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Interview

Marc Bicheler (Bayerische Vermögen): „Unser Ansatz passt sich den Marktbedingungen an“

​Immer die Aktien im Portfolio haben, die gerade gut laufen. Davon träumen viele Anleger. Marc Bicheler kommt diesem Traum mit seinem Bicheler Konzeptfonds ein großes Stück näher und verliert zugleich das Risiko nicht aus dem Blick.
© Privat

Mit dem Bicheler Konzeptfonds verfolgt Fondsberater Marc Bicheler seit Sommer 2016 eine Anlagestrategie, die Aktien mit großer relativer Stärke aus den USA und Europa selektiert. „Unser Ansatz ermöglicht einerseits eine Überrendite im Vergleich zum Gesamtmarkt und andererseits eine Absicherung im Falle von Baisse-Phasen“, betont Bicheler. Im Rahmen eines Momentum-Ansatzes, den der erfahrene Händler und Portfoliomanager für Swiss Re und UBS während der vergangenen Jahre entwickelt hat, misst Bicheler neben der relativen Stärke einzelner Titel auch die Breite, mit der eine Aufwärtsbewegung am Markt unterstützt ist. In klaren Aufschwungphasen ist der Fonds voll in Aktien investiert. „Während Krisen sinkt der Aktienanteil Schritt für Schritt ab. Unser Ziel ist es dabei allerdings nicht, jeden kurzfristigen Rückschlag abzufedern. Stattdessen wollen wir während mittel- und langfristigen Schwächephasen die bisher erzielte Wertentwicklung schützen“, betont Bicheler. In diesem Fall kann der Bicheler Konzeptfonds in Geldmarktinstrumente und Anleihen mit Investment-Grade-Rating investieren. Zur Absicherung können auch Futures und Optionen genutzt werden.

Bislang hohe Trefferquote bei dynamischen Titeln

Herzstück des Fonds ist jedoch der Momentum-Ansatz. Die Hälfte des Portfolios investiert Bicheler regelbasiert in die fünf, beziehungsweise zehn besten Aktien aus Deutschland und den USA. Dabei kommt das selbstentwickelte Relative-Stärke-Modell zum Einsatz. Die Zusammensetzung wird monatlich überprüft. Die andere Hälfte des Portfolios verfolgt einen aktiven Ansatz. Ausgehend vom oberen Viertel des Relative-Stärke-Modells sucht Bicheler anhand von fundamentalen Kriterien oder auch charttechnischen Signalen vielversprechende Werte aus. Mit diesem Ansatz grenzt sich der Portfoliomanager unter anderem von Smart-Beta-ETFs ab, die seit einigen Jahren ebenfalls Momentum-Ansätze bieten. „Neben dem fundierten Modell der relativen Stärke zeichnet den Bicheler Konzeptfonds unter anderem seine Flexibilität aus. Während ETFs und auch viele reine Aktienfonds immer vollständig investiert sind, passt sich unser Ansatz den Marktbedingungen an“, erklärt Bicheler. Dies würde sich insbesondere während großer Krisen, wie sie die Aktienmärkte zwischen 2000 und2003 sowie 2008 gesehen haben, auszahlen. „Vor den größten Kurseinbrüchen während der Finanzkrise hätte der Bicheler Konzeptfonds seinen Aktienanteil deutlich reduziert und wäre im späteren Verlauf überhaupt nicht investiert gewesen“, betont der Fondsberater.

Während der ersten Monate seines Bestehens gelang dem Konzeptfonds eine erfreuliche Entwicklung. Maßgeblichen Anteil hatten Titel aus den Bereichen Halbleiter und Gesundheitswesen. „Insbesondere Nebenwerte wie Siltronic oder auch Heska konnten seit Bestehen des Fonds herausragende Ergebnisse erzielen. Aber auch Washtec oder bet-at-home unterstreichen, dass unser Ansatz geeignet ist, dynamische Aktien zu identifizieren“, freut sich Bicheler. Einen Schwerpunkt sieht der Portfoliomanager bei kleineren und mittleren Unternehmen mit einer Marktkapitalisierung über 100 Millionen Euro. Dies sei dem Umstand geschuldet, dass diese Titel in der Regel eine größere Dynamik aufweisen als Standardwerte.

„Geduld und Vertrauen werden sich auszahlen“

Beim Blick in die Zukunft zeigt sich Bicheler optimistisch: „Unsere Signale deuten derzeit nicht auf einen Stimmungswechsel an den Börsen hin. Die Rally an den Märkten steht noch immer auf einem breiten Fundament.“ Trotz des positiven Ausblicks stellt der Fondsberater klar, dass eine konsequente Umsetzung seiner Anlagestrategie entscheidend für den langfristigen Erfolg ist. „Wenn Anleger Geduld und Vertrauen mitbringen, wird sich ein Engagement in den Bicheler Konzeptfonds langfristig auszahlen“, betont Bicheler, der selbst in seinen Fonds investiert hat. Bis Ende des Jahres soll das Fondsvermögen auf mindestens zehn Millionen Euro anwachsen.

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AUTOR Nico Popp