Am Morgen des 28. Februar haben Israel und die USA den Iran angegriffen. Durch die Kampfhandlungen ist die Straße von Hormus für die Schifffahrt faktisch geschlossen. Durch diese Meerenge verläuft der Schiffsverkehr zu den Öl- und Gashäfen von Ländern wie Iran, Saudi-Arabien, Irak, Kuwait, Katar, Bahrain und den Vereinigten Arabischen Emiraten. Rund 30% des weltweiten Ölvolumens, das via Tanker transportiert wird, sowie 20% des weltweiten LNG-Volumens fällt damit temporär aus. In der Folge stiegen die Ölpreise (Sorte Brent) vom 27.02. bis 06.03. um rund 26%, Gas (Netherland TTF Natural Gas Forward 1M) im gleichen Zeitraum um rund 68%.
Was bedeutet das für den Anleihenmarkt?
Energie (Strom, Gas, Heizöl, Kraftstoffe) hat am Inflationswarenkorb in Deutschland einen Anteil von rund 9%. Ohne Strom sind es rund 6%. Steigen Öl- und Gaspreise um 10%, auf ein Jahr gesehen, steigt die Inflation um rund 0,6%. Bei den oben aufgeführten Preissteigerungen (im Mittel 44%) würde dies einen Inflationsschub von 2,6% bedeuten. Allerdings ist dies ein fiktives Rechenspiel. Keiner von uns weiß, wie lange der Krieg dauert und wie hoch die Preise noch steigen werden bzw. wie lange sie auf diesem Niveau verharren könnten. Der Markt beginnt allerdings, die Inflationserwartungen Tag für Tag nach oben zu setzen. Dies hat wiederum Auswirkungen auf die Renditen der Anleihen. Zum einen wird ein höherer Inflationsausgleich eingepreist, zum anderen rechnet man mit potenziellen Reaktionen der Zentralbanken.
In der Folge stiegen die Renditen gerade am kurzen Ende der Zinskurve spürbar an, wie die nachfolgende Grafik zeigt. Die Renditen der 2-jährigen Bundesanleihen stiegen vom 27.02. bis 06.03. um 22 Basispunkte (BP), die der 10-jährigen um rund 16 BP. Dass gerade das kurze Ende stärker ansteigt, erscheint logisch, da der bisherige Anstieg der Inflationserwartungen sich aktuell noch auf die kurze Frist bezieht. Zweitrundeneffekte werden bisher aufgrund der unklaren Dauer der Krise nur zu einem geringen Teil berücksichtigt.
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