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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht Februar 2019

Erholungsrally setzt sich bei den Aktien fort und bei die Politik der Notenbanken gibt den Ton bei den Renten an.
© Union Investment

Aktienmärkte: Die globalen Aktienmärkte haben die im Vormonat erzielten Kursgewinne im Februar weiter ausgebaut. Trotz schwächerer Konjunkturdaten – vor allem aus dem Industriesektor – stützten die abwartenden Signale der großen Notenbanken sowie die deutliche Entspannung bei (geo-)politischen Störfeuern wie dem Handelsstreit oder den Brexit-Verhandlungen.

Rentenmärkte: Auf der Rentenseite prägte die Politik der Notenbanken das Marktgeschehen. Vor allem die Europäische Zentralbank machte ihre abwartende Haltung deutlich und begrenzte damit den Aufwärtsdruck auf die Renditen. Europäische Staatsanleihen tendierten seitwärts. Auch die Rendite von US-Schatzanweisungen bewegte sich kaum vom Fleck.

Die Aktienmärkte

Europa

Europas Aktienmärkte bauen Gewinne aus

Die europäischen Aktienmärkte konnten die Kursgewinne vom Jahresanfang im Februar ausbauen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 4,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 3,9 Prozent zu. Die im MSCI Europe Small Cap-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger Marktkapitalisierung verbuchten Zuwächse in Höhe von 2,8 Prozent.

Von konjunktureller Seite ging die Hängepartie allerdings im Februar weiter. Insbesondere der Industriesektor zeigte sich schwach. Die Schnellschätzung des Einkaufsmanagerindex für die Industrieproduktion in der Eurozone erreichte mit 49,2 Punkten den schlechtesten Wert seit mehr als fünfeinhalb Jahren. Dagegen zeigte sich der Konsum stark. Der Einkaufsmanagerindex für den Service-Sektor stieg mit 52,3 Punkten auf ein Drei-Monatshoch. Auch vonseiten des Arbeitsmarktes kamen Lichtblicke: So beschleunigte sich der Jobaufbau gegenüber Januar leicht trotz rückläufiger Neuaufträge und Auftragsbestände.

Daneben beeinflussten die Ereignisse rund um den Brexit die europäischen Börsen. Am 14. Februar lehnte das Unterhaus die Erklärung über das Vorgehen der Regierung und den Stand der Nachverhandlungen mit der Europäischen Union ab. Positiv wirkte, dass Premierministerin Theresa May gegen Ende des Monats ihren Widerstand gegen eine Verschiebung des Brexit aufgegeben hat. Sie gab bekannt, dass am 12. März nochmals über das Austrittsabkommen abgestimmt werden soll. Bei einer weiteren Ablehnung seitens des Parlaments soll darüber entschieden werden, ob es einen Austritt ohne Abkommen geben soll. Erst nach Ablehnung dieses Szenarios käme es zu einem Votum über eine Verschiebung. Der britische Leitindex FTSE 100 gewann in dieser Gemengelage 1,5 Prozent an Wert.

Auch beim Handelskonflikt kam es zu Entspannung, was die europäischen Börsen unterstützte. US-Präsident Donald Trump hat eine Frist zur Erhöhung der US-Strafzölle auf chinesische Importe verschoben. Gleichzeitig stellte er einen Gipfel mit dem chinesischen Präsidenten in Aussicht.

In den kommenden Wochen dürften sich Europas Börsen schwankungsanfällig zeigen. Insbesondere der Fortgang des Brexit sowie des Handelskonflikts dürften entscheidend sein.

Deutschland

Deutsche Aktien weiter auf der Gewinnerseite

Die deutschen Aktienmärkte konnten ihre Gewinne aus dem Januar im Februar ausbauen. Der DAX 30-Index, der die größten deutschen Unternehmen repräsentiert, gewann 3,1 Prozent an Wert. Auch der MDAX-Index mit Firmen mittlerer Marktkapitalisierung legte mit 3,0 Prozent zu. Die im SDAX-Index geführten kleineren Firmen verbuchten Kursgewinne in Höhe von 2,4 Prozent. Die im TecDAX-Index gelisteten Technologieunternehmen schlossen mit plus 0,6 Prozent leicht fester.

