Mischfonds Aktien & Anleihen.
Gute Performance und kaum Rückschläge — kein Wunder, dass der flexible Mischfonds ACATIS GANÉ VALUE EVENT immer mehr Anleger findet und mittlerweile 1,2 Milliarden schwer ist. €uro sprach mit Fondsmanager Henrik Muhle über seine bisherige Erfolgsstrategie.
€uro: Herr Muhle, Ihr Fonds fällt in Stressphasen bisher kaum, obwohl Sie keine Derivate zur Absicherung nutzen. Wie schaffen Sie das?
Hendrik Muhle: Wir managen unseren Kassenanteil sehr aktiv und sind bisher bei den größeren Rückschlägen wie im Jahr 2011 mit viel Cash und relativ niedriger Aktienquote gut durchgekommen und konnten dann oft antizyklisch einkaufen.
In diesem Jahr war das für Sie jedoch schwieriger.
Es ist richtig, dass wir mit fast 60 Prozent Aktienquote ins Jahr gegangen sind und im Januar und Februar etwas Federn lassen mussten. Wichtig ist aber, dass wir im Vergleich zum Gesamtmarkt unseren Verlust erneut deutlich reduzieren konnten. Heute beträgt unsere Aktienquote 71 Prozent.
Wann entscheiden Sie denn rauszugehen?
Am Ende ist es eine diskretionäre Entscheidung des Fondsmanagements. Aber natürlich gibt es messbare Anzeichen dafür, ob ein Markt teuer ist oder nicht.
Zum Beispiel?
Wenn die Anzahl der Aktien, bei denen wir Renditen von über zehn Prozent pro Jahr erwarten, unter eine gewisse Schwelle fällt, ist das ein guter Indikator.
Wie funktioniert das Scoring-Modell, das Sie bei der Auswahl der Aktien nutzen?
Wir untersuchen qualitative und quantitative Faktoren aus vier Bereichen, die uns für die Beurteilung der Attraktivität eines Investments wichtig sind. Für jeden Faktor vergeben wir Punkte. Am Ende kommt ein Ranking zustande, sodass wir alle Investmentideen miteinander vergleichen können.
Können Sie uns dafür ein Beispiel geben?
Im Bereich „Business“ wäre ein ganz einfacher Faktor die Verständlichkeit des Geschäftsmodells. Ist es für uns leicht zu verstehen, gibt das Punkte. Ist ein Geschäftsmodell kompliziert und seine Zukunftsfähigkeit daher schwer zu prognostizieren, gibt es keinen Punkt.
Kaufen Sie strikt nach diesem Modell?
Man darf dabei nicht zu modellgläubig sein. Ein Modell ist immer nur ein vereinfachtes Abbild der Realität. Die Checkliste hilft uns aber enorm. Denn jedes Investment muss sich für das Portfolio qualifizieren. Und dabei müssen wir systematisch vorgehen, auch wenn es bei der Beurteilung einzelner Faktoren durchaus subjektive Herangehensweisen gibt.
Was auffällt: Sie halten keine Staatsanleihen, um das Aktienrisiko zu diversifizieren.
Richtig. Hier suchen wir gezielt Opportunitäten im Unternehmenssektor. Bisher hatten wir beispielsweise mit Nachranganleihen von Finanzinstituten viel Erfolg. Einige von diesen Anleihen werden im Zuge der stärkeren Regulierung für Banken und Versicherungen immer unattraktiver und uns gegen einen Aufschlag abgekauft.
Und wenn es mal keine Opportunitäten geben sollte?
Dann warten wir so lange, bis es wieder welche gibt.
Interview: Lucas Vogel
Ganz Deutschland in einem Fonds
Aktienfonds Deutschland Nebenwerte.
Norddeutsch ja, unterkühlt — auf keinen Fall. Wenn Frank Lübberstedt über seine Arbeit redet, merkt man sofort, wie begeistert er davon ist, nach Aktien für den ACATIS AKTIEN DEUTSCHLAND ELM zu suchen. „Da wir einen echten All-Cap-Ansatz haben, können wir aus dem Vollen schöpfen und uns bei großen Namen und kleinen Weltmarktführern bedienen“, sagt der in Lübeck arbeitende Fondsberater. Zwischen 20 und 25 Prozent des Fonds sind in DAX-Werten investiert, circa 30 Prozent machen in der Regel mittelgroße Unternehmen aus. Den Rest investiert Lübberstedt am liebsten in kleine Unternehmen aus dem SDAX oder Prime Standard. Die langfristig gute Wertentwicklung des Fonds begründet der überzeugte Stockpicker mit dem Ansatz, nur nach fairen Bewertungen zu suchen. So „schaffen es sehr teure Aktien, wie zum Beispiel die Deutsche Bank vor der Finanzkrise“, nie in unser Portfolio. Meist besteht dies zu 50 Prozent aus Firmen mit stetigen Geschäftsmodellen, zu 30 Prozent aus Unternehmen mit temporären Problemen und zu 20 Prozent aus echten Value-Aktien und TurnaroundIdeen. Aktuell sieht Lübberstedt bei der Deutschen Bank eine solche Chance auf einen Trendwechsel.
€uro-Fazit: Fonds mit echtem All-CapAnsatz und erfahrenem Management.