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Pressemitteilung

Union Investment: MarktTicker 11. Kalenderwoche

© Union Investment

Was diese Woche wichtig war: Massive Kursverluste, Notenbanken beschließen Maßnahmen

Die Finanzmärkte erlebten eine rabenschwarze Woche. Der Druck an den Kapitalmärkten durch die weitere Ausbreitung des Coronavirus hält unvermindert an. Der starke Ölpreisverfall zum Wochenstart sowie das US-Einreiseverbot für Europäer durch Präsident Trump wirkten wie zusätzliche Brandbeschleuniger in der ohnehin fragilen Lage. Die bislang nicht hinreichend koordinierten oder unzureichenden Maßnahmen von Politik und Notenbanken konnten diesen Trend nicht stoppen. Noch nie gab es innerhalb so kurzer Zeit einen vergleichbaren Kurseinbruch in Breite, Tiefe und Schnelligkeit. Selbst die „sicheren Häfen“ wie Bundesanleihen und Gold schützten in den letzten Tagen nicht mehr vor Kursverlusten. Konjunkturdaten und Unternehmensmeldungen waren angesichts der Marktentwicklung zweitrangig.

EZB liefert, enttäuscht aber bei Kommunikation

Die Europäische Zentralbank hat auf ihrer regulären Sitzung am Donnerstag im Rahmen ihrer Möglichkeiten einige Maßnahmen beschlossen, um Finanzmarktverwerfungen zu dämpfen und Zweitrundeneffekte in Form verschärfter Kreditvergabebedingungen zu verhindern:

    • Ein neues bis zum Jahresende zeitlich begrenztes Wertpapier-Kaufprogramm mit einem Kaufvolumen in Höhe von 120 Milliarden Euro. Dieses scheint mit größeren Freiheitsgraden ausgestattet zu sein. So deutete EZB-Präsidentin Lagarde eine vorübergehende Abweichung vom Kapitalschlüssel an und hob die Nutzung aller existierenden Freiheitsgrade hervor. Dies soll der EZB ermöglichen, zielgenauer Kapitalmarktverwerfungen zu adressieren. Der Erwerb anderer Assetklassen wie hochverzinslicher Anleihen (High Yield) ist jedoch weiterhin nicht möglich.
    • Zusätzliche langfristige Refinanzierungsgeschäfte (TLTROs) mit vergünstigten Konditionen. Damit soll vor allem die Kreditvergabe an mittlere und kleinere Unternehmen angeschoben werden.
    • Des Weiteren wurden regulatorische Erleichterungen für die Eigenkapitalvorsorge von Banken beschlossen.

Die EZB verzichtete hingegen überraschend, aber unserer Meinung nach richtigerweise, auf eine Zinssenkung. Stattdessen fokussieren sich die Maßnahmen auf die Vermeidung einer Straffung der Finanzierungsbedingungen für Unternehmen und Krisenstaaten. Ob dies gelingt, hängt von dem weiteren Verlauf der Corona-Pandemie sowie den Interventionen der Regierungen ab. Die von der EZB beschlossenen Maßnahmen zielen in die richtige Richtung und könnten sicherlich noch ausgeweitet werden. Insofern agierte die EZB im Rahmen des ihr Möglichen – mehr aber auch nicht.

EZB-Presskonferenz sorgt für Aufsehen

Für Aufsehen sorgte in der EZB-Pressekonferenz die Aussage von Präsidentin Lagarde, es sei nicht Aufgabe der Zentralbank, für geringe Anleihespreads (an den Staatsanleihemärkten) zu sorgen. Dies wurde letztlich gegenteilig zu Mario Draghis legendärem „whatever it takes“ aufgefasst und sorgte umgehend für hohe Risikoprämien bei italienischen Staatsanleihen. Die EZB sah sich am heutigen Freitagvormittag über ihren Chefvolkswirt Philip Lane zu einigen korrigierenden Aussagen hinsichtlich der Ausgestaltung des Kaufprogramms genötigt, um die gestern verursachten Unsicherheiten einzudämmen. Demzufolge dürfte es der Zentralbank nunmehr möglich sein, beispielsweise mehr italienische Staatsanleihen ankaufen zu können, als dies bislang der Fall gewesen wäre.