Von konjunktureller Seite kamen negative Impulse: Die deutsche Wirtschaft ist zum Jahresende 2018 nicht in Schwung gekommen. Das Bruttoinlandsprodukt (BIP) blieb im Schlussquartal im Vergleich zum Vorquartal nahezu unverändert. Deutschland schrammte damit knapp an einer Rezession vorbei. Zu dieser wäre es gekommen, wenn das BIP zum zweiten Mal in Folge geschrumpft wäre. Auch mit Blick nach vorne trübte sich das Bild ein: Der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe rutschte im Februar von 49,7 auf 47,6 Punkte – und befindet sich damit deutlich unter der Wachstumsschwelle von 50 Punkten. In der exportlastigen Industrie kam es zum stärksten Rückgang der Auslandsaufträge seit über sechs Jahren. Dagegen konnte sich der Konsum gut behaupten.

Vonseiten des Handelsstreits gab es gemischte Impulse: Die Annäherung zwischen den USA und China sorgte für Unterstützung. Die erneute Diskussion über Auto-Zölle belastete dagegen. Das US-Handelsministerium hatte einen Bericht erstellt, aus dem hervorging, dass ausländische Autoimporte die nationale Sicherheit der USA bedrohten. Die Aktien der deutschen Automobilhersteller zeigten sich aber recht unbeeindruckt von diesen Geschehnissen.

Auch im Februar unterstützte die Geldpolitik die Kurse: Das Sitzungsprotokoll der Europäischen Zentralbank zeigte, dass man sich offenbar auf die Erneuerung von langfristigen Finanzierungstendern vorbereitet. Die Normalisierung der Geldpolitik würde sich damit weiter in die Zukunft verschieben.

In den kommenden Wochen wird entscheidend sein, wie sich das Konjunkturumfeld weiterhin entwickelt und wie es beim Handelskonflikt, insbesondere bei den Auto-Zöllen, weitergeht.

Osteuropa

Osteuropas Börsen geht die Puste aus

Die Aktienmärkte in Osteuropa konnten im Februar nicht an die Gewinne des Vormonats anknüpfen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 1,5 Prozent. In US-Dollar gerechnet gaben die Börsen 2,3 Prozent ab. Während das global eingetrübte Konjunkturumfeld belastete, sorgte die US-Geldpolitik für Auftrieb. Auch Signale zu einer möglichen Lösung im Handelskonflikt sorgten zeitweise für Entspannung.

Die russischen Kapitalmärkte wurden von einer verbesserten Bonitätseinschätzung unterstützt. Eine Ratingagentur hob die Kreditwürdigkeit des Landes an. Das Rating befindet sich damit wieder im Bereich „Investment Grade“. Die Ratingagentur begründete ihren Schritt mit dem positiven Einfluss der Politik in den vergangenen Jahren hinsichtlich der Stärkung der öffentlichen Finanzen. Aufwärts- und Abwärtsrisiken für die Kreditwürdigkeit des Landes seien ausgeglichen. Dieses Upgrade wirkte sich auch positiv auf die Aktienmärkte aus. Dennoch schloss der russische Aktienmarkt im Minus: Der MICEX-Index büßte in Lokalwährung 1,4 Prozent ein. Der in US-Dollar notierende RTS-Index verlor 2,2 Prozent. Der Russische Rubel wertete gegenüber dem US-Dollar um 0,8 Prozent ab.

Auch die Türkische Lira verlor gegenüber dem US-Dollar 3,2 Prozent an Wert. Die türkischen Aktienmärkte schlossen knapp im Plus (BIST-Index, in Lokalwährung: +0,4 Prozent). Zahlen zur Inflationsrate, die weiter auf hohem Niveau verharrte, lasteten auf den Kursen. Die türkische Statistikbehörde teilte Anfang des Monats mit, die Preise seien im Januar gegenüber dem Vormonat um 1,1 Prozent gestiegen. Damit liegt die Teuerungsrate im Jahresvergleich bei 20,4 Prozent. Insbesondere die Lebensmittelpreise legten mit +6,4 Prozent gegenüber Dezember weiter kräftig zu.

Die Aktienmärkte in Tschechien konnten sich gut behaupten (PX-Index: +2,7 Prozent). Dagegen mussten die Börsen in Polen (WIG-Index: -0,8 Prozent) und Ungarn (BUX-Index: -1,3 Prozent) Federn lassen.

