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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht Juli 2018

Die gute Berichtssaison der Unternehmen zum 2. Quartal und die Entspannung im US-Handelsstreit führten zu teils deutlichen Zugewinnen an den Aktienbörsen.
© Union Investment

Aktien: Gute Berichtssaison

Renten: Leichte Verluste

Aktienmärkte: Die gute Berichtssaison der Unternehmen zum 2. Quartal und die Entspannung im US-Handelsstreit führten zu teils deutlichen Zugewinnen an den Aktienbörsen. In den USA fielen aber einzelne Unternehmen wie Facebook aus der Reihe, was die insgesamt positive Stimmung aber nicht trüben konnte.

Rentenmärkte: In einem von der Sommerpause bestimmten ruhigen Geschäft tendierten die Staatsanleihemärkte in den USA und im Euroraum etwas schwächer. Die Entspannung im US-Handelsstreit sorgte im Monatsverlauf für etwas höhere Risikobereitschaft, sichere Staatsanleihen aus den Kernländern waren in diesem Umfeld weniger gefragt.

Die Aktienmärkte

Europa

Entschärfung des Handelsdisputs sorgt für Kursgewinne

Europäische Aktien haben mit Kursgewinnen auf die Entspannung im Handelskonflikt reagiert. Der EURO STOXX 50-Index legte im Juli 3,8 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verzeichnete einen Zuwachs von 3,1 Prozent. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung schlossen 1,4 Prozent fester.

In der ersten Monatshälfte spitzten sich die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten vor allem gegenüber China zuerst weiter zu. Später entschärfte sich die Situation jedoch etwas, nachdem sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker darauf geeinigt hatten, den monatelangen Konflikt beizulegen und vorerst keine neuen Strafzölle zu verhängen.

Innerhalb Europas führte der Schweizer Aktienmarkt die Gewinnerliste an. Angetrieben durch das gute Abschneiden der Pharmakonzerne Novartis (+10,6 Prozent) und Roche (+10,2 Prozent), deren Geschäftsentwicklung im ersten Halbjahr überzeugte, legte der SMI-Index im Juli in lokaler Währung um 6,6 Prozent zu. Britische Aktien blieben indes hinter der Entwicklung des Gesamtmarkts zurück: Da die Brexit-Verhandlungen immer turbulenter werden, gingen Investoren verstärkt in Deckung. Der marktbreite FTSE 250-Index stieg in lokaler Währung nur leicht um 0,2 Prozent.

Die Berichtssaison zum zweiten Quartal 2018 ist für Europas Konzerne gut angelaufen. Per Ende Juli hatte rund ein Viertel der im STOXX Europe 600-Index gelisteten Unternehmen die Bücher geöffnet, wovon 56 Prozent die Gewinnerwartungen der Analysten übertrafen. Mit Blick auf die Umsätze schnitten 60 Prozent der Firmen besser ab als erwartet. Nach vorne gerichtet sollte die im Verlauf des zweiten Quartals einsetzende Euro-Schwäche die Geschäftsentwicklung der exportorientierten europäischen Konzerne stützen.

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind unverändert gut, allerdings bleibt die Anfälligkeit der Aktienmärkte für exogene Störfeuer hoch. Der geldpolitische Richtungswechsel im Euroraum und die von den USA ausgehenden schwelenden Handelsstreitigkeiten können jederzeit zu einem Anstieg der Volatilität führen.

Deutschland

Deutliche Kurszuwächse am deutschen Aktienmarkt

Deutsche Aktien haben mit Kursaufschlägen auf die Entspannung im Handelskonflikt reagiert. Der DAX 30-Index mit den größten Konzernen des Landes verzeichnete einen Kursgewinn von 4,1 Prozent. Der MDAX-Index, der sich aus Unternehmen mit mittlerer Marktkapitalisierung zusammensetzt, schloss 4,1 Prozent fester. Die im SDAX-Index geführten kleineren Gesellschaften legten 3,8 Prozent zu. Die im TecDAX-Index gelisteten Technologiefirmen stiegen sogar um 7,1 Prozent.