Bank of England senkt Leitzins, US-Notenbank Fed ergreift weitere Maßnahmen

Im Kampf gegen die Corona-Auswirkungen hat die Bank of England am Mittwoch den Leitzins gesenkt. Nach der mit 0,5 Prozentpunkten umfassenden deutlichen Reduzierung liegt der britische Leitsatz bei nunmehr historisch niedrigen 0,25 Prozent. Der anschließend veröffentlichte britische Haushaltsentwurf sieht zudem umfangreiche öffentliche Investitionen vor. Seitens der deutschen Bundesregierung wurden bislang Liquiditätshilfen, wohl auch über die Kreditanstalt für Wiederaufbau, angekündigt. Die US-Notenbank Fed hat in der Berichtswoche zudem weitere Liquidität im Rahmen von Repogeschäften angekündigt.

Aktien: DAX notiert vierstellig

Starker Einbruch am Donnerstag

In der ohnehin turbulenten Handelswoche ragte vor allem der Donnerstag mit massiven Kursverlusten an den Aktienbörsen heraus. Die Enttäuschung über die EZB und die Unsicherheit hinsichtlich der Corona-Ausbreitung in den USA setzten die Notierungen unter Druck. Die Verluste an den einzelnen Märkten lagen auf Wochensicht jeweils in einer Bandbreite zwischen 15 und 20 Prozent. Der MSCI-World verlor bis Freitagvormittag 17 Prozent. Regional lag der MSCI EM Lateinamerika mit 26 Prozent im Minus. Unter den Einzelbörsen gaben Brasilien (minus 29 Prozent) und Italien (minus 25 Prozent) am deutlichsten ab. Der DAX-30 fiel unter die 10.000er-Marke und notierte zuletzt mit knapp 9.600 Punkten nur noch vierstellig.

Zwist zwischen Saudi-Arabien und Russland bringt Ölbranche in Bedrängnis

Branchenseitig standen Öl- & Gastitel an der Spitze der Verliererskala. Der Sektor verlor in der Berichtswoche 27 Prozent und lag damit noch vor dem Reisesektor, der Einbußen in einer Größenordnung von 25 Prozent zu verzeichnen hatte. Ein „Schwarzer Montag“ am Ölmarkt hatte den Preis für ein Barrel Brent um rund 32 Prozent einbrechen lassen. Saudi-Arabien hatte am Wochenende nach Zwistigkeiten mit Russland im Hinblick auf Förderkürzungen seinerseits mit einer Ausweitung der eigenen Förderung und massiven Preissenkungen vor allem für asiatische Abnehmer bekanntgegeben. Der Markt reagierte angesichts von Preisen um die 35 US-Dollar je Barrel mit starken Abschlägen bei Ölaktien. Eine geringere Nachfrage und die derzeitigen Preisnotierungen stellen vor allem eine massive Bedrohung für die US-Schieferölproduzenten dar. Der aktuelle Ölpreis liegt derzeit um zehn bis 15 US-Dollar unter dem für eine gewinnbringende Poduktion erforderlichen Erlös.

Insgesamt lagen in der Berichtswoche sämtliche im STOXX 600 Europe vertretenen Branchen im Minus. Selbst die als defensiv geltende Versorgerbranche kam mit minus 22 Prozent deutlich unter die Räder.

Verluste im DAX 30-Index von bis zu 25 Prozent

Mit Blick auf die Einzeltitel lagen im DAX 30-Index die Aktien von Adidas (minus 25 Prozent), der Münchener Rück (minus 23 Prozent) sowie MTU (minus 21 Prozent) verlustseitig an der Spitze. Lediglich Linde und SAP (minus 8,5 beziehungsweise 9,5 Prozent) verzeichneten ein einstelliges Minus unter den 30 Unternehmen des DAX.

