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Pressemitteilung

Rouvier Associés: Monatsbericht August 2019

© Rouvier Associés

Die politische Unsicherheit (Brexit, Hongkong, Italien) und die weiterhin verhaltene Entwicklung des makroökonomischen Umfelds haben im August für einen Rückgang an den Börsen gesorgt:

Der amerikanische S&P 500 gab um 1,81% (+16,7% seit Jahresbeginn) nach, während der europäische Stoxx 600 ein Minus von 1,63% (+12,4% seit Jahresbeginn) verzeichnete.

Diese Abschwächung ist die Folge zunehmender Risikoaversion, die sich auch an der unterschiedlichen Entwicklung von als zyklisch geltenden Titeln bzw. Finanzwerten und eher defensiven Sektoren wie dem Lebensmittel- oder dem Pharmasektor ablesen lässt: Erstere gaben um 6% bis9% nach, während letztere mit einem Plus zwischen2% und 3% aufwarteten. Auch die niedrigen Anleiherenditen zeugen von diesem Sicherheitsbedürfnis: Bei Bundesanleihen ging die Rendite von ‑0,44% auf ‑0,70% zurück, während 10-jährige US-Treasuries nur noch bei 1,50% (vorher1,74%) rentierten.

Da derzeit jeder Konjunkturindikator die unterschiedlichsten Interpretationen zulässt, wäre es ein gewagtes Unterfangen, die Reaktionen der Märkte auf neue Signale vorhersagen zu wollen. So ist etwa völlig unklar, ab welchem Schwellenwert Anleger die globale Konjunkturabkühlung als Vorbote einer Rezession statt als Anlass für Zinssenkungen durch die Zentralbanken ansehen.

Dennoch sind einige eindeutige Entwicklungen erkennbar:

Zum einen zeichnet sich eine deutliche Outperformance des amerikanischen Marktes gegenüber dem europäischen Markt ab: Der Merrill Lynch-Index, der diese Diskrepanz misst und in den vergangenen 50 Jahren bei Wertenzwischen 0,9 und 1,4 lag, erreicht derzeit einen Stand von 2,2.

Zweitens erreicht das Verhältnis vom Kurs zum erwarteten Gewinn bei als defensiv geltenden Titeln(„Quality“-Werten) nahezu Höchstwerte (18,7x für Konsumtitel im S&P 500), während es sich bei den als zyklisch eingestuften Aktien („Value“-Titeln) Tiefstständen nähert (11,4x für Finanztitel im S&P 500).

Die dritte Entwicklung besteht darin, dass die Abwärtskorrekturen der Gewinnerwartungen infolge der Wachstumsverlangsamung für 2019 abgeschlossen sein dürften bzw. für Europa sogar etwas über das Ziel hinausgeschossen sind (erwartet sind knapp 2%), während die Abwärtskorrekturen für 2020 noch gar nicht begonnen haben. Ein vorsichtiges und wählerisches Vorgehen ist daher geboten. Diese Entwicklungen sprechen für eine Portfoliostrategie, die auf einer gezielten Auswahl von Quality- UND Value-Titeln basiert statt auf einer Entscheidung für Quality- ODER Value und daher eine Neigung zu europäischen Titeln aufweist.



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