Dag Rodewald ist Leiter UBS ETF Deutschland & Österreich bei Global Asset Management, UBS Deutschland AG, in Frankfurt/Main. Er verfügt über mehr als 19 Jahre Erfahrung an den Finanzmärkten. Vor seinem Eintritt bei UBS ETFs im Jahr 2013 war er für verschiedene internationale Investmentbanken tätig, zuletzt als Leiter des Sales Trading bei der Commerzbank. Dag Rodewald ist Diplom-Volkswirt und hat an den Universitäten in Heidelberg und Regensburg sowie der Vanderbilt University in Nashville, Tennessee, studiert.
Herr Rodewald, in der Schweiz sind währungsgesicherte ETFs derzeit sehr gefragt. Wie sieht es in Deutschland aus?
Sehr ähnlich. Die Nachfrage der Investoren nach ETFs mit Währungssicherung ist auch hierzulande hoch. Das liegt daran, dass die Herausforderungen für Investoren in beiden Ländern zwar nicht identisch sind, aber eben doch durch das gleiche gesamtwirtschaftliche Umfeld geprägt werden: Praktisch jede wichtige Währung hat seit der Finanzkrise eine deutliche Schwächephase erlebt. Es begann mit dem US-Dollar und dem Britischen Pfund, die in Folge der extrem lockeren Geldpolitik in den USA und in Großbritannien abwerteten, setzte sich in Japan fort und ging weiter bis zur jüngsten Abwertung des chinesischen Renminbi. Investoren aus der Eurozone waren während all dieser Zeit großen Schwankungen ausgesetzt - zunächst gewann der Euro deutlich an Wert, zuletzt sank er wieder. Verständlich also, dass viele Investoren ihre Portfolios gegen die daraus resultierenden Kursschwankungen absichern und somit die Volatilität ihrer Gesamterträge deutlich reduzieren wollen. Wir haben die Relevanz des Themas früh erkannt und bieten Investoren seit gut zwei Jahren eine breite Palette an währungsgesicherten ETFs an.
Seit wann sind solche Produkte an Xetra gelistet und welche Rolle nimmt UBS ETF dabei ein?
Wir haben im Jahr 2013 währungsgesicherte ETFs auf die Aktienindizes MSCI USA, MSCI Japan, MSCI EMU, MSCI UK, MSCI Switzerland, MSCI Canada und MSCI Australia auf Xetra gelistet. Damit gehört UBS zu den Pionieren auf dem Gebiet der währungsgesicherten ETFs.
Wie sieht Ihr aktuelles Angebot aus?
Neben den gerade genannten Produkten bieten wir auch währungsgesicherte ETFs auf die Anleiheindizes US Liquid Corporate (UBS ETF (LU) Barclays US Liquid Corp. UCITS ETF), US Liquid Corporate 1-5 (UBS ETF (LU) Barclays US Liquid Corp. 1-5 UCITS ETF) und Euro Area Liquid Corporate 1-5 (UBS ETF (LU) Barclays Euro Area Liquid Corp. 1-5 UCITS ETF) an. Im Rohstoffbereich bieten wir sowohl den UBS ETF Bloomberg Commodity Index SF UCITS ETF als auch den UBS ETF CMCI Composite Index SF UCITS ETF währungsgesichert an. Zudem findet sich das Thema Währungssicherung auch bei dem UBS ETF HFRX Global Hedge Fund Ind. SF UCITS ETF wieder. Das zeigt, mit dem Thema Währungssicherung haben wir uns massgeblich und in allen wichtigen Anlageklassen positioniert.
Planen Sie einen Ausbau der Palette?
Unser Angebot von währungsgesicherten ETFs ist bereits sehr umfangreich, sowohl auf der Aktienseite als auch auf der Anleiheseite. Da das Thema Absicherung von Währungsrisiken und die damit einhergehende Reduzierung der Volatilität der Gesamterträge auch in Zukunft ein zentrales Thema sein wird, werden wir die Palette währungsgesicherter ETFs nach und nach weiter ausbauen. Dabei geht es aber nicht um Erweiterungen um der reinen Produktanzahl Willen, sondern immer zuerst um die Bedürfnisse der Investoren: Wenn unsere Kunden eine bestimmte Möglichkeit zur Währungssicherung benötigen, dann ist es unser Ehrgeiz, diese zu liefern.
Müssen Investoren auf etwas Spezielles achten oder sind währungsgesicherte ETFs einfach zu verstehen?
ETFs mit Währungssicherung sind transparent und verständlich aufgebaut. Dennoch gibt es einige Besonderheiten, die Investoren beachten sollten. So werden UBS ETFs einmal im Monat mithilfe von Fremdwährungs-Forwards, also Terminkontrakten, gegen Wechselkursschwankungen abgesichert. Der gesicherte Gegenwert bleibt somit über den gesamten Monat konstant. Das bedeutet, dass nach Kursanstiegen ein - in der Regel kleiner - Teil des ETF-Vermögens Währungsrisiken unterliegen kann. Andererseits wäre eine Absicherung auf täglicher Basis möglich. Der Tracking Error würde durch die tägliche Absicherung einerseits reduziert werden, andererseits würden die Absicherungskosten dadurch deutlich ansteigen. Daher halten wir die monatliche Absicherung für einen optimalen Kompromiss zwischen Kosteneffizienz und hohem Absicherungsgrad... (Lesen Sie hier das vollständige Interview: http://www.fundplat.com/DE/ETFs/Interviews/2015/09/Dag_Rodewald.php)