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Pressemitteilung

Union Investment: Marktbericht Juni 2018

Drohende Eskalation der Handelsstreitigkeiten belasten Börsen
© Union Investment

Aktien: Handelsstreit belastet

Renten: Marktgeschehen hat sich beruhigt

Aktienmärkte: Die Handelsstreitigkeiten zwischen China, dem Euroraum und den USA mit der Androhung und Erhebung von Einfuhrzöllen belasteten die Aktienmärkte. Auf Indexebene folgten leichte Verluste.

Rentenmärkte: Nach den teils turbulenten Marktbewegungen im Vormonat hat sich die Lage am US- sowie am europäischen Staatsanleihenmarkt beruhigt. US-Papiere gingen unverändert aus dem Handel, europäische Peripherieanleihen verbuchten Zugewinne.

Die Aktienmärkte

Europa

Drohende Eskalation der Handelsstreitigkeiten belasten Börsen

Europäische Aktien haben die Kursverluste aus dem Vormonat im Juni ausgebaut. Der EURO STOXX 50-Index gab 0,3 Prozent ab, der marktbreite STOXX Europe 600-Index verzeichnete einen Wertverlust von 0,8 Prozent. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps-Index gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung schlossen 0,9 Prozent leichter.

Nachdem sich die politische Unsicherheit in Italien etwas gelegt hatte, rückte die globale Handelspolitik wieder stärker in den Fokus. Vor allem zur Monatsmitte verschärfte sich die Rhetorik, als die USA drohten, einen Einfuhrzoll auf alle europäischen Autos erheben zu wollen. Die Kurse europäischer Autobauer gaben in der Folge scharf nach, gemessen am STOXX Europe 600-Automobilindex verlor der Sektor auf Monatssicht 9,6 Prozent.

Auch die Notierungen anderer Unternehmen, deren Geschäftsmodelle in hohem Maße von der Globalisierung und dem Welthandel abhängig sind, standen unter Abgabedruck. Neben dem Automobilsektor verzeichneten Unternehmen aus dem Grundstoffgütersegment (minus 3,8 Prozent), der Freizeit- und Reisebranche (minus 3,7 Prozent) und dem Baustoffsektor (minus 3,1 Prozent) die höchsten Kursverluste.

Etwas besser lief es am griechischen Aktienmarkt: Die Euroländer haben sich im Juni für die Auszahlung der letzten Tranche des seit 2015 laufenden dritten Hilfsprogramms ausgesprochen. In den zurückliegenden acht Jahren hat Griechenland seinen Haushalt saniert, Sparprogramme aufgesetzt und Strukturreformen eingeleitet. Der Abschluss des Rettungsprogramms sorgte an der Böse in Athen für gute Stimmung, der ATHEX-Index kletterte im Verlauf der Berichtsperiode um 0,2 Prozent.

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind zwar unverändert gut, allerdings hat die Anfälligkeit der Aktienmärkte für exogene Störfeuer zuletzt zugenommen. Der anstehende geldpolitische Richtungswechsel im Euroraum, die Diskussionen um die Einführung weiterer Strafzölle und andere (geo-)politische Entwicklungen dürften die Kursschwankungen auf erhöhtem Niveau halten.

Deutschland

Deutscher Aktienmarkt von Handelsstreitigkeiten überschattet

Der globale Handelsdisput hat die Wertentwicklung deutscher Aktien im Juni belastet. Der DAX 30-Index mit den größten Konzernen des Landes verzeichnete einen Kursverlust von 2,4 Prozent. Der MDAX-Index, der sich aus Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung zusammensetzt, schloss 1,8 Prozent leichter. Die im SDAX-Index geführten kleineren Gesellschaften gaben 4,0 Prozent nach. Die im TecDAX-Index gelisteten Technologiefirmen fielen um 3,4 Prozent.

Im Fokus der Märkte stand die globale Handelspolitik. Vor allem zur Monatsmitte verschärfte sich die Rhetorik, als die USA drohten, einen Einfuhrzoll auf alle europäischen Autos erheben zu wollen. Die Kurse der deutschen Autobauer gaben in der Folge kräftig nach: Aktien von BMW fielen 8,7 Prozent, noch stärker traf es Daimler (minus 10,2 Prozent) und Volkswagen (minus 11,4 Prozent). Auch die Automobilzuliefererbranche geriet unter Druck (Continental: minus 9,9 Prozent).