In den kommenden Wochen dürften sich die Börsen in Osteuropa schwankungsanfällig zeigen. Entscheidend wird sein, wie sich der Handelskonflikt sowie die Geldpolitik in den USA weiter entwickelt.

USA

US-Aktien setzen Gewinnserie fort

Die US-Börsen haben nach dem starken Januar auch im Februar Kursgewinne verzeichnet. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average steigerte sich um 3,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 3,0 Prozent. An der Technologiebörse Nasdaq kletterten die Aktien im Schnitt um 3,4 Prozent. Weltweit entwickelten sich Aktien, gemessen am MSCI World-Index mit einem Wertzuwachs von 3,2 Prozent ähnlich wie die US-Märkte. Seit Jahresbeginn konnte der S&P 500-Index bereits zwölf Prozent bzw. 14 Prozent zu. Damit war 2019 der stärkste Jahresauftakt seit 44 Jahren. Erleichternd wirkte die Nachricht des US- Präsidenten Donald Trump, dass bedeutende Fortschritte im Handelsstreit mit China gemacht würden. Angesichts der Gespräche verschob Trump die Frist, nach deren Ablauf Strafzölle auf chinesische Waren drastisch erhöht werden könnten, auf unbestimmte Zeit. Zunächst sollte eine Frist Anfang März ablaufen.

Das Bruttoinlandsprodukt in den USA entwickelte sich mit 2,6 Prozent im vierten Quartal besser als erwartet. Positiven Einfluss konnte diese Nachricht auf die Börsen jedoch nicht nehmen. Denn gute Konjunkturdaten können dafür sorgen, dass die US-Notenbank Fed möglicherweise wieder Zinserhöhungen in Angriff nehmen könnte.

Keine guten Neuigkeiten gab es vom Lebensmittelkonzern Kraft-Heinz. Hohe Abschreibungen, stagnierende Umsätze sowie steigende Kosten belasteten das Ergebnis. Unter dem Strich stand ein Verlust von 10,3 Milliarden Dollar. Die Aktie gab im Berichtszeitraum gut 30 Prozent nach.

Besser läuft es bei dem Flugzeug- und Rüstungshersteller Boeing. Geringere Steuern und glänzende Geschäfte mit Verkehrsflugzeugen sorgten für einen satten Gewinn im Jahr 2018. Für das laufende Jahr nimmt die Konzernführung ambitionierte Ziele in Angriff. Die Anleger sind offensichtlich davon überzeugt, die Aktie legte im Berichtszeitraum um rund 15 Prozent zu.

Trotz des starken Jahresanfangs werden sich Investoren weiterhin auf die weltweite Konjunkturentwicklung und die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China fokussieren. Es muss von einer erhöhten Volatilität ausgegangen werden.

Fernost

Asiatische Börsen bauen Gewinne aus

Die Börsen der asiatischen Schwellenländer haben nach dem starken Januar auch im Februar Kurszuwächse verzeichnet. Unter dem Strich stand beim MSCI Far East ex Japan-Index in lokaler Währung ein Plus von 2,6 Prozent, auf Jahressicht summieren sich die Gewinne auf 10,9 Prozent.

Für Erleichterung unter den Investoren sorgten einmal mehr Fortschritte im Handelsstreit zwischen den USA und China, nachdem sich beide Konfliktparteien weiter annähern konnten. Medienberichten zufolge bereiteten Unterhändler eine Kompromisslösung vor, die bereits Mitte März von US-Präsident Donald Trump und Chinas Premierminister Xi Jinping verabschiedet werden könnte. Zudem hat Trump eine Frist zur Erhöhung von Strafzöllen auf chinesische Waren auf unbestimmte Zeit verlängert. Zunächst sollten von Anfang März an bestimmte Güter aus China mit 25 statt wie bisher mit zehn Prozent belastet werden.

In China hat die Annäherung bislang keine makroökonomischen Spuren hinterlassen, die Frühindikatoren signalisierten keine klare Tendenz. An den Börsen hingegen war die Reaktion deutlich, der Shanghai Composite-Index konnte die übrigen asiatischen Börsen überflügeln und mit einem deutlichen Plus von 13,8 Prozent schließen. In Hongkong stieg der Hang Seng Composite-Index um 2,5 Prozent.

