hat trotz der hohen Inflation im Dezember die Leitzinsen unangetastet bei 24 Prozent gelassen.

Das sich eintrübende weltweite wirtschaftliche Umfeld belastete auch die Börsen in Tschechien (PX-Index: -7,7 Prozent), Ungarn (BUX-Index -2,4 Prozent) und Polen (WIG-Index: -0,9 Prozent). Erste Frühindikatoren zeigten sich schwächer. Dieser Umstand dürfte die osteuropäischen Börsen auch in den kommenden Wochen belasten. Es ist mit schwankungsanfälligen Märkten zu rechnen.

USA

US-Börsen verzeichnen heftige Abschläge

Die Aktienmärkte in den USA haben im Dezember mit erheblichen Kursverlusten geschlossen. Unter dem Strich fiel der Dow Jones Industrial Average um 8,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index gab 9,2 Prozent nach. Zwischenzeitlich lagen die Notierungen noch weiter im Minus, erst zwischen den Jahren konnten Erholungsrallys die Abschläge eingrenzen. Auf Jahressicht beträgt das Minus 5,6 beziehungsweise 6,2 Prozent.

Die Märkte wurden von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren verunsichert. So reagierten die Börsen mit Verkäufen auf die Zinserhöhung um 25 Basispunkte und die daran anschließenden Äußerungen der US-Notenbank Fed. Auch wenn der Zinsschritt der Fed vom Markt überwiegend erwartet worden war, hat er die Börsen kräftig durcheinander gewirbelt. Die US-Währungshüter haben zwar ihre Zinsanhebungserwartungen für das neue Jahr etwas zurückgefahren und auch die Datenabhängigkeit betont. Allerdings war das wohl nicht genug. Offenbar hatten die Investoren damit gerechnet, dass die Währungshüter mit einer noch lockereren Geldpolitik auf die konjunkturelle Schwächephase reagieren.

Auch seitens der konjunkturellen Rahmendaten kam keine Entlastung: So fiel der US-amerikanische Empire State-Index, der die Geschäftstätigkeit der Industrie im Bundesstaat New York misst und als Frühindikator für die wirtschaftliche Entwicklung der USA gilt, von 23,3 Punkten im November auf 10,9 Punkte und verfehlte damit die Schätzungen der Experten um 9,1 Punkte. Auch der Einkaufsmanagerindex der Philadelphia Fed gab stärker nach, als die Analysten erwartet hatten.

Für Hoffnungsschimmer sorgen hingegen einige Unternehmen, die aufgrund ihres gebrochenen Geschäftsjahres bereits Anfang Dezember Quartalszahlen vorlegten. So konnten der Software-Konzern Oracle und der Sportartikelhersteller Nike die Erwartungen der Analysten deutlich übertreffen.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass die Wachstumsdynamik in den USA an Stärke verliert. Zudem dürften die globale politische Unsicherheit und der von den Vereinigten Staaten ausgehende Handelskonflikt immer wieder für Schwankungen sorgen.

Fernost

Asiatische Schwellenländer tief im Minus

Die Börsen der asiatischen Schwellenländer haben im Dezember deutlich im Minus geschlossen und damit der Kurserholung aus dem Vormonat ein jähes Ende gesetzt. Die anhaltende Unsicherheit im Hinblick auf den Handelsstreit mit den USA und wachsende Befürchtungen hinsichtlich einer Abschwächung der Konjunkturdynamik in weiten Teilen der Welt haben Investoren offenbar den Garaus gemacht, unter dem Strich stand beim MSCI Far East ex Japan-Index in lokaler Währung ein Minus von 3,4 Prozent. Auf Jahressicht summieren sich die Abschläge auf 15,7 Prozent.

Dabei gab es im Dezember durchaus Anzeichen, dass sich die chinesische Konjunktur schrittweise stabilisiert. So verbesserten sich beispielsweise die Daten zur Kreditvergabe und auch die Investitionstätigkeit. In anderen Bereichen wie etwa dem Wohnungsbau, dem Einzelhandel und der Industrieproduktion hält der negative Trend weiter an. Nach wie vor ist es aber vor allem der anhaltende Handelskonflikt mit den USA, der die chinesische Wirtschaft hemmt und die Investoren vorsichtig agieren lässt. Vor diesem Hintergrund gaben die Aktienmärkte im Reich der Mitte im Berichtsmonat deutlich nach, der Shanghai Composite-Index beispielsweise gab 3,6 Prozent ab. In Hongkong verlor der Hang Seng Composite-Index 2,5 Prozent.