Beim Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung zeichnen sich erste Bremsspuren ab: Der Ifo-Geschäftsklimaindex fiel im Juni von 102,3 auf 101,8 Zähler. Die Stimmung in den deutschen Chefetagen trübte sich nicht nur wegen des Handelsstreits mit den USA etwas ein. Auch die etwas langsamere Dynamik der Weltwirtschaft führte dazu, dass die Manager ihre aktuelle Geschäftslage schlechter beurteilten.

Die regelmäßige Überprüfung der Indexzusammensetzung durch die Deutsche Börse AG hat im Juni lediglich zu Anpassungen in der zweiten Reihe geführt. Der Essenslieferdienst Delivery Hero, der Online-Marktplatzbetreiber Scout24 und Puma ersetzen Stada, Krones und alstria office im MDAX-Index. Die DWS und HelloFresh steigen in den SDAX-Index auf, während Siemens Healthineers den Maschinenbauer Aumann im TecDax-Index ersetzen wird.

Die konjunkturellen Rahmenbedingungen sind zwar unverändert gut, allerdings hat die Anfälligkeit der Aktienmärkte für exogene Störfeuer zuletzt zugenommen. Der anstehende geldpolitische Richtungswechsel im Euroraum, die Diskussionen um die Einführung weiterer Strafzölle und andere (geo-) politische Entwicklungen dürften die Kursschwankungen auf erhöhtem Niveau halten.

Osteuropa

Aktienmärkte in Osteuropa leicht im Minus

Die osteuropäischen Aktienmärkte schlossen im Juni leicht im Minus. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index verlor in Lokalwährung 0,5 Prozent, in US-Dollar lag das Minus bei 1,3 Prozent. Insgesamt belastete der sich verschärfende Handelskonflikt die Börsen.

In der Türkei standen die vorgezogenen Parlaments- und Präsidentschaftswahlen im Vordergrund des Marktgeschehens. Nachdem der türkische Präsident Recep Tayyip Erdoğan im Amt bestätigt wurde, atmeten die Aktienmärkte zunächst auf. Investoren deuteten seine Wiederwahl als Zeichen der Stabilität. Belastend wirkte die Tatsache, dass mit der Wahl eine Reihe von Verfassungsänderungen in Kraft trat. Die Verfassungsreform räumt dem Präsidenten weitreichende Befugnisse ein, zum Beispiel wird Erdoğan ohne Ministerpräsident an der Regierungsspitze stehen. Auf Monatssicht verlor der BIST-Index in Lokalwährung 4,1 Prozent. Auch die Türkische Lira kam erneut unter Druck (-1,0 Prozent gegen US-Dollar).

In Russland standen zwei Reform-Ankündigungen im Fokus: Der Mehrwertsteuersatz soll zum Jahresbeginn 2019 von 18 auf 20 Prozent angehoben werden, was zusätzliche Einnahmen von jährlich mehr als 600 Milliarden Rubel brächte. Des Weiteren soll das Renteneintrittsalter angehoben werden. Der MICEX-Index schloss in Summe mit -0,3 Prozent in Lokalwährung leicht im Minus. Der in US-Dollar notierende RTS-Index verlor 0,8 Prozent. Auch der Russische Rubel musste gegenüber dem US-Dollar mit -1,1 Prozent Federn lassen.

Die Tschechische Nationalbank CNB hat gegen Monatsende überraschend den Leitzins von 0,75 Prozent auf jetzt 1,00 Prozent angehoben. Grund hierfür war die schwächer als erwartete Tschechische Krone. Die Währungshüter äußerten sich dahingehend, dass die Währungsentwicklung nicht die robuste wirtschaftliche Verfassung widerspiegeln würde. Der Tschechische Aktienmarkt verlor 1,1 Prozent (PX-Index). Dagegen konnte sich die Börse in Ungarn mit +2,2 Prozent (BUX-Index) gut behaupten.

Ein starker US-Dollar, eine straffere US-Geldpolitik sowie eine weitere Eskalation im Handelskonflikt könnten in den kommenden Wochen immer wieder für erhöhte Volatilität an den Börsen sorgen.

