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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht April 2019

Deutliche Kurszuwächse bei den Aktien und Wirtschaftsdaten lassen Märkte schwanken.
© Union Investment

Aktienmärkte:

Sowohl in den USA als auch im Euroraum zeigten sich Aktienmärkte von ihrer freundlichen Seite. Eine insgesamt gute Quartalsberichtssaison und per saldo eher ermutigende Konjunktursignale ließen die Optimisten unter den Anlegern Oberhand gewinnen. Die Aktienindizes verbuchten ansehnliche Zugewinne.

Rentenmärkte: Konträre Wirtschaftsdaten sorgten im März für ein Auf und Ab am US-amerikanischen Staatsanleihemarkt. Dieser ging letztlich mit einem leichten Minus aus dem Handelsmonat. Im Euroraum waren Peripherieanleihen gesucht, während Papiere aus den Kernländern leichte Verluste erlitten. Der Gesamtmarkt tendierte in der Summe seitwärts.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Aktienmärkte deutlich im Plus

Im Berichtsmonat April verzeichneten die europäischen Aktienmärkte deutliche Gewinne. Der EURO STOXX 50-Index gewann 4,9 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Wertzuwachs von 3,2 Prozent. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung verzeichneten ein Plus von 4,4 Prozent.

Von konjunktureller Seite kamen teilweise ermutigende Signale. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich zwischen Januar und März überraschend verdoppelt. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu, wie Eurostat Ende April in einer ersten Schätzung berichtete. Sorgenkind der Eurozone bleibt der Industrie-Sektor. Die Frühindikatoren signalisierten im April zwar eine leichte Verbesserung, befinden sich aber weiterhin im negativen Bereich. Positive Wirtschaftsdaten aus China dämpften dagegen die seit einiger Zeit bestehenden Sorgen um eine Abschwächung der globalen Konjunktur. Auch die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China unterstützten die in den Welthandel verflochtenen europäischen Börsen.

Zwischen der Europäischen Union (EU) und den USA hingegen kam es in puncto Handelsbeziehungen zu negativen Nachrichten: US-Präsident Donald Trump drohte mit Zöllen auf europäische Produkte im Wert von elf Milliarden US-Dollar. Als Grund für die Strafzölle wurden illegale Subventionen der EU für den europäischen Flugzeughersteller Airbus genannt.

Zu Erleichterung bei den Anlegern kam es dagegen beim Thema Brexit. Auf einem EU-Sondergipfel am 10. April verständigten sich Großbritannien und die EU schließlich auf eine weitere Verschiebung des Austrittstermins bis spätestens 31. Oktober 2019 und wendeten damit einen harten Brexit zunächst ab. Der britische FTSE 100-Index beschloss den Berichtsmonat 1,9 Prozent im Plus.

Für die europäischen Börsen wird in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie sich die Konjunktur sowie der Handelskonflikt, insbesondere im Bezug auf drohende Autozölle seitens der USA, weiter entwickeln.

Deutschland

Deutsche Aktienmärkte mit neuen Jahreshochs

Die deutschen Aktienmärkte verzeichneten im April kräftige Gewinne. Der DAX 30-Index, der die größten deutschen Unternehmen repräsentiert, legte 7,1 Prozent zu. Diese Wertentwicklung konnten die kleineren Nebenwerte sogar schlagen: Der SDAX-Index verzeichnete Kurszuwächse in Höhe von 7,5 Prozent. Der MDAX-Index, der die Firmen mit mittlerer Marktkapitalisierung abbildet, musste sich mit einem Plus von 5,4 Prozent zufrieden geben. Deutsche Technologieunternehmen zeigten mit 9,0 Prozent die beste Wertentwicklung.

Von konjunktureller Seite kamen im April ermutigende Signale. Positive Wirtschaftsdaten aus China dämpften die seit einiger Zeit bestehenden Sorgen um eine Abschwächung der weltweiten Konjunktur. Ebenso unterstützten die Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China die Kurse der stark in den Welthandel verflochtenen deutschen Firmen. Auch die Finanzfachleute zeigten sich wieder optimistischer, wie die vom Zentrum für Europäische Wirtschaftsforschung (ZEW) erhobenen Stimmungsdaten zeigten: Der ZEW-Index ist im April auf den höchsten Stand seit März 2018 gestiegen.