An den übrigen asiatischen Börsenplätzen herrschte ein gemischtes Bild: In Taiwan (4,6 Prozent) und Malaysia (1,4 Prozent) fielen teils kräftige Gewinne an, in Singapur (0,7 Prozent) und Thailand (ebenfalls 0,7 Prozent) waren die Zuwächse überschaubar. Die Märkte in Indien blieben wie im Vormonat hinter den übrigen Börsen zurück und verloren 0,2 Prozent. Hier belastete vor allem der Konflikt mit dem Nachbarland Pakistan. Die Notierungen in Indonesien gaben um 1,4 Prozent nach.

Ungeachtet der Annäherungen dürfte der Fortgang der handelspolitischen Spannungen die Volkswirtschaften Asiens beeinflussen. Auch die schwächelnde globale Konjunktur könnte in den kommenden Monaten für Schwankungen an den Börsen führen.

Japan

Japanische Börsen weiter im Plus

Die japanischen Börsen haben im Februar an die Gewinne des Vormonats angeknüpft und im Plus geschlossen. Der NIKKEI 225-Index legte in lokaler Währung um 2,9 Prozent zu. Der marktbreitere TOPIX-Index stieg im Berichtszeitraum um 2,6 Prozent. Wie schon im Vormonat wurden die Kurszuwächse von der US-Notenbank Federal Reserve mitgetragen. Die Währungshüter hatten signalisiert, im Falle einer konjunkturellen Abkühlung von weiteren Zinserhöhungen abzusehen. Davon profitieren tendenziell auch japanische Unternehmen.

Zudem stützten die Annäherungen im Handelsstreit zwischen den USA und China die Notierungen. US-Präsident Donald Trump hatte sich positiv über den Gesprächsverlauf zwischen den beiden Konfliktparteien geäußert. Im Zuge wurden zahlreiche Zölle, die die USA auf chinesische Waren erhebt, nicht wie geplant von 10 auf 25 Prozent erhöht. Das sollte ursprünglich nach Ablauf einer Frist Anfang März geschehen, Ende Februar verlängerte Trump die Frist allerdings für unbestimmte Zeit. Japan zählt als Exportnation zu einem der wesentlichen Nutznießer des freien Welthandels. Einschränkungen belasten dementsprechend die Börse in Tokio.

Die Kurse trotzten den teilweise schwächeren Konjunkturdaten aus dem Land der aufgehenden Sonne. So sank die Industrieproduktion um 3,7 Prozent und damit deutlich stärker als erwartet. Zudem fiel der Einkaufsmanagerindex für das Verarbeitende Gewerbe im Februar unter die Marke von 50 Punkten, die eine expandierende wirtschaftliche Aktivität anzeigt.

Gegen den Trend handelte der japanische Spielekonsolenhersteller Nintendo. Die Aktie gab gut zehn Prozent nach, belastet unter anderem von schleppenden Verkäufen und enttäuschenden Absatzprognosen. Auch ein vom Management kommuniziertes Aktienrückkaufprogramm reichte nicht aus, um den Kursverfall aufzuhalten.

Trotz des starken Jahresanfangs werden sich Investoren weiterhin auf die weltweite Konjunkturentwicklung und die handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und Japans wichtigstem Handelspartner, China, fokussieren.

Weltweit

Globale Börsen bauen Kursgewinne aus

Die globalen Aktienmärkte haben ihre Erholungsrally im Februar fortgesetzt. Im Monatsvergleich legte der MSCI World-Index in lokaler Währung um 3,2 Prozent zu.

In den USA steigerte sich der Leitindex Dow Jones Industrial Average um 3,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index stieg um 3,0 Prozent. An der Technologiebörse Nasdaq kletterten die Aktien im Schnitt um 3,4 Prozent. Seit Jahresbeginn legten die Indizes bereits im zweistelligen Prozentbereich zu. Damit war 2019 der stärkste Jahresauftakt seit 44 Jahren. Erleichternd wirkte die Nachricht des US- Präsidenten Donald Trump, dass bedeutende Fortschritte im Handelsstreit mit China gemacht würden. Angesichts der Gespräche verschob Trump die Frist, nach deren Ablauf Strafzölle auf chinesische Waren drastisch erhöht werden könnten, auf unbestimmte Zeit. Zunächst sollte eine Frist Anfang März ablaufen.