USA

US-Börsen treten auf der Stelle

Die Aktienmärkte in den USA starteten zunächst freundlich in den Juni, wurden dann aber ab Monatsmitte durch die verschärfte US-Rhetorik zu handelspolitischen Themen ausgebremst. Per saldo beendete der Dow Jones Industrial Average den Monat mit einem Minus von 0,6 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index legte hingegen auf Monatssicht um 0,5 Prozent zu.

Technologiewerte tendierten ab Monatsmitte schwächer und gaben zunächst nach. Zum Monatsende konnten diese jedoch wieder aufholen. So legte der Nasdaq-Composite-Index um 0,9 Prozent zu.

Mit Blick auf die Sektoren waren vor allem Konsumtitel aufgrund steigender Einkommen der privaten Haushalte gefragt. Stützend wirken die von US-Präsident Donald Trump Ende vergangenen Jahres angestoßenen Steuererleichterungen sowie höhere Lohnabschlüsse aufgrund des positiven wirtschaftlichen Umfelds. Ebenso blicken die US-Konsumenten positiv in die Zukunft. Die Daten zum US-Konsumentenvertrauen bewegten sich im Juni weiterhin auf einem sehr hohen Niveau.

Insbesondere die Aktien des US-Medienunternehmens 21st Century Fox konnten im vergangenen Monat zulegen. Das amerikanische Justizministerium genehmigte zum Monatsende die von Walt Disney seit 2017 angestrebte Übernahme, sofern Disney das regionale Sportnetzwerk von Fox anschließend verkauft. Damit hat Walt Disney im Bieterstreit mit dem US-Kabelnetzbetreiber Comcast zunächst die Nase vorne. Aktien von Walt Disney konnten in der Folge ebenso zulegen.

Abgabedruck verspürten im Juni Industrie- und Finanztitel. Sie litten unter der gestiegenen politischen Unsicherheit im Zuge der Handelsstreitigkeiten. Zu den großen Verlierern im Industriesektor gehörten die Aktien von John Deere und Caterpillar, die 6,5 Prozent beziehungsweise 10,7 Prozent abgaben. Im Finanzbereich fielen die Papiere von Morgan Stanley um mehr als fünf Prozent.

Die im Vergleich zu Europa überdurchschnittliche Wachstumsdynamik im US-Markt gibt den US-Konzernen weiterhin Rückenwind und bietet grundsätzlich ein freundliches Umfeld für die Aktienmärkte. Die politische Unsicherheit und der von den USA ausgehende Handelskonflikt können aber immer wieder für erhebliche Schwankungen sorgen.

Fernost

Börsen der asiatischen Schwellenländer unter Druck

Die sich verschärfenden handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China setzten die Aktienmärkte der asiatischen Schwellenländer spürbar unter Druck. Darüber hinaus belastete die geldpolitische Straffung der US-Notenbank Fed und die anhaltende Stärke des US-Dollars eine Reihe von Börsen in Südostasien. Der MSCI Far East ex Japan-Index gab im Juni deutlich um 4,5 Prozent in lokaler Währung nach, auf US-Dollarbasis sogar um 5,6 Prozent. Im Vergleich zu der nahezu stabilen Kursentwicklung des MSCI World-Index (+0,2 Prozent in lokaler Währung) stellt dies eine klar unterdurchschnittliche Wertentwicklung dar.

Die Konjunkturindikatoren in der dominierenden Volkswirtschaft China wiesen zuletzt eine moderate Verlangsamung auf immer noch äußerst robusten Wachstumsniveaus auf. Die chinesische Industrieproduktion expandierte im Mai um 6,8 Prozent im Jahresvergleich (nach 7,0 Prozent im Vormonat) und das Wachstum der Einzelhandelsumsätze trübte sich auf 8,5 Prozent gegenüber dem Mai 2017 (+9,4 Prozent) ein. Die handelspolitische Unsicherheit und die moderate Abschwächung der Konjunkturdynamik veranlasste die chinesische Notenbank zur einer Absenkung der Kapitalreservesätze für chinesische Banken. Die chinesischen Aktienmärkte standen im Juni dennoch spürbar unter Druck: Der HangSeng-Index in Hongkong verlor 5,0 Prozent, der Shanghai Composite-Index sogar 8,0 Prozent.