Und auch die Leitindizes in den übrigen asiatischen Schwellenländern verzeichneten überwiegend Kursabschläge: Thailand (-5,6 Prozent), Singapur (-4,3 Prozent) und Taiwan (-4,1 Prozent) spürten den Abverkauf vergleichsweise deutlich. In Malaysia hielten sich die Einbußen mit minus 1,1 Prozent noch im Rahmen. In Indonesien konnte sich der Jakarta Composite-Index gegen den Trend um 2,3 Prozent steigern.

Der weitere Fortgang der handelspolitischen Spannungen dürfte die Volkswirtschaften Asiens je nach Eskalationsniveau mehr oder weniger stark belasten. Auch die schwächelnde globale Konjunktur könnte in den kommenden Monaten für Schwankungen an den Börsen führen.

Japan

Börse in Tokio lässt Federn

Die Börse in Tokio hat im Berichtszeitraum deutliche Verluste verzeichnet. Die Kurse konnten sich dem globalen Trend nicht entziehen, der Leitindex NIKKEI 225-Index fiel um 10,5 Prozent, der marktbreite Topix-Index gab im Dezember 10,4 Prozent ab. Beide Börsenbarometer konnten die Kursrückgänge gegen Ende des Berichtsmonats noch eingrenzen. Nichtsdestotrotz blieben japanische Aktien im internationalen Kontext hinter dem Durchschnitt zurück: Der MSCI World-Index fiel in lokaler Währung um 8,0 Prozent. Auf Jahressicht beträgt das Minus beim Nikkei 225-Index 12,1 Prozent, die Abschläge beim Topix-Index summieren sich auf 17,8 Prozent.

Die Verluste waren weiteren Anzeichen für eine globale konjunkturelle Abkühlung geschuldet. So wurden sowohl aus Europa als auch aus den USA schwächere Einkaufsmanagerindizes gemeldet. In Japan selbst verschlechterten sich die Daten zur Handelsbilanz, die Bauproduktion ging ebenfalls zurück. Auch der Handelskonflikt zwischen den USA und China machte sich bemerkbar, etwa bei den schwächeren Bestellungen für Kapitalgüter. Die japanische Wirtschaft ist besonders exportabhängig und daher vergleichsweise anfällig für konjunkturelle Trends auch außerhalb des eigenen Wirtschaftsraums.

Die Kursverluste machten sich quer durch die Bank bemerkbar. Der E-Commerce-Konzern Rakuten beispielsweise verlor fast ein Fünftel seines Wertes, der Spielekonsolenhersteller Nintendo gab 15,4 Prozent ab. Im Automobilsektor waren die Abschläge etwas weniger ausgeprägt, Toyota beispielsweise schnitt mit einem Minus von 5,9 Prozent noch überdurchschnittlich gut ab.

Zu einem Desaster geriet der 23 Milliarden US-Dollar schwere Börsengang des Mobilfunkanbieters Softbank. Der Debütant fiel am ersten Handelstag rund 14 Prozent, was zum einen an der schwachen Marktverfassung lag, zum anderen an einem Systemausfall wenige Tage vor der Erstnotiz. Auch die Verbindung mit dem chinesischen Netzwerkausrüster Huawei schlugen negativ zu Buche.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen für eine globale konjunkturelle Abkühlung. Dementsprechend dürfte die Börse in Japan bis auf Weiteres schwankungsanfällig bleiben.

Weltweit

Ausverkauf an den globalen Börsen

Die globalen Aktienmärkte haben zum Jahresende deutlich an Wert verloren. Unter dem Strich fiel der MSCI World-Index im Dezember in lokaler Währung um 8,0 Prozent, auf Jahressicht liegt das Börsenbarometer damit um 9,1 Prozent hinten. In den USA schloss der Dow Jones Industrial Average um 8,7 Prozent tiefer, der marktbreite S&P 500-Index gab 9,2 Prozent nach. Zwischenzeitlich lagen die Notierungen noch weiter im Minus, erst zwischen den Jahren konnten Erholungsrallys die Abschläge eingrenzen.