In der ersten Monatshälfte spitzten sich die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten vor allem gegenüber China zunächst weiter zu. Später entschärfte sich die Situation jedoch etwas, nachdem sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker darauf geeinigt hatten, den monatelangen Konflikt beizulegen und vorerst keine neuen Strafzölle zu verhängen. Die Kurse der deutschen Autobauer legten in der Folge zwar deutlich zu, konnten aber nur einen Teil der im Vormonat verbuchten Verluste wieder wettmachen (BMW: +6,7 Prozent, Daimler: +7,3 Prozent, Volkswagen: +7,7 Prozent).

Noch stärker stiegen die Notierungen der deutschen Finanzinstitute (Deutsche Bank: +22,6 Prozent, Commerzbank: +12,4 Prozent). Bei der Deutschen Bank ging der Gewinn im zweiten Quartal zwar erneut zurück, allerdings hatten Analysten mit einem weitaus schlechteren Ergebnis gerechnet. Darüber hinaus scheint das Geldhaus beim Konzernumbau gut voranzukommen. Sorgenfalten kommen indes mit Blick auf die Vermögensverwaltungstochter DWS auf. Seit dem Teilbörsengang im März sind die Erträge um 17 Prozent eingebrochen. Zudem zogen die Kunden der Vermögensverwaltung das zweite Quartal in Folge Geld ab. Unter dem Strich legten die Anteilscheinpreise an der Börse in Frankfurt im Juli zwar 5,3 Prozent zu. Damit blieb die Entwicklung aber deutlich hinter der des Mutterkonzerns zurück.

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind unverändert gut, allerdings bleibt die Anfälligkeit der Aktienmärkte für exogene Störfeuer hoch. Der geldpolitische Richtungswechsel im Euroraum und die von den USA ausgehenden schwelenden Handelsstreitigkeiten können jederzeit zu einem Anstieg der Volatilität führen.

Osteuropa

Osteuropas Börsen zeigen sich robust

Die Aktienmärkte in Osteuropa beendeten den Berichtsmonat Juli im Plus. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 2,9 Prozent, in US-Dollar lag der Zugewinn sogar bei 3,9 Prozent. Die Tatsache, dass sich die USA und die Europäische Union beim Thema Handelsstreit Ende des Monats angenähert hatten, erfreute die Börsen. Dennoch ist die Gefahr eines möglichen Handelskrieges, der weltweit Schaden anrichten würde, bisher nicht gebannt.

Getrieben wurden die Börsen in Osteuropa von den Entwicklungen in Polen. Der WIG-Index legte 7,2 Prozent zu. Die EU-Kommission veröffentlichte Schätzungen zum Wachstum des Bruttoinlandsprodukts (BIP) der Euroländer. Während das BIP der Euroländer statt um 2,3 nur noch um 2,1 Prozent zulegen dürfte, rechnet die Behörde mit einem Wachstum für Polen von 4,6 Prozent im laufenden Jahr. Das hat den polnischen Börsen neben der Entspannung im Handelskonflikt Aufrieb gegeben. Belastend wirkte hingegen, dass sich der Konflikt um die Justizreform weiter verschärft. Der Streit zwischen den Obersten Richtern und der nationalkonservativen Regierung spitzte sich zu.

Die Börsen in der Türkei standen auch im Juli unter dem negativen Einfluss der Administration Erdoğan. Zudem verzichtete die Zentralbank überraschend auf eine Zinsanhebung, mit der die Marktteilnehmer aber gerechnet hatten. Da die Türkische Lira im vergangenen Monat weiter an Wert verloren hatte, wäre diese dringend nötig gewesen. Gegenüber dem US-Dollar büßte sie 7,2 Prozent ein. Die Aktienmärkte in der Türkei traten mit 0,4 Prozent auf der Stelle (BIST-Index, in Lokalwährung).

Auch die Wertentwicklung der russischen Börse blieb hinter dem Gesamtmarkt zurück. Der MICEX-Index schloss in Lokalwährung 1,1 Prozent im Plus. Der in US-Dollar notierende RTS-Index gewann 1,6 Prozent. Vonseiten des Ölpreises, der um 4,3 Prozent an Wert verloren hat, kam keine Unterstützung. Der Russische Rubel konnte gegenüber dem US-Dollar um 0,8 Prozent zulegen.