Doch der Zollstreit der Europäischen Union (EU) mit den USA trübten das Bild. US-Präsident Donald Trump drohte mit Zöllen auf europäische Produkte im Wert von elf Milliarden US-Dollar. Als Grund wurden illegale Subventionen der EU für den europäischen Flugzeughersteller Airbus genannt. Auch stand die Drohung der USA, Strafzölle auf europäische Autos zu erheben, nach wie vor im Raum. Der Aktienkursentwicklung der deutschen Autohersteller BMW, Volkswagen und Daimler konnten die Streitigkeiten aber nichts anhaben. Dafür sorgten unter anderem auch besser als erwartete Ergebnisse der Berichtssaison zum ersten Quartal.

Für Erleichterung unter den Investoren sorgte auch der Brexit. Auf einem EU-Sondergipfel am 10. April verständigten sich Großbritannien und die EU auf eine weitere Verschiebung des Austrittstermins bis spätestens 31. Oktober 2019 und wendeten damit einen harten Brexit zunächst ab.

Für die deutschen Börsen wird in den kommenden Wochen entscheidend sein, wie sich die globale Konjunktur sowie die Handelsstreitigkeiten entwickeln.

Osteuropa

Solide Berichtssaison unterstützt Aktienmärkte in Osteuropa

Die Aktienmärkte in Osteuropa konnten im April Gewinne verbuchen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 1,8 Prozent zu. In US-Dollar gerechnet gewannen die Börsen 2,9 Prozent. Unter anderem solide Zahlenwerke im Rahmen der Berichtssaison unterstützten die Kurse. Auch sorgten Anzeichen einer Erholung der Weltkonjunktur, ausgehend von China, für positive Signale.

In der Türkei stand zu Beginn des Monats die Kommunalwahl im Fokus. Diese führte zu einem Rückschlag für Präsident Erdogan, denn in Ankara und Istanbul gewann die oppositionelle CHP. Die scharfe Kritik Erdogans am Wahlausgang führte zu Unsicherheit am Kapitalmarkt. Gegen Monatsende sicherte die türkische Zentralbank zu, im Kampf gegen die hohe Inflation an einer strikten Geldpolitik festzuhalten. Der weiterhin restriktive Kurs gab den Börsen Auftrieb. Zuvor hatte es Sorgen gegeben, dass die Zentralbank ihre Vorgehensweise ändert. Zudem unterstützte die solide Berichtsaison die Aktienmärkte. Die Zahlenwerke der Firmen konnten oftmals die Analystenerwartungen übertreffen. Während die Türkische Lira gegen den US-Dollar in dieser Gemengelage 6,6 Prozent an Wert einbüßte, legte der türkische Aktienmarkt zu. Der BIST-Index gewann in Lokalwährung 1,7 Prozent.

Auch die russischen Börsen konnten im April Wertzuwächse verzeichnen (MICEX-Index, in Lokalwährung: +2,5 Prozent). Da der Russische Rubel 1,5 Prozent gegenüber dem US-Dollar an Wert gewonnen hat, legte der in US-Dollar notierende RTS-Index 4,2 Prozent zu. Zum einen unterstützte der Ölpreisanstieg, zum anderen sorgte die Berichtssaison für gute Stimmung unter den Anlegern. Unternehmen wie Tatneft und NLMK überraschten mit Dividendenerhöhungen.

In Tschechien hat die Diskussion um die Einführung einer Bankensteuer für Verunsicherung unter den Anlegern gesorgt. Die tschechischen Aktienmärkte büßten 0,5 Prozent an Wert ein (PX-Index). Dagegen schlossen die Börsen in Polen (WIG-Index: +0,8 Prozent) und Ungarn (BUX-Index: +2,0 Prozent) im Plus.

In den kommenden Wochen wird für die Aktienmärkte in Osteuropa entscheidend sein, wie sich das konjunkturelle Umfeld entwickelt.