Die Märkte wurden von einer Vielzahl unterschiedlicher Faktoren verunsichert. So reagierten die Börsen mit Verkäufen auf die Zinserhöhung um 25 Basispunkte und die daran anschließenden Äußerungen der US-Notenbank Fed. Auch wenn der Zinsschritt der Fed vom Markt überwiegend erwartet worden war, hat er die Börsen kräftig durcheinander gewirbelt. Die US-Währungshüter haben zwar ihre Zinsanhebungserwartungen für das neue Jahr etwas zurückgefahren und auch die Datenabhängigkeit betont. Allerdings war das wohl nicht genug. Offenbar hatten die Investoren damit gerechnet, dass die Währungshüter mit einer noch lockereren Geldpolitik auf die konjunkturelle Schwächephase reagieren.

Europas Aktienmärkte haben im Dezember ebenfalls tief im Minus geschlossen. Der EURO STOXX 50-Index verlor 5,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Wertverlust von 5,5 Prozent. Zusätzlich zu den globalen Belastungsfaktoren trieb hier noch die Sorge um einen unkontrollierten Brexit die Investoren um. Dabei konnte sich der britische FTSE 100-Index mit einem Abschlag von 3,6 Prozent noch relativ gut halten. Der deutsche DAX hingegen gab 6,2 Prozent ab.

An der Börse in Tokio gab der Nikkei 225-Index die Gewinne aus dem Vormonat wieder ab, er fiel um 10,5 Prozent. Die Schwellenländerbörsen kamen vergleichsweise glimpflich davon, der MSCI Emerging Markets-Index verlor in lokaler Währung 2,8 Prozent.

Mittlerweile mehren sich die Anzeichen, dass das konjunkturelle Bild weltweit Risse bekommt. Vor diesem Hintergrund ist mit schwankungsanfälligen Börsen zu rechnen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Deutliche Erholung in Italien

Euro-Staatsanleihen legten im Dezember erneut zu und knüpften an die gute Wertentwicklung aus dem Vormonat an. Weltweite Konjunktursorgen und die abermals großen Verluste am Aktienmarkt sorgten für eine hohe Nachfrage nach den als sicher geltenden Bundesanleihen. Zwischenzeitlich näherte sich die Rendite für zehnjährige Papiere der Marke von 0,2 Prozent. Die gute Nachfrage war insofern überraschend, da die Deutsche Finanzagentur ankündigte, im ersten Quartal 2019 mehr Anleihen emittieren zu wollen. Annähernd gleichwertige Anleihen aus Frankreich mussten hingegen Verluste hinnehmen. In Paris entstand über Wochen hinweg eine immer stärkere Protestbewegung gegen die angestrebten Reformen von Präsident Macron. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen lenkte Macron letztlich ein und machte Zugeständnisse. Französische Staatsanleihen mussten in diesem Umfeld leicht steigende Renditen hinnehmen, weil sich durch die Mehrausgaben die Haushaltslage verschlechtern wird.

Die Entscheidung in Paris hatte auch Auswirkungen auf Italien. Dort ging der Haushaltsstreit mit der Europäischen Union (EU)in eine neue Runde. Dabei wurde das zu erwartende Defizit immer weiter nach unten korrigiert. Wurden anfangs noch 2,4 Prozent geschätzt, peilte die Regierung in Rom zwischenzeitlich weniger als 2,0 Prozent an. Auch wenn die Aussagen der Italiener vage blieben, kam es dennoch zu einer deutlichen Erholungsbewegung. Macrons Maßnahmen zur Deeskalation der Protestwelle haben schließlich die Verhandlungsposition der EU gegenüber Italien geschwächt. Eigentlich müsste nun auch gegen Frankreich über ein Defizitverfahren nachgedacht werden. Letztlich einigte man sich darauf, gegen beide Länder kein Verfahren einzuleiten, wovon letztlich vor allem die italienischen Papiere profitierten.

Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index legte der Gesamtmarkt im Dezember um 0,9 Prozent zu. Aufgrund der starken Kursentwicklung in Italien verbesserten sich Peripherieanleihen dabei sogar um 2,0 Prozent. Für das gesamte Jahr 2018 fällt die Bilanz für Kernanleihen hingegen besser aus. Insgesamt legten Euro-Staatsanleihen 2018 um 1,0 Prozent zu.