Auch Europas Aktienmärkte konnten die Kursgewinne vom Jahresanfang im Februar ausbauen. Der EURO STOXX 50-Index gewann 4,4 Prozent, der marktbreite STOXX Europe 600-Index legte 3,9 Prozent zu. Von konjunktureller Seite ging die Hängepartie allerdings im Februar weiter. Insbesondere der Industriesektor zeigte sich schwach. Daneben beeinflussten die Ereignisse rund um den Brexit die europäischen Börsen. Die japanischen Börsen blieben etwas hinter der Entwicklung des Gesamtmarkts zurück. Der NIKKEI 225-Index legte in lokaler Währung um 2,9 Prozent zu. Der marktbreitere TOPIX-Index stieg um 2,6 Prozent. Damit trotzten die Kurse den teilweise schwächeren Konjunkturdaten aus dem Land der aufgehenden Sonne Neben der Annäherung im Handelsstreit stützte auch die Geldpolitik der US-Notenbank Federal Reserve. Auch Aktien aus den Schwellenländern legten im Februar zu. Gemessen am MSCI Emerging Markets-Index kletterte die Anlageklasse in lokaler Währung um 1,0 Prozent.

Neben Anzeichen einer sich abschwächenden Wachstumsdynamik dürften zudem anhaltende geopolitische Risiken immer wieder für Schwankungen an den Börsen sorgen.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Politik der Notenbanken gibt den Ton an

Europäische Staatsanleihen traten im Februar weitgehend auf der Stelle. Nicht das Wachstumsbild, sondern die Politik der Notenbanken prägten das Marktgeschehen. Schwächere Wirtschaftsdaten und ein geringer Inflationsdruck drängen die Europäische Zentralbank derzeit nicht zu Zinserhöhungen. Die Währungshüter machten zuletzt erneut ihre abwartende Haltung deutlich. Darüber hinaus kündigten sie einen neuen Langfristtender (TLTRO) an, der die Liquidität im Bankensektor erhöhen dürfte. Auch wenn dieses Instrument vermutlich erst nach der Europawahl eingesetzt wird, so ist die Botschaft dennoch klar: Derzeit ist der Aufwärtsdruck auf die Renditen gering. Anleger favorisierten daher, auch angesichts der geringen Renditen bei Kernstaatsanleihen, Papiere mit Risikoaufschlag. Hiervon konnten vor allem Unternehmensanleihen profitieren, Peripherieanleihen jedoch nur zum Teil. Die Nachfrage war derart hoch, dass eine Vielzahl an neuen Papieren begeben werden konnte. Bei einer Auktion für eine 30-jährige italienische Staatsanleihe beliefen sich die Orderaufträge auf ein Rekordvolumen von 41 Milliarden Euro. Vielfach zahlten die Emittenten jedoch nur geringe Neuemissionsprämien, sodass manche Papiere im anschließenden Handel leicht unter Druck gerieten. In Summe wurde die Flut an neuen Anleihen aber gut aufgenommen.

Darüber hinaus gab es länderspezifische Belastungsfaktoren. So stehen in Spanien vorgezogene Neuwahlen an und Italien sah sich einer geringeren Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds gegenüber. Zudem stand eine Ratingüberprüfung durch Fitch an. Zwar wurde die Bonitätsnote nicht verändert, der Ausblick für Italien blieb aber negativ. Fitch prangerte die hohe Verschuldung, den Mangel an Reformen, und die politische Unsicherheit an. Peripherieanleihen schnitten deshalb leicht schlechter ab (-0,5 Prozent) als Kernanleihen (-0,3 Prozent). Gute US-Konjunkturdaten hatten am letzten Handelstag für eine Korrektur gesorgt, sodass die Wertentwicklung des Gesamtmarktes, gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index, mit -0,4 Prozent letztlich negativ ausfiel. Wir gehen für die nächsten Wochen von nur leicht steigenden Renditen aus.