Mit Ausnahme einer stabilen Kursentwicklung an der Börse in Indien, wo die Notenbank RBI die Leitzinsen zuletzt lediglich moderat um 25 Basispunkte anheben musste, verbuchten die Leitindizes der asiatischen Schwellenländer mehr oder weniger starke Kurseinbußen: Taiwan (-0,4 Prozent), Indonesien (-3,1 Prozent), Südkorea (-4,0 Prozent), Malaysia (-2,8 Prozent), Singapur (-4,7 Prozent) und Thailand (-7,6 Prozent).

Trotz anhaltend robuster Wirtschaftsdaten in Asien und insbesondere in China dürfte die Eskalation im Handelsstreit zwischen China und den USA ebenso belasten wie eine sich fortsetzende Stärke des US-Dollars.

Japan

Börse in Tokio leicht rückläufig

Im Spannungsfeld zwischen einem nach wie vor recht soliden Konjunkturumfeld auf globaler Ebene und sich verschärfenden handelspolitischen Spannungen durch die US-Administration verzeichnete der japanische Aktienmarkt eine leicht rückläufige Kursentwicklung. Wenngleich der vielbeachtete NIKKEI 225-Index im Juni um 0,5 Prozent leicht zulegte, gab der Topix-Index als marktbreites Börsenbarometer um 1,0 Prozent nach. Im internationalen Kontext stellte dies eine mehr oder weniger durchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World-Index im abgelaufenen Monat um moderate 0,2 Prozent in lokaler Währung zulegte.

Über die globalen Einflussfaktoren hinaus sendeten die japanischen Konjunkturindikatoren divergierende Signale. Der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe konnte sich im Juni um 0,3 auf 53,1 Punkte verbessern. Im Gegensatz hierzu verschlechterte sich der vom japanischen Finanzministerium erhobene Wirtschaftsausblick der japanischen Unternehmen im zweiten Quartal auf einen Indexwert von -2,0 Prozentpunkten (nach +3,3 Prozentpunkten im ersten Quartal 2018). Dieser Wert liegt allerdings immer noch moderat über dem Durchschnitt von -3,0 Prozentpunkten in den letzten 20 Jahren.

Mit der Verschärfung der protektionistischen Rhetorik durch US-Präsident Trump kamen insbesondere zyklische und exportorientierte Titel unter Druck. Unter den Börsenschwergewichten zählten hierzu der Roboterhersteller Fanuc (-5,4 Prozent) und der Chemiekonzern Shin-Etsu Chemical (-9,3 Prozent). Ferner litten die japanischen Bankenwerte unter rückläufigen Renditen japanischer Staatsanleihen (Mitsubishi UFJ Financial Group: -3,8 Prozent und Sumitomo Mitsui Financial Group: -4,4 Prozent). Hingegen entwickelten sich konsumorientierte und defensive Sektoren positiv, allen voran Sony (+9,8 Prozent) und Fast Retailing (+6,7 Prozent).

Das robuste Konjunkturumfeld weltweit und eine attraktive Bewertung sprechen weiterhin für den japanischen Aktienmarkt. (Geo-)politische Risiken auf globaler Ebene führen in der Regel zu einer Aufwertung des Japanischen Yen und könnten die japanische Börse damit belasten.

Weltweit

Handelskonflikte belasten globale Börsen

Die globalen Aktienmärkte zeigten im Juni ein gemischtes Bild. Der MSCI World-Index legte in lokaler Währung 0,2 Prozent zu. Ab Monatsmitte belastete eine verschärfte US-Rhetorik zu handelspolitischen Themen. Die US-Börsen entwickelten sich im Monatsverlauf uneinheitlich. Per saldo beendete der Dow Jones Industrial Average den Berichtszeitraum mit einem Minus von 0,6 Prozent, der marktbreite S&P 500-Index legte hingegen um 0,5 Prozent zu. Mit Blick auf die Sektoren konnten vor allem Konsumtitel aufgrund steigender Einkommen der privaten Haushalte und freundlicher Daten zum US-Konsumentenvertrauen profitieren. Ebenso konnten Technologiewerte moderat zulegen. So notiert der Nasdaq-Composite-Index zum Monatsende 0,9 Prozent höher.

