24 Events in den nächsten 7 Tagen
Pressemitteilung

Union Investment: Marktberichte August 2017

Bei den Aktien hat die politische Unsicherheit belastet und bei den Renten zeigten sich sichere Staatsanleihen mit Zugewinnen: Die geopolitischen Unsicherheiten und die Zweifel der Anleger an der Handlungsfähigkeit der US-Administration ließ die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen ansteigen.
© Union Investment

Aktienmärkte 

Nach zunächst freundlicher Tendenz zu Monatsbeginn gaben die Aktienbörsen in den USA und im Euroraum ihre Gewinn im weiteren Verlauf wieder ab. Zum einen hatte die Unsicherheit im Konflikt zwischen Nordkorea und den USA belastet. In Europa gab die Aufwertung des Euro zum US-Dollar Anlass zur Sorge, da diese die Gewinnentwicklung der Unternehmen belasten könnte.

Rentenmärkte 

Die geopolitischen Unsicherheiten und die Zweifel der Anleger an der Handlungsfähigkeit der US-Administration ließ die Nachfrage nach als sicher geltenden Staatsanleihen ansteigen. Entsprechende Indizes schlossen im Plus. Das mit Spannung erwartete Notenbanksymposium im US-amerikanischen Jackson Hole brachte keine neuen Erkenntnisse.

Die Aktienmärkte

Europa

Starker Euro belastet Europas Börsen 

Die Börsen in Europa haben den August mit leichten Kursverlusten abgeschlossen. Der EURO STOXX 50 gab 0,8 Prozent nach, der marktbreite STOXX Europe 600 Index schloss 1,1 Prozent tiefer. Die im MSCI Europe Small and Mid Caps gelisteten Unternehmen mit niedriger und mittelgroßer Marktkapitalisierung verzeichneten hingegen ein leichtes Plus von 0,2 Prozent. Zu Beginn der Berichtsperiode legten die Notierungen zuerst zu. Neben geringeren politischen Risiken im Euroraum wirkten vor allem die Mittelzuflüsse in europäische Aktienfonds unterstützend. Im weiteren Monatsverlauf gaben die Märkte die Gewinne jedoch wieder ab. Zu den Belastungsfaktoren zählten vor allem geopolitische Unsicherheiten (Nordkorea-Konflikt) und der anhaltende Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung. Gegenüber dem US-Dollar war der Euro teilweise über die Marke von 1,20 und damit auf den höchsten Stand seit 30 Monaten geklettert. Investoren fürchten, dass sich der starke Euro perspektivisch negativ in der Gewinnentwicklung der europäischen Unternehmen niederschlagen wird. Die Berichtssaison zum zweiten Quartal 2017 ist indes solide verlaufen. Im Schnitt verbuchten die Konzerne ein Gewinnplus von 19 Prozent, die Gewinnmargen kletterten auf ein Fünfjahreshoch. Alle Subsektoren wiesen ein positives Umsatzwachstum auf. Vor allem der Finanz- und Energiesektor zählten zu den Treibern der Entwicklung, während Industrieunternehmen etwas schwächer als erwartet berichteten. Der französische Mineralölkonzern Total übernimmt die Öl- und Gassparte der in Dänemark ansässigen Reederei A.P. Moeller-Maersk. Der Transaktionswert der Übernahme beläuft sich auf rund 6,3 Milliarden Euro. Maersk hatte die Veräußerung damit begründet, dass sich das Unternehmen künftig auf sein Kerngeschäft Container fokussieren will. Total erwirbt unter anderem Felder in der norwegischen Nordsee. Dadurch erhofft sich der Konzern Synergieeffekte von über 400 Millionen US-Dollar pro Jahr. Die robuste Konjunkturdynamik stellt ein konstruktives Umfeld für Aktienanlagen dar. Die bevorstehenden Notenbanksitzungen und die aktuellen geopolitischen Risiken können jedoch für Schwankungen sorgen.

Deutschland

Licht und Schatten am deutschen Aktienmarkt 

Die deutschen Aktienbörsen blicken im August auf eine weitgehend freundliche Kursentwicklung zurück. Während der MDAX mit Unternehmen mittlerer Marktkapitalisierung 0,5 Prozent fester schloss, legten die im SDAX geführten kleineren Unternehmen des Landes im Schnitt sogar 2,8 Prozent zu. Die im TecDAX gelisteten Technologiefirmen gewannen 1,5 Prozent. Einzig der DAX mit den größten Unternehmen des Landes verzeichnete im August ein leichtes Minus von 0,5 Prozent.