Euro-Outs

Moderate Renditeanstiege am europäischen Rentenmarkt

Nach der positiven Entwicklung im Januar agierten die Investoren im abgelaufenen Handelsmonat zunehmend vorsichtig. Ein starker US-Dollar und schwache Konjunkturdaten sorgten für eine Belastung an den teilweise anfälligen Schwellenmärkten. Mit circa 60 Basispunkten verbuchten türkische Staatspapiere den höchsten Renditeanstieg. Die im März bevorstehenden Kommunalwahlen werfen teilweise ihre Schatten voraus. Die Nation leidet nach wie vor aufgrund fehlender ausländischer Direktinvestitionen unter einem hohen Leistungsbilanzdefizit. Zudem führt der gestiegene Rohölpreis bei dem großen Ölimporteuer zu einer Verschärfung der Haushaltslage. Gläubigerpapiere aus Russland, Polen und Schweden mussten auch Federn lassen. Die Kursrückgänge mündeten in Renditeanstiegen von rund jeweils 20 Basispunkten.

Positivere Wachstumsaussichten sorgten bei dem osteuropäischen Staat Ungarn für eine Hochstufung des Ratings von BBB- auf BBB. Die Agentur beruft sich bei ihrem Vorgehen auf robuste Wachstumsperspektiven. Nach einem starken Anstieg des Bruttoinlandsproduktes im vergangenen Jahr, soll die starke Inlandsnachfrage auch im aktuellen Jahr das Wachstum der Volkswirtschaft unterstützen. Des Weiteren erachtet die Agentur die Stärkung der externen Position, unter anderem durch beständige Leistungsbilanzüberschüsse, als positiv. Die Anleihen handelten daraufhin fester, gingen jedoch im Monatsvergleich fast unverändert aus dem Handel.

Die als sichere Häfen angesehenen Rentenpapiere aus der Schweiz und Norwegen traten im Monatsvergleich mit Blick auf eine Beruhigung an den politischen Krisenherden weitgehend auf der Stelle. Die ebenfalls als sicher geltenden britischen Gilts handelten leichter. Insgesamt wurde die Fortführung der Handelsgespräche zwischen den USA und China sowie die jüngste Entwicklung rund um die Brexit-Verhandlungen durch den Markt aber positiv aufgenommen. Berichten zufolge will Premierministerin Theresa May dem Unterhaus die Wahl zwischen einem ungeregelten Brexit oder einer "kurzen Verlängerung" der Austrittsfrist anbieten, sollte die Verabschiedung des ausgehandelten Brexit-Abkommen bis zum 12. März scheitern.

USA

Ruhiger Seitwärtshandel

Nach den turbulenten Vorwochen muss man im Februar fast schon von Lethargie sprechen. Die Kursbewegungen am US-Rentenmarkt waren auffällig gering. Die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen pendelte in einem engen Band zwischen 2,63 und 2,70 Prozent hin und her. Dies war insofern erstaunlich, als das es an kursbewegenden Nachrichten nicht mangelte. Letztlich hielten sich die unterschiedlichen Einflussfaktoren aber die Waage. Einerseits setzte sich der Streit um den Mauerbau zu Mexiko weiter fort. Zwar einigten sich die beiden Regierungsparteien auf einen Haushalt, US-Präsident Donald Trump rief jedoch kurze Zeit später den Notstand aus. Dadurch will er die Finanzierung und den Bau doch noch erzwingen. Für Aufsehen sorgte auch die Aussage seines ehemaligen Rechtsanwalts Michael Cohen, die den US-Präsidenten in keinem guten Licht stehen ließ. Andererseits gab es gute Nachrichten im Handelsstreit mit China. Beide Seiten zeigten sich an einem Verhandlungsergebnis interessiert, um weiteren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Konkrete Ergebnisse standen zum Monatsende nicht fest. Das Drohpotenzial weiterer Zölle bleibt somit erhalten. Man gab sich aber weitere 60 Tage Zeit für eine Fortsetzung der Gespräche.

