03.09.2026 -
Nach dem russischen Angriff auf die Ukraine 2022 waren die Gaspreise vor vier Jahren durch die Decke gegangen. Jetzt belastet der Konflikt um die weitgehend gesperrte Straße von Hormus erneut die Energiemärkte. Steuern wir mittel- bis langfristig auf eine Dauerkrise mit hohen Preisen zu? – Gas hat in Deutschland eine fundamentale Bedeutung für die Energieversorgung. Ende August waren die Gasspeicher in Deutschland jedoch nur zu 53 Prozent gefüllt. Die gesetzlich vorgeschriebenen Ziele für den 1. November liegen bei 70 bis 80 Prozent. Warum ist der deutsche Füllstand deutlich niedriger als in anderen europäischen Ländern wie Frankreich oder Italien? Und wer trägt die finanziellen Risiken, falls in den kommenden Wochen massiv zusätzliches Gas zu höheren Preisen eingespeichert werden muss? – Könnte das Risiko von Versorgungsengpässen am Ende eines kalten Winters dazu führen, dass Gas wie im Jahr 2022 dann kurzfristig zu extrem hohen Preisen auf dem Weltmarkt eingekauft werden muss? Wie hoch ist das Risiko einer erneuten Gaspreiskrise, bei der die Preise für Industrie und Haushalte im Winter noch einmal drastisch ansteigen könnten? – Erdgas gilt als der emissionsärmste unter den fossilen Energieträgern, soll aber im Rahmen der langfristigen Energiewende ebenfalls nahezu vollständig ersetzt werden. Braucht Deutschland für die Übergangszeit eine nationale Gasstrategie? Welche Rolle können die heimischen Erdgasvorräte dabei spielen? Und wäre die Erschließung von Schiefergas durch Fracking ein umwelt- und klimapolitisch sinnvolles oder ein falsches Signal? – Schließlich: Die Sicherstellung einer bezahlbaren und verlässlichen Energieversorgung für Haushalte und Industrie ist eine der drängendsten Aufgaben staatlichen Handelns. Unternimmt die deutsche Politik derzeit genug, um dies zu akzeptablen Preisen zu gewährleisten?