08.06.2021
Neues
Inflation geriet im Mai in den Fokus
In den etablierten Wirtschaften - angeführt von den USA - schreitet die Wiederöffnung im Zuge der sinkenden Infektionszahlen und der steigenden Zahl von Geimpften gut voran. Die Erholung der Wirtschaften war im Mai überraschend deutlich und war nicht zuletzt an den Infektionszahlen abzulesen. Auch wenn eine steigende Inflation ein gesundes Zeichen ist, trägt sie zur Besorgnis unter den Anlegern bei, da sie die Zentralbanken welt-weit zu Straffungen veranlassen kann. Beispielsweise zeigten die Verbraucherpreise in den USA einen Anstieg um 0,9 % gegenüber dem Vormonat, was den höchsten Anstieg seit 1981 darstellte. Die hohen Zahlen sind jedoch vor allem ein vorübergehender Effekt nach dem Lockdown - unter anderem Engpässe innerhalb der Auto-mobilindustrie sowie - ausgehend von einem sehr niedrigen Niveau - steigende Hotel- und Flugpreise
Inflationszahlen ließen die Anleger ihren Blick auf die Fed richten
Wenn die Anleger bezüglich der Inflation besorgt sind, wird jedwede Meldung der US-Zentralbank, Federal Reserve (Fed), auf die Goldwaage gelegt. Dies war in hohem Maße im Zuge der überraschenden Inflationsnachrichten im Mai der Fall. Die Anleger hatten die Möglichkeit, das zuletzt veröffentlichte Resümee der Fed-Sitzung unter die Lupe zu nehmen - und einige Marktteilnehmer interpretierten es so, als ob die Fed möglicherweise bald reagieren würde. Mehrere Mitglieder des Zinskomitees der Fed kommentierten anschließend die Situation. Sie sprachen sich einstimmig über die vorübergehenden Effekte aus, die aktuell an den Inflationszahlen abzulesen sind, und dass man einer Normalisierung entgegensehe. Diese Äußerungen dämpften die Furcht vor schnellen Eingriffen.
Geopolitische Spannungen im Fokus – hierunter z. B. Israel, Russland, China und der Iran
Nach einer ruhigen Zeit im Kielwasser des Präsidentenwechsels in den USA entwickelten sich im Mai neue geopolitische Brennpunkte. Der gewaltigste war die Situation in Israel, wo die israelische Regierung und die palästinensische Selbstverwaltung in einen kriegsähnlichen Zustand in Form von gegenseitigen Bombardements gerieten. Neben den verheerenden Konsequenzen für die Menschen hatte die Situation aufgrund des Risikos für eine Eskalation auch Bedeutung für die Anleger. Die Situationen wirkte sich auch auf die Verhandlungen zwischen den USA und dem Iran über das Atomprogramm des Irans aus. Russland geriet nach Putins Unterstützung des belarussischen Präsidenten indirekt in den Fokus, nachdem Belarus ein Routenflugzeug von Ryanair zur Landung gezwungen hatte, um einen belarussischen Systemkritiker festzunehmen. Anschließende Sanktionen vonseiten der EU verschärften die Spannungen.
Marktrendite
Die Aktienmärkte standen im Mai weltweit im Zeichen einer Rotation unter den Sektoren, als neue Inflationszahlen und Nachrichten der US-Zentralbank die Schlagzeilen dominierten. Anzeichen für Inflation boten den Rohstoffe gewinnenden Sektoren, die vor allem in Osteuropa und Lateinamerika vorherrschend sind, Rückenwind. Deshalb waren diese Regionen mit Anstiegen um 6-9 % die ganz großen Gewinner. Dagegen gaben die Inflationsdiskussionen Anlass zu Gewinnmitnahmen in den USA, die in den vorausgehenden Monaten in Führungsposition gewesen waren. Der Rückgang beschränkte sich jedoch auf etwa 1 %. In Europa ging es mit einem Anstieg um etwa 2,5 % etwas besser, unter anderem aufgrund des optimistischen Konjunkturbarometers in Deutschland.
Im dänischen Anleihenmarkt stieg das Zinsniveau moderat. Wie es bereits früher der Fall gewesen ist, steigen die langen Zinsen, während die Zinsen für Anleihen mit einer Laufzeit von bis zu fünf Jahren im Großen und Ganzen unverändert sind. Im Mai zog das kündbare Segment erneut alle Aufmerksamkeit auf sich. Im Mai hatte es das Segment sehr schwer. Die Ursache dafür war eine anhaltend hohe Emissionsaktivität im Zuge des lebhaften Immobilienhandels. Gleichzeitig war es für die Anleger schwierig, die vielen Anleihen mit langer Laufzeit zu absorbieren. Die Eigentümerstatistik zeigt jetzt auch, dass ausländische Anleger hinsichtlich des Kaufs der kündbaren dänischen Anleihen zurückhaltender geworden sind. Der ausländische Eigentümeranteil ging somit etwas zurück, was jedoch hauptsächlich Auslosungen, die nicht wieder investiert wurden, zuzuschreiben war. Die Anleiherenditen fielen im Mai überwiegend negativ aus. Das schlechteste Segment waren die kündbaren Anleihen, wobei die länger laufenden Anleihen negative Renditen von etwa 1,5 % erbrachten. Flexlån-Anleihen erzielten Renditen zwischen 0 und -0,25 %. Einzelne der höher verzinsten kündbaren Anleihen erzielten positive Renditen. Dies war der Fall, weil diese Anleihen aufgrund der sinkenden Kurse der emittierten Anleihen weniger von Kündigungen bedroht waren.
Eine stabile amerikanische Geldpolitik und damit stabile amerikanische Zinsen sind in den Anleihenmärkten der Emerging Markets meistens ein stabilisierender Faktor. Dies war auch im Mai der Fall und hat dazu beigetra-gen, dass sich der Kreditspread zusätzlich um 0,10 Prozentpunkte auf 3,3 % einengte. Die weiter steigenden Rohstoffpreise haben die stark auf Rohstoffe orientierten Länder unterstützt, wobei insbesondere Südafrika trotz vieler andauernder Verhinderungen von der erheblichen Verbesserung der externen Bilanz profitiert hat. Auch Brasilien und Peru hatten einen guten Monat, wobei sich Peru hauptsächlich nach einer Zeit mit politischer Unsicherheit erholt hat. Ansonsten gab es ein Comeback für mehrere „gestresste“ Kredite, wobei Sambia mit dem IWF eine Vereinbarung einging und der Risikoappetit zunahm. Der Fokus ist nach wie vor auf die wirtschaftlichen Effekte von Covid-19 gerichtet. Mit den Impfungen ist man in den Emerging Markets noch nicht so weit wie in den Industrieländern.
Die Kreditspreads erweiterten sich im Mai geringfügig, was sowohl für Investment Grade- als auch hoch ver-zinslichen Unternehmensanleihen galt. Die primäre Triebkraft für die allgemeine Richtung der Kreditspreads sind nach wie vor die Erwartungen an das Anleihenkaufprogramm der EZB. Der Markt für Neuemissionen war im Mai verhältnismäßig aktiv. Die meisten Investment Grade-Anleihen wurden aggressiv mit Neuemissionsprämien nahe Null und in manchen Fällen sogar negativ bewertet. Unter den hochverzinslichen Unternehmensanleihen ist das Bild gemischter, wobei einige Emittenten immer noch eine attraktive Neuemissionsprämie anbieten müssen, um im Markt Interesse zu wecken.
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