Unterstützung erfährt der US-Rentenmarkt unverändert von der Geldpolitik. Die US-Notenbank Fed bestätigte noch einmal ihre Aussagen aus dem Januar und sprach sich erneut für eine Politik der ruhigen Hand aus. Man wollte die weiteren Konjunkturdaten genau beobachten. Zinserhöhungen gelangen somit erst dann wieder auf die Agenda, wenn sich die Wirtschaftsdaten merklich verbessern würden. Darüber hinaus treibt die Währungshüter der Bilanzabbau um. Vermutlich dürften die Notenbanker schon auf ihrer nächsten Sitzung im März eine Aussetzung in Aussicht stellen und womöglich schon im April damit beginnen. Dies dürfte die Nachfrage nach US-Staatsanleihen unterstützen.

Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index mussten US-Schatzanweisungen im Februar einen leichten Wertrückgang von 0,3 Prozent hinnehmen. Das unerwartet hohe US-BIP hatte vor allem am letzten Handelstag belastet und zu Verkäufen geführt.

Weltweit

Ruhiger Monat für Kern-Staatsanleihen

Europäische Staatsanleihen traten im Februar weitgehend auf der Stelle. Nicht das Wachstumsbild, sondern die Politik der Notenbanken prägten das Marktgeschehen. Schwächere Wirtschaftsdaten und ein geringer Inflationsdruck drängen die Europäische Zentralbank derzeit nicht zu Zinserhöhungen. Steigende Renditen waren somit nicht auszumachen und die Nachfrage war dementsprechend hoch. In diesem Umfeld wurde eine Vielzahl an neuen Papieren begeben. Mehrheitlich mussten die Emittenten nur geringe Neuemissionsprämien zahlen, sodass manche Papiere im anschließenden Handel leicht unter Druck gerieten. In Summe wurde die Flut an neuen Anleihen aber gut aufgenommen. Darüber hinaus gab es länderspezifische Belastungsfaktoren. So stehen in Spanien vorgezogene Neuwahlen an und Italien sah sich einer geringeren Wachstumsprognose des Internationalen Währungsfonds und einer Ratingüberprüfung gegenüber. Peripherieanleihen schnitten deshalb leicht schlechter ab als Kernanleihen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign-Index verloren europäische Staatsanleihen -0,4 Prozent.

Auch am US-Rentenmarkt waren die Kursbewegungen auffällig gering. Die Rendite von zehnjährigen Staatsanleihen pendelte in einem engen Band zwischen 2,63 und 2,70 Prozent hin und her. Dies war insofern erstaunlich, als das es an kursbewegenden Nachrichten nicht mangelte. Letztlich hielten sich die unterschiedlichen Einflussfaktoren aber die Waage. Einerseits setzte sich der Streit um den Mauerbau zu Mexiko weiter fort. US-Präsident Donald Trump rief sogar den Notstand aus, um die Finanzierung und den Bau doch noch zu erzwingen. Andererseits gab es gute Nachrichten im Handelsstreit mit China. Beide Seiten zeigten sich an einem Verhandlungsergebnis interessiert, um weiteren wirtschaftlichen Schaden abzuwenden. Man gab sich weitere 60 Tage Zeit für eine Fortsetzung der Gespräche. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index mussten US-Schatzanweisungen im Februar einen leichten Wertrückgang von 0,3 Prozent hinnehmen.

Risikobehaftete Papiere waren gefragt. So legten Unternehmensanleihen um 0,7 Prozent zu, Anleihen aus Schwellenländern sogar um ein Prozent zu.

Unternehmensanleihen

Notenbanken prägen das Geschehen

Europäische Unternehmensanleihen setzten ihren freundlichen Trend aus dem Vormonat fort. Für Rückenwind sorgten dabei vor allem die Notenbanken. Schwache Wirtschaftsdaten und niedrige Inflationsraten geben den Währungshütern derzeit Spielraum, ihre geplante Normalisierung der Geldpolitik auf der Zeitachse nach hinten zu verschieben. Aus den USA kommen sehr moderate Töne, wonach die dortige Notenbank sich für eine weiter abwartende Haltung ausspricht und nun auch erwägt, den Bilanzabbau zu reduzieren. Auch im Euroraum ist nicht mit Zinserhöhungen zu rechnen. Zudem dürfte ein neuer Langfristtender (TLTRO) den Banken Liquidität zur Verfügung stellen. In diesem Umfeld ist der Aufwärtsdruck auf die ohnehin schon niedrigen Renditen von Staatsanleihen gering. Unternehmensanleihen erscheinen daher im direkten Vergleich attraktiv, zumal sich die Risikoaufschläge nach dem schwachen Schlussquartal 2018 noch immer auf einem vergleichsweise hohen Niveau befinden.

