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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht März 2019

Aktien im März im Plus und Notenbankpolitik lässt Staatsanleihen steigen.
© Union Investment

Aktien: Im März im Plus

Renten: Notenbankpolitik lässt Staatsanleihen steigen

Aktienmärkte: Die Hoffnung auf eine Annährung im Handelsstreit zwischen den USA und China sowie die Aussicht auf eine lockere Zins- beziehungsweise Geldpolitik der großen Notenbanken haben im März für Zugewinne an den Aktienbörsen gesorgt.

Rentenmärkte: An den Staatsanleihemärkten in den USA und im Euroraum führte in erster Linie die Erwartung anhaltend niedriger Leitzinsen zu Kurszuwächsen bei den Anleihenotierungen. Zehnjährige deutsche Bundesanleihen notierten im negativen Renditebereich.

Die Aktienmärkte

Europa

Europäische Börsen können Gewinne nicht halten

Nach einer Seitwärtsbewegung Anfang März konnten die europäischen Aktienmärkte deutliche Wertzuwächse erzielen, die sie jedoch ab Mitte des Monats zu weiten Teilen wieder abgeben mussten. Der EURO STOXX 50-Index gewann unter dem Strich 1,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verbuchte einen Wertzuwachs von 1,7 Prozent. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung gewannen 1,2 Prozent hinzu.

Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft drückten auch in diesem Monat die Stimmung. Auslöser hierfür waren vor allem sich eintrübende Wirtschaftsdaten aus Deutschland, den USA und China. Besonders schwach fiel im März der Einkaufsmanagerindex für die Industrie in Deutschland aus: Mit einem Stand von 44,7 Punkten hat sich der Index noch weiter von der 50-Punkte-Marke entfernt, die ein Wachstum der Wirtschaft signalisiert. Auch die Auftragseingänge für die Industrie sind erneut gesunken. Dies belastete den deutschen DAX-Index, welcher im März lediglich 0,1 Prozent zulegen konnte.

Die eingetrübte Konjunktur sorgte auch bei der Europäischen Zentralbank (EZB) für ein Umdenken. Auf ihrer März-Sitzung sah sich die EZB gezwungen, ihren Inflations- und Wachstumsausblick nach unten anzupassen. Daneben kündigte sie ab Herbst weitere Langfristtender an und schloss Leitzinserhöhungen für 2019 gänzlich aus. Dies unterstützte die Börsen.

Bei den Brexit-Verhandlungen überschlugen sich die Ereignisse. Der von Premierministerin Theresa May ausgehandelte Austrittsvertrag mit der Europäischen Union wurde vom britischen Parlament mehrfach abgelehnt. Der Tag des Austritts, der ursprünglich auf den 29. März terminiert war, wurde verschoben. Weitere Vorschläge für Brexit-Varianten konnten im Unterhaus ebenfalls keine Mehrheit erzielen. May bat unterdessen sogar ihren Rücktritt an, sollte ihr ursprünglicher Deal doch noch angenommen werden. Der FTSE 100-Index legte trotz dieser Gemengelage 2,9 Prozent zu.

Die europäischen Aktienmärkte werden in den kommenden Monaten auch weiterhin stark von den andauernden Brexit-Verhandlungen und den Sorgen um die globale Konjunktur beeinflusst werden.

Deutschland

Deutsche Börsen knapp im Plus

Die deutschen Aktienmärkte tendierten nach einem starken Jahresbeginn im März seitwärts. Der DAX 30-Index, der die größten deutschen Unternehmen repräsentiert, legte unter dem Strich 0,1 Prozent zu. Die zwischenzeitlich aufgelaufenen Kursgewinne musste der Index in der zweiten Monatshälfte wieder abgeben. Die Gewinne bei den Nebenwerten fielen etwas größer aus: Der MDAX-Index mit Firmen mittlerer Marktkapitalisierung gewann 1,4 Prozent, die im SDAX-Index geführten kleineren Firmen legten 1,2 Prozent zu. Deutsche Technologieunternehmen konnten den Monat mit einem Plus in Höhe von 2,7 Prozent, gemessen am TecDAX-Index, beenden.