Eine erneute Verschärfung im Handelskonflikt sowie ein stärkerer US-Dollar könnten in den kommenden Wochen immer wieder für erhöhte Volatilität an den Aktienmärkten Osteuropas sorgen.

USA

US-Börsen profitieren von starker Berichtssaison

Die Aktienmärkte in den USA haben im Juli teils deutliche Kursgewinne verzeichnet. Unterstützt von starken Makrodaten und einer überdurchschnittlich guten Berichtssaison der Unternehmen kletterte der Dow Jones Industrial Average um 4,7 Prozent. Der marktbreite S&P 500-Index legte 3,6 Prozent zu. Besonders stark schnitten die Banken und Finanzdienstleister sowie Industrietitel ab. Eher schwach entwickelten sich Energie- und IT-Aktien. Besonders im Blickpunkt der Marktteilnehmer stand die Berichtssaison der Unternehmen. Bis Ende Juli hatten rund 330 Konzerne aus dem S&P 500-Index ihre Daten offengelegt. Davon konnten 73 Prozent die Vorhersagen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Mit Blick auf die Gewinne waren es sogar 87 Prozent. Eine Ausnahme machte Facebook. Der Technologiewert konnte mit dem Gewinn leicht überraschen, verfehlte aber die Analystenerwartungen in Bezug auf Umsatz und aktive Nutzer. Erschreckt reagierten Anleger auf die deutliche Anpassung der Gewinnerwartungen. Währungseffekte, das schwieriger gewordene Platzieren von Werbeanzeigen sowie die Auswirkungen des im Frühjahr bekanntgewordenen Datenskandals belasten den Konzern. Die Aktie reagierte am Tag der Bekanntgabe mit einem zwischenzeitlichen Minus von 24 Prozent. Damit lösten sich 120 Milliarden US-Dollar Marktkapitalisierung in Luft auf – das ist der größte Verlust innerhalb eines Tages, der jemals notiert wurde. Auf Monatssicht beträgt das Minus immerhin noch 11,2 Prozent. Besser erging es der Google-Mutter Alphabet, auch wenn das Unternehmen von einer Strafzahlung der EU belastet wurde. Die Umsätze des Suchmaschinenbetreibers stiegen um 24 Prozent an. Besonders das Cloud-Geschäft entwickelte sich stark und verbesserte sich um 37 Prozent. Auch bei den Gewinnen überzeugte Google. Unter dem Strich stand für die Aktie ein Monatsplus von 9,7 Prozent. Die starke Wachstumsdynamik gibt den US-Konzernen Rückenwind und bietet ein freundliches Umfeld für die Aktienmärkte. Die politische Unsicherheit und der von den USA ausgehende Handelskonflikt können aber immer wieder für erhebliche Schwankungen sorgen.

Fernost

Börsen der asiatischen Schwellenländer ohne Impulse

Die von den USA ausgehenden handelspolitischen Spannungen erwiesen sich erneut als Belastungsfaktor für die Börsen der asiatischen Schwellenländer. Wenngleich sich mit der Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU das Sentiment verbesserte, deuten die zuletzt veröffentlichten Konjunkturindikatoren auf eine sich fortsetzende moderate Abschwächung der Wachstumsdynamik in Asien hin. Der MSCI Far East ex Japan-Index entwickelte sich seitwärts (-0,1 Prozent in lokaler Währung, -0,3 Prozent auf US-Dollarbasis). Im internationalen Kontext stellte dies eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index um 3,1 Prozent in lokaler Währung zulegte.

Das Wachstum des Bruttoinlandsprodukts in der dominierenden Volkswirtschaft China schwächte sich im zweiten Quartal leicht auf 6,7 Prozent im Jahresvergleich ab (Vorquartal: +6,8 Prozent). Diese Entwicklung dürfte sich mittelfristig fortsetzen, da zum Monatsende eine Reihe asiatischer Einkaufsmanagerindizes für das Verarbeitende Gewerbe im Juli schwächer tendierten. Dies war der Fall bei den Einkaufsmanager-Indizes in China (50,8 Punkte vs. 51,0 Punkte zuvor), in Indien (52,3 Punkte vs. 53,1 Punkte zuvor) und insbesondere in Südkorea (48,3 Punkte vs. 49,8 Punkte zuvor).