Euro-Outs

May lässt klare Brexit-Strategie vermissen

Die europäischen Rentenmärkte außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes verbuchten im Dezember durchweg Kursgewinne. Einerseits wogen die Konjunktursorgen derart schwer, dass Aktien abgestraft, sichere Anleihen hingegen gesucht waren. Hiervon profitierten vor allem die bonitätsstarken Anleihen aus der Schweiz. Zehnjährige Papiere rentierten Ende Dezember mit minus 0,28 Prozent wieder tief im negativen Bereich. Anleihen aus Polen waren ebenfalls gesucht. Auch dort machten sich nach schwachen Einkaufsmanagerdaten Konjunktursorgen breit. Doch auch Papiere mit einer schlechteren Kreditwürdigkeit waren gesucht. Letztlich erfuhr die komplette Anlageklasse der Schwellenländer-Anleihen eine Erholungsbewegung, von der auch die Schuldverschreibungen in Osteuropa profitierten. In den USA hob die dortige Notenbank zwar nochmals den Leitzins an, stellte Anlegern aber eine Pause im Verlauf von 2019 in Aussicht. Eine solche Zinspause würde besonders solchen Ländern helfen, die Anleihen in US-Dollar ausgeben.

Für Aufregung sorgte die Debatte um den EU-Austritt des Vereinigten Königreiches. Theresa May vermied es letztlich den mit der Europäischen Union ausgehandelten Kompromiss dem britischen Parlament zur Abstimmung vorzulegen. Stattdessen will sie nun versuchen, wichtige Punkte nachzuverhandeln. Von Seiten der EU darf sie dabei nicht auf ein Entgegenkommen hoffen. Um die Gemeinschaft zu stärken und Nachahmungen zu verhindern, wurden die Verhandlungen hart geführt. Doch allein schon die Forderungen innerhalb ihrer Regierung gehen weit auseinander. Das Land bleibt somit tief gespalten. Fakt ist aber, dass der britischen Regierung nun nicht mehr viel Zeit bleibt. Ein „harter“ Brexit wird immer wahrscheinlicher. Die Mehrheit der Analysten glaubt aber nach wie vor, dass ein Abkommen erzielt und somit ein geordneter Brexit gelingen wird.

Entgegen den Erwartungen der Marktteilnehmer kam es nicht zu einer Leitzinssenkung in der Türkei. Anleihen mit langer Laufzeit profitierten hiervon, doch bei kurzlaufenden Papieren wurde der Zinsschritt wieder ausgepreist. Dort kam es letztlich zu Kursverlusten.

USA

Konjunktursorgen führen zu einer hohen Nachfrage nach US-Staatsanleihen

US-Staatsanleihen handelten im Dezember deutlich im Plus. Für Rückenwind sorgten ausgeprägte Konjunktursorgen. Wichtige Frühindikatoren fielen abermals schwächer aus und ließen Anleger zunehmend pessimistischer in die Zukunft blicken. In diesem Umfeld waren die als sicher geltenden US-Schatzanweisungen gefragt. Wichtige Impulse gingen auch von der US-Notenbank aus. Nachdem die Währungshüter im November noch streng an ihrem Zinspfad festhalten wollten, ruderten sie nun zurück. Das Ausbleiben einer Erklärung für den vorsichtigeren Grundton hatte aber zunächst nur weiter verunsichert. Kurz vor Weihnachten hoben die Notenbanker zudem abermals den Leitzins an. Mit jedem Zinsschritt wächst die Gefahr, dass der neue Satz die wirtschaftliche Entwicklung noch weiter ausbremst. In den kommenden Monaten will die US-Notenbank ihre Entscheidung wieder stärker von den konjunkturellen Daten abhängig machen und schloss auch eine Pause im Zinszyklus nicht aus. Diese Nachricht konnte die Anleger aber nur kurz beruhigen.