Sorgen um eine Abkühlung der Weltwirtschaft belasteten auch im März die Stimmung. Besonders schwach fiel im Berichtsmonat der Einkaufsmanagerindex für die deutsche Industrie aus: Mit einem Stand von 44,7 Punkten hat sich das Barometer noch weiter von der 50-Punkte-Marke entfernt, die ein Wachstum der Wirtschaft signalisiert. Auch die Auftragseingänge in der Industrie sind erneut gesunken. Dagegen zeigt sich der private Konsum in Deutschland nach wie vor stark. Einen weiteren positiven Impuls lieferte der Ifo-Geschäftsklimaindex: Nach sechs Rückgängen in Folge stieg das Stimmungsbarometer für die deutsche Wirtschaft im März überraschend an.

Vonseiten des Handelsstreits kamen im März positive Signale: Nach einer Reihe gegenseitiger Besuche von chinesischen und US-amerikanischen Offiziellen zeichnete sich ab, dass ein Abkommen Ende April unterzeichnet werden könnte. Auch die Sitzung der Europäischen Zentralbank, auf der sie weitere Langfristtender ankündigte und Leitzinserhöhungen für 2019 gänzlich ausschloss, sorgte letztlich für Unterstützung. Dagegen belastete das Brexit-Chaos das Marktgeschehen. Der ursprüngliche Austrittstermin Großbritanniens am 29. März wurde nach mehreren gescheiterten Abstimmungen im Unterhaus verschoben. Weitere Vorschläge für Brexit-Varianten konnten im Unterhaus ebenfalls keine Mehrheit erzielen.

Die weitere Entwicklung der Weltkonjunktur sowie der Fortgang bei Brexit und Handelsstreit bleiben die bestimmenden Themen am deutschen Aktienmarkt in den kommenden Wochen.

Osteuropa

Türkische Wahl lastet auf Osteuropas Börsen

Im März traten die Aktienmärkte in Osteuropa auf der Stelle. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index legte in Lokalwährung 0,6 Prozent zu. In US-Dollar gerechnet schlossen die Börsen 0,2 Prozent im Plus. Die Aktienmärkte befanden sich im Spannungsfeld zwischen einem eingetrübten Konjunkturumfeld und den Wahlen in der Türkei auf der einen Seite sowie der Kehrtwende in der US-Geldpolitik auf der anderen Seite.

In der Türkei standen die Kommunalwahlen am 31. März im Fokus. Im Vorfeld der Wahl kam es zu Schwankungen an den Kapitalmärkten und auch bei der Türkischen Lira (gegen US-Dollar: -4,2 Prozent). Die Investoren fürchteten, dass ein negativer Wahlausgang populistische Maßnahmen seitens des Präsidenten Recep Tayyip Erdogan hervorrufen könnte und darunter das Investitionsklima noch mehr leiden würde. Die türkischen Aktienmärkte büßten in Lokalwährung 10,3 Prozent ein (BIST-Index). Schließlich zeichnete sich am 31. März trotz des landesweiten Siegs der regierenden AKP ein Rückschlag für Erdogan ab, denn in den Metropolen Ankara und Istanbul gewann die oppositionelle CHP.

Die russischen Aktienmärkte konnten, gemessen am MICEX-Index in Lokalwährung, 0,5 Prozent zulegen. Da der Russische Rubel gegenüber dem US-Dollar auf Monatssicht um 0,4 Prozent an Wert zugelegt hatte, gewann der in US-Dollar notierende RTS-Index 0,8 Prozent hinzu. Neben dem angestiegenen Ölpreis sorgte der Untersuchungsbericht von US-Sonderermittler Robert Mueller für Unterstützung. Sein Bericht kam unter anderem zu dem Ergebnis, dass es keine Beweise für geheime Absprachen des Wahlkampflagers von US-Präsident Donald Trump mit Russland gab. Investoren hatten im Vorfeld mit möglichen Sanktionsverschärfungen gegenüber Russland gerechnet.

Auf ihrer März-Sitzung verkündete die US-Notenbank, dass sie 2019 die Zinsen aller Voraussicht nach konstant halten wird und außerdem ihre Bilanz perspektivisch nicht weiter abbauen wird. Diese Abkehr vom restriktiven Kurs unterstützte die Kurse.