    Renten: Renditen drehen im Wochenverlauf

Bunds und Treasuries nicht mehr der sichere Hafen

Deutsche Bundesanleihen und US-Treasuries fungierten in der Berichtswoche nicht mehr als die „sicheren Anlagehäfen“. Zwar kam es zum Wochenauftakt zunächst noch einmal zu historischen Renditetiefständen, zehnjährige Bundesanleihen verzinsten sich dabei mit minus 0,9 Prozent. Laufzeitgleiche US-Treasuries rentierten mit plus 0,55 Prozent. Ab Dienstag drehte dann aber das Bild, die Anleihenotierungen gaben ausgehend von ihren Rendite-Tiefständen nach. Per Freitagmittag lag die zehnjährige Bundrendite bei „nur“ noch minus 58 Basispunkten. US-Treasuries rentierten mit 92 Basispunkten. Sowohl die US- als auch die bundesdeutsche Zinsstrukturkurve tendierten im Vergleich zur Vorwoche steiler.

Markanter Spreadanstieg in Europeripherie

Die Aussagen von EZB-Präsidentin Lagarde zur Spreadentwicklung in der Europeripherie lies dort die Risikoprämein in die Höhe schnellen. Die italienische Zehnjahresrendite hat sich seit Mitte Februar mit rund 1,9 Prozent verdoppelt. Auch in den anderen Peripheriemärkten kam es zu deutlichen Renditeanstiegen, die Risikoaufschläge gegenüber Bundespapieren waren deutlich angezogen. Der Gesamtindex für Euro-Staatspapiere (iBoxx € Sovereign) verlor bis Donnerstagabend 1,8 Prozent. Der Teilindex für Peripherieanleihen gab dabei 3,2 Prozent ab.

Am Markt für Unternehmensanleihen (Investment Grade) weiteten sich die Risikoprämien (Spreads) bis Donnerstagabend um 35 auf 123 Basispunkte aus. Der Gesamtmarkt (ICE BofA Euro Corp.-Index verlor 2,3 Prozent. Anleihen aus den Schwellenländern in US-Dollar und Euro wiesen deutlich erhöhte Risikoprämien auf (plus 136 auf 537 Basispunkte). Der Gesamtindex gab rund zehn Prozent ab.

Auch Euro und Gold mit erheblichen Schwankungen

Auch der Euro wies beachtliche Schwankungen auf. Einer zunächst deutlichen Aufwertung bis auf 1,15 US-Dollar folgte umgehend die Gegenbewegung. Mit 1,11 US-Dollar je Euro am heutigen Freitagmittag wertete die Gemeinschaftswährung im Laufe der Berichtswoche wieder deutlich ab. Ähnlich war die Entwicklung bei Gold. Nach etwas mehr als 1.700, -- US-Dollar je Feinunze zum Wochenauftakt führte der Preisrückgang am Freitag bis auf 1.550, -- US-Dollar.

    Ausblick auf die kommende Woche

Angesichts des aktuellen Herunterfahrens des öffentlichen Lebens, einhergehend mit Schul- und Universitätsschließungen in Deutschland und weiteren Ländern bleibt die Lageeinschätzung unvermindert schwierig. Nun ist vor allem die Politik gefragt. Im Blickpunkt der Finanzmärkte steht am Mittwoch die reguläre Sitzung der US-Notenbank. Die Fed dürfte ein weiteres Mal die Zinsen senken. Sogar ein Nullzins (derzeit bei 1,0 bis 1,25 Prozent) ist perspektivisch denkbar. Bei den konventionellen Maßnahmen hat die Fed damit erheblich mehr Spielraum als die EZB. Bei unkonventionellen Entscheidungen sind der Fed aufgrund gesetzlicher Vorgaben hingegen die Hände gebunden. Diese kann im Gegensatz zur EZB diesbezüglich deutlicher weniger „kreativ“ gestalten.



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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 28. Februar 2020, soweit nicht anders angegeben.




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