USA

Starke Unternehmenszahlen stützen US-Kurse

Die US-Börsen haben im April ihre Gewinnserie fortgeschrieben. Der Dow Jones Industrial Average kletterte 2,6 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 3,9 Prozent. Vor allem Finanz- und IT-Werte konnten sich steigern, während die Sektoren Health Care und Energie hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben.

Neben positiven konjunkturellen Daten und dem Bekenntnis der US-Notenbank Federal Reserve zu einer anhaltend lockeren Geldpolitik unterstützte die weitere Annäherung im Handelsstreit zwischen China und den USA die Kurse. Beflügelt wurden die Notierungen überdies von der starken Berichtssaison zum ersten Quartal. Nachdem 380 Konzerne aus dem S&P 500-Index die Bücher geöffnet hatten, konnten 56 Prozent die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Bei den Gewinnen waren es 76 Prozent.

Im April gelang es dem US-amerikanischen Technikunternehmen Microsoft, mit der Marktkapitalisierung die Eine-Billionen-US-Dollar-Schwelle zu durchbrechen. Nach der Vorlage überzeugender Geschäftszahlen stieg die Bewertung des Unternehmens um rund fünf Prozent. Neben einem starken Cloud-Geschäft erhöhte sich der Gewinn um über 18 Prozent auf rund 8,8 Milliarden US-Dollar. An der Börse kletterten Papiere von Microsoft im April um 10,7 Prozent. Die Aktien von Facebook steigerten sich vor dem Hintergrund starker Zahlen sogar um 16 Prozent.

Für positive Schlagzeilen sorgen auch die Geldhäuser. Die Großbank JP Morgan beispielsweise konnte im ersten Quartal einen Rekordgewinn von 9,2 Milliarden US-Dollar verbuchen. Das ist eine Steigerung von fünf Prozent im Vergleich zum Vorjahreszeitraum. Die Einnahmen zogen auf fast 30 Milliarden US-Dollar an, die Aktie kletterte um 14,6 Prozent. Konkurrent Morgan Stanley konnte ebenfalls über ein starkes erstes Quartal berichten, der Wert verbesserte sich um 14,3 Prozent.

Die jüngste konjunkturelle Aufhellung spricht für ein positives Börsenumfeld. Allerdings können geopolitische Risiken wie etwa der Handelskonflikt für Schwankungen sorgen.

Fernost

Verschnaufpause an asiatischen Börsen

Zu Beginn des Monats April konnten die asiatischen Börsen die zum Vormonatsende gestartete Rallye zunächst fortsetzen, legten dann jedoch eine Verschnaufpause ein. Nach einer Seitwärtsbewegung mussten die Gewinne gegen Ende des Monats teilweise wieder abgegeben werden. Nichtsdestotrotz konnte der MSCI Far East ex Japan-Index in lokaler Währung 1,9 Prozent hinzugewinnen. Kurstreibende Impulse blieben mit Ausnahme guter Makrodaten während des gesamten Berichtszeitraums weitgehend aus.

Nachdem die asiatischen Börsen seit Anfang des Jahres von Sorgen um eine Abschwächung der Wirtschaft geplagt wurden, stellten die jüngsten Konjunkturdaten aus China einen langersehnten Lichtblick dar. Die Einkaufsmanagerindizes erreichten im März sowohl im Dienstleistungssektor als auch im verarbeitenden Gewerbe die höchsten Stände seit mehreren Monaten. Die chinesische Wirtschaft ist im ersten Quartal mit 6,4 Prozent relativ zum Vorjahr stärker gewachsen als erwartet und auch die Industrieproduktion hat zuletzt wieder Fahrt aufgenommen. In Hongkong stieg der Hang Seng Composite-Index um 2,2 Prozent. Der Shanghai Composite-Index musste jedoch einen Verlust von 0,4 Prozent hinnehmen.

Die Gespräche im Handelsstreit zwischen den USA und China gerieten im vergangenen Monat erneut ins Stocken, sodass Fortschritte und damit Impulse für die Märkte ausblieben. Die Lösung des Konflikts wird nun frühestens Ende Mai erwartet.

