September 2026 -
Die Sorgen um den anhaltenden Irankrieg, die unklare politische Lage in Europa und die damit verbundenen steigenden Zinsen am Anleihenmarkt belasten derzeit die Aktienmärkte.
10-jährige US-Treasuries notieren erstmals seit 2007 wieder über 5%
Wie wir seit 2 Jahren betonen, ist dieses Niveau ein Warnsignal für den Aktienmarkt, denn Bullenmärkte sterben nicht primär an ihrer Länge oder der Höhe der Bewertung, sondern weil sie von Notenbanken und Anleihenmärkten durch einen Zinsanstieg „gekillt“ werden.
Die Herausforderung dabei: Jeder Bullenmarkt basiert auf anderen Treibern und reagiert unterschiedlich empfindlich auf steigende Zinsen. Unbestritten ist, dass steigende Zinsen irgendwann für alle ein Problem werden: Für Unternehmen, weil die Finanzierung ihrer Projekte (zu) teuer wird, für den Immobilienmarkt, weil Käufer sich die Zinsen nicht mehr leisten können und für den Aktienmarkt, weil Investoren damit zunehmend Anlagealternativen geboten bekommen. Auch wenn Notenbanken eigentlich nur das kurze Ende der Zinsstrukturkurve beeinflussen können, ziehen die langlaufenden Bereiche typischerweise mehr oder weniger mit (QE und sonstige Manipulationen“ des Zinsniveaus durch die Notenbanken bleiben an dieser Stelle außen vor).
Aber nicht jeder Zinsanstieg ist per se negativ für den Aktienmarkt. Er kann auch dynamisches Wirtschaftswachstum und eine hohe Investitionsnachfrage signalisieren. Zwar steigen dadurch die Rentabilitätshürden für Investitionen, zugleich verhindert ein höheres Zinsniveau, dass in einem euphorischen Umfeld zu optimistisch kalkulierte Projekte finanziert werden, die sich bei normalisierten Wachstumsbedingungen als unrentabel erweisen.
Ein Beispiel für einen negativen Grund lag während der Eurokrise vor:
Wenn Anleger befürchten, dass ein Land seine Schulden nicht bedienen kann, verlangen sie eine höhere Risikoprämie – und damit höhere Zinsen. Ähnliches gilt, wenn der Staatshaushalt aus dem Ruder läuft und Investoren – abhängig von der Währungskonstruktion – einen Zahlungsausfall oder stark steigende Inflation befürchten.
Dies sind nur ausgewählte Beispiele, denn die Höhe des Zinssatzes wird von zahlreichen weiteren Faktoren beeinflusst. Entscheidend ist, dass sich aus einem Anstieg oder Rückgang keine automatischen Aussagen über die Wirkung dieser Bewegung auf die Aktienmärkte ableiten lassen.
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