Europäische Aktien tendierten hingegen im Monatsverlauf schwächer. Der EURO STOXX 50-Index gab 0,3 Prozent ab. Der marktbreite STOXX Europe 600-Index verlor ebenfalls 0,8 Prozent. Als Belastungsfaktor erwies sich die Handelspolitik der Vereinigten Staaten. Die Androhung von Zöllen auf europäische Automobilexporte sowie die strafrechtlichen Ermittlungen im Zuge des Dieselskandals in Deutschland verunsicherten insbesondere Anleger der DAX-Index Schwergewichte BMW, Volkswagen und Daimler.

In Japan zeigte sich ein zweigeteiltes Bild. Wenngleich der vielbeachtete NIKKEI 225-Index im Juni leicht um 0,5 Prozent zulegte, gab der Topix-Index als marktbreites Börsenbarometer um 1,0 Prozent nach. Mit der Verschärfung der protektionistischen Rhetorik durch US-Präsident Donald Trump kamen insbesondere zyklische und exportorientierte Titel unter Druck.

An den Märkten der Schwellenländer dominierten ebenfalls die roten Zahlen. Der MSCI Emerging Markets-Index verlor in lokaler Währung 2,9 Prozent. Zu den Schlusslichtern gehörten die chinesischen Märkte in Hong Kong und Shanghai. Ebenfalls nicht zur Ruhe kam der brasilianische Markt, der weiter stark nachgab.

Dennoch spricht das weltweit solide Konjunkturumfeld grundsätzlich weiterhin für Aktien. Allerdings könnten protektionistische Restriktionen den Welthandel in Zukunft stärker belasten.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Die Politik bestimmt weiter das Marktgeschehen

Nach den Turbulenzen Ende Mai beruhigte sich im Juni die Lage am Euro-Rentenmarkt. Gleichwohl blieb den Marktteilnehmern das Thema Italien erhalten. Die Pläne der neuen Regierung sorgten immer wieder für Verstimmung und lösten so größere Kursschwankungen aus. Zwischen dem höchsten und niedrigsten Renditewert der zehnjährigen italienischen Staatsanleihen lagen 75 Basispunkte. Auf politischer Ebene drehten sich die Diskussionen im Euroraum vor allem um die Flüchtlingsproblematik. Hierbei forderten insbesondere die Italiener eine gerechtere Verteilung und die Sicherung der Grenzen. Auch innerhalb von Deutschland wurde das Thema kontrovers diskutiert und löste eine handfeste Regierungskrise aus. Ein zum Ende des Monats einberufener EU-Gipfel sollte eine Lösung bringen. Dabei zeigte sich, dass es immer schwieriger wird, Europa mit einer Stimme sprechen zu lassen. In Italien lenkte die Diskussion vom mangelnden Reformwillen der neuen Regierung ab, sodass italienische Anleihen per Saldo letztlich unverändert rentierten. Insgesamt war aber dennoch festzustellen, dass sich Peripherieanleihen abermals besser als Papiere aus den Kernländern entwickelten. Hierfür war insbesondere die hohe Nachfrage nach Anleihen aus Spanien und Portugal verantwortlich. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 0,8 Prozent. Mit Blick auf die etwas schwächeren Konjunkturdaten der letzten Monate gehen wir bis zum Jahresende nur noch von leicht steigenden Renditen aus.

Wie erwartet kündigte die Europäische Zentralbank das Ende des Ankaufprogramms an. Ab Oktober werden die monatlichen Käufe auf 15 Milliarden Euro halbiert und ab Januar dann gänzlich eingestellt. Fällig werdende Anleihen werden jedoch wieder angelegt, sodass dem Markt eine gewisse Unterstützung erhalten bleibt. Draghi gelang auf der Pressekonferenz damit eine Glanzleistung, da das Programmende keine negative Reaktion am Rentenmarkt auslöste. Ursache hierfür war insbesondere die gleichzeitig veröffentlichte Botschaft, dass die Leitzinsen nicht vor Herbst 2019 angehoben werden.