An den übrigen asiatischen Börsenplätzen herrschte ein gemischtes Bild: In Singapur (5,8 Prozent) und Taiwan (3,1 Prozent) fielen kräftige Gewinne an. Auch die Börsen in Thailand (2,1 Prozent) und Indien (0,9 Prozent) verbuchten deutliche Kursaufschläge. Die Märkte in Malaysia (-0,1 Prozent) und Indonesien (-0,4 Prozent) blieben jedoch mit Verlusten hinter den übrigen Börsen zurück.

In den nächsten Monaten dürfte an den Märkten vor allem die Entwicklung der globalen Konjunktur sowie der Fortgang der Handelsgespräche zwischen den USA und China entscheidend sein.

Japan

Japanische Börsen beenden April mit Gewinnen

Die japanischen Börsen konnten im April deutliche Gewinne erzielen. Der marktbreite TOPIX-Index gewann in lokaler Währung 1,7 Prozent an Wert. Der NIKKEI 225-Index konnte sogar ein Plus von 5,0 Prozent verbuchen. Da die japanischen Börsen aufgrund der Goldenen Woche für zehn Tage geschlossen sein werden, endete der Berichtszeitraum bereits am 26. April.

Die Wirtschaft in Japan leidet unter dem noch immer ungelösten Handelsstreit zwischen den USA und China. Die japanischen Ausfuhren sanken im März zum vierten Mal in Folge; insbesondere die Exporte nach China gingen stark zurück. Auch die japanische Regierung selbst befindet sich nun in einem Handelskonflikt mit den USA. US-Präsident Donald Trump hatte wegen des hohen Handelsdefizits der USA gegenüber Japan jüngst gedroht, japanische Automobile mit einem bis zu 25-prozentigen Einfuhrzoll zu belegen. Das fast 70 Milliarden US-Dollar große Defizit wird zum Großteil durch Autolieferungen aus Japan verursacht. Zudem stieg es im März noch um zehn Prozent. Am 15. April begannen die Verhandlungen beider Parteien über ein bilaterales Abkommen.

Die sinkende Nachfrage nach japanischen Produkten löste bereits seit Anfang des Jahres Sorgen um einen konjunkturellen Abschwung aus. Gedämpft wurden diese jüngst von den für März veröffentlichten Makrodaten aus China, die besser ausfielen als erwartet und auf eine baldige Erholung der japanischen Ausfuhren hoffen lassen. Zudem zeigt sich auch die Binnenwirtschaft in Japan mit einer niedrigen Arbeitslosenrate und steigenden Löhnen im Gegensatz zu den Exportdaten stabil. Eine weitere Stütze für die japanische Wirtschaft stellt die Entscheidung der Bank of Japan dar, ihren lockeren geldpolitischen Kurs beizubehalten. Die Zinsen sollen demnach noch bis mindestens zum nächsten Frühjahr auf dem aktuell niedrigen Niveau bleiben, sodass Kredite für Investitionen der Wirtschaft und für Verbraucher weiterhin billig bleiben.

Die Märkte dürften in den nächsten Monaten vor allem von der Entwicklung der globalen Wirtschaft und den Ergebnissen der Handelsgespräche mit den USA beeinflusst werden.

Weltweit

Globale Börsen setzen Rally fort

Die globalen Aktienmärkte haben die Kursgewinne aus dem Vormonat im April ausgebaut. Der MSCI World-Index legte in lokaler Währung um 3,6 Prozent zu. Seit Jahresbeginn summieren sich die Gewinne auf mehr als 16 Prozent.

Die US-Börsen profitierten vor allem von starken Quartalsberichten der Unternehmen. Der Dow Jones Industrial Average kletterte 2,6 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index verbesserte sich um 3,9 Prozent. Vor allem Finanz- und IT-Werte konnten sich steigern, während die Sektoren Health Care und Energie hinter dem Gesamtmarkt zurückblieben. Neben positiven konjunkturellen Daten und dem Bekenntnis der US-Notenbank Fed zu einer anhaltend lockeren Geldpolitik stützte die Berichtssaison zum ersten Quartal die Notierungen. Nachdem 380 Konzerne die Bücher geöffnet hatten, konnten 56 Prozent die Erwartungen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Bei den Gewinnen waren es 76 Prozent.

