Nein, überstürztes Handeln oder gar riskante Investments zu tätigen ist nicht die Sache der französischen Fondsgesellschaft DNCA Finance. Auch wenn, wie derzeit an den Aktienmärkten, die Euphorie wächst und die Kurse steigen. So lautet die Maxime bei den Franzosen: Sicherheit zuerst. „Wir sind defensiv und bleiben es auch in Märkten, die bullish sind", sagt Igor de Maack, einer der Fondsmanager von DNCA Finance.
Kennzeichnend für die Investment Philosophie ist zwar ein aktiver, aber äußerst vorsichtiger Anlagestil. Die drei entscheidenden Prinzipien der Gesellschaft lauten: Prudence, patience, persévérance. Zu Deutsch: Vorsicht, Geduld, Ausdauer. „Das oberste Ziel lautet, kein Geld der Kunden zu verlieren", so de Maack auf die Frage, wie sein Haus mit dem Vermögen der Anleger umgeht. Deshalb werden risikoarme Investments mit niedriger Volatilität und einer mit der Peergroup mindestens vergleichbaren Performance angeboten. Europäische Werte stehen dabei im Fokus. „Wir analysieren alle europäischen Unternehmen und entscheiden dann, ob wir in Aktien, Unternehmens- oder Wandelanleihen investieren", so de Maack. Staatsanleihen spielen so gut wie keine Rolle. „Unternehmen sind viel transparenter. Es ist schwierig zu analysieren, ob etwa Griechenland tatsächlich seine Schulden zurückzahlen kann", begründet DNCA-Anleihenexperte Philippe Champigneulle.
CEO und Leiter des Fondsmanagements der 2000 gegründeten Fondsboutique ist Jean-Charles Mériaux. Seit 2008 sind die Franzosen auf dem deutschen Markt. Hierzulande noch eher ein Geheimtipp, ist die Gesellschaft in ihrem Heimatmarkt Frankreich mit einem verwalteten Vermögen von rund 5 Milliarden Euro eine feste und erfolgreiche Größe. Hauptkonkurrent dort ist Carmignac, in Deutschland bekannt durch seine Flaggschiffe Patrimoine und Investissement.
Verzicht auf schnellen Profit
„Unsere Fonds sind leicht zu verstehen", nennt de Maack einen weiteren Pluspunkt und verweist auf die Zusammenstellung der vermögensverwaltenden Portfolios bei DNCA Finance mit transparenten und liquiden Vermögensklassen, also Aktien, Anleihen und Währungen. Komplexe Produkte mit hohem Ausfallrisiko haben darin nichts zu suchen.
„Wir verzichten komplett auf derivative Produkte. Wir machen kein Trading und wollen keinen schnellen Profit", erläutert de Maack. „Wir können genau erklären, was wir in unseren Fonds machen." Transparenz sowie Produktwahrheit und -klarheit sind Schlüsselbegriffe bei der Fondsboutique. Dazu passt, dass die Fondsmanager auch selbst in den Fonds investiert sind.
Das Kapital von DNCA Finance wird zu 50 Prozent vom amerikanischen Investmentfonds TA Associates gehalten. Die Mitarbeiter von DNCA Finance sind zu 40 Prozent, die Gruppe Banca Leonardo ist zu 10 Prozent beteiligt.
„Wir wollen in Deutschland bekannter werden", sagt deMaack. Vor allem der vermögensverwaltende Mischfonds DNCA Invest Eurose hat dank der extrem niedrigen Volatilität und der konstanten Performance das Zeug zum Verkaufsschlager. Weitere in Deutschland zugelassene Fonds sind der etwas aggressivere Mischfonds Evolutif, der europäische Aktienfonds DNCA Invest Value Europe, der Infrastrukturfonds DNCA Invest Infrastructures (LIFE) sowie der Wandelanleihenfonds DNCA Invest Convertibles. Der Eurose ist ein klassischer Mischfonds mit Schwerpunkt auf Anleihen und Wandelanleihen. Der Großteil des Portfolios ist aktuell in Unternehmensanleihen investiert, rund 13 Prozent in Wandelanleihen. Die Aktienquote darf bis zu 35 Prozent betragen, tatsächlich liegt sie aber aktuell mit 23 Prozent deutlich darunter - trotz der jüngsten Aktienrally.
Denn das Team um Jean-Charles Mériaux geht wie beschrieben lieber auf Nummer sicher, als zu hohe Risiken einzugehen. „Die Herausforderung besteht darin, die Anleger vor Rückschlägen an den Märkten zu schützen und gleichzeitig ihr Vermögen zu mehren", beschreibt Champigneulle.
Ziel des DNCA Invest Eurose ist es, ohne Währungsrisiken eine langfristig stabile durchschnittliche Rendite von 5 Prozent zu erzielen und gleichzeitig das Risiko beziehungsweise die Volatilität begrenzt zu halten. Das gelang zuletzt sehr gut. Eine Volatilität von 4,5 Prozent steht auf Sicht von drei Jahren zu Buche, seit Jahresbeginn bescherte der Fonds seinen Anlegern eine Rendite von 6,4 Prozent - mehr als der französische Konkurrent Carmignac Patrimoine aufzuweisen hat.
Aktives Stock-Picking
Bei Aktien und Anleihen verfolgt das Haus einen klaren Value-Ansatz. Das bedeutet konkret, dass der Fondsmanager durch aktives Stock-Picking jene Aktien identifiziert und kauft, die er für unterbewertet hält - und die folglich in Zukunft steigen sollten. Das A und O hierbei ist die Fundamentalanalyse, die der Aktienauswahl zugrunde liegt. Hat das Fondsmanagement einen entsprechenden Titel entdeckt und gekauft, wird die Position lange gehalten, in der Regel fünf bis sechs Jahre.
„Wir haben Zeit und Geduld", sagt Champigneulle. „Wir begleiten Unternehmen über einen ganzen Zyklus." Zugleich betont er, wie wichtig es für DNCA Finance ist, an den Überzeugungen festzuhalten und nicht in panische Reaktionen zu verfallen - egal, was an den Märkten passiert.