Das Gespräch führte Markus Deselaers (Das Investment).
Wie ist Ihr Fazit zur funds excellence 2015?
Klaus-Dieter Erdmann: Gut. Wir haben viele positive Rückmeldungen erhalten und freuen uns über das Lob. Vor allem die Qualität der Veranstaltung, die Auswahl der Aussteller nach strikten Leistungskriterien und nicht nach Größe des Marketingbudgets kam gut an. Auch die Vorträge und Podiumsdiskussionen fanden ein sehr positives Echo.
Welche Themen und Fragen wurden auf der diesjährigen Veranstaltung denn am meisten diskutiert?
Erdmann: Es wurden vor allem das wirtschaftspolitische Umfeld im Hinblick auf Griechenland erörtert sowie viele Diskussionen zum aktuellen Niedrigzinsumfeld geführt. Darüber hinaus setzten sich viele Gespräche mit der Zukunft der Anlageberatung, den großen Trends auf den Finanzmärkten sowie dem Thema Nachhaltigkeit in der Geldanlage auseinander, welches in diesem Jahr im Fokus des Forums Philanthropie stand.
Sie haben bei der funds excellence eine Arbeitsgemeinschaft ins Leben gerufen, die sich mit Standards und Transparenz bei Fonds-Vermögensverwaltungen beschäftigen will. Was ist der Hintergrund?
Erdmann: Es kommen immer mehr Vermögensverwaltungen auf Fondsbasis auf den Markt, doch ist es nur sehr eingeschränkt möglich, diese miteinander zu vergleichen. Es existieren beispielsweise keine einheitlichen Factsheets, keine standardisierten Renditeberechnungen und auch keine KIIDs wie im etablierten Fondsmarkt. Hier wollen wir in Zusammenarbeit mit den Anbietern für mehr Durchblick sorgen.
Auch wird die Kostenquote an der einen oder anderen Stelle sicherlich zum Thema werden.
Erdmann: Ja, hier gibt es an einigen Stellen gravierenden Wildwuchs. Die dagegenstehende Leistung ist nicht immer kostenadäquat. Bei manchen Angeboten hat man den Eindruck, dass es nur um den Erhalt von Provisionseinnahmen für die Beteiligten geht. Unser Ziel ist es, die Leistung der Vermögensverwalter beziehungsweise Asset-Manager erkennbar zu machen. Hierzu sind Transparenz über die Produkte und auch einheitliche Standards für die Aggregierung und Segmentierung der Zielinvestments sowie der Berechnung von adäquaten Kennzahlen erforderlich. Dies wollen wir in dem Arbeitskreis angehen.
Wer sind neben MMD die Mitstreiter?
Erdmann: Auf Anbieter- beziehungsweise Abwicklerseite sind es AAB, FFB, ebase sowie Metzler und DJE. Der Kreis wird sich noch erweitern. Auf Seiten von AssetStandard sind alle drei Partner in dem Projekt vertreten. vwd liefert den Zugang und die Infrastruktur für die Verarbeitung, FinanceBase stellt die Fundamental- und Stammdaten bereit und MMD ist zuständig für die Kategorisierung und Pflege der Daten sowie die quantitative Analyse. Mit der Software "portfolio manager" besitzt vwd darüber hinaus bei den Vermögensverwaltungen einen Marktanteil von 60 bis 70 Prozent. So können wir als Fernziel auch die Analyse und Vergleichbarkeit der individuellen Vermögensverwaltung ansteuern. Als Nahziel wollen wir die Datenbasis zu fondsgebundenen Vermögensverwaltungen innerhalb eines Jahres so weit bringen, dass rund 80 Prozent von ihnen auf assetstandard.com analysiert und mit VV-Fonds verglichen werden können.