Auch die europäischen Aktienmärkte verzeichneten deutliche Zuwächse. Der EURO STOXX 50-Index gewann 4,9 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Wertzuwachs von 3,2 Prozent. Hier kamen von konjunktureller Seite teilweise ermutigende Signale. Das Wirtschaftswachstum in der Eurozone hat sich zwischen Januar und März überraschend verbessert. Das Bruttoinlandsprodukt legte im ersten Quartal um 0,4 Prozent im Vergleich zum Vorquartal zu. Sorgenkind der Eurozone bleibt der Industrie-Sektor. Die Frühindikatoren signalisierten im April zwar eine leichte Verbesserung, befinden sich aber weiterhin im negativen Bereich.

In Tokio gewann der marktbreite TOPIX-Index 1,7 Prozent an Wert, der NIKKEI 225-Index konnte aufgrund der Entspannung im Handelsstreit sogar ein Plus von 5,0 Prozent verbuchen. Aktien aus den Schwellenländern erzielten nur leichte Kursfortschritte. Gemessen am MSCI Emerging Markets-Index kletterte die Anlageklasse in lokaler Währung um 1,0 Prozent.

Neben Anzeichen einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik dürften zudem anhaltende geopolitische Risiken immer wieder für Schwankungen an den Börsen sorgen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Peripherieanleihen waren gefragt

Europäische Kernanleihen standen im April zunächst unter Druck. In China waren einige wichtige Frühindikatoren besser als erwartet ausgefallen und weckten bei Anlegern die Hoffnung, dass damit auch eine Belebung im Euroraum einhergehen könnte. Bundesanleihen, deren Rendite für zehnjährige Papiere sich Ende März noch bis auf minus 0,1 Prozent ermäßigte, mussten daraufhin Kursverluste hinnehmen. Bis zur Monatsmitte kletterte die Rendite auf plus 0,1 Prozent. Weitere Wirtschaftsdaten bestätigten die erhoffte Stabilisierung aber nicht. Kernanleihen konnten daraufhin einen Teil der Verluste aufholen. Letztlich blieb jedoch auf Indexebene ein Minus von 0,4 Prozent. Mit Blick auf die Osterfeiertage waren insgesamt eher geringe Handelsvolumina festzustellen.

Anleihen aus den Peripherieländern entwickelten sich hingegen freundlich. Der Schwenk der großen Notenbanken aus dem Vormonat wirkte hier noch nach. Insbesondere der Verzicht auf Zinserhöhungen führte zu einer höheren Risikoneigung der Investoren. Papiere aus Spanien waren trotz der zum Monatsende abgehaltenen Wahlen gefragt. Zu den großen Favoriten zählten aber Anleihen aus Griechenland. Die Regierung in Athen hatte angekündigt, Kredite vom Internationalen Währungsfonds (IWF) frühzeitig zurückzahlen zu wollen. Dazu wolle man Mittel am Kapitalmarkt aufnehmen, was nach der sehr erfolgreichen Platzierung einer zehnjährigen Anleihe problemlos möglich sein dürfte. Mit einem solchen Schritt würde sich die Zinslast erheblich senken lassen. Peripherieanleihen legten im April 0,6 Prozent zu. Die April-Sitzung der Europäischen Zentralbank brachte keine neuen Erkenntnisse. Konkrete Details zur Ausgestaltung der neuen Tender (TLTRO) werden wohl erst zusammen mit neuen Wachstumsprojektionen im Juni veröffentlicht. Die Währungshüter können noch abwarten, ob sie mit den Tendern einen expansiven Impuls setzen oder lediglich regulatorische Schwierigkeiten verhindern wollen. In Summe beendeten europäischen Staatsanleihen den April, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, nahezu unverändert. Wir rechnen mit Blick auf die schwachen Konjunkturdaten vorerst nicht mit nennenswert höheren Renditen.