Euro-Outs

Erdogan wiedergewählt

Im Juni prägte erneut das politische Geschehen die Kursentwicklungen an den europäischen Rentenmärkten außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes. Für Verstimmungen sorgten abermals Äußerungen von US-Präsident Donald Trump, der neue Handelsbeschränkungen gegen China und die Europäische Union ins Spiel brachte. China kündigte entsprechende Gegenmaßnahmen an. Die Gefahr, dass sich diese Spirale weiter dreht wird zunehmend zu einer Belastung für den Welthandel und drückte auf die Stimmung. Der Großteil der Anleger mied daher risikoreiche Papiere. Staatsanleihen aus Tschechien, Ungarn, Russland und der Türkei mussten daher Kursverluste hinnehmen. In Märkten wie Polen, Norwegen, Schweden, dem Vereinten Königreich oder der Schweiz waren hingegen nur geringe Abschläge oder sogar leichte Kursgewinne aufgelaufen.

In Tschechien erhöhte die dortige Notenbank überraschend den Leitzins. Sowohl die Wirtschaft als auch der Arbeitsmarkt befinden sich in einer guten Verfassung. Die jüngste Entwicklung der Tschechischen Krone spiegelte das jedoch nicht wieder, weshalb sich die Währungshüter zum inzwischen vierten Zinsschritt in einem Jahr entschlossen.

Recep Erdogan bleibt der wichtigste Mann in der Türkei. Er gewann die Parlaments- und Präsidentschaftswahlen mit 52,5 Prozent der Stimmen. Zunächst schien das Wahlergebnis die Märkte zu beflügeln. Staatsanleihen zogen fester und auch die Türkische Lira setzte zu einer Erholung an. Investoren schienen erleichtert und bewerteten die Stabilität im Land positiv. Ein Regierungswechsel hätte sonst zu Tumulten geführt. Die Freude währte aber nur kurz. Die Politik Erdogans setzt auf eine schwache Lira, mit der er die Wirtschaft ankurbeln will. Die Folge sind aber stark steigende Inflationsraten, weshalb dieser Weg wohl mittelfristig eher schädlich sein dürfte. Um den Verfall der Lira zu bremsen wäre eine Zinserhöhung notwendig. Diese würde die konjunkturelle Entwicklung aber verlangsamen und ist deshalb von Erdogan nicht gewollt. Einige Marktteilnehmer stellen deshalb die Unabhängigkeit der türkischen Notenbank in Frage. In dieser Gemengelage erreichten die Renditen für Staatsanleihen neue Rekordhöchststände.

USA

US-Notenbank zieht Zinserhöhungen vor

Gute Konjunkturdaten und die Furcht vor weiter steigenden Inflationsraten führten am US-Rentenmarkt zunächst zu Kursverlusten. Die Renditemarke von drei Prozent für zehnjährige Schatzanweisungen erwies sich jedoch als zu großer Widerstand. Ab der Monatsmitte dominierte erneut die Politik das Marktgeschehen. US-Präsident Donald Trump verschärfte seine Rhetorik und kündigte erneut Handelsbeschränkungen an. Im Mittelpunkt stand abermals das hohe Handelsdefizit gegenüber China. Trump drohte der Volksrepublik mit weiteren Strafzöllen. Die Reaktion aus dem Reich der Mitte ließ nicht lange auf sich warten: China konterte mit Gegenmaßnahmen. Experten befürchten inzwischen ernsthafte Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte sich die Spirale der gegenseitigen Zölle weiterdrehen. Auch wenn bislang, gemessen am Bruttoinlandsprodukt, noch vergleichsweise wenig verabschiedet wurde, so drückt doch die Befürchtung vor dem was noch kommen könnte auf die Stimmung der Anleger. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen waren daher in der zweiten Monatshälfte wieder gefragt. Für das Interesse ausländischer Anleger war auch der festere US-Dollar verantwortlich.

