8 Events in den nächsten 7 Tagen
  • Hier können Sie bis zu 6 Fonds vergleichen
  • Dr. Jens Bies (Skalis): Kommt jetzt die Zinswendein Europa?
Pressemitteilung

Jyske Invest: Renditeüberblick März 2017

Donald Trump ist erneut gescheitert, die amerikanische Zentralbank (Fed) hob die Zinsen an und die Politik bestimmte in Europa die Schlagzeilen: Lesen Sie das Wichtigste für den Monat März im Renditeüberblick von Jyske Invest.
© Asset Standard GmbH

Neues

Donald Trumps Versuch, ObamaCare abzuwickeln, ist gescheitert

  • Der vergebliche Versuch des US-Präsidenten Donald Trump, die Gesundheitsreform des ehemaligen Präsidenten Barack Obama rückgängig zu machen, ist die größte Niederlage seit der Ablehnung seines Erlasses über ein Einreiseverbot. Im Gegensatz zum Einreiseverbot erforderte eine Änderung der Gesundheitsreform eine Genehmigung seitens des Kongresses – und Donald Trump musste erkennen, dass in seinen eigenen Reihen große Uneinigkeit herrschte, und dass seine versprochene Rückgängigmachung der Gesundheitsreform Schiffbruch erleiden musste. Der Versuch verbreitete den Eindruck politischen Machwerks und löste an den Finanzmärkten Besorgnis aus. Auf der anderen Seite waren eine Reihe von Besprechungen zwischen amerikanischen Ministern und deren Amtskollegen im Allgemeinen von größerem Entgegenkommen seitens der USA geprägt, als dies erwartet worden war, und dies dämpfte die Besorgnis.

Die amerikanische Zentralbank (Fed) hob die Zinsen an

  • Genau wie man es an den Finanzmärkten erwartet hatte, hob die Federal Reserve die Zinsen um 25 Basispunkte auf 0,75-1,00 % an und entsprach damit den klaren Meldungen, die in der letzten Zeit von einer Reihe von Fed-Mitgliedern verlauteten. Die zukunftsgerichteten Signale waren noch interessanter, und hier war die Fed sehr gedämpft. Die Fed erhöhte die Zinserwartungen nur marginal, und die Zentralbankchefin, Janet Yellen, hob auch hervor, dass der Gleichgewichtszins recht niedrig sei, weshalb kein so großer Bedarf daran bestehe, die Zinsen stark anzuheben.

Die Politik bestimmte in Europa die Schlagzeilen

  • Die Finanzmärkte in Europa mussten sich im März zu vielen politischen Ereignissen verhalten. Dies waren nicht zuletzt die Nachrichten über Meinungsumfragen und Ergebnisse der verschiedenen nationalen Wahlen sowie Großbritanniens offizielles Gesuch bezüglich des Austritts aus der EU. In Holland gelang der rechtsnationalistischen Partei unter der Führung von Geert Wilders kein so großer Vormarsch, wie man auf der Grundlage der Meinungsumfragen vorhergesagt hatte. In Frankreich wird der rechtsnationalistischen Marine Le Pen weiterhin ein Sieg in der ersten Runde vorhergesagt, ein Sieg in der zweiten Runde jedoch steht nicht in den Sternen. Großbritanniens offizielles Gesuch bezüglich des Austritts aus der EU kam wie erwartet.

Positive Nachrichten von den Emerging Markets weltweit

  • Die jüngsten Wirtschaftsdaten aus China deuteten darauf hin, dass das BIP-Wachstum im ersten Quartal bei etwas unter 7 % aufrechterhalten wurde, und die Botschaft des Volkskongresses bestätigte den Wunsch nach Stabilität. In Indien hatte man den Lokalwahlen mit Spannung entgegengesehen, nachdem Premierminister Narendra Modi die am meisten benutzten Geldscheine annulliert hatte, um der Schwarzwirtschaft beizukommen. Die Lokalwahlen zeigten jedoch, dass Modi Unterstützung genießt, und dies wurde positiv aufgenommen. Der südkoreanische Präsident wurde aus seinem Amt enthoben, nachdem ihn das Verfassungsgericht in Bezug auf eine Reihe Gesetzwidrigkeiten für schuldig befunden hatte. Für Korea war dies positiv, da jetzt Aussicht auf eine neue Führung und eine expansive Finanzpolitik besteht.