Euro-Outs

Türkei erneut unter Druck

Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, verbuchte im April mehrheitlich leicht steigende Renditen. Dabei fielen zu Beginn des Berichtsmonats einige Frühindikatoren aus China besser aus als erwartet. Das chinesische Bruttoinlandsprodukt stieg im ersten Quartal dieses Jahres um 6,4 Prozent. Darüber hinaus konnten auch die Daten zur Industrieproduktion überzeugen. Nachdem aber mit Blick auf weitere Wirtschaftsdaten die erhoffte Stabilisierung trotz der positiven Vorgaben aus China weitestgehend ausblieb, waren vor allem Schuldverschreibungen aus den Peripherieländern gefragt. Anleihen außerhalb des Währungsraums mussten währenddessen tendenziell Kursverluste hinnehmen. Die als sicher geltenden Papiere aus der Schweiz und Norwegen verzeichneten im zehnjährigen Laufzeitenbereich einen Renditeanstieg von rund neun und 20 Basispunkten. Auch der Schweizer Franken verlor gegenüber dem Euro 2,3 Prozent an Wert. Papiere aus Schweden hingegen handelten per saldo nahezu unverändert im Vergleich zum Vormonat. Dabei stützte die Signalisierung keiner baldigen Zinserhöhung seitens der Schwedischen Zentralbank.

Größere Bewegungen waren hingegen in der Türkei zu vernehmen. Der volatile Handel am Ölmarkt verschärfte die ohnehin angespannte Haushaltssituation. Daneben verunsicherte auch der Sieg der oppositionellen CHP im Rahmen der Lokalwahlen in Istanbul und Ankara. Infolgedessen verzeichneten zehnjährige Schuldverschreibungen einen Renditeanstieg von über 1,7 Prozentpunkten. Auch die Türkische Lira wertete um 6,6 Prozent gegenüber dem Euro ab. Ergänzend dazu zeigten sich die Märkte von der Entscheidung der türkischen Zentralbank, den Leitzins trotz hoher Inflation unverändert bei 24 Prozent zu belassen, enttäuscht. Auf der anderen Seite profitierte Russland als ölexportierende Nation von dem Anstieg des Ölpreises. Die Rendite zehnjähriger Lokalwährungsanleihen sank im Monatsvergleich um circa 15 Basispunkte. Die Währung wertete gegenüber dem Euro um 1,6 Prozent auf. Schuldverschreibungen aus Ungarn hingegen verabschiedeten sich mit einem Renditeanstieg von rund 40 Basispunkte aus dem Berichtsmonat.

USA

Erwartungen an die US-Notenbank nehmen zu

US-Schatzanweisungen gerieten im April zunächst unter Druck. In China waren wichtige Frühindikatoren besser als erwartet ausgefallen. Anleger schöpften daraufhin Hoffnung auf einen Impuls für die Weltwirtschaft, der auch die USA erreichen würde. Parallel dazu fielen einige US-Konjunkturdaten besser als erwartet aus. Nachdem die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen Ende März noch die Marke von 2,4 Prozent nach unten durchschritten hatten, konnte Mitte April wieder die Schwelle von 2,6 Prozent überquert werden. Im weiteren Monatsverlauf blieben gute Anschlussdaten aber aus. Ein Teil der zuvor entstandenen Verluste konnte daher in der zweiten Monatshälfte wieder aufgeholt werden. Dennoch verblieb letztlich, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index, für den Gesamtmonat April ein leichtes Minus von 0,3 Prozent.

Von politischer Seite her bliebt es vergleichsweise ruhig. Die Verhandlungen mit China über eine Beilegung des Zollstreits wurden von beiden Seiten als konstruktiv beschrieben. Anleger sind mehr und mehr optimistisch gestimmt, dass die Gespräche eine Deeskalation zur Folge haben und die höheren Zölle letztlich doch nicht greifen werden. Mit Blick auf die Geldpolitik der US-Notenbank gab es wenig Neues, da im April kein Treffen stattfand. Die Erwartungen an die aber ohnehin schon zunehmend wieder lockere Geldpolitik der Währungshüter nehmen jedoch zu. Einige Marktbeobachter rechneten Ende April sogar mit einer Zinssenkung im laufenden Jahr. Ende April lag die Wahrscheinlichkeit für einen ersten Zinsschritt nach unten für das Treffen im Oktober bei knapp 60 Prozent. US-Präsident Donald Trump wurde zudem nicht müde Einfluss auf US-Notenbankchef Jerome Powell zu nehmen. Eine Zinssenkung würde die Wirtschaft beleben und dem Präsident Rückenwind für eine mögliche Wiederwahl Ende 2020 geben. Die Mehrheit der Analysten erwartet für das kommende Jahr eine weitere Wachstumseintrübung, was den Forderungen Trumps neue Nahrung gab. Vorerst dürfte der Aufwärtsdruck auf die Renditen gering bleiben, da der Rentenmarkt derzeit gut unterstützt scheint - trotz leicht höherer Inflationsraten.