Für den weiteren Verlauf der Aktienmärkte in Osteuropa wird in den kommenden Wochen insbesondere entscheidend sein, wie sich das konjunkturelle Umfeld entwickelt.

USA

Entspannung im Handelsstreit beflügelt US-Kurse

Die US-Börsen haben im März die Kursgewinne aus den Vormonaten fortgesetzt und haben im Plus geschlossen. Der marktbreite S&P 500-Index kletterte um 1,8 Prozent, der Nasdaq Composite-Index stieg um 2,6 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average schloss – unter anderem aufgrund der schlechten Wertentwicklung des Schwergewichts Boeing – unverändert. Zu den wichtigsten Unterstützungsfaktoren zählte die Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Im Berichtsmonat zeichnete sich nach einer Reihe gegenseitiger Besuche von Offiziellen ab, dass ein Abkommen Ende April unterzeichnet werden könnte. Dann soll der chinesische Premier Xi Jinping sein US-Pendant Donald Trump in Florida besuchen.

Auch die US-Notenbank Fed beeinflusste die Kurse. Auf ihrer Sitzung hat sie das Zielband für den Leitzins unverändert bei 2,25 bis 2,5 Prozent belassen. Ebenso betonte sie, sich hinsichtlich weiterer Zinsschritte in Geduld zu üben. Damit wurde offiziell betont, was viele Marktbeobachter bereits seit längerem erwarten und was daher weitgehend eingepreist war: Die Währungshüter machen eine Pause auf ihrem Zinserhöhungspfad. Wichtige Entscheidungen fielen auch in Bezug auf den Prozess der Rückführung der Zentralbankbilanz. Diese war durch die massiven Ankäufe von verzinslichen Wertpapieren bis auf 4,5 Billionen US-Dollar angestiegen. Von ihrem bisherigen Plan, die Bilanz monatlich um maximal 50 Milliarden US-Dollar abzuschmelzen, verabschiedete sich die Fed also bereits nach einem guten Jahr wieder. Ab Mai wird der Bilanzabbau schrittweise zurückgeführt und Ende September eingestellt.

Einen schwarzen Monat erlebte der US-Flugzeugbauer Boeing. Nach zwei tragischen Abstürzen des Typs 737 Max 8 hatten zahlreiche Nationen und Fluglinien ein Flugverbot für das Modell ausgesprochen. Boeing reagierte und empfahl schließlich selbst ein weltweites Startverbot für alle 371 bislang ausgelieferten Maschinen. Die Aktie des Konzerns gab im März gut 13 Prozent ab.

Trotz des starken Startquartals dürften die Börsen aufgrund der konjunkturellen Unsicherheit und der geopolitischen Risiken schwankungsanfällig bleiben.

Fernost

Turbulenter Monat an asiatischen Börsen

Nach einem starken Jahresauftakt waren die asiatischen Schwellenländer im März starken Schwankungen unterworfen. Letztendlich gewann der MSCI Far East ex Japan-Index in lokaler Währung 0,6 Prozent. Belastend wirkten sich im vergangenen Monat der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie Sorgen um die globale Konjunktur aus.

Nachdem US-Präsident Donald Trump noch im Februar die am 1. März auslaufende Frist für neue Zölle verschoben hatte und von „bedeutenden Fortschritten“ in den Verhandlungen mit China sprach, stieg bei den Anlegern die Hoffnung auf eine baldiges Ende des Handelsstreits. Diese wich jedoch zur Monatsmitte wieder als bekannt wurde, dass die Gespräche erneut stockten und eine Einigung noch nicht in Sicht ist. Ende März kommen die Delegierten beider Nationen erneut zusammen, um in wenigen Wochen ein Ergebnis präsentieren zu können. Bis dahin wird der langwierige Konflikt weiterhin für Unsicherheit sorgen.

Die schon seit einigen Monaten bestehenden Sorgen um die Weltwirtschaft wurden im März durch die jüngsten Konjunkturdaten aus China verstärkt. Dabei zeigte sich insbesondere die Industrie schwach: Das Wachstum der chinesischen Industrieproduktion ist wegen einer abnehmenden Nachfrage in den ersten zwei Monaten auf den tiefsten Stand seit 17 Jahren gefallen. Der industrielle Profit sank dabei so stark wie zuletzt 2011. Der Shanghai Composite-Index konnte den schlechten Nachrichten mit einem Plus von 5,1 Prozent trotzen. In Hongkong stieg der Hang Seng Composite-Index um 1,5 Prozent.

