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Marktkommentar

Patrick Zweifel (Pictet): EM Monitor – Unbeabsichtigte Effekte der handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China

© Pictet Asset Management

Handelspolitische Gespräche zwischen Trump und Xi: Glück im Unglück?

Der Abstand zwischen den Exporten und Importen in den chinesischen Handelsbeziehungen zu den USA ist so gross wie nie zuvor (siehe Abb. 1 unten). Mit diesem Argument hebt Präsident Donald Trump die Einfuhrzölle auf chinesische Waren an.

Dieser Schritt hat zweifelsohne Spannungen zwischen den beiden Ländern ausgelöst, aber ein positiver Nebeneffekt ist unserer Meinung nach, dass sich der chinesische Dienstleistungssektor schneller für eine ausländische Beteiligung öffnen könnte. China hat versprochen, seine Wirtschaft weiter zu öffnen – und vor allem die Eigentumsreformen zugunsten des Finanzsektors des Landes zu beschleunigen. Die Umsetzung soll binnen weniger Monate erfolgen, wodurch ein Handelskrieg abgewendet werden könnte.

Abb. 1. Bilateraler Handel China–USA (in USD)

Grafik: Bilateraler Handel China–USA (in USD)


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, 28.02.2018. * Kombinierte Daten von Januar und Februar, um dem Mond-Neujahr Rechnung zu tragen.

Insgesamt jedoch ist es eher unwahrscheinlich, dass sich mit Trumps Plan einer drastischen Erhöhung der Zölle das US-Handelsbilanzdefizit mit China verkleinern lässt. Die USA können die Waren, die zurzeit preisgünstig aus China importiert werden, schlichtweg nicht selbst herstellen, zumindest nicht in absehbarer Zeit. Vorerst werden die USA diese Waren weiter importieren müssen und höhere Einfuhrzölle machen sie noch teurer – das wiederum würde die Inflation nach oben treiben.


Welchen Einfluss haben Trumps handelspolitische Pläne auf andere Schwellenländer? Argentinien und Brasilien

Die Wirtschaftswissenschaftlerin Anjeza Kadilli ist gerade von Argentinien und Brasilien zurückgekehrt, wo sie sich mit Politikern getroffen hat.

Ihrer Ansicht nach könnten Brasilien und Argentinien die grossen Gewinner der handelspolitischen Spannungen zwischen den USA und China sein. Auf Brasilien und Argentinien entfällt bereits ein grosser Teil der Sojabohnenexporte nach China. Ihr Anteil wird noch grösser werden, wenn China beschliesst, Importe aus den USA zu stoppen. Dieses neue Muster würde Chancen für Anleger nicht nur in der Landwirtschaft, sondern auch in verwandten Branchen wie Produktion, Infrastruktur und Maschinenbau eröffnen.

Ein Hemmnis ist allerdings, dass Brasilien und Argentinien im Moment die höchsten Einfuhrzölle (14,1% bzw. 14,3%, ohne landwirtschaftliche Erzeugnisse) und eine eher geschlossene Volkswirtschaft haben (siehe Abb. 2). 

Abb. 2 Einfuhrzölle und Handelsoffenheit in Schwellenländern

Grafik: Einfuhrzölle und Handelsoffenheit in Schwellenländern


Quelle: Pictet Asset Management, CEIC, Datastream, 31.03.2018

In den Gesprächen, die Anjeza Kadilli auf ihrer Reise geführt hat, war eine grosse Bereitschaft – insbesondere Brasiliens – zur Senkung der Zölle erkennbar, selbst wenn dies nur einseitig erfolgen sollte. Die Politik würde die inländische Produktion dann auf Segmente mit echtem Mehrwert (z. B. Landwirtschaft) lenken und die Zölle in Bereichen senken, wo das Land mit dem Ausland nicht konkurrieren kann (z. B. Industrie). Diese Entwicklung würde sich positiv auf die Effizienz dieser Märkte auswirken.


Der florierende Handel innerhalb Asiens eröffnet neue Chancen

Während China die neuen protektionistischen Massnahmen der USA abwehrt, nimmt der innerasiatische Handel zu. Um diesem vielversprechenden Trend in unseren Portfolios Rechnung zu tragen, setzen wir auf die anhaltende Öffnung der Finanzsektoren der Region, insbesondere über chinesische Versicherer oder indische Banken, wo die Marktdurchdringung momentan noch gering ist.

Abb. 3. Durchdringung mit Versicherungsprodukten in Asien (2016)

Grafik: Durchdringung mit Versicherungsprodukten in Asien (2016)

Quelle: MS Research, 2016

     



Informationen zum Artikel
Autor: Patrick Zweifel
Unternehmen: Pictet