Weltweit

Kursverluste bei sicheren Häfen

Europäische Kernanleihen standen im April zunächst unter Druck. In China waren einige wichtige Frühindikatoren besser als erwartet ausgefallen und weckten bei Anlegern die Hoffnung, dass damit auch eine Belebung im Euroraum einhergehen könnte. Weitere Wirtschaftsdaten bestätigten die erhoffte Stabilisierung aber nicht. Kernanleihen konnten daraufhin einen Teil der Verluste aufholen. Letztlich blieb jedoch auf Indexebene ein Minus von 0,4 Prozent. Anleihen aus den Peripherieländern entwickelten sich hingegen freundlich. Der Schwenk der großen Notenbanken aus dem Vormonat wirkte hier noch nach. Insbesondere der Verzicht auf Zinserhöhungen führte zu einer höheren Risikoneigung der Investoren. Zu den großen Favoriten zählten Anleihen aus Griechenland. Die Regierung in Athen hatte angekündigt, Kredite vom Internationalen Währungsfonds frühzeitig zurückzahlen zu wollen. Peripherieanleihen legten im April 0,6 Prozent zu. In Summe beendeten europäischen Staatsanleihen den April, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, somit nahezu unverändert.

US-Schatzanweisungen vollzogen eine ähnliche Kursbewegung wie europäische Kernanleihen. Auch sie gerieten im April zunächst unter Druck. Nachdem die Renditen zehnjähriger US-Staatsanleihen Ende März noch die Marke von 2,4 Prozent nach unten durchschritten hatten, konnte Mitte April wieder die Schwelle von 2,6 Prozent überquert werden. Im weiteren Monatsverlauf blieben gute Anschlussdaten aber aus. Ein Teil der zuvor entstandenen Verluste konnte daher in der zweiten Monatshälfte daher auch dort wieder aufgeholt werden. Dennoch verblieb letztlich, gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index, für den Gesamtmonat April ein leichtes Minus von 0,3 Prozent. Die Erwartungen an die ohnehin schon zunehmend wieder lockere Geldpolitik der US-Notenbank nehmen zu. Auch US-Präsident Donald Trump wurde nicht müde Einfluss auf US-Notenbankchef Jerome Powell zu nehmen.

Unternehmensanleihen gewannen auf Indexebene 0,7 Prozent hinzu und profitierten dabei von einer soliden Berichtssaison und einer hohen Risikoneigung der Anleger. Anleihen aus den Schwellenländern legten nur leicht zu und gewannen 0,2 Prozent an Wert.

Unternehmensanleihen

Hohe Nachfrage hält an

In einem zinsseitig stabil bis freundlichen Marktumfeld konnten Unternehmensanleihen leicht hinzugewinnen. Geopolitische Risiken wie der Handelsstreit oder die Brexit-Verhandlungen traten im April in den Hintergrund. Mit einem Plus von 0,7 Prozent auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporates, ER00-Index) setzten europäische Investmentgrade Unternehmenspapiere ihren erfreulichen Aufwärtstrend fort. Kurz vor Monatsende wurde indexseitig ein sogar neuer Jahreshöchststand erreicht. Gleichzeitig verminderten sich die Risikoaufschläge (Asset Swap Spreads) um zwölf auf 67 Basispunkte. Die anhaltend gute Nachfrage machte sich vor allem im direkten Anleihehandel (Cashmarkt) bemerkbar. Dieser konnte vor allem in der zweiten Monatshälfte die Entwicklung der synthetischen Indizes übertreffen. Von der anhaltenden Nachfrage nach renditeträchtigen Papieren profitierten vor allem die risikoreicheren Untersektoren wie etwa hochverzinsliche Titel (ICE BofA Merrill Lynch Euro High Yield, HEAG-Index) und Nachranganleihen aus dem Industrie- und Finanzbereich (ICE BofA Merrill Lynch ENSU/EBSU-Index). Diese gewannen indexseitig um 1,3 beziehungsweise jeweils 1,4 Prozent hinzu. Die Bilanzberichtssaison kann als solide bezeichnet werden, wenngleich einige Unternehmen hinter den Erwartungen zurückblieben.