An den übrigen asiatischen Börsenplätzen herrschte ein gemischtes Bild: In Indien (6,4 Prozent) und Taiwan (2,4 Prozent) fielen teils kräftige Gewinne an. Während in Indonesien (0,4 Prozent) überschaubare Zuwächse verbucht werden konnten, fand in Singapur (0 Prozent) keine Wertveränderung statt. Die Märkte Thailand (-0,9 Prozent) blieben deutlich hinter den übrigen Börsen zurück.

Die Fortsetzung der Handelsgespräche zwischen den USA und China und die Entwicklung der Weltwirtschaft könnten in den nächsten Monaten weiterhin für Schwankungen an den Märkten sorgen.

Japan

Turbulenter Monat an den japanischen Börsen

Die japanischen Börsen waren im März starken Schwankungen unterworfen. Letztendlich beendeten sie den Monat mit Kursverlusten. Der NIKKEI 225-Index verlor in lokaler Währung 0,8 Prozent an Wert. Der marktbreitere TOPIX-Index fiel im Berichtszeitraum um 1,0 Prozent. Belastend wirkten sich wie schon in den Vormonaten der Handelskonflikt zwischen den USA und China sowie Sorgen um die globale Konjunktur aus.

Zu Beginn des Monats stieg bei den Anlegern die Hoffnung auf ein baldiges Ende des Handelsstreits. Diese wich jedoch zur Monatsmitte wieder, als bekannt wurde, dass eine Einigung aufgrund erneut stockender Gespräche noch nicht in Sicht ist. Ende März kommen die Delegierten beider Nationen ein weiteres Mal zusammen und wollen schließlich in wenigen Wochen ein Ergebnis präsentieren.

Als Exportnation leidet Japan stark unter dem Handelsstreit. Die Auftragseingänge japanischer Maschinenbauer sind im März zum vierten Mal in Folge gesunken. Auch der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe befindet sich weiterhin unter der Marke von 50 Punkten, die eine expandierende wirtschaftliche Aktivität anzeigt. Die Sorge um die konjunkturelle Entwicklung belastete die japanischen Börsen stark und wurde zudem von ebenfalls schwachen Makrodaten aus China, Deutschland und den USA verstärkt.

Positiv wirkten sich an den Kapitalmärkten die Entscheidungen der Bank of Japan, der Federal Reserve und der Europäischen Zentralbank aus, die Leitzinsen vorerst nicht zu erhöhen und damit eine Stütze für die Konjunktur zu schaffen.

Zum Monatesende kamen an den Börsen in Japan Pharmawerte unter Druck. Nachdem das US-Biotechunternehmen Biogen und sein japanischer Entwicklungspartner Eisai zwei entscheidende klinische Studien zur Behandlung von Alzheimer gestoppt haben, ist der Kurs der Eisai-Aktie um rund 17 Prozent gefallen. In Folge mussten auch andere japanische Pharmahersteller wie beispielsweise Astellas deutliche Verluste hinnehmen.

Die Fortsetzung der Handelsgespräche zwischen den USA und China und die Entwicklung der Weltwirtschaft könnten in den nächsten Monaten weiterhin für Schwankungen an den Märkten sorgen.

Weltweit

Globale Börsen setzen Rally fort

Die globalen Aktienmärkte haben ihre Erholungsrally im März fortgesetzt. Im Monatsvergleich legte der MSCI World-Index in lokaler Währung um 1,3 Prozent zu. Seit Jahresbeginn summieren sich die Gewinne auf mehr als zwölf Prozent.