Die heterogene Entwicklung der Indizes war weniger auf übergreifende Nachrichten, sondern vielmehr auf unternehmensspezifische Entwicklungen zurückzuführen. So standen beispielsweise die Aktien des Medienkonzerns ProSiebenSat.1 unter Druck. Die Unternehmen der Branche sehen sich dem strukturellen Wandel weg vom TV hin zu mehr Internet gegenüber, was erhebliche Auswirkungen auf die Werbeeinnahmen nach zieht. ProSiebenSat.1 senkte in der Berichtsperiode deshalb nur drei Wochen nach dem vorherigen Zwischenbericht seinen Ausblick für den TV-Werbemarkt. Die Börse reagierte mit einem heftigen Kursrutsch, allein im August gaben die Papiere des DAX-Unternehmens über 16 Prozent nach.

Besser lief es hingegen für die Versorger: Die Aktien von RWE und E.ON profitierten von der Vorlage guter Halbjahreszahlen und zählten mit Kurszuwächsen von 17,8 beziehungsweise 14,1 Prozent zu den Gewinnern im DAX. Dabei erhalten die deutschen Versorger von vielen Seiten Rückenwind: Zum einen bevorzugen Investoren im aktuellen Umfeld eher Aktien aus defensiven Sektoren. Zum anderen führt die robuste Konjunkturentwicklung im Euroraum zu einer höheren Stromnachfrage. Die Strompreise an der Energiebörse European Energy Exchange (EEX) sind in den vergangenen Monaten deutlich gestiegen. Darüber hinaus treiben RWE und E.ON ihre Restrukturierungsmaßnahmen voran.

Die robuste Konjunkturdynamik stellt ein konstruktives Umfeld für Aktienanlagen dar. Die bevorstehenden Notenbanksitzungen und die aktuellen geopolitischen Risiken können jedoch für Schwankungen sorgen.

Osteuropa

Erfreuliche Aktienmarktentwicklung in Osteuropa

Die osteuropäischen Börsen konnten im August an Wert zulegen. Der MSCI Emerging Markets Eastern Europe-Index gewann in Lokalwährung 2,7 Prozent. In US-Dollar gerechnet liegt das Plus bei 3,6 Prozent. Der Zuwachs am türkischen Aktienmarkt lag bei 2,6 Prozent (BIST-Index). Auch die Türkische Lira gewann gegenüber dem US-Dollar 2,3 Prozent an Wert. Während sich die politischen Spannungen mit dem Westen weiter verschärften, zeigte sich die Konjunktur robust. Das scheint eine Ratingagentur dazu bewogen zu haben, die Wachstumsaussichten in der Türkei von 2,6 auf 3,7 Prozent zu erhöhen. Zahlen aus dem Tourismus, beispielsweise die Zunahme der Gäste aus Russland und Israel, waren weitere Gründe dafür. Im Juli stieg die Zahl der Besucher aus anderen Staaten um knapp 50 Prozent auf rund 5,1 Millionen. Diese Erholung sollte den Konsum im Land unterstützen. Die russischen Börsen haben 3,5 Prozent an Wert zugelegt (MICEX-Index, Lokalwährung). Das Plus des auf US-Dollar notierende RTS-Index lag aufgrund der US-Dollar-Schwäche bei 6,1 Prozent. Der Russische Rubel konnte gegenüber dem US-Dollar 0,7 Prozent aufwerten. Zum ersten Mal seit Jahren sind die Realeinkommen gestiegen (+4,6 Prozent). Die Inflation ist auf ein Rekordtief von 3,9 Prozent gefallen. Die höheren Löhne dürften im zweiten Halbjahr den Einzelhandelssektor unterstützen. Ein weiteres positives Signal sind die allmählich steigenden Investitionskosten in der Industrie. Dass die russische Notenbank die viertgrößte Bank des Landes, Otkritie, im vergangenen Monat retten musste, nachdem viele Kunden ihre Ersparnisse abgezogen hatten, ging an den Märkten hingegen spurlos vorbei. In Ungarn schlossen die Börsen sehr erfreulich. Die Aktienmärkte legten 6,5 Prozent zu (BUX-Index). Auch der Ungarische Forint konnte gegenüber dem US-Dollar 1,5 Prozent an Wert gewinnen. Die vorläufigen Wachstumsdaten (+3,2 Prozent) für das zweite Quartal zeigen ein robustes Bild. Die polnischen Börsen lagen mit +4,1 Prozent ebenfalls deutlich im Plus. Während die konjunkturelle Lage in vielen osteuropäischen Märkte weiter unterstützen dürfte, könnten die geopolitischen Risiken belasten.

