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Marktkommentar

DJE: Marktausblick Februar 2026

© DJE Kapital AG

06.02.2026 - 

Defensive Titel und Industrie gewinnen an Bedeutung

Die Autoren: Das Strategie-Team von DJE beobachtet und bewertet die Märkte laufend anhand der hauseigenen FMM-Methode nach fundamentalen, monetären und markttechnischen Kriterien.

Der Jahresstart an den Börsen verlief insgesamt positiv. Der globale Aktienmarkt zeigte eine leicht aufwärtsgerichtete Dynamik. Dabei entwickelten sich die europäischen Aktienmärkte zu Jahresbeginn besser als die US-Märkte. Auch der japanische Markt präsentierte sich vergleichsweise stark. 

Auf Sektorenebene waren im letzten Monat weltweit vor allem Titel aus den Bereichen Energie, Rohstoffe und Industrie gefragt, während Technologie und zyklischer Konsum schwächer tendierten. In Europa zählten im Januar besonders Rohstoff-, Energie-, Versorger- und Industrieaktien zu den stärkeren Segmenten, während sich Medien-, Versicherungs- und Automobiltitel schwächer entwickelten.

Mit Blick auf den März bleiben wir für die Märkte grundsätzlich konstruktiv gestimmt. Auf Basis des FMM-Modells könnte die Gewinnentwicklung an den Aktienmärkten für ein insgesamt positives Aktienjahr sorgen. Die Frühindikatoren verbessern sich und monetäre wie fiskalische Impulse wirken sich stützend auf die globale Konjunktur aus. Dennoch könnte sowohl im Februar als auch in den kommenden Monaten eine höhere Volatilität eintreten. 

Weiterhin aussichtsreich erscheint der europäische Industriesektor, auch defensive Sektoren wie Telekommunikation oder Basiskonsumgüter sind gut für das Umfeld aufgestellt, ebenso wie Landwirtschaftsunternehmen. Als mögliche Beimischungen bleiben weiterhin Gold und Emerging Markets interessant. Im Anleihebereich liegt der Schwerpunkt auf mittleren Laufzeiten. Für die weitere Entwicklung des US-Dollars erscheint eine Seitwärtsbewegung am wahrscheinlichsten. 

Chancen, die wir sehen: 

  • Mögliche positive Konjunkturentwicklung: Eine Konjunkturbelebung erscheint 2026 weiterhin realistisch. In den meisten OECD-Ländern (außer China) verbessern sich die Frühindikatoren, was auf eine stabilisierte Konjunktur hinweist. Zusätzlich bessern sich die globalen Finanzierungsbedingungen, was sich positiv auf den Industriesektor auswirken könnte.
  • Defensive Sektoren: Gegenüber Wachstumsaktien befinden sich Value-Aktien auf einem mehrjährigen Tiefstand. Globale Investoren sind im Value-Segment zudem untergewichtet. Gleichzeitig mehren sich die Anzeichen einer Stabilisierung; der Telekommunikationssektor kann etwa mit stabilen Gewinnen und hohen freien Cashflow-Renditen aufwarten. Stützend auf den privaten Konsum in den USA könnten außerdem hohe erwartete Steuerrückzahlungen wirken. 
  • Europäische und skandinavische Industriewerte: Höhere Investitionen in den Bereichen Bergbau, Automatisierung, Stromnetz-Infrastruktur und Robotik könnten sich weiterhin positiv auf die europäische Industrie auswirken. Zusätzlich sind europäische Industriewerte günstiger bewertet als ihre US-Pendants. 
  • Ausgewählte Schwellenländer: Schwellenländer und -regionen, wie China, Mexiko oder Lateinamerika bieten weiterhin selektive Chancen. Ein im mittelfristigen Vergleich schwächerer US-Dollar, weitere US-Zinssenkungen und zusätzliche Lockerungen auf monetärer Ebene könnten weitere Chancen bei Schwellenländern eröffnen.
  • Agraraktien: Preise für Öl und Gas haben sich seit Jahresbeginn normalisiert, was sich oft auch auf die Entwicklung der Agrarpreise auswirkt. Globale Investoren sind tendenziell untergewichtet, obwohl sich die relative Stärke des Agrarsektors zuletzt verbessert hat.

Risiken, die wir beobachten:

  • Kapitalbedarf der Wirtschaft und Liquiditätsrisiko aus IPOs: Die massiven Investitionen im US-Technologiesektor gehen noch immer mit einem hohen Kapitalbedarf einher, der sich auf die Liquidität an den Märkten auswirkt. Die im laufenden Jahr potenziell anstehenden Börsenemissionen von OpenAI oder Anthropic dürften die Liquiditätssituation ab dem zweiten Halbjahr zusätzlich verschärfen.
  • Neuer designierter US-Notenbankchef Kevin Warsh: Der designierte Präsident der Federal Reserve Kevin Warsh gilt als konservativ bei der Geldpolitik. So hat er sich gegen eine Ausweitung der Notenbankbilanzsumme ausgesprochen. Eine Fed-Präsidentschaft von Warsh könnte mit geringerer Liquidität seitens der Notenbank einhergehen.
  • Zinssituation in Japan: Noch immer könnten die steigenden Zinsen in Japan eine Belastung für den Staatshaushalt darstellen und zu Unsicherheit und Verwerfungen führen. Die Zinsdifferenz zwischen US-amerikanischen und japanischen Staatsanleihen hat stark abgenommen, was sich im Jahresverlauf auf die Stärke des japanischen Yen auswirken könnte. Ein aufwertender Yen bei steigenden Zinsen könnte ein Ende des Carry Trades verursachen und zu Abverkäufen bei US-amerikanischen Tech- und Risikoaktien führen sowie die globale Liquidität belasten.
  • Entwicklung der KI-Investitionen: Die weitere Entwicklung von KI-Investitionen sowie die Monetarisierung von KI bleiben ein zentrales Risiko für 2026. Sollte sich abzeichnen, dass überinvestiert wurde und die Rentabilität dieser Investitionen mangelhaft ist, würde dies die globalen Kapitalmärkte erheblich belasten.
  • Fehlende Dynamik im DAX: Der Jahresstart verlief für den deutschen Aktienindex weniger dynamisch als 2025. Bewertungstechnisch befindet sich der DAX bei Kennzahlen wie Kurs-Buchwert oder Kurs-Umsatz am Hochpunkt, was sich negativ auf die weitere Kursentwicklung auswirken könnte.

 

 

Rechtliche Hinweise

Marketing-Anzeige: Alle hier veröffentlichten Angaben dienen ausschließlich Ihrer Information und stellen keine Anlageberatung oder sonstige Empfehlung dar. Die in diesem Dokument enthaltenen Aussagen geben die aktuelle Einschätzung der DJE Kapital AG wieder. Diese können sich jederzeit, ohne vorherige Ankündigung, ändern. Alle getroffenen Angaben sind mit Sorgfalt entsprechend dem Kenntnisstand zum Zeitpunkt der Erstellung gemacht worden. Für die Richtigkeit und Vollständigkeit kann jedoch keine Gewähr und keine Haftung übernommen werden. 


 

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