Die US-Börsen haben im März die Kurgewinne aus den Vormonaten fortgesetzt und haben im Plus geschlossen. Der marktbreite S&P 500-Index kletterte um 1,8 Prozent, der Nasdaq Composite-Index stieg um 2,6 Prozent. Der Dow Jones Industrial Average schloss – unter anderem aufgrund der schlechten Wertveränderung des Schwergewichts Boeing – unverändert. Zu den wichtigsten Unterstützungsfaktoren zählte die Annäherung im Handelskonflikt zwischen den USA und China. Im Berichtsmonat zeichnete sich nach einer Reihe gegenseitiger Besuche von Offiziellen ab, dass ein Abkommen Ende April unterzeichnet werden könnte. Dann soll der chinesische Premier Xi Jinping sein US-Pendant Donald Trump in Florida besuchen.

Auch Europas Aktienmärkte konnten die Kursgewinne vom Jahresanfang weiter ausbauen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 1,6 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 1,7 Prozent zu. Hier geriet der Brexit immer mehr zur Hängepartie, der ursprüngliche Austrittstermin Großbritanniens am 29. März wurde nach mehreren gescheiterten Abstimmungen im Unterhaus verschoben. Der britische Leitindex FTSE 100 konnte nichtsdestotrotz überproportionale Gewinne verbuchen und stieg um 2,9 Prozent.

An den japanischen Börsen liefen im Berichtsmonat Verluste auf. Der NIKKEI 225-Index gab 0,8 Prozent ab. Der marktbreitere TOPIX-Index fiel um 1,0 Prozent. Hier belasteten vor allem Sorgen vor einer Eintrübung der globalen Konjunktur. Aktien aus den Schwellenländern konnten hingegen weitere Kursfortschritte erzielen. Gemessen am MSCI Emerging Markets-Index kletterte die Anlageklasse in lokaler Währung um 1,3 Prozent.

Neben Anzeichen einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik dürften zudem anhaltende geopolitische Risiken immer wieder für Schwankungen an den Börsen sorgen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Notenbank überrascht – Keine Zinserhöhungen 2019

Europäische Staatsanleihen entwickelten sich im März ausgesprochen freundlich und verbuchten kräftige Kurszuwächse. Als stützend erwiesen sich die weiterhin schwachen Konjunkturdaten. Diese führten offenbar auch bei den europäischen Währungshütern zu einem Umdenken. Auf ihrer turnusmäßigen Sitzung im März sah sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, ihren Inflations- und Wachstumsausblick nach unten anzupassen. Im Vorfeld des Treffens waren die Erwartungen der Marktteilnehmer hoch und sie wurden letztlich nicht enttäuscht. Chef-Notenbanker Mario Draghi kündigte ab Herbst weitere Langfristtender an. Damit dürfte sich vor allem die Liquiditätssituation der spanischen und italienischen Banken verbessern. Darüber hinaus fand Draghi überraschend klare Worte, wonach die EZB in diesem Jahr auf Leitzinserhöhungen gänzlich verzichten werde. Zusammen mit den niedrigen Inflationsraten ergab sich somit ein positives Umfeld für Rentenpapiere. Entsprechend hoch war daher in den letzten Handelswochen die Nachfrage von Seiten der Investoren gewesen. Zu den großen Gewinnern zählten diesmal Anleihen aus den Kernländern, die im März rund zwei Prozent zulegen konnten. Die Rendite von zehnjährigen Bundesanleihen ging wieder in den negativen Bereich zurück und lag zwischenzeitlich bei nur noch minus 0,09 Prozent. Damit rentierten die Papiere von Europas größter Volkswirtschaft erstmals seit 2016 wieder unter dem Niveau ihrer japanischen Pendants. Für die Zinsstrukturkurve bedeutete dies eine weitere Verflachung.

Peripherieanleihen legten ebenfalls zu. Positive Nachrichten kamen dabei von den Ratingagenturen. So verbesserte sich abermals die Bonitätsnote Portugals, obwohl dem Land erst vor wenigen Monaten eine höhere Kreditwürdigkeit zugesprochen wurde. In Italien blieb eine drohende Herabstufung aus, was das Risiko deutlich senkte, dass die Anleihen in den Bereich der hochverzinslichen Papiere abrutschen könnten. In Summe legten europäischen Staatsanleihen im März, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, um 1,8 Prozent zu. Wir rechnen vorerst nicht mit nennenswert höheren Renditen.