Auf ihrer Sitzung Mitte Juni nahm die US-Notenbank erwartungsgemäß ihren zweiten Zinsschritt im laufenden Jahr vor und erhöhte den Leitzins auf 1,75-2,00 Prozent. Nach vorn blickend kündigten die Notenbanker eine weiterhin restriktivere Geldpolitik an. Überraschend dabei war, dass bis Ende 2020 zwar in Summe nicht mehr Zinsschritte geplant sind, diese aber eher in diesem und im kommenden Jahr anstehen dürften. Einige Marktteilnehmer sahen sich deshalb in der Annahme gestärkt, dass der Aufschwung in den USA wohl in zwei Jahren ein Ende finden dürfte. Dazu passt auch, dass die Zinsstrukturkurve immer flacher wird. Eine inverse Kurve war bislang oft ein Hinweis auf eine bevorstehende Schwächephase. In Summe sorgte die Flucht in Qualität dafür, dass die zuvor erlittenen Verluste aufgeholt wurden. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index gingen US-Schatzanweisung letztlich unverändert aus dem Handel.

Weltweit

Politik dominiert das Marktgeschehen

Nach den Turbulenzen Ende Mai beruhigte sich im Juni die Lage am Euro-Rentenmarkt. Gleichwohl blieb den Marktteilnehmern das Thema Italien erhalten. Die Pläne der neuen Regierung sorgten immer wieder für Verstimmung und lösten so größere Kursschwankungen aus. Auf politischer Ebene drehten sich die Diskussionen im Euroraum vor allem um die Flüchtlingsproblematik. Ein zum Ende des Monats einberufener EU-Gipfel sollte eine Lösung bringen. Dabei zeigte sich, dass es immer schwieriger wird, Europa mit einer Stimme sprechen zu lassen. Insgesamt war aber dennoch festzustellen, dass sich Peripherieanleihen abermals besser als Papiere aus den Kernländern entwickelten. Hierfür war insbesondere die hohe Nachfrage nach Anleihen aus Spanien und Portugal verantwortlich. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index bedeutete dies für europäische Staatsanleihen ein Plus von 0,8 Prozent.

Gute Konjunkturdaten und die Furcht vor weiter steigenden Inflationsraten führten am US-Rentenmarkt zunächst zu Kursverlusten. Die Renditemarke von drei Prozent für zehnjährige Schatzanweisungen erwies sich jedoch als zu großer Widerstand. Ab der Monatsmitte dominierte erneut die Politik das Marktgeschehen. US-Präsident Donald Trump verschärfte seine Rhetorik und kündigte erneut Handelsbeschränkungen an. Im Mittelpunkt stand abermals das hohe Handelsdefizit gegenüber China. Experten befürchten inzwischen ernsthafte Konsequenzen für die Weltwirtschaft, sollte sich die Spirale der gegenseitigen Zölle weiterdrehen. Die als sicher geltenden US-Staatsanleihen waren daher in der zweiten Monatshälfte wieder gefragt. Gemessen am JP Morgan Global Bond US-Index gingen US-Schatzanweisung letztlich unverändert aus dem Handel.

Europäische Unternehmensanleihen tendierten im Juni auf Indexebene (iBoxx Euro Sovereign) unverändert. Die durch den schwelenden Handelsstreit zunehmenden Bremsspuren im Welthandel haben auch die Kapitalmärkte der Schwellenländer belastet und führten dort auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index)) zu einem Verlust von 1,2 Prozent.

Aufgrund der guten konjunkturellen Lage gehen wir von leicht steigenden Renditen aus.