Im Februar war die Nachfrage nach Unternehmensanleihen auch deshalb hoch, weil viele Investoren in der Anlageklasse zum Jahreswechsel unterinvestiert waren. Unterstützend wirkten sich auch die abnehmenden politischen Risiken aus. So verschob US-Präsident Donald Trump im Handelskonflikt mit China die Erhebung weiterer Zölle um 60 Tage. Im Vereinigten Königreich sank zudem die Gefahr eines unkontrollierten EU-Ausstiegs.

Von den Unternehmen selbst kamen gemischte Signale. In Summe hat sich die Gewinnsituation aber stabilisiert, sodass es keine nennenswerten Störfaktoren gab. Viele Unternehmen nutzten daher das positive Umfeld für die Ausgabe neuer Papiere. Bonitätsstarke Emittenten mussten dabei nur geringe bis gar keine Neuemissionsprämien gewähren. Gemessen am ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index (ER00) verbuchten europäische Unternehmensanleihen einen Zuwachs von 0,7 Prozent. Staatsanleihen verloren im gleichen Zeitraum leicht. Die positive Wertentwicklung stammt auch aus den rückläufigen Risikoaufschlägen, die sich um zwölf auf 86 Basispunkte verringerten. Hochverzinsliche Euro-Anleihen (High Yield) legten stärker zu und gewannen sogar 1,9 Prozent an Wert.

Emerging Markets

Rentenmärkte der Schwellenländer leicht im Plus

Nach einem starken Jahresauftakt bewegten sich die Rentenmärkte der Schwellenländer zunehmend seitwärts. Die Lokalwährungsseite wurde im Februar durch schwache Fundamentaldaten gebremst. Hierbei sind vor allem die schwachen Frühindikatoren im asiatischen Raum hervorzuheben. Die Hartwährungsseite hingegen wurde noch vom Kurswechsel der US-Notenbank Federal Reserve gestützt. Das Rentensegment der aufstrebenden Volkswirtschaften konnte dennoch sowohl auf der Hartwährungsseite als auch der Lokalwährungsseite hohe Mittelzuflüsse verbuchen, wobei diese sukzessive abnahmen. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) konnten die in Hartwährung denominierten Staatsanleihen per 28. Februar ein Plus in Höhe von einem Prozent verbuchen. Die Risikoaufschläge stiegen zunächst auf circa 360 Basispunkte an, konnten aber letztlich im Monatsvergleich 21 Basispunkte gut machen.

Die schwächere Lokalseite machte sich auch insbesondere am Devisenmarkt bemerkbar. Dabei gerieten jene Währungen, die letzten Monat noch stark gefragt wurden, unter die Räder. Den größten Verlust verbuchte der Südafrikanische Rand mit einem Minus von 5,3 Prozent gegenüber dem Euro. Das ohnehin verschuldete Land kündigte dreijährige staatliche Finanzhilfen für den angeschlagenen Energiekonzern „Eskom“ in Höhe von circa 5 Milliarden Euro an. Der damit verbundene Anstieg des Haushaltsdefizites um circa 40 Basispunkte wurde vom Markt negativ aufgenommen. Als Konsequenz stieg die Rendite zehnjähriger Papiere um 17 Basispunkte. Darüber hinaus werfen die bevorstehenden Neuwahlen in Argentinien und der Türkei teilweise ihre Schatten voraus. Neben Devisenverlusten – Argentinischer Peso (minus vier Prozent), Türkische Lira (minus 2,6 Prozent) – verbuchten zehnjährige türkische Staatspapiere einen Renditeanstieg von circa 60 Basispunkten. Auf der anderen Seite verzeichneten Anleihen aus Ägypten eine hohe Nachfrage. Neben der vielfach überzeichneten Neuemission sanken die Zinsen entlang der gesamten Zinsstrukturkurve.

Bevorstehende Neuwahlen, globale Renditeanstiege und das weltweite Wirtschaftswachstum bleiben entscheidende Risikofaktoren für die Schwellenländer.


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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 28. Februar 2019, soweit nicht anders angegeben.

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