Euro-Outs

Freundlicher Handelsmonat für europäische Anleihen

Nachdem die Investoren im vergangenen Monat vorsichtiger agierten, nahm im März die Risikoaversion wieder ab. Die regelrechte Kehrtwende der US-Notenbank Federal Reserve beflügelte weltweit die Anleihemärkte. Auf der letzten Sitzung beschloss der Offenmarktausschuss das Zielband für den Leitzins unverändert bei 2,25 bis 2,5 Prozent zu belassen. Für mehr Aufsehen sorgten die Erwartungen der Notenbanker, die bis Ende 2020 nur noch auf eine Zinsanhebung deuten. Marktteilnehmer hingegen gehen für dieses Jahr sogar schon von einer ersten Zinssenkung aus. Die Europäische Zentralbank positionierte sich durch die Ankündigung langfristiger Refinanzierungsoperationen (TLTROs III) und dem Ausschluss von Zinsanhebungen für 2019 ebenfalls zurückhaltend. Der europäische Rentenmarkt, bestehend aus Nationen ohne die Gemeinschaftswährung Euro, reagierte mit Kurszuwächsen. Die als sicher geltenden Anleihen aus der Schweiz verbuchten im zehnjährigen Bereich eine Renditeeinengung von rund 14 Basispunkten im Vergleich zum Vormonat. Auch für die britischen Gilts ging es trotz der zähen Brexit-Verhandlungen aufwärts. In Norwegen verzeichnete die Zinsstrukturkurve eine Verflachung.

Im osteuropäischen Raum war das Sentiment ähnlich positiv. Tschechische Staatspapiere waren über alle Laufzeiten hinweg gefragt. Die russische Zentralbank ließ auf ihrer letzten Sitzung den Leitzins unverändert bei 7,75 Prozent. Eine schwächere Konsumnachfrage und Inflationsentwicklungen unter Erwartung deuten daraufhin hin, dass die Währungshüter in diesem Jahr möglicherweise zu einer Lockerung der Geldpolitik zurückkehren könnten. Daraufhin sanken die Renditen russischer Staatsanleihen am kurzen Ende. In der Türkei hingegen standen sowohl die Staatspapiere als auch die Landeswährung unter Druck. Angebliche Eingriffe der Regierung zur Unterstützung der Landeswährung rund um die Lokalwahlen am 31. März sorgten für Misstrauen. Die Türkische Lira verlor im Handelsmonat 2,9 Prozent gegenüber dem Euro. Im dreijährigen Laufzeitenbereich fiel der Renditeanstieg mit über 500 Basispunkten am stärksten aus.

USA

US-Notenbank vollzieht Kehrtwende

Bis zur Monatsmitte setzte sich am US-Rentenmarkt der ruhige Seitwärtshandel aus den beiden Vormonaten zunächst noch fort. Neben eher schwachen Konjunkturdaten war es dann zur Monatsmitte aber vor allem die US-Notenbank, die für deutlich steigende Kurse sorgte. Auf ihrer turnusmäßigen Sitzung zeigten sich die Währungshüter überraschend skeptisch gegenüber der weiteren konjunkturellen Entwicklung. Marktteilnehmer fragten sich daraufhin, ob die Notenbanker etwas wüssten, was ihnen bisher entgangen ist. Die hohe Unsicherheit sorgte für eine große Nachfrage nach US-Schatzanweisungen. Darüber hinaus bekannte man sich in der Fed einstimmig zu einem geduldigeren Vorgehen und signalisierte damit, dass Leitzinserhöhungen vorerst wohl vom Tisch sind. Aus den Erwartungen der einzelnen Mitglieder lässt sich bis Ende 2020 lediglich noch ein Zinsschritt ableiten. Die Marktteilnehmer sind ohnehin längst weiter. Sie erwarten Ende dieses Jahres sogar schon die erste Zinssenkung. Fed-Chef Jerome Powell merkte zudem an, die Fed wolle zum Herbst hin auch den Bilanzabbau stoppen. Zudem könne man sich vorstellen, zukünftig etwas mehr Inflation zuzulassen.

Die anschließende Marktreaktion war eindeutig: Die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 2,4 Prozent. Im November lag diese noch oberhalb von 3,2 Prozent. Die Zinsstrukturkurve hat sich dadurch weiter verflacht. Papiere mit mittleren Restlaufzeiten profitieren bereits von den Erwartungen an zukünftige Leitzinssenkungen.