Die seit Jahresanfang unter Druck stehenden chinesischen Börsen verzeichneten eine divergierende Entwicklung. Der Hang Seng-Index in Hongkong verlor erneut 1,3 Prozent (-4,5 Prozent seit Jahresanfang), während der Shanghai Composite-Index sich mit einem Plus von 1,0 Prozent (-13,0 Prozent seit Jahresanfang) leicht stabilisieren konnte. Klare Gewinner unter den Leitindizes der asiatischen Schwellenländer waren im Juli Indien, Thailand, Malaysia und die Philippinen mit Kurssteigerungen von fünf bis sieben Prozent. Hingegen zählte die Börse in Südkorea (Kospi-Index) mit einem Rückgang um 1,3 Prozent zu den Verlierern.

Trotz anhaltend robuster Wirtschaftsdaten auf globaler Ebene dürfte der Handelsstreit zwischen China und den USA die Volkswirtschaften Asiens je nach Eskalationsniveau mehr oder weniger stark belasten.

Japan

Japanischer Aktienmarkt mit moderaten Kurszuwächsen

Trotz anhaltender handelspolitischer Spannungen durch die US-Regierung und einer damit einhergehenden Stimmungseintrübung in der japanischen Wirtschaft konnte die Börse in Tokio moderate Kursgewinne verzeichnen. Der NIKKEI 225-Index verteuerte sich im Juli um 1,1 Prozent, der marktbreitere Topix-Index stieg um 1,3 Prozent an. Im internationalen Kontext stellte dies eine unterdurchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index um 3,1 Prozent in lokaler Währung zulegte.

Aus konjunktureller Sicht war der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe in Japan erneut rückläufig und steht aktuell mit 52,3 Punkten (Vormonat: 53,0 Punkte) deutlich unter den Niveaus zu Jahresbeginn von knapp unter 55 Punkten. Die Ausweitung handelspolitischer Streitigkeiten auf globaler Ebene belastete die exportorientierte Wirtschaft Japans, da der Index für die Exportaufträge mittlerweile deutlich unter die kritische Marke von 50 Punkten gesunken ist. Mit der Einigung im Handelsstreit zwischen den USA und der EU beim Treffen zwischen US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker am 25. Juli verbesserte sich das Sentiment am japanischen Aktienmarkt zunehmend.

Zudem setzte die Bank of Japan zum Monatsende ein Zeichen, indem sie die angestrebte Renditespanne für zehnjährige Staatstitel auf 0 bis 20 Basispunkte (von 0 bis 10 Basispunkten) ausweitete. Die Renditen japanischer Staatsanleihen stiegen daraufhin an und beflügelten die Kurse japanischer Banktitel (Mitsubishi UFJ Financial Group: +9,2 Prozent). Zudem gewannen die Aktien des Technologie- und Telekomkonzerns Softbank mehr als 16 Prozent an Wert, nachdem der Hedgefonds Tiger Global Management mehr als eine Milliarde US-Dollar an Softbank-Aktien gekauft hatte. Im Gegensatz hierzu standen nicht-zyklische Konsumwerte wie beispielsweise Fast Retailing (-4,2 Prozent) und Shiseido (-6,7 Prozent) unter Druck.

Wichtigste Treiber für den japanischen Aktienmarkt sind die weitere Entwicklung der handelspolitischen Spannungen auf globaler Ebene und der Verlauf der japanischen Quartalsberichtssaison, die im August 2018 ihren Höhepunkt erreichen wird.