USA

US-Börsen handeln richtungslos 

Die Börsen in den USA haben den August ohne starke Tendenzen beendet. Der Leitindex Dow Jones Industrial Average stieg um 0,3 Prozent, der marktbreite S&P 500 verbesserte sich um 0,1 Prozent. Zu Beginn der Berichtsperiode waren die Notierungen noch auf neue Höchststände geklettert, später gaben die Märkte die Gewinne wieder ab. Belastet hatte vor allem die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Zur Monatsmitte hatte der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un damit gedroht, die US-Basis auf der Pazifikinsel Guam anzugreifen. Mit der Benennung eines konkreten Ziels hat der Konflikt eine neue Dimension erreicht. US-Präsident Trump reagierte auf diese Aussagen scharf und drohte seinerseits mit einer US-Antwort aus „Feuer und Zorn“. Ausgelöst wurde die beidseitige verbale Eskalation durch einen Bericht der „Washington Post“, wonach Nordkorea einen atomaren Sprengkopf entwickelt hat, der klein genug für seine Interkontinentalraketen sei.  Mit Blick auf die Sektoren schnitten vor allen die Bereiche Informationstechnologie, Grundstoffe sowie Finanzdienstungen gut ab. Kursabschläge verzeichneten Energiewerte und zyklische Konsumgüter. Deutlich ins Minus fiel die Aktie des Medienkonzerns Walt Disney. Der US-Unterhaltungsriese konnte zwar die Markterwartungen hinsichtlich des Gewinns leicht übertreffen. Allerdings verfehlte der Konzern die Umsatzerwartungen. Statt der erwarteten 14,46 Milliarden US-Dollar erlöste das Unternehmen nur 14,24 Milliarden. Hauptbelastungsfaktor bleibt der Bereich Cable Networks, zu dem der Sportsender ESPN gehört. Wichtiger als der Bericht der Zahlen war aber die angekündigte Strategieänderung: Ab dem kommenden Jahr soll ein Streamingdienst über ESPN angeboten werden, ab 2019 soll ein solcher unter der Marke Disney bereitgestellt werden. Am Markt kam der Plan nicht gut an, die Aktie verlor auf Monatssicht rund acht Prozent an Wert. Vor dem Hintergrund der guten Unternehmensberichte und der robusten US-Konjunktur gehen wir für die kommenden Wochen von einem positiven Marktumfeld aus. Allerdings können politische Risiken für Schwankungen sorgen.

