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Pressemitteilung

Rouvier Associés: Monatsbericht August 2018

Die gegenläufigen Börsententwicklung im August dies- und jenseits des Atlantiks zeugen von unterschiedlicher Bewertung und Interpretation von Informationen, Gerüchten und Fakten.
© Rouvier Associés

Die Aktienmärkte präsentierten sich im August uneinheitlich. Mit einem Plus von 3% im S&P 500 konnte der amerikanische Markt weiter zulegen, da die unmittelbaren Auswirkungen der fiskalpolitischen Maßnahmen der Trump-Regierung auf die Unternehmensgewinne schwerer wogen als die damit verbundenen langfristigen Folgen für das Haushaltsdefizit. Der europäische Markt verlor hingegen an Boden, was sich in einem Minus von 3,3% beim Eurostoxx 600 niederschlug. Grund hierfür waren nicht Unternehmensdaten, sondern konkrete Sorgen über den Einfluss der amerikanischen Politik auf den Welthandel und die Folgen der Entwicklung in Italien für den Fortbestand des europäischen Projekts.

Der Rouvier Valeurs und der Rouvier Europe verzeichneten im Monatsverlauf ein Minus von 1,4% bzw. 2,6% und liegen damit nahezu 20% bzw. 24% unter unserer Fair-Value-Bewertung. Mit 1,1% fiel der Rückgang beim Rouvier Évolution etwas verhaltener aus, während der Rouvier Patrimoine dem Beispiel seines Anleihe-Referenzindex folgte und 0,4% nachgab.

Unser Anlageansatz sieht vor, Titel, die über dem jeweiligen Fair Value notieren, abzustoßen und nach Prüfung der Umstände jene Aktien zuzukaufen, die höheres Aufwärtspotenzial durch börsenrelevante Ereignisse versprechen. Bestes Beispiel für die an den Märkten derzeit herrschende Nervosität und die Irrationalität, die es für uns auszunutzen gilt, ist Atos. Die Aktie stellt im Rouvier Valeurs die größte und im Rouvier Europe die zweitgrößte Position (4,3% bzw. 4,7%) dar, sodass das im Monatsverlauf verzeichnete Minus von 10% die Wertentwicklung des Fonds entsprechend beeinflusst hat.

Wir kennen dieses großartige IT-Unternehmen bereits seit vielen Jahren und treffen uns regelmäßig persönlich mit dem Management. Atos hat die Rechtsform einer Europäischen Gesellschaft und ist hervorgegangen aus der sukzessiven Zusammenarbeit mit zunächst Siemens Solutions and Services (ein Musterbeispiel für deutsch-französische Partnerschaft), dann mit Bull (wodurch Atos zum einzigen europäischen Akteur im strategischen Segment der Supercomputer avanciert ist) und schließlich mit Xerox im Rahmen der IT-Outsourcing-Aktivitäten des Unternehmens (was die Position im amerikanischen Markt gestärkt hat). Das Unternehmen zeichnet sich durch eine stetige Steigerung des Mehrwerts seiner Dienstleistungen aus, was vor allem den Lösungen im Bereich Datenmanagement (u. a. im Rahmen einer Partnerschaft mit Google bezüglich der Cloud), Plattformen und Cybersicherheit sowie den Zahlungs- und Transaktionsdienstleistungen seiner Tochtergesellschaft Worldline zuzuschreiben ist. Auf diese wachstumsstarken Aktivitäten mit hoher Spezialisierung entfallen 27% des Umsatzes von Atos.

Die Aktie hat seit Jahresbeginn 16% an Wert verloren. Auslöser war die in den Augen des Marktes schwer nachvollziehbare Übernahme des amerikanischen Unternehmens Syntel, gefolgt von einer unserer Ansicht nach belastenden und haltlosen Analysten-Meldung über die Factoring-Praktiken des Unternehmens. Atos ist derzeit mit 11 Mrd. Euro und seine 70%ige Tochtergesellschaft Worldline mit 7 Mrd. Euro (d. h. 4,9 Mrd. Euro für die Beteiligung von Atos) bewertet. Daraus ergibt sich für die übrigen Aktivitäten von Atos lediglich ein Wert von 6,1 Mrd. Euro, also weniger als das 7-Fache des für das laufende Jahr erwarteten Gewinns ohne Berücksichtigung von Worldline. Diese Bewertung ist irrational niedrig, sodass ein beträchtliches Wertsteigerungspotenzial besteht.