Weltweit

Breite Gewinne an den globalen Börsen

Die globalen Aktienmärkte haben im Juli deutliche Kursgewinne erzielt. Der MSCI World-Index legte in lokaler Währung 3,1 Prozent zu. In den USA beflügelte vor allem die starke Berichtssaison der Unternehmen zum zweiten Quartal die Notierungen. Per saldo beendete der Dow Jones Industrial Average den Berichtszeitraum mit einem Plus von 4,7 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index legte um 3,6 Prozent zu. Bis Ende Juli hatten rund 330 Konzerne aus dem S&P 500-Index ihre Daten offengelegt. Davon konnten 73 Prozent die Vorhersagen der Analysten hinsichtlich der Umsätze übertreffen. Mit Blick auf die Gewinne waren es sogar 87 Prozent. Einen Rekord in negativer Hinsicht erzielte die Aktie von Facebook. Nach enttäuschenden Zahlen und schwachen Trends fiel der Titel im Tagesverlauf um 24 Prozent. Damit lösten sich historisch einmalige 120 Milliarden US-Dollar binnen weniger Stunden in Luft auf. Auch in Europa stiegen die Kurse. Der EURO STOXX 50-Index legte im Juli 3,8 Prozent zu, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verzeichnete einen Zuwachs von 3,1 Prozent. In der ersten Monatshälfte spitzten sich die von den USA ausgehenden Handelsstreitigkeiten vor allem gegenüber China zuerst weiter zu. Später entschärfte sich die Situation jedoch etwas, nachdem sich US-Präsident Trump und EU-Kommissionspräsident Juncker darauf geeinigt hatten, den monatelangen Konflikt beizulegen und vorerst keine neuen Strafzölle zu verhängen. Trotz der handelspolitischen Spannungen durch die US-Regierung und einer damit einhergehenden Stimmungseintrübung in der japanischen Wirtschaft konnte die Börse in Tokio moderate Kursgewinne verzeichnen. Der vielbeachtete NIKKEI 225-Index verteuerte sich im Juli um 1,1 Prozent, der marktbreite Topix-Index stieg um 1,3 Prozent an. Auch an den Märkten der Schwellenländer fielen Gewinne an. Der MSCI Emerging Markets-Index stieg in lokaler Währung um 1,2 Prozent. Das weltweit solide Konjunkturumfeld spricht grundsätzlich weiterhin für Aktien. Allerdings könnten protektionistische Restriktionen den Welthandel in Zukunft stärker belasten.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Zwischenzeitlich Ruhephase in Italien

Europäische Staatsanleihen starteten freundlich in den Juli und legten zunächst leicht zu. Peripherieanleihen blieben gefragt, da sich die Situation in Italien auf einem deutlich erhöhten Renditeniveau stabilisierte. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland, Frankreich und den Niederlanden profitierten von einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA. Darüber hinaus sorgte US-Präsident Trump bei vielen Staatschefs für Unmut. Auf seiner Europareise zeigte er sich bei strittigen Themen wenig kompromissbereit und unterzog die diplomatischen Beziehungen einer harten Bewährungsprobe. Höhepunkt dieser Reise war das Treffen mit Russlands Präsident Putin. Für seine Äußerungen auf der anschließenden Pressekonferenz wurde er hart kritisiert. Anleger zeigten sich in diesem Umfeld verunsichert. Im weiteren Monatsverlauf wurden die Investoren aber wieder risikobereiter, da sich die Lage im Handelsstreit etwas entspannte. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen überschritt daraufhin die Marke von 0,4 Prozent. In der Peripherie blieben vor allem Anleihen aus Portugal gefragt. In Italien hingegen trübte sich das Bild etwas ein. Hier müssen Anleger wohl auch weiterhin mit größeren Schwankungen rechnen. Noch dominiert die Flüchtlingspolitik das politische Tagesgeschehen in Rom. Im Herbst muss jedoch ein Haushalt für 2019 verabschiedet werden. Hier könnte es zu Unstimmigkeiten innerhalb der italienischen Koalition und auch zwischen Italien und der Europäischen Union (Stichwort: Maastricht-Kriterien) kommen. In Summe mussten europäische Staatsanleihen im Juli, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, einen Verlust von 0,3 Prozent hinnehmen. Auffällig war dabei die erneute Diskrepanz zwischen Kernanleihen (-0,5 Prozent) und Peripherietiteln (-0,1 Prozent).

Nach der großen Weichenstellung im Juni gab es auf der letzten EZB-Sitzung keine großen Neuigkeiten. Es gab auch keine näheren Informationen zu den konkreten Modalitäten hinsichtlich der Wiederanlage fällig werdender Anleihen aus dem EZB-Wertpapierportfolio. Laut EZB-Präsident Mario Draghi wurden diese Fragestellungen auch nicht diskutiert.