Fernost

Börsen der asiatischen Schwellenländer weiter im Aufwind 

Der Aufwärtstrend an den Börsen der aufstrebenden asiatischen Volkswirtschaften hat sich über den Sommer fortgesetzt. Der MSCI Far East ex Japan Index legte im August um 1,5 Prozent in lokaler Währung zu. Im internationalen Vergleich stellte dies wiederum eine überdurchschnittliche Entwicklung dar, da der MSCI World Index in lokaler Währung eine seitwärtsgerichtete Wertentwicklung aufwies. Wichtiger Treiber für die anhaltend positive Stimmung an den Aktienmärkten der aufstrebenden asiatischen Nationen bleibt das erfreuliche Konjunkturumfeld auf globaler Ebene in Verbindung mit einem zur Schwäche neigenden US-Dollar. Innerhalb der asiatischen Region büßte die Konjunkturentwicklung in China ein wenig an Dynamik ein, erwies sich jedoch weiterhin als äußerst robust. Wenngleich die Wachstumsraten der chinesischen Einzelhandelsumsätze (Juli 2017: +10,4 Prozent im Jahresvergleich nach +11,0 Prozent im Juni 2017) und der Industrieproduktion (Juli 2017: +6,4 Prozent im Jahresvergleich nach +7,6 Prozent im Juni 2017) zuletzt abflachten, haben sich die vorlaufenden Konjunkturindikatoren (wie bspw. die Einkaufsmanager-Indizes für das Verarbeitende Gewerbe) im letzten Monat weiter verbessert. Im Gegensatz hierzu fiel das wirtschaftliche Wachstum in Indien enttäuschend aus. Das BIP-Wachstum lag im Zeitraum April-Juni 2017 bei lediglich 5,7 Prozent im Jahresvergleich und damit deutlich unter der von Analysten erwarteten Expansionsrate von 7 Prozent. Die Entwicklung an den Aktienmärkten in China und Indien war gegenläufig. Während der Shanghai Composite Index und der Hang Seng Index in Hongkong um 2,7 und um 2,4 Prozent zulegten, verlor der indische Aktienmarkt - gemessen am Leitindex BSE Sensex – rund 2,4 Prozent. Ein Großteil der übrigen Börsen in den asiatischen Schwellenländern wies im August ebenfalls positive Kursentwicklungen auf, lediglich die Leitindizes in Südkorea (aufgrund der Nordkorea-Krise), Singapur und den Philippinen waren moderat rückläufig. Trotz anhaltender (geo-)politischer Risiken sollte sich die robuste globale Konjunkturentwicklung weiterhin positiv auf die Aktienkurse in Asien auswirken.

Japan

Japanische Börse mit leichter Sommerschwäche 

Die Aktienmärkte in Japan verzeichneten in Summe leichte Kurseinbußen. Der Leitindex NIKKEI 225 verlor im August 1,4 Prozent, während der Topix Index als marktbreites japanisches Börsenbarometer sich unverändert zeigte (-0,1 Prozent). Im internationalen Kontext stellt dies eine nahezu durchschnittliche Wertentwicklung dar, da der MSCI World Index in lokaler Währung ebenfalls eine seitwärtsgerichtete Entwicklung (August 2017: -0,1 Prozent) verzeichnete. Die Börse in Tokio bewegte sich hierbei im Spannungsfeld zwischen äußerst robusten makroökonomischen Rahmenbedingungen und wieder aufkommenden geopolitischen Risiken auf dem asiatischen Kontinent. Die anhaltenden Raketentests Nordkoreas erwiesen sich als besonderer Belastungsfaktor, da die Flugkurve einer Rakete erstmalig den zivilen Luftraum Japans durchquerte. Im Gegensatz hierzu stellte sich die Konjunkturentwicklung zuletzt als positiv dar. Das Wachstum des japanischen Bruttoinlandsprodukts beschleunigte sich im zweiten Quartal auf 2,0 Prozent im Jahresvergleich (nach einem Plus von 1,5 Prozent im ersten Quartal) und konnte die Analystenschätzungen (+1,3 Prozent) deutlich übertreffen. Darüber hinaus verbesserte sich der Einkaufsmanager-Index für das Verarbeitende Gewerbe im August um 0,1 auf 52,2 Punkte und zeigte einen anhaltend robusten Wachstumstrend für den japanischen Industriesektor an. In diesem von geopolitischen Risiken geprägten Umfeld konnten in erster Linie defensive Telekommunikationswerte (Nippon Telegraph & Telephone: +1,5 Prozent und KDDI: +1,6 Prozent) moderat zulegen. Im Gegensatz hierzu zählten japanische Bankentitel infolge anhaltend sinkender Zins- und Renditeerwartungen auf globaler Ebene erneut zu den Verlierern. Die drei Indexschwergewichte aus dem Finanzsektor Mitsubishi UFJ Financial Group (-3,7 Prozent), Mizuho Financial Group (-3,7 Prozent) und Sumitomo Mitsui Financial Group (-1,9 Prozent) büßten teilweise deutlich an Wert ein.  Aus fundamentaler Sicht stellt sich der Ausblick für den japanischen Aktienmarkt weiterhin als verhalten optimistisch dar. Geopolitische Risiken könnten kurzfristig jedoch zu erhöhten Kursschwankungen führen.