Durch die erneute Leitzinsanhebung sind die kurzfristigen Renditen weiter gestiegen. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve kamen die Renditen hingegen zurück. Teilweise ist die US-Zinskurve dadurch bereits invers geworden, etwa bei Vergleich drei- und fünfjähriger Papiere. Beim wichtigsten Vergleich zwischen Anleihen mit zwei und zehn Jahren Restlaufzeit ist die Differenz aber noch nicht negativ. Eine inverse Zinsstrukturkurve gilt als Vorbote einer möglichen Rezession und hat die Konjunktursorgen deshalb zusätzlich verstärkt. Kurz vor dem Jahreswechsel eskalierte auch noch der Haushaltsstreit zwischen Republikanern und Demokraten, der letztlich in einer Haushaltssperre mündete. Hunderttausende Staatsbedienstete befinden sich damit im unbezahlten Zwangsurlaub.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index bedeutete dies im Dezember einen Wertzuwachs von 2,3 Prozent. Durch diesen starken Zuwachs zum Jahresende fällt auch die Bilanz für das gesamte Jahr 2018 mit einem Plus von 0,8 Prozent letztlich positiv aus.

Weltweit

Kräftiges Plus bei US-Staatsanleihen

US-Staatsanleihen handelten im Dezember deutlich im Plus. Für Rückenwind sorgten ausgeprägte Konjunktursorgen. Wichtige Impulse gingen auch von der US-Notenbank aus. Kurz vor Weihnachten hoben die Notenbanker abermals den Leitzins an. In den kommenden Monaten will die US-Notenbank ihre Entscheidung wieder stärker von den konjunkturellen Daten abhängig machen und schloss auch eine Pause im Zinszyklus nicht aus. Diese Nachricht konnte die Anleger aber nur kurz beruhigen. Durch die erneute Leitzinsanhebung sind die kurzfristigen Renditen weiter gestiegen. Am langen Ende der Zinsstrukturkurve kamen die Renditen hingegen zurück. Teilweise ist die US-Zinskurve dadurch bereits invers geworden. Dies gilt als Vorbote einer möglichen Rezession und hat die Konjunktursorgen deshalb zusätzlich verstärkt. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index bedeutete dies im Dezember einen Wertzuwachs von 2,3 Prozent.

Euro-Staatsanleihen profitierten ebenfalls von den weltweiten Konjunktursorgen. Während Bundesanleihen gefragt waren, mussten annähernd gleichwertige Anleihen aus Frankreich Verluste hinnehmen. Nach gewalttätigen Auseinandersetzungen gegen seine Reformagenda lenkte Macron letztlich ein und machte Zugeständnisse. Französische Staatsanleihen mussten daraufhin leicht steigende Renditen hinnehmen, weil sich durch die Mehrausgaben die Haushaltslage verschlechtern wird. Die Entscheidung in Paris hatte auch Auswirkungen auf Italien. Dort ging der Haushaltsstreit mit der Europäischen Union (EU)in eine neue Runde. Macrons Maßnahmen schwächten die Verhandlungsposition der EU gegenüber Italien. Eigentlich müsste nun auch gegen Frankreich über ein Defizitverfahren nachgedacht werden. Letztlich einigte man sich darauf, gegen beide Länder kein Verfahren einzuleiten, wovon letztlich vor allem italienische Papiere profitierten. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index legte der Gesamtmarkt im Dezember um 0,9 Prozent zu.

Unternehmensanleihen legten nur leicht zu (0,2 Prozent), rückläufige US-Renditen sorgten bei Papieren aus den Schwellenländern jedoch ebenfalls für ein kräftiges Plus von 1,3 Prozent.