Euro-Outs

Türkische Anleihen bleiben unter Druck

Die europäischen Rentenmärkte außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes blicken auf einen vergleichsweise ruhigen Handelsmonat zurück. Die Renditeveränderungen im Monatsvergleich waren eher gering. Tendenziell mussten Staatsanleihen von Ländern mit besserer Bonität wie Norwegen, Schweden, das Vereinigte Königreich und die Schweiz leichte Kursverluste hinnehmen. Schuldverschreibungen aus Polen und Ungarn legten hingegen zu. In Ungarn wertete zusätzlich auch der Forint rund drei Prozent auf.

Große Verluste gab es hingegen abermals in der Türkei. Die Diskussion um die Unabhängigkeit der Notenbank setzte sich fort. Mit Blick auf die extrem hohen Teuerungsraten waren zuletzt drastische Zinsschritte notwendig geworden. Da ein solches Zinsniveau wohl aber deutlich zulasten des Wachstums gehen dürfte, ist dieses Präsident Erdogans ein Dorn im Auge. Fraglich ist, wie stark er die Notenbankpolitik beeinflussen wird. Die Tatsache, dass nun sein Schwiegersohn den Posten als Finanzminister in seinem neuen Kabinett übernommen hat, trägt jedenfalls nicht zur Vertrauensbildung bei. Türkische Anleihen mit zehnjähriger Laufzeit rentierten im Monatsvergleich mehr als 200 Basispunkte höher. Parallel hierzu wertete die Türkische Lira um fast sieben Prozent ab. Ein positiver Nebeneffekt der Währungsabwertung ist die Rückkehr zahlreicher Touristen, für die der Türkei-Urlaub immer billiger wird. Trotz der Inhaftierung zahlreicher Regimekritiker stieg die Attraktivität bei deutschen Urlaubern deutlich. Im ersten Halbjahr 2018 sind 1,6 Millionen Deutsche in die Türkei gereist, 25 Prozent mehr als noch 2017. Für das Gesamtjahr rechnet das Land mit einer Rekordbesucherzahl von 40 Millionen ausländischen Gästen.

USA

Zinsstrukturkurve verflacht sich weiter

Der US-Rentenmarkt bewegte sich in der ersten Monatshälfte in ruhigen Bahnen. Gute Konjunkturdaten sprachen für eher steigende Renditen. Neuerliche Diskussionen um mögliche Handelsbeschränkungen ließen Anleger aber zugleich auch vorsichtig agieren und führten somit zu einer Nachfrage nach den als sicher geltenden US-Staatstiteln. Beide Einflussfaktoren hielten sich in etwa die Waage, sodass es zumindest am langen Ende der Zinsstrukturkurve zu nur geringen Kursbewegungen kam. In der zweiten Monatshälfte entspannte sich die Situation um den Welthandel etwas, sodass risikoreichere Anlageformen wieder größere Zustimmung fanden. US-Schatzanweisungen mussten in diesem Umfeld Verluste hinnehmen. Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg wieder bis auf knapp drei Prozent an. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Schatzanweisung daher im Juli 0,5 Prozent an Wert. Seit Jahresbeginn bedeutet dies ein Minus von 1,6 Prozent.

Von Seiten der US-Notenbank Fed war die Botschaft schon im Juni klar formuliert: Die Notenbanker befürchten eine konjunkturelle Verlangsamung im übernächsten Jahr und wollen deshalb die bis dahin geplanten Zinsschritte, wenn möglich, vorziehen. Weitere Zinserhöhungen im September und Dezember sind daher sehr wahrscheinlich. Dementsprechend kam es auch im Juli am kurzen Ende der Zinsstrukturkurve zu weiter steigenden Renditen. Die Zinsdifferenz zwischen Anleihen mit einer Laufzeit von zwei und zehn Jahren liegt inzwischen unterhalb von 0,3 Prozent. Setzt sich der Trend fort, dann droht die Kurve invers zu werden. Die kurzfristigen Zinsen könnten dann höher liegen als die langfristigen. In den vergangenen 40 Jahren kam das bereits fünfmal vor. Warum aber ist das so interessant? In allen fünf Fällen folgte eine Rezession der US-Wirtschaft. Insofern könnten die Sorgen der Fed nicht unbegründet sein. Darüber hinaus war eine weitere Besonderheit zu beobachten: Der Transatlantikspread, also die Zinsdifferenz von US-Schatzanweisungen zu Bundesanleihen, erhöhte sich nochmals. Hier beträgt der Unterschied bereits 2,5 Prozent. Ein Niveau, dass zuletzt vor fast 50 Jahren beobachtet wurde.