Weltweit

Globale Aktien ohne klaren Trend 

Die globalen Aktienmärkte haben sich im August überwiegend seitwärts bewegt. Der MSCI World Index gab in lokaler Währung 0,1 Prozent ab. In den USA stieg der Leitindex Dow Jones Industrial Average um 0,3 Prozent, der marktbreite S&P 500 verbesserte sich um 0,1 Prozent. Zu Beginn der Berichtsperiode waren die Notierungen noch auf neue Höchststände geklettert, später gaben die Märkte die Gewinne wieder ab. Belastet hatte vor allem die Unsicherheit im Zusammenhang mit dem Konflikt zwischen den USA und Nordkorea. Zur Monatsmitte hatte der nordkoreanische Diktator Kim Jong Un damit gedroht, die US-Basis auf der Pazifikinsel Guam anzugreifen. Mit der Benennung eines konkreten Ziels hat der Konflikt eine neue Dimension erreicht. US-Präsident Trump reagierte auf diese Aussagen scharf und drohte seinerseits mit einer US-Antwort aus „Feuer und Zorn“.  Die Börsen in Europa haben den August mit leichten Kursverlusten abgeschlossen. Der EURO STOXX 50 gab 0,8 Prozent nach. Zu Beginn der Berichtsperiode legten die Notierungen zuerst zu. Neben geringeren politischen Risiken im Euroraum wirkten vor allem die Mittelzuflüsse in europäische Aktienfonds unterstützend. Im weiteren Monatsverlauf gaben die Märkte die Gewinne jedoch wieder ab. Zu den Belastungsfaktoren zählten vor allem geopolitische Unsicherheiten (Nordkorea-Konflikt) und der anhaltende Höhenflug der europäischen Gemeinschaftswährung. Gegenüber dem US-Dollar war der Euro teilweise über die Marke von 1,20 und damit auf den höchsten Stand seit 30 Monaten geklettert.  In Japan gab der Leitindex Nikkei225 1,4 Prozent ab, auch hier belastete die geopolitische Lage die Börsen. Aktien der Schwellenländer gewannen hingegen teils deutlich an Wert, der MSCI Emerging Markets verbesserte sich, getrieben von den Notierungen in Osteuropa, in lokaler Währung um 1,9 Prozent.  Vor dem Hintergrund der politischen Unsicherheit gehen wir für die kommenden Wochen weiterhin von schwankungsanfälligen Börsen aus. Unterstützend wirken die positiven konjunkturellen Trends in Europa, den USA und zahlreichen Schwellenländern.

Die Rentenmärkte

Eurozone

Anleihen aus den Kernstaaten als sicherer Hafen gefragt 

Europäische Staatsanleihen zeigten sich im August von ihrer freundlichen Seite und waren bei den Anlegern gefragt. Anders als in den Vormonaten verzeichneten diesmal aber nicht Papiere aus den Peripherieländern, sondern aus den Kernstaaten die größten Zuwächse. Auslöser hierfür war vor allem die Unsicherheit, die von Nordkorea ausging. Bereits zu Monatsbeginn spitzte sich die Lage weiter zu, da sich US-Präsident Donald Trump zu einem verbalen Schlagabtausch mit Nordkoreas Machthaben Kim Jong-un hinreißen ließ. Zum Monatsende eskalierte der Konflikt abermals, als Nordkorea eine Rakete über Japan hinweg schoss. In diesem stürmischen Kapitalmarktumfeld waren Bundesanleihen daher als sicherer Hafen gefragt. Die Rendite von Papieren mit einer zehnjährigen Restlaufzeit ermäßigte sich um 18 Basispunkte auf 0,36 Prozent. Darüber hinaus stand die Europäische Zentralbank abermals im Mittelpunkt des Interesses. Mit Spannung wurde die Rede von Mario Draghi auf dem Notenbankensymposium im amerikanischen Jackson Hole erwartet. Der EZB-Chef vermied es letztlich jedoch, Äußerungen zur zukünftigen Ausgestaltung des Kaufprogramms für Anleihen zu machen. Eine wie auch immer geartete Ankündigung einer weiteren Reduzierung hätte den Wechselkurs der Gemeinschaftswährung vermutlich weiter in die Höhe getrieben. Eine Entwicklung, die von der EZB nicht ohne Sorge betrachtet werden dürfte. Da die Aufwertung aber auch nicht als Problem bezeichnet wurde, setzte sich diese ungeachtet der fehlenden Kommentare zum Kaufprogramm dennoch fort. Ende August kostete ein Euro bereits 1,20 US-Dollar. Mitte April waren es noch 1,06 US-Dollar gewesen. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen europäische Staatsanleihen im August 0,8 Prozent hinzu. Die guten Konjunkturdaten sprechen nach vorn gerichtet eher für steigende Renditen. Politische Störfaktoren haben jedoch das Potenzial, immer wieder für Verunsicherung zu sorgen.

