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Interview

Thomas Kruse (Amundi): Ausblick 2024 - Freundliche Aussichten für das zweite Halbjahr

© Amundi Asset Management

14.12.2023 - Thomas Kruse, CIO Amundi Deutschland, analysierte beim jüngsten CIO Marktupdate-Call gewohnt routiniert die Situation an den Finanzmärkten. In seinem Ausblick auf das neue Jahr 2024 arbeitete er sowohl künftige Herausforderungen heraus, auf die Anlegerinnen und Anleger aus seiner Sicht achten sollten, als auch möglich Chancen. Denn vor allem im zweiten Halbjahr könnten sich Veränderungen in der Vermögensaufteilung für Investoren als lohnend erweisen.

Momentan bietet sich Kapitalanlegern ein einigermaßen verwirrendes Bild: Wir sehen uneinheitliche Wirtschaftsaussichten, hohe Volatilität, insgesamt verlangsamtes Wachstum, aber auch ein zunehmendes Konjunkturgefälle zwischen Industrie- und Schwellenländern. Dabei herrscht an der Börse gute Stimmung, die Aktienkurse fliegen zu neuen Höhen. Herr Kruse, wie erklärt sich das und was können wir vom neuen Jahr 2024 erwarten?

Ich möchte gerne vorwegnehmen, dass wir für 2024 im ersten Halbjahr an den Märkten durchaus ein paar Wolken aufziehen sehen, bevor dann in der zweiten Hälfte wieder viel Sonne scheinen sollte. Warum, erklärt auch ein Blick zurück: Wegen der vielen Zinsanhebungen in 2022 hatte man mit einem generell schwächeren Wachstum gerechnet und auch mit hartnäckiger Inflation. Durch die hohen Sparrücklagen der US-Konsumenten aus der Coronazeit fiel allerdings die US-Konjunktur bedeutend robuster aus als angenommen. Die vergleichsweise gute Entwicklung der aktuell deutlich rückläufigen Inflationswerte lässt nun die Mehrheit der Marktteilnehmer von einem Ende der Zinserhöhungen der Notenbanken ausgehen. Vielmehr sorgt derzeit die Erwartung baldiger Zinssenkungen für sehr gute Stimmung an den Börsen. Das heißt natürlich nicht, dass es nur noch bergauf geht und sich gleich alle Herausforderungen für das neue Jahr in Luft aufgelöst haben.

Welche sehen Sie da konkret?

Zuallererst die wenig dynamische Konjunktur: Wir erwarten eine leichte Rezession der US-Wirtschaft, eine strukturelle Abschwächung des chinesischen Wachstums und eine stagnierende Wirtschaft in Europa. Nach dem aggressivsten Straffungszyklus der US-Notenbank Fed und anderer Zentralbanken seit vier Jahrzehnten rechnen zwar auch wir nicht mit weiteren Zinserhöhungen. Allerdings sehen wir wegen des kriselnden Immobiliensektors eine Schwäche des langjährigen Wachstumsmotors China und in Folge eine deutliche Fragmentierung der Schwellenländer. Diese wirkt natürlich eher selektiv als negativ und könnte neue Anlagechancen, etwa in Indien und Lateinamerika, eröffnen. Belastend für die Marktstabilität sind wiederum die Verschärfung der Kreditvergabestandards und damit erhöhte Refinanzierungsrisiken für Unternehmen und private Haushalte sowie die geopolitischen Risiken. Insbesondere die Rivalität zwischen China und den USA, oder die Kriege in der Ukraine und Nahost sind hier relevante Faktoren. Insofern dürften die finanziellen Spielräume im neuen Jahr tendenziell erstmal begrenzt bleiben.

Was bedeutet das für Ihren Ausblick auf 2024?

Wir rechnen zum Start des zweiten Halbjahrs mit einer Zinswende bei maßgeblichen Zentralbanken wie der Fed oder der EZB. Das sollte wieder für positivere Impulse bei der Konjunktur sorgen können. Doch das nachhaltige Wachstum bleibt wahrscheinlich wegen weiter schwacher Makrodaten unter Potenzial, auch in den Folgejahren. Aber wir sollten wieder ansteigende Investitionen und stärkeren Konsum sehen, sowie dann für 2025 die Rückkehr der Inflation auf die Zielkorridore der Notenbanken.

Was bedeutet das für Anlegerinnen und Anleger hinsichtlich der Attraktivität einzelner Anlageklassen?

Zuerst sollte man sich darauf einstellen, dass ein sich verändernder Investmentzyklus dynamische Anpassungen in der Vermögensallokation erfordert. Wir beginnen sozusagen das neue Jahr mit einer defensiven Grundausrichtung, das heißt eine Untergewichtung in risikoreichen Anlagen, wie Aktien. Zudem setzen wir im Rentenbereich auf lange Duration (durchschnittliche Kapitalbindungsdauer) und sind für Anleihen im Investment Grade-Sektor (gute Bonität), für Gold und Cash neutral. Dann stellen wir im zweiten Halbjahr sukzessive auf eine risikofreudigere Asset Allokation, etwa selektiv im Aktienbereich, um. Das moderate Risiko eines erneuten Inflationsanstiegs würden wir durch eine zunehmende Ausrichtung auf Rohstoffe absichern.

 

Rechtliche Hinweise: Sofern nicht anders angegeben, stammen alle Informationen in diesem Dokument von Amundi Asset Management und sind aktuell mit Stand 14.12.2023. Die in diesem Dokument vertretenen Einschätzungen der Entwicklung von Wirtschaft und Märkten sind die gegenwärtige Meinung von Amundi Asset Management. Diese Einschätzungen können sich jederzeit aufgrund von Marktentwicklungen oder anderer Faktoren ändern. Es ist nicht gewährleistet, dass sich Länder, Märkte oder Sektoren so entwickeln wie erwartet. Diese Einschätzungen sind nicht als Anlageberatung, Empfehlungen für bestimmte Wertpapiere oder Indikation zum Handel im Auftrag bestimmter Produkte von Amundi Asset Management zu sehen. Es besteht keine Garantie, dass die erörterten Prognosen tatsächlich eintreten oder dass sich diese Entwicklungen fortsetzen.

 

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