Weltweit

Aufschläge in den Risikomärkten

Europäische Staatsanleihen starteten freundlich und legten zunächst leicht zu. Peripherieanleihen blieben gefragt, da sich die Situation in Italien auf einem deutlich erhöhten Renditeniveau stabilisierte. Die als sicher geltenden Papiere aus Deutschland profitierten von einer weiteren Eskalation im Handelsstreit mit den USA. Darüber hinaus sorgte US-Präsident Trump bei vielen Staatschefs für Unmut. Auf seiner Europareise zeigte er sich bei strittigen Themen wenig kompromissbereit und unterzog die diplomatischen Beziehungen einer harten Bewährungsprobe. Anleger zeigten sich in diesem Umfeld verunsichert. Im weiteren Monatsverlauf wurden die Investoren aber wieder risikobereiter, da sich die Lage im Handelsstreit etwas entspannte. Die Renditen zehnjähriger Bundesanleihen überschritt daraufhin die Marke von 0,4 Prozent. In Summe mussten europäische Staatsanleihen im Juli, gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, einen Verlust von 0,3 Prozent hinnehmen.

Der US-Rentenmarkt bewegte sich in der ersten Monatshälfte in ruhigen Bahnen. Gute Konjunkturdaten sprachen für eher steigende Renditen. Neuerliche Diskussionen um mögliche Handelsbeschränkungen ließen Anleger aber zugleich auch vorsichtig agieren und führten somit zu einer großen Nachfrage nach US-Staatstiteln. Beide Einflussfaktoren hielten sich in etwa die Waage, sodass es zu nur geringen Kursbewegungen kam. In der zweiten Monatshälfte entspannte sich die Situation um den Welthandel etwas und risikoreichere Anlageformen fanden wieder größere Zustimmung. US-Schatzanweisungen mussten in diesem Umfeld Verluste hinnehmen. Die Rendite für zehnjährige Papiere stieg wieder bis auf knapp drei Prozent an. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index verloren US-Schatzanweisungen daher im Juli 0,5 Prozent an Wert.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) freundlich und legten leicht zu. Nach einer längeren Schwächephase kam es bei Anleihen aus den Schwellenländern zu einer kräftigen Gegenbewegung von 2,5 Prozent (JP Morgan EMBI Global Div.-Index). Aufgrund der guten konjunkturellen Lage gehen wir von insgesamt weiter leicht steigenden Renditen aus.

Unternehmensanleihen

Freundliche Stimmung führt den Markt ins Plus Europäische Unternehmensanleihen tendierten im Juli leicht ins Plus und legten auf Indexebene (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) um 0,2 Prozent zu. Die Risikoprämien (Asset Swap Spreads) weiteten sich zunächst auf ein Jahreshoch von 72 Basispunkten aus, fielen dann im folgenden Handel aber um sieben auf 64 Basispunkte zurück. Die zuvor bestimmenden Marktthemen wie der Handelsstreit oder die politische Lage in Italien gerieten zusehends in den Hintergrund. Dominierend wirkten die insgesamt positive Berichtssaison der Unternehmen und ein geringes Angebot an Neuemissionen. Die vereinzelt am Primärmarkt emittierten Anleihen konnten sich zumeist gut entwickeln. Vor allem spiegelte sich die insgesamt freundliche Marktstimmung in den Nachrangsegmenten wider. Hybridanleihen aus der Industrie oder Nachrangpapiere aus dem Finanzsektor (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) gewannen auf Indexebene 1,9 respektive 1,5 Prozent hinzu. Die Risikoaufschläge engten sich in beiden Märkten um bis zu 30 Basispunkte ein. Auch das hochverzinslichen Segment (High Yield) tendierte freundlich, der HEAG-Index gewann 1,6 Prozent hinzu. Die Prämien engten sich sogar um fast 40 Basispunkte ein. Mit Blick auf Übersee waren am US-Unternehmensanleihemarkt auf lokaler Ebene (ICE BofA Merrill Lynch C0AL-Index) ebenfalls Zugewinne zu beobachten. Die Sitzung der Europäischen Zentralbank (EZB) Ende Juli brachte für den Markt kaum neue Erkenntnisse. Der eine oder andere Marktteilnehmer hatte sich Aussagen hinsichtlich der Wiederinvestition von Rückflüssen aus fällig gewordenen Staatsanleihen ab Anfang 2019 erhofft. Möglicherweise wird die Zentralbank einige Liquidität in den Unternehmensanleihemarkt umlenken und diesen somit weiterhin gut unterstützen. Die EZB hielt sich diesbezüglich bislang sehr bedeckt. Angesichts der verbesserten Stimmung dürften wieder verstärkt Neuemissionen auf den Markt zukommen. Die Unternehmen werden das Finanzierungsfester im Herbst nutzen, um vor Auslaufen des Anleiheankaufprogramms CSPP noch Papiere am Markt unterzubringen, obgleich den Anlegern wieder höhere Neuemissionsprämien zu zahlen sind.

