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Marktkommentar

Matthias Hoppe (Franklin Templeton): Globale Wachstumsunterschiede

Der Einbruch im Oktober hat für fast alle Anlageklassen eine negative Wertentwicklung für das Jahr zur Folge. Solche breiten Verluste über alle Anlageklassen hinweg sind selten. Während es viele Erklärungen für die Marktschwäche geben kann, müssen wir uns jedoch auch weiterhin auf die Themen konzentrieren, die die Wertentwicklung mittel- bis langfristig bestimmen werden.
© Franklin Templeton

Zuletzt haben sich die Märkte über gegenläufige Wachstumstrends Sorgen gemacht, was sich in einer größeren Streuung der relativen Wertentwicklung unterschiedlicher Märkte widerspiegelt. So ist das Ausmaß der unterdurchschnittlichen Wertentwicklung der Schwellenländer während der letzten sechs Monate bemerkenswert, jedoch nicht beispiellos. Aufgrund von Ängsten vor fortwährenden Handelskonflikten und möglichen Übergriffen auf andere Märkte haben sich die Vereinigten Staaten auch weiterhin als eine Oase relativer Ruhe erwiesen. Vergleichbares Wachstum wie in den USA ist anderswo zunehmend schwer zu erzielen. Diese zugrundeliegende Entwicklung hat sich auch mit den jüngsten Marktbewegungen nicht wesentlich verändert.

Im Oktober hat China proaktive Maßnahmen zur Unterstützung seiner Wirtschaft ergriffen, indem es die Bankreservesätze gesenkt und Steuersenkungen angekündigt hat. Diese Maßnahmen bestätigen, dass die Wachstumsdivergenz echt ist und unsere Aufmerksamkeit verdient. Aber wenn die Divergenz inzwischen außer Frage gestellt wird, sollte man sich dann darauf konzentrieren, wie sie sich wieder verringert? Gehen wir davon aus, dass das Wachstum auch in den USA abklingen wird, oder wird sich im Rest der Welt eine Belebung einstellen? Wenn wir unsere Palette an globalen Wachstumsindikatoren betrachten, sehen wir einen schwierigeren Ausblick als im Jahr 2017 und zu Beginn des Jahres 2018.

Unsere wichtigsten Kennzahlen zur Lage des US-Konjunkturzyklus bieten einer anhaltenden Phase nachhaltigen Wachstums jedoch auch weiterhin Unterstützung. Wir halten es für wahrscheinlich, dass Investitionsausgaben die Produktivität unterstützen und ein Wachstum der Unternehmensgewinne ermöglichen werden. Dies würde sich weltweit positiv bemerkbar machen, nicht nur in den USA. In diesem Fall sollten die Märkte, die sich am schwächsten entwickelt haben, in der Lage sein, aufzuholen.

Im Oktober wurden bereits kleine Schritte unternommen, die diese Sicht widerspiegeln, wonach unsere positive Sichtweise der Vereinigten Staaten gedämpft ist und wir unser Engagement nach Europa verschoben haben. Wir bleiben jedoch zunächst bei unserer geringen Überzeugung hinsichtlich Aktien aus den Schwellenmärkten. Die erhöhte Marktvolatilität der letzten Wochen stimmt uns bezüglich einer weitläufigeren Verstärkung unseres Engagements vorsichtig, solange wir keine Stabilisierung bei einigen der von uns verfolgten Indikatoren für die Wachstumsdynamik beobachten. In dieser Hinsicht wird das Bild durch die Indikatoren derzeit eher eingetrübt. Wir bleiben jedoch vorerst bei einer neutralen Sicht auf Aktien und auf Wachstumswerte im Allgemeinen.




Informationen zum Artikel
Autor: Matthias Hoppe
Unternehmen: Franklin Templeton