Unternehmensanleihen

Zum Jahresende stabilisiert

Auch im Dezember hielt die Risikoscheu unter den Marktteilnehmern an. Zumal die Händler angesichts des sich rasch nähernden Jahresende nicht mehr bereit waren, erhöhte Risiken auf ihre Bücher zu nehmen. Die im Rahmen der Unsicherheit vorherrschende Flucht in sichere Anleihen führte an den als sicher geltenden Staatsanleihemärkten in Europa und den USA zu einer positiven Wertentwicklung. Besonders ausgeprägt war die Entwicklung bei US-amerikanischen Treasuries, dort fielen die Renditen deutlich. Die abwärts gerichtete Zinsentwicklung half auch dem europäischen Unternehmensanleihemarkt, sich im Dezember zu stabilisieren. Dazu trug auch der vergleichsweise ruhige Primärmarkt bei. Auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) gewann der Gesamtmarkt 0,2 Prozent hinzu. Dennoch sind auch gegen Jahresende die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) wenngleich nur moderat, aber dennoch weiter angestiegen. Mit 104 Basispunkten wurde die 100er Marke zum Monatsende übersprungen. Insgesamt waren im Verlauf des Dezembers bei vielen europäischen Unternehmensanleihe-Unterindizes zwischenzeitlich neue Jahrestiefstände respektive neue Hochs bei den Spreads zu beobachten. Mit Blick auf die einzelnen Segmente schlossen Anleihen aus dem Nachrangsektor, was sowohl die Industrie- als auch Finanzanleihen betraf, leicht im Plus. Der hochverzinsliche Sektor (High Yield) wies im Rahmen des ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index hingegen auch im Dezember weitere Verluste aus. Letztlich hat sich damit der seit Sommer anhaltende Abwärtstrend im europäischen Unternehmenssegment fortgesetzt. Geld war mit europäischen Unternehmensanleihen im Gesamtjahr 2018 leider nicht zu verdienen. Der Gesamtmarkt ging angesichts zahlreicher Belastungsfaktoren (Handelskonflikt, politische Lage in Europa mit Italien, rückläufige Konjunkturindikatoren, restriktivere Zentralbankpolitik, der Brexit) mit einem Minus von 1,1 Prozent aus dem Handelsjahr. Die Risikoprämien stiegen im Jahresverlauf von 44 auf 104 Basispunkte (Jahreshöchststand) an.

Zahlreiche Neuemissionen zu Jahresbeginn lassen einen eher holprigen Jahresauftakt am Unternehmensanleihemarkt erwarten.

Emerging Markets

Erholung zum Jahresende

An den Rentenmärkten der Schwellenländer (Emerging Markets, EM) war im Dezember eine Erholungsbewegung zu beobachten. Die auf US-Dollar und Euro lautenden Hartwährungsanleihen konnten auf Gesamtmarktebene hinzugewinnen. Der entsprechende Index (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) ging mit einem Plus von 1,4 Prozent aus dem letzten Handelsmonat. Letztlich konnten EM-Anleihen vom Renditerückgang in den USA profitieren. An den Staatsanleihemärkten in Europa und vor allem in den USA waren deutliche sinkende Renditen zu verzeichnen. Allerdings weiteten sich im EM-Segment die Risikoprämien (Spreads) gegenüber sicheren US-Schatzanweisungen um 20 auf 415 Basispunkte aus.

Die freundliche EM-Entwicklung vollzog sich in erster Linie in der ersten Monatshälfte und tendierte dann bis zum Jahresende seitwärts. An den lokalen EM-Anleihemärkten war die Renditeentwicklung zunächst nach oben gerichtet und bewegte sich auf Indexebene (JP Morgan GBI-EM-Div.-Index) in Richtung sieben Prozent. Im weltweit freundlichen Zinsumfeld führte die Bewegung dann aber letztlich zurück auf 6,9 Prozent. Bei den EM-Währungen waren vor allem aufgrund der Schwäche an den Rohstoffmärkten größere Einbußen zu beobachten. Allen voran wertete der Russische Rubel vor dem Hintergrund stark rückläufiger Ölpreisnotierungen um etwas mehr als fünf Prozent zum Euro ab. Darüber hinaus gerieten die Währungen der Rohstoffproduzenten Chile und Südafrika mit jeweils etwas mehr als vier Prozent ebenfalls unter Druck. Auf der Gewinnerseite stand der Mexikanische Peso. Dieser konnte vom geplanten Haushaltsentwurf der neuen Regierung profitieren, da eine Erhöhung des Defizits vermieden werden soll. Der Peso wertete um 2,3 Prozent auf.

Mit Blick auf die Jahresentwicklung hat der Gesamtmarkt mit minus 4,3 Prozent deutlich Federn gelassen. Die Risikoprämien hatten sich in einem vom Handelskonflikt, der rückläufigen Ölpreisentwicklung und zeitweise hoher US-Treasury-Renditen geprägten Marktumfeld deutlich um 130 auf 415 Basispunkte ausgeweitet.

Das globale Wirtschaftswachstum, die Zinsentwicklung in den USA sowie die Konjunktur in China bleiben wichtigste Einflussfaktoren für die weitere Entwicklung.

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Dezember 2018, soweit nicht anders angegeben.

Ihre Kontaktmöglichkeiten: Union Investment Service Bank AG, Weißfrauenstraße 7, 60311 Frankfurt am Main, Telefon 069 58998-6060, Telefax 069 58998-9000; www.union-investment.de

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