Emerging Markets

Kräftige Erholungsrally

Die Rentenmärkte der Schwellenländer zeigten sich im Juli deutlich erholt. Nach drei Verlustmonaten in Folge kam es nun zu einer kräftigen Gegenbewegung. Auf US-Dollar und Euro lautende Staatsanleihen aus den Emerging Markets (EM) legten auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) 2,6 Prozent zu. Die Risikoaufschläge kamen deutlich zurück und engten sich im Monatsverlauf um 42 auf 325 Basispunkte ein. Vor allem die leichte Entspannung im Handelsstreit zwischen den USA und dem Rest der Welt unterstützte. Nachdem die Zeichen im Juni noch auf weiterer Eskalation gestanden hatten, näherten sich die Konfliktparteien im Juli an. Die grundsätzliche Einigung zwischen den USA und der Europäischen Union, auf weitere Zölle zu verzichten, sorgte auch bei Schwellenländer-Investments für Entspannung. Rückenwind kam auch aus China: Nachdem die US-Zölle zu einer Stimmungseintrübung der Wirtschaft im Reich der Mitte geführt hatten, setzte die Regierung in Peking ein Stimuluspaket auf. Um die Kreditvergabe anzukurbeln, senkte die Zentralbank die Mindestreservesätze für Banken. Daneben will die Führung auch fiskalische Impulse setzen, etwa durch geringere Steuern auf Forschungs- und Entwicklungsausgaben. Schließlich sorgten die inzwischen wieder deutlich attraktiveren Bewertungsniveaus von EM-Anlagen für eine Umkehr in den Mittelflüssen. Nachdem in der ersten Juli-Woche noch 1,2 Milliarden US-Dollar aus weltweit in Schwellenländern investierende Fonds abgezogen worden waren, war der Saldo mit Zuflüssen in Höhe von 880 Millionen US-Dollar positiv. Viele Investoren bewerteten den Abverkauf der vergangenen Monate wohl als übertrieben und waren entsprechend wieder auf der Käuferseite zu finden. Gerade zuvor abgestrafte Titel wurden im Juli gesucht. Nach monatelangem Abwärtstrend stabilisierte sich etwa der Argentinische Peso, was auch die Anleihen des südamerikanischen Landes stützte. Nach vorne gerichtet bleiben der Fortgang des Handelskonflikts, die globale Renditeentwicklung sowie weiterhin auch Einzelländerthemen die größten Risikofaktoren für Schwellenländer-Rentenanlagen.

Disclaimer

Die Quelle der genannten Finanzmarktdaten ist, sofern nicht anders ausgewiesen, Datastream oder Bloomberg.

Die Inhalte dieses Marketingmaterials stellen keine Handlungsempfehlung dar, sie ersetzen weder die individuelle Anlageberatung durch die Bank noch die individuelle, qualifizierte Steuerberatung. Dieses Dokument wurde von der Union Investment Privatfonds GmbH mit Sorgfalt entworfen und hergestellt, dennoch übernimmt Union Investment keine Gewähr für die Aktualität, Richtigkeit und Vollständigkeit.

Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 31. Juli 2018, soweit nicht anders angegeben.