Euro-Outs

Mehrheitlich freundliche Marktentwicklung im August 

Europäische Anleihen außerhalb des gemeinsamen Währungsraumes zeigten sich im August mehrheitlich von ihrer freundlichen Seite und verbuchten entsprechende Kursgewinne. Der Konflikt zwischen Nordkorea und den USA wirkte sich kaum auf das Marktgeschehen aus. Oft waren andere, länderspezifische Gründe für die Kursentwicklung ausschlaggebend. Größere Zuwächse gab es etwa in Großbritannien, da einige Konjunkturdaten dort zuletzt schwächer als erwartet ausfielen. Zum Monatsende begann zudem die dritte Runde der Brexit-Verhandlungen zwischen Großbritannien und der Europäischen Union. EU-Kommissionspräsident Juncker zeigte sich mit den Fortschritten sehr unzufrieden. Es gäbe weiterhin viele offene Fragen. Zudem erteilte er dem Wunsch des britischen Verhandlungsführers Davis nach parallelen Gesprächen über Austritt und Zukunft Großbritanniens eine klare Absage. Erst müsse man die Probleme der Trennung zufriedenstellend gelöst haben. London läuft damit die Zeit davon, zumal die Verhandlungspartner noch immer weit entfernt von einer möglichen Lösung zu sein scheinen.

Weitere Zuwächse gab es auch in Polen, Ungarn, Norwegen, Russland und der Schweiz. Eine Ausnahme bildeten Anleihen aus Tschechien. Dort erhöhte die Nationalbank erstmal seit 2008 den Leitzins um 0,2 auf 0,25 Prozent. Damit ist Tschechien das erste Land in der Europäischen Union, das in der Nachkrisenzeit solch einen Schritt vornimmt. Ganz überraschend kam die Erhöhung nicht, denn damit soll eine Überhitzung des Immobilienmarktes verhindert werden. Schließlich sind die Hypothekenzinsen vom Leitzins abhängig. In der Hauptstadt Prag sind die Preise für Eigentumswohnungen in den letzten sechs Jahren mehr als 30 Prozent gestiegen. Bei Neubauten sind es sogar noch weitaus mehr. Weitere Schritte könnten folgen. Allerdings ist die Inflationsrate auf einem niedrigen Niveau, was nur einen geringen Spielraum für weitere Schritte eröffnet.

USA

Konflikt mit Nordkorea sorgt für Verunsicherung 

US-Staatsanleihen tendierten anfänglich noch unter großen Schwankungen seitwärts. Ab der Monatsmitte kam es dann zu rückläufigen Renditen, respektive Kursgewinnen. Viele Anleger suchten in einem unsicheren Marktumfeld Schutz bei US-Papieren. Für Verstimmung sorgte vor allem der sich zuspitzende Konflikt zwischen Nordkorea und den USA. Neben etlichen Verbalgefechten provozierte Kim Jung-un immer wieder mit dem Abschuss von Raketen. Nordkorea nahm zudem den Luftwaffenstützpunkt in Guam ins Visier. Die USA hielt daraufhin ein Manöver zusammen mit Südkorea ab. Zum Monatsende verschärfte sich die Lage nach einem erneuten Raketenabschuss. Darüber hinaus machte sich abermals Enttäuschung über die US-Administration breit. Bislang kann Donald Trump keinen nennenswerten Erfolg in seiner Amtszeit vorweisen. Die Umsetzung vieler Vorhaben (Steuer- und Gesundheitsreform, Mauerbau) gilt inzwischen als sehr unwahrscheinlich. Für Aufsehen und Unverständnis sorgten zudem die vielen Personalrochaden in Trumps Regierung. Das diesjährige Notenbanktreffen in Jackson Hole brachte keine neuen Erkenntnisse und blieb somit hinter den Erwartungen der Marktteilnehmer zurück. Der geplante Bilanzabbau der US-Notenbank Fed dürfte inzwischen oberste Priorität haben. Jannet Yellen hielt sich diesbezüglich aber bedeckt. Mit Blick auf die Ankündigung Trumps, den Banken wieder mehr Freiräume geben zu wollen, verwies sie darauf, dass sie wenig Spielraum für eine Lockerung der Regulierungsregeln sieht. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gingen US-Schatzanweisungen im August mit einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel. Die Rendite für zehnjährige Papiere ermäßigte sich von 2,29 Prozent auf 2,12 Prozent. In den kommenden Wochen sprechen gute Konjunkturdaten und die Politik der US-Notenbank jedoch für eher leicht steigende Renditen. Weiteres Ungemach droht hingegen bei der Verhandlung einer neuen Schuldenobergrenze.

Weltweit

Konflikt mit Nordkorea stützt die sicheren Häfen

Europäische Staatsanleihen zeigten sich im August von ihrer freundlichen Seite und waren bei den Anlegern gefragt. Anders als in den Vormonaten verzeichneten diesmal aber nicht Papiere aus den Peripherieländern, sondern aus den Kernstaaten die größten Zuwächse. Auslöser hierfür war vor allem die Unsicherheit, die von Nordkorea ausging. In diesem stürmischen Kapitalmarktumfeld waren Bundesanleihen daher als sicherer Hafen gefragt. Die Rendite von Papieren mit einer zehnjährigen Restlaufzeit ermäßigte sich um 18 Basispunkte auf 0,36 Prozent. Gemessen am iBoxx Euro Sovereign Index, gewannen europäische Staatsanleihen im August 0,8 Prozent hinzu. US-Staatsanleihen tendierten anfänglich noch unter großen Schwankungen seitwärts. Ab der Monatsmitte kam es dann auch hier zu rückläufigen Renditen, da auch US-Papiere in diesem unsicheren Marktumfeld Schutz boten. Neben dem Konflikt mit Nordkorea machte sich abermals Enttäuschung über die US-Administration breit. Bislang kann Donald Trump keinen nennenswerten Erfolg in seiner Amtszeit vorweisen. Für Aufsehen und Unverständnis sorgten zudem die vielen Personalrochaden in Trumps Regierung. Auf Indexebene (JP Morgan Global Bond US-Index) gingen US-Schatzanweisungen im August mit einem kräftigen Plus von 1,2 Prozent aus dem Handel. Die Rendite für zehnjährige Papiere ermäßigte sich auf 2,12 Prozent. Das diesjährige Notenbanktreffen in Jackson Hole brachte keine neuen Erkenntnisse und blieb somit hinter den Erwartungen zurück. Weder Mario Draghi (Europäische Zentralbank) noch Janet Yellen (US-Notenbank) ließen sich zu Äußerungen bezüglich ihrer zukünftigen Geldpolitik hinreißen. Der geplante Bilanzabbau der US-Notenbank Fed dürfte inzwischen aber ebenso oberste Priorität haben wie die Änderungen am Kaufprogramm auf Seiten der EZB. Die Nachfrage nach Papieren mit einem Renditeaufschlag blieb hoch. Europäische Unternehmensanleihen gewannen auf Indexebene 0,6 Prozent an Wert. Anleihen aus den Schwellenländern waren gleichermaßen gesucht. Dank weiterer Mittelzuflüsse und eines schwächeren US-Dollar betrug der Kursgewinn sogar 1,8 Prozent.

Unternehmensanleihen

Im ruhigen Sommergeschäft leicht freundlich 

Vor dem Hintergrund rückläufiger Renditen im europäischen Staatsanleihesektor konnten auch Unternehmensanleihen hinzugewinnen. Auf Gesamtmarktebene (BofA Merrill Lynch Euro Corporate Index, ER00) gingen europäische Corporate Bonds mit Investment Grade-Rating in einem von der Sommerpause geprägten ruhigen Marktumfeld mit einem Plus von 0,6 Prozent aus dem Markt. Die Risikoaufschläge (Spreads), gemessen an den Asset Swap Spreads, weiteten sich um fünf auf 53 Basispunkte aus.  Die Situation um Nordkorea sorgte zwischenzeitlich für etwas Unruhe am Markt, prägte aber nicht das Geschehen. Die Europäische Zentralbank zeigte sich aufgrund der teils dünnen Marktlage im Rahmen ihres Ankaufprogrammes eher zurückhaltend. Die anhaltende Sommerpause ließ sich vor allem am Primärmarkt ablesen, denn dort kam die Neuemissionstätigkeit im Berichtsmonat nahezu zum Erliegen. Auffällig war jedoch, dass vereinzelt vor allem großvolumige Neuemissionen in US-Dollar an den Markt kamen. Neben dem Tabakkonzern BAT, der umgerechnet über 20 Milliarden US-Dollar einsammelte, stand das US-Unternehmen Amazon im Blickpunkt. Der Online-Versandhändler erlöste mittels sieben Anleihetranchen insgesamt 16 Milliarden US-Dollar zur Finanzierung der Übernahme des Unternehmens Whole Foods. Insgesamt war am Primärmarkt zu beobachten, dass die Anleihen, die zur Platzierung anstanden, für die Anleger zumeist sehr teuer gepreist waren. Auf Einzeltitelebene stand zum einen nach einer Gewinnwarnung der Generikahersteller Teva im Blickpunkt. Dabei geriet der gesamte Sektor unter Druck. Darüber hinaus war der Mediensektor von Herabstufungen der Ausblicks-Komponente betroffen. Hierunter hatten in erster Linie die Aktien und weniger die Anleihen zu leiden. Zuletzt fiel der Möbelhersteller Steinhoff nach einem negativen Artikel eines Wirtschaftsmagazins in Ungnade. Dies führte dazu, dass die Anleihen der Firma um sechs Preispunkte fielen. Die politischen Risiken (Nordkorea) bleiben bestehen, während die EZB-Ankäufe und die fundamentalen Wirtschaftsdaten für Unterstützung sorgen.

Emerging Markets

Weitere Zugewinne in der Sommerpause 

Die in US-Dollar und Euro notierten Staatsanleihen aus den Schwellenländern tendierten im August freundlich. Saisonbedingt verlief der Handel an den Märkten jedoch sehr ruhig. Auf Indexebene (JP Morgan EMBI Global Div. Index) legte der Gesamtmarkt auf US-Dollarbasis 1,8 Prozent zu. Die Gesamtrendite ging, getrieben vom US-Staatsanleihemarkt, leicht von rund 5,3 auf 5,1 Prozent zurück. Die Risikoprämien (Spreads) schwankten im Bereich der Marke von 300 Basispunkten, fielen zeitweise sogar darunter. Per saldo gaben die Spreads um vier auf 300 Basispunkte nach. An den lokalen EM-Anleihemärkten fiel die durchschnittliche Rendite um sechs Basispunkte auf 6,0 Prozent. Die EM-Währungen konnten von der Schwäche des US-Dollar profitieren und mehrheitlich aufwerten. Insgesamt konnten EM-Rentenanlagen im August Mittelzuflüsse von 5,5 Milliarden US-Dollar verbuchen, die zu drei Vierteln in Hartwährungsmandate wie US-Dollar oder Euro erfolgten. Politische Unsicherheiten (Nordkorea, Venezuela) wirkten sich nicht großflächig auf den EM-Sektor aus und blieben somit eher lokale Einflussfaktoren. Mit Blick auf den Primärmarkt schlug die sich Sommerpause im August deutlich nieder. Die Anzahl der Neuemissionen nahm ab, der Großteil der wenigen neuen Papiere stammte im Berichtsmonat aus Asien. Darüber hinaus kamen einige Exoten wie Gabun, Jamaica oder auch der Irak, der erfolgreich Bonds im Gegenwert von einer Milliarde US-Dollar bei den Anlegern platzieren konnte, an den Markt.  Die Zinspolitik der Zentralbanken war im Berichtsmonat von Zurückhaltung geprägt. Indien reduzierte den Leitzins um 0,25 auf 6,0 Prozent. Die tschechische Notenbank erhöhte hingegen um 0,2 auf 0,25 Prozent. Beim Ratinggeschehen überwogen die Herabstufungen. Hiervon waren vor allem afrikanische Staaten wie Namibia, Angola, der Kongo und Tunesien betroffen. Brasilien konnte hingegen seine Kreditwürdigkeit verbessern, blieb mit BB aber weiterhin im hochspekulativen Bereich. Die Märkte sollten weiterhin aufgrund der hohen Mittelzuflüsse unterstützt bleiben, wir rechnen zu Septemberbeginn wieder mit verstärkten Primärmarktaktivitäten.