Marktrendite

Der Optimismus bekam einen Knacks im Kielwasser des vergeblichen Versuchs von Trump, ObamaCare rückgängig zu machen

  • Die positive Stimmung an den Aktienmärkten verdüsterte sich ein wenig, nachdem es Donald Trump nicht gelungen war, sich hinsichtlich der Rückgängigmachung von OmamaCare die Unterstützung des Kongresses zu sichern. Die Märkte waren jedoch geteilt. Auf der einen Seite signalisierte die Niederlage, dass Trump mit seinen vielen Plänen vor Herausforderungen steht. Auf der anderen Seite bedeutete sie, dass der Fokus jetzt auf eine amerikanische Steuerreform gerichtet ist, die den Unternehmen einen starken Rückhalt bieten kann. Der Rückgang an den Märkten war deshalb nur von kurzer Dauer, und der Monat März endete in den USA in etwa unverändert. Die Aktienmärkte der Welt beendeten den Monat insgesamt mit einem Plus von 0,61 %, wobei Europa und die Emerging Markets die Triebkräfte dieser Entwicklung waren. Die europäischen Aktien profitierten von starken Konjunkturbarometern und von einer geringeren politischen Besorgnis, nachdem die Wahl in Holland schwächere nationalistische Tendenzen als befürchtet signalisiert hatte.

Spekulation mit einer frühen Zinserhöhung vonseiten der EZB

  • Im März gab es an den Rentenmärkten relativ große Schwankungen. Die Zinsen einer 10-jährigen Staatsanleihe betrug zum Ende des Monats etwa 0,6 % gegenüber 0,5 % zu Beginn des Monats. Im Laufe des Monats erreichten die Zinsen jedoch einen Höchstwert von 0,75 %. Die US-Zentralbank hob zu Beginn des Monats die Zinsen um 0,25 Prozentpunkte an, was im Großen und Ganzen der Markterwartung entsprach. Eine wesentliche Ursache für das steigende Zinsniveau zu Beginn des Monats waren die Spekulationen darüber, ob eine eventuelle Zinserhöhung durch die EZB bereits in diesem Jahr vorgenommen werden würde. Sie Spekulationen wurden von der EZB jedoch zurückgewiesen. Die Renditen der dänischen Anleihen waren gemischt. Die kündbaren Anleihen erzielten typischerweise positive Renditen, während alle Staatsanleihen negative Renditen verzeichneten.
  • Die Unternehmensanleihen litten im März unter den steigenden Zinsen für Staatsanleihen und erzielten deshalb typischerweise negative Renditen. Anleihen von Unternehmen der Bereiche Finanz und Versicherungen schnitten am besten ab, da hohe Zinsen die Erträge der meisten Finanzunternehmen unterstützen.
  • Trotz der steigenden Zinsen für traditionelle Staatsanleihen erzielten die Anleihen der Emerging Markets positive Renditen. Die Anleger hatten ihren Fokus früher vor allem auf die Begebungen in Kernwährung gerichtet, im März hingegen war auch das Interesse an Begebungen in Lokalwährung, bei denen die Rendite bei etwa 1,5 % lag, groß. Die Ursache für die erhöhte Nachfrage nach Anleihen der Emerging Markets liegt nach unserer Einschätzung in den guten Wachstumsdaten aus China, was auch für mehrere andere Emerging Markets-Länder gilt. Gleichzeitig werden die Emerging Markets als eine interessante Alternative zu den sehr niedrigen Zinsen in Europa gesehen.