Am Primärmarkt wurden angesichts der hohen Nachfrage nach neuen Anleihen den Anlegern nur geringe oder teils sogar gar keine Neuemissionsprämien gewährt. Insgesamt war die Primaraktivität gering, was den Handel generell stützte. Nachfrageseitig aus dem Rahmen fiel das in der Bauwirtschaft tätige Schweizer Spezialchemieunternehmen Sika, welches als sehr seltener Anleiheemittent zwei Anleihetranchen mit acht und zwölf Jahren Laufzeit zu je 500 Millionen Euro platzierte. Die beiden Orderbücher waren zuletzt mit Zeichnungswünschen über insgesamt zehn Milliarden Euro um ein Vielfaches überzeichnet.

Der mittelfristige Ausblick hängt stark davon ab, ob eine Rezession der Weltwirtschaft verhindert werden kann. Entscheidend hierzu ist die Entwicklung im Handelskonflikt zwischen den USA und China.

Emerging Markets

Schwellenmärkte nahezu unverändert

Die Rentenmärkte der Schwellenländer traten im April weitestgehend auf der Stelle. Zu Beginn des Berichtsmonats sorgten noch positive Frühindikatoren aus China für Unterstützung. Mit einem Plus von 6,4 Prozent hat das chinesische Bruttoinlandsprodukt im ersten Quartal dieses Jahres sogar noch etwas stärker als erwartet zugenommen. Darüber hinaus konnten auch die Daten zur Industrieproduktion überzeugen. Für die Aufwärtsbewegung wird das rund 4.150 Milliarden Yuan schwere Maßnahmenpaket der Regierung mit einer rund hälftigen Aufteilung zwischen staatlichen Investitionen und Fiskalmaßnahmen herangezogen. Insgesamt fehlte dennoch der Schwung, um die Schwellenländer-Anleihen in der Breite anzuschieben. Der Gesamtmarkt – gemessen am JP Morgan EMBI Global Div.-Index – verbuchte ein Plus von rund 0,1 Prozent.

Neben der tendenziell seitwärtsverlaufenden Gesamtmarktbewegung standen aber auch vereinzelte Titel unter Druck. Dabei zeigten sich insbesondere in der Türkei deutliche Korrekturen auf. Der weitere Anstieg des Rohölpreises verschärfte die ohnehin angespannte Haushaltssituation der ölimportierenden Nation. Infolgedessen verzeichneten die Schuldverschreibungen im zehnjährigen Laufzeitenbereich einen Renditeanstieg von über 1,9 Prozent. Auch die Türkische Lira wertete um 6,6 Prozent gegenüber dem Euro ab. Ergänzend dazu zeigten sich die Märkte von der Entscheidung der türkischen Zentralbank, den Leitzins trotz hoher Inflation unverändert bei 24 Prozent zu belassen, unbeeindruckt. Auf der anderen Seite profitierten Russland und Saudi-Arabien als ölexportierende Nationen von dem Anstieg des Ölpreises. Die Rendite zehnjähriger Lokalanleihen aus Russland sank im Monatsvergleich um circa 20 Basispunkte. Die Hartwährungspapiere aus Saudi-Arabien waren über alle Laufzeiten hinweg gefragt. Auch hinterließen politische Ereignisse ihre Spuren im Marktgeschehen. Die Sorge, dass in Argentinien die ehemalige Regierungsgruppe rund um Kirchner im Herbst wieder an die Macht kommen könnte, veranlasste Investoren, sich überwiegend auf der Verkaufsseite zu positionieren. Die Rendite zehnjähriger Papiere kletterte um über 1,7 Prozent.

Disclaimer

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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. März 2019, soweit nicht anders angegeben.


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