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Marktkommentar

Patrick Linden (Rouvier Associés): Politische und psychologische Faktoren

​Die Aktienmärkte setzten ihren Konsolidierungskurs im August fort. So gaben der MSCI World und der MSCI Europe bei Wiederanlage der Dividenden und in Euro im Monatsverlauf um 0,7% nach. Auf Jahressicht liegen damit beide Indizes leicht im Plus (0,7% bzw. 5,5%).
© Rouvier Associés

Zuzuschreiben ist der zuletzt verzeichnete Rückgang sicher nicht den von den Unternehmen vorgelegten Quartalszahlen, die nicht nur – wie dies noch im vergangenen Monat der Fall war – als gut zu bezeichnen sind, sondern in Europa in 80% der Fälle den Erwartungen des Marktes entsprachen oder diese sogar übertrafen. 89% der europäischen Unternehmen, die Quartalszahlen vorgelegt haben, haben ihre Prognosen für das Gesamtjahr 2017 daraufhin bestätigt oder nach oben korrigiert.

Der Anstieg des Goldpreises auf USD 1.300 je Unze und die Tatsache, dass Aktien-Anlagen am europäischen und amerikanischen Markt leicht zurück gingen, zeugen von der erneut aufkeimenden Risikoaversