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Interview

Stefan Amenda (MEAG): USA und China – Konflikt ohne Ende?

© MEAG

Vom Handelsstreit zum Währungskonflikt – mit der jüngsten Abwertung des chinesischen Renminbi hat sich die Situation zwischen den USA und China weiter zugespitzt. Stefan Amenda, Leiter Multi Asset der MEAG, erklärt im Interview, worum es in dem Konflikt eigentlich geht, welches Eskalationspotenzial er birgt und wie sich Anleger wappnen können.

Herr Amenda, die Kapitalmärkte sind unter Druck geraten. Das Hauptthema ist der sich abzeichnende Währungskrieg. Wie sehen Sie die Situation?

Die Situation ist nicht grundsätzlich neu. China ist eine Weltmacht und verfolgt machtpolitische Interessen. Der expansive Charakter der politischen und wirtschaftlichen Initiativen Chinas ist lange bekannt. Der Handelskonflikt mit den USA hat sich zugespitzt, der Abwertungswettlauf ist ein neues Konfliktfeld.

Worum geht es dabei eigentlich?

Die USA unterstellen China, mit einer aggressiv-expansiven Geldpolitik den Renminbi günstig zu halten. Damit können chinesische Unternehmen ihre Güter und Dienstleistungen billiger am Weltmarkt verkaufen – auch in die USA. China kann somit die US-Zölle und den damit verbundenen Wettbewerbsnachteil zumindest teilweise kompensieren. Dass Peking damit die US-amerikanische Zollpolitik unterläuft, missfällt der US-Administration.

Wie reagieren die USA?

Anders als in China ist die Notenbank – und damit auch die Geldpolitik – in den USA unabhängig von der Regierung. US-Präsident Donald Trump hat über Twitter schon mehrmals gegen die Geldpolitik von US Notenbankchef Jerome Powell gewettert. In Bezug auf die chinesische Währungspolitik soll und muss die US-Geldpolitik seiner Meinung nach stärker gegenhalten. Aber die US-Notenbank ist zurückhaltend und verteidigt ihren Anspruch auf Unabhängigkeit. Sie möchte sich nicht politisch instrumentalisieren und in einen Abwertungswettlauf drängen lassen.

Wie geht es weiter?

In den USA erwarten wir weitere Zinssenkungen. Jedoch nicht so schnell und so stark, wie sich die US-Administration dies wünscht. Da der Konflikt zwischen Donald Trump und Jerome Powell auch persönliche Züge trägt, könnte die Situation eskalieren. Insgesamt gibt es in den USA einen hohen politischen Rückhalt, der chinesischen Expansionspolitik die Stirn zu bieten. Allerdings sagt die Mehrheit der Amerikaner auch, dass sich die USA dafür nicht ins eigene Fleisch schneiden dürfen. Der Handelskonflikt schadet auch US-Unternehmen und den Verbrauchern.

Sie gehen also davon aus, dass der Konflikt zwischen den USA und China anhalten wird?

Der Konflikt wird auf jeden Fall anhalten. Die Vorstellung Amerikas als dominierende Supermacht ist derzeit nicht kompatibel mit dem Bestreben Chinas, eine expansive politische und wirtschaftliche Weltmacht zu sein. Da prallen starke Interessen aufeinander. Die entscheidende Frage ist, ob die widerstrebenden Kräfte gezähmt und kanalisiert werden können. Wahrscheinlich ist, dass wir diese Momente und Phasen der Eskalation immer wieder sehen werden. Solange wir aber nur von einem Konflikt und nicht von einem Krieg sprechen, würde ich die Situation nicht überdramatisieren.

Wie sehen die Perspektiven für Europa aus?

Europa ist in diesem Konflikt zunächst einmal nur Zuschauer. Die Europäische Zentralbank verfolgt eine Politik sehr niedriger Zinsen – die Geldpolitik ist expansiv. Die Gefahr, dass der Euro zu stark wird und unsere Exporte darunter leiden, sehe ich nicht. Grund zur Freude besteht allerdings auch nicht. Handels- und Währungskonflikte bergen immer die Gefahr einer Eskalation. Das nationale Selbstbewusstsein will sich durchsetzen. Politische Auseinandersetzungen suchen sich dann andere Austragungsorte: bis hin zu territorialen Auseinandersetzungen oder militärischen Machtdemonstrationen – mit kaum überschaubaren Folgen.

Was heißt das für die Anleger?

Wir bleiben auch in dieser Situation konstruktiv. Die derzeitigen Turbulenzen können sich auch schnell wieder legen – auch wenn der grundsätzliche Konflikt weiter bestehen bleiben wird. Denn sollte sich der Konflikt ausweiten, gäbe es keinen Gewinner und auch keinen lachenden Dritten. Gerade in solchen unübersichtlichen Situationen ist der Anleger mit einer breiten Mischung und Streuung bestens aufgestellt. Investmentfonds sind damit meines Erachtens die erste Wahl.

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Informationen zum Artikel
Autor: Stefan Amenda
Unternehmen: MEAG

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