Unternehmensanleihen

Seitwärts in die Sommerpause Im Juni tendierte der europäische Unternehmensanleihemarkt (ICE BofA Merrill Lynch Euro Corporate-Index, ER00) unter leichten Schwankungen seitwärts. Die Risikoprämien haben sich angesichts der allgemeinen Unsicherheit an den Finanzmarkten um fünf auf 71 Basispunkte ausgeweitet. Themen wie die Regierungsbildung in Italien und der Handelsstreit zwischen China, den USA und auch dem Euroraum beschäftigten die Anleger. Dabei mehrten sich die Stimmen, die angesichts der Strafzoll-Problematik eine Wachstumsabschwächung erwarten. Anleihen von Unternehmen mit Bezug zu den Schwellenländern (EM) gerieten hierdurch unter Druck. Zudem tendierte wegen der rückläufigen Risikofreude auch der Nachrangsektor wieder schwächer. Die dort gehandelten Industrie- und Finanzanleihen (ICE BofA Merrill Lynch ENSU- und EBSU-Index) gaben mit minus 1,3 beziehungsweise 0,5 Prozent auf Indexebene nach. Auch weiteten sich die Risikoprämien im Juni erneut merklich aus. Im Industriebereich stiegen diese um 22 auf 222 Basispunkte an. Bei nachrangigen Finanztiteln erhöhten sich die Aufschläge um 17 auf 196 Basispunkte. Auf Sektorenebene standen zudem angesichts der US-Strafzölle die deutschen Automobilhersteller unter Druck. Auch gaben High Yield-Papiere (ICE BofA Merrill Lynch HEAG-Index) um 0,5 Prozent nach, die Spreads stiegen um 22 auf 321 Basispunkte an. Gut verdaut wurde hingegen die Ankündigung der Europäischen Zentralbank (EZB), das Anleihekaufprogramm zum Jahresende einzustellen. Marktverwerfungen blieben aus. Bei Neuemissionen waren diesbezüglich keine Prämien mehr zu erzielen. Trotz einer insgesamt verhaltenen Lage blieb der Primärmarkt offen. Im Blickpunkt stand die mehrere Anleihetranchen umfassende Neuemission von Bayer. Zur Finanzierung der Übernahme des US-Unternehmens Monsanto wurden Papiere im Gegenwert von 22 Milliarden Euro platziert. Die Nachfrage war trotz des eher angespannten Umfeldes sehr gut.

Trotz bislang gutem Konjunktur- und Inflationsumfeld hat sich die Stimmung aber eingetrübt. Dem steigenden Risiko eines Handelskonfliktes verbunden mit einer Wachstumsabschwächung wird sich der Unternehmensanleihemarkt letztlich nicht entziehen können.

Emerging Markets

Handelskonflikt drückt auf die Stimmung

Die durch den schwellenden Handelsstreit zunehmenden Bremsspuren im Welthandel haben auch im Juni die Kapitalmärkte der Schwellenländer belastet. Auf US-Dollar und Euro lautende Staatsanleihen aus den Emerging Markets (EM) verloren auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div.-Index) 1,2 Prozent an Wert. Die Risikoaufschläge überschritten im Monatsverlauf erstmals seit November 2016 wieder die Marke von 370 Basispunkten und weiteten sich letztlich um 25 auf 367 Basispunkte aus.

Die Gründe für diese Entwicklung sind sowohl in den zunehmenden Herausforderungen mit Blick auf die globalen Rahmenbedingungen als auch in hausgemachten Problemen zu finden. Abermals war es der schwelende Handelskonflikt – insbesondere zwischen den USA und China –, der Druck auf die Schwellenländer-Märkte ausübte. Nachdem US-Präsident Trump erst Mitte Mai Strafzölle auf chinesische Produkte im Wert von 50 Milliarden US-Dollar angekündigt hatte, legte er im Juni nach: So gab Trump, nach entsprechenden Gegenmaßnahmen aus Peking, die Prüfung weiterer Zölle auf Waren im Wert von 200 Milliarden US-Dollar in Auftrag. Zwar sind bislang erst wenige dieser Maßnahmen tatsächlich in Kraft, dennoch drückt der Konflikt bereits spürbar auf die Stimmung. Das Volumen des Welthandels ist seit Beginn der Streitigkeiten rückläufig, was die vom florierenden Warenumschlag besonders abhängigen Schwellenländer belastet. Zusätzlicher Gegenwind kam von der US-Notenbank Federal Reserve, die sowohl den aktuellen Leitzins als auch ihre künftigen Zinserwartungen anhob. Damit setzte sich auch die US-Dollar-Stärke fort.

Zwischenzeitliche Entspannungssignale führten hingegen nicht zu einer nachhaltigen Stabilisierung an den Märkten: Der überraschend deutliche Wahlsieg des türkischen Präsidenten Erdogan bedeutet für die Märkte zunächst einmal Stabilität. Die könnte nun auch wieder in Argentinien einziehen, nachdem der Internationale Währungsfonds Kreditzusagen geben hat.

Nach vorne gerichtet bleiben der Fortgang des Handelskonflikts sowie weiterhin auch Einzelländerthemen (etwa die anstehenden Wahlen in Mexiko) die größten Risikofaktoren für Schwellenländer-Rentenanlagen.