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Marktkommentar

Tilmann Galler (J.P. Morgan): Economic Update – 11. März 2019

Diese zweiwöchentlich aktualisierte Übersicht zeigt Ihnen auf einen Blick Veränderungen der konjunkturellen Daten und Kapitalmärkte, wobei auch die Implikationen für Anleger im Fokus stehen.
© J. P. Morgan Asset Management

Wachstum

In Deutschland ist es derzeit die Binnenökonomie, die die Konjunktur trägt. Im Januar legten die Einzelhandelsumsätze um 3,3% gegenüber Vormonat zu. Im 4. Quartal 2018 hatte das deutsche Bruttoinlandsprodukt (BIP) stagniert. Zwar wuchsen die Investitionen (+0,9% zum Vorquartal), der private Konsum (+0,2%) und die Staatsausgaben (+1,6%). Vorratsveränderungen drückten das BIP-Wachstum jedoch um 0,6 Prozentpunkte. In der Euro-Zone wuchs das BIP im 4. Quartal um 0,2% und damit so stark wie im Vorquartal. Die Stimmungsindikatoren deuteten zuletzt nach unten: Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Februar weiter von 99,3 auf 98,5 Punkte. In den USA wuchs das BIP im 4. Quartal 2018 um annualisierte 2,6% und damit schwächer als im Vorquartal (3,4%).

Jobs

Der deutsche Arbeitsmarkt bleibt stabil: Im Februar fiel die Zahl der Arbeitslosen gegenüber Januar saisonbereinigt um 21.000 und lag damit so niedrig wie noch nie in einem Februar seit der Wiedervereinigung. Die Arbeitslosenrate belief sich wie im Vormonat auf 5,3 Prozent. Die Erwerbstätigkeit legte im Januar gegenüber Dezember um 79.000 zu: Im Januar waren 44,8 Millionen Personen erwerbstätig, das waren 1,1% mehr als ein Jahr zuvor. In der Euro-Zone verharrte die Arbeitslosenquote im Januar bei 7,8%.

Gewinne

In den USA haben 447 Unternehmen aus dem Index S&P 500 Zahlen zum 4. Quartal 2018 vorgelegt. 69% übertrafen die Gewinnerwartungen, 49% die Umsatzerwartungen. Das Gewinnwachstum schrumpfte voraussichtlich auf 4,2% gegenüber Vorjahresquartal, vor allem auf Grund neuer Rechnungslegungsvorschriften. Ohne diese Änderungen betrug das Gewinnwachstum etwa 13%. Bei den Unternehmen aus dem europäischen Index Stoxx600 wird derzeit mit einem Gewinnwachstum im 4. Quartal 2018 gegenüber Vorjahresquartal von 1,2% (ohne Energiesektor: –0,9%) und einem Umsatzplus von 4,4% (ohne Energiesektor: 1,4%) gegenüber Vorjahresquartal gerechnet.

Inflation

Die Inflationsrate sank im Januar in Deutschland deutlich von 1,7% auf 1,4%. In der Euro-Zone ging sie nach vorläufigen Berechnungen von 1,6% auf 1,4% zurück. Die Kerninflationsrate (ohne Energie, Nahrungs-und Genussmittel) betrug im Januar 1,1% nach 1,0% im Vormonat. In den USA war die Teuerungsrate im Januar auf 1,6% gesunken nach 1,9% im Dezember.

Zinsen

Die Europäische Zentralbank (EZB) teilte auf ihrer März-Sitzung mit, sie gehe davon aus, dass die Leitzinsen noch „mindestens bis Ende 2019“ auf dem aktuellen Niveau bleiben. Zuvor hatte die EZB davon gesprochen, das Zinsniveau mindestens „über den Sommer 2019“ beizubehalten. Auch die US-Notenbank ist zuletzt vorsichtiger geworden. Laut letztem Sitzungsprotokoll sind die Zentralbanker sich einig, dass angesichts der Konjunkturrisiken eine Pause im Zinserhöhungszyklus wie auch ein Ende der Bilanzverkürzung angemessen sei.

Risiken

  • Turbulenzen an den Kapitalmärkten aufgrund schlechterer Liquiditätsversorgung durch die Notenbanken.
  • Konjunkturelle Abschwächung in China und Europa.
  • Schwächere Gewinndynamik der Unternehmen in den kommenden Quartalen.
  • Gefahr eines Handelskrieges zwischen den USA, Europa sowie China.
  • Destabilisierung der Eurozone aufgrund der Ausgabenpolitik der neuen Regierung in Italien.

Investmentthemen

  • Aktien und europäische Hochzinsanleihen bleiben aufgrund von Bewertung und der aussicht auf steigende Gewinne vorerst attraktiv.
  • Gestiegene US-Renditen und höhere Marktrisiken rechtfertigen aktuell eine neutrale Duration. 
  • Wir präferieren zur Zeitaufgrund des defensiven Charakters: US-Aktien und Large-caps.


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Informationen zum Artikel
Autor: Tilmann Galler
Unternehmen: J.P. Morgan