Von politischer Seite war es ruhig. Die Handelsgespräche mit China fanden zwar keinen Abschluss, wurden aber als sehr konstruktiv beschrieben. Sonderermittler Mueller lieferte zudem seinen Abschlussbericht ab. Demnach gibt es wohl keine Verbindung von US-Präsident Trump zu Russland mit Blick auf die US-Präsidentenwahl. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verbuchten US-Schatzanweisungen im März ein kräftiges Plus von 2,0 Prozent. Vorerst dürfte der Aufwärtsdruck auf die Renditen gering bleiben.

Weltweit

Ruhiger Monat für Kern-Staatsanleihen

Europäische Staatsanleihen entwickelten sich im März ausgesprochen freundlich und verbuchten kräftige Kurszuwächse. Als stützend erwiesen sich die weiterhin schwachen Konjunkturdaten. Diese führten offenbar auch bei den europäischen Währungshütern zu einem Umdenken. Auf ihrer turnusmäßigen Sitzung im März sah sich die Europäische Zentralbank (EZB) gezwungen, ihren Inflations- und Wachstumsausblick nach unten anzupassen. Chef-Notenbanker Mario Draghi kündigte zudem ab Herbst weitere Langfristtender an. Damit dürfte sich vor allem die Liquiditätssituation der spanischen und italienischen Banken verbessern. Darüber hinaus fand Draghi überraschend klare Worte, wonach die EZB in diesem Jahr auf Leitzinserhöhungen gänzlich verzichten werde. Zusammen mit den niedrigen Inflationsraten ergab sich somit ein positives Umfeld für Rentenpapiere. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index legten Euro-Staatsanleihen im März 1,8 Prozent zu.

Bis zur Monatsmitte setzte sich am US-Rentenmarkt der ruhige Seitwärtshandel aus den beiden Vormonaten zunächst noch fort. Neben eher schwachen Konjunkturdaten war es dann zur Monatsmitte aber vor allem die US-Notenbank, die für deutlich steigende Kurse sorgte. Auf ihrer turnusmäßigen Sitzung zeigten sich die Währungshüter überraschend skeptisch gegenüber der weiteren konjunkturellen Entwicklung. Darüber hinaus bekannte man sich in der Fed einstimmig zu einem geduldigeren Vorgehen und signalisierte damit, dass Leitzinserhöhungen vorerst wohl vom Tisch sind. Die anschließende Marktreaktion war eindeutig: Die Rendite zehnjähriger US-Schatzanweisungen fiel zwischenzeitlich unter die Marke von 2,4 Prozent. Die Zinsstrukturkurve hat sich dadurch weiter verflacht. Von politischer Seite war es ruhig. Die Handelsgespräche mit China fanden zwar keinen Abschluss, wurden aber als sehr konstruktiv beschrieben. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verbuchten US-Schatzanweisungen im März ein kräftiges Plus von 2,0 Prozent.

Risikobehaftete Papiere waren gefragt. So legten sowohl Unternehmensanleihen als auch Anleihen aus Schwellenländern um 1,4 Prozent zu.

Unternehmensanleihen

Unternehmensanleihen waren erneut gefragt

Europäische Unternehmensanleihen schnitten auch im März positiv ab und können somit auf eine sehr erfreuliche Quartalsentwicklung zurückschauen (+3,2 Prozent). Als stützend erwiesen sich erneut die Notenbanken. In den USA vollzog die US-Notenbank Fed eine regelrechte Kehrtwende. Weitere Zinserhöhungen dürften zumindest für dieses Jahr wohl vom Tisch sein. Darüber hinaus soll der Bilanzabbau gestoppt werden. Auch in Europa waren verhaltene Töne wahrzunehmen. EZB-Präsident Draghi gab bekannt, in diesem Jahr keine Zinserhöhung durchführen zu wollen. Darüber hinaus wurden neue Langfristtender für den Herbst angekündigt. In Kombination mit den schwachen Konjunkturdaten ergab sich ein sehr freundliches Umfeld für Rentenanlagen. Staatsanleihen legten stark zu, doch auch der europäische Unternehmensanleihesektor verbuchte, gemessen am ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index (ER00), ein Plus von 1,4 Prozent. Die Risikoaufschläge kamen dabei weiter zurück.

Für Rückenwind sorgte die insgesamt hohe Nachfrage nach Anleihen mit einem Zinsaufschlag. Das Angebot an neuen Papieren war überraschend gering. Die Emittenten, die an den Markt kamen, sahen sich daher in der Lage, ihre neuen Papiere entsprechend teuer zu preisen. Die zu vereinnahmenden Neuemissionsprämien waren daher vergleichsweise gering. Ein positiver Nebeneffekt dieser Tatsache waren die dadurch geringen Preisverzerrungen bei den sich bereits im Umlauf befindenden Papieren. Den größten Zuwachs erzielten klassische Anleihen von Emittenten aus der Industrie mit Investment Grade-Rating. In den Monaten zuvor waren es vor allem die bonitätsmäßig schwächeren Papiere gewesen, die in der Gunst der Anleger weit oben standen. Nachrangtitel und hochverzinsliche Anleihen legten zwar ebenfalls zu, deren Zuwächse fielen aber etwas geringer aus.

Das europäische Konjunkturbild bleibt zwar durchwachsen. Die Gewinnerwartungen der Unternehmen gingen in den letzten Wochen aber weiter zurück und scheinen nun schlagbar. Von der im April beginnenden Berichtssaison zum Auftaktquartal 2019 sollten daher eher positive als negative Überraschungen zu erwarten sein.

Emerging Markets

US-Notenbank Federal Reserve sorgt für Auftrieb

Die Rentenmärkte der Schwellenländer blicken auf einen insgesamt freundlichen Handelsmonat zurück. Die regelrechte Kehrtwende der US-Notenbank Federal Reserve beflügelte weltweit die Anleihemärkte. Auf der letzten Sitzung beschloss der Offenmarktausschuss das Zielband für den Leitzins unverändert bei 2,25 bis 2,5 Prozent zu belassen. Für mehr Aufsehen sorgten die Dot Plots, denen zufolge bis Ende 2020 nur noch eine Zinsanhebung und bis 2021 bestenfalls noch zwei Zinsanhebungen anstehen. Das sind in Summe drei Zinsanhebungen weniger im Vergleich zur Dezembersitzung letzten Jahres. US-Treasuries reagierten mit scharfen Renditerückgängen. Auch die Risikoaufschläge der Schwellenländerpapiere engten sich zwischenzeitlich ein und handelten nahe ihren Jahrestiefstständen bei rund 340 Basispunkten. Ein Teil der Gewinne wurde jedoch wieder abgegeben. Zum Monatsultimo konnten die Schwellenländer-Anleihen in Hartwährung (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) ein Plus von 1,4 Prozent verbuchen. Eine Vielzahl von Emittenten nutzten das freundliche Marktumfeld, um neue Papiere zu platzieren.

Neben dem grundsätzlich positiven Sentiment sorgten vereinzelt idiosynkratische Risiken für Bewegung. In der Türkei solle die Regierung vor der Lokalwahl am 31. März versucht haben eine Abwertung der Währung mit sämtlichen Mitteln zu verhindern. Medienberichten zufolge haben heimische Banken keine Türkische Lira mehr zum Verkauf angeboten. Das Vorgehen sorgte indes bei Investoren für Misstrauen und führte zur einer Abwertung der Landeswährung sowie einer Renditeausweitung entlang der gesamten Zinsstrukturkurve. Im dreijährigen Bereich fiel der Anstieg mit über 500 Basispunkten am stärksten aus. Staatspapiere aus Russland und Indien verzeichneten hingegen Kurszuwächse, gepaart mit Währungsgewinnen. Die russische Zentralbank signalisierte, dass sie in diesem Jahr möglicherweise zu einer Lockerung der Geldpolitik zurückkehren könnte. In Indien sorgten Umfragewerte, die auf eine Wiederwahl des reformfreudigen Ministerpräsidenten Narendra Modi deuten für Rückenwind. Die gesamte Zinsstrukturkurve preiste nach unten.

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. März 2019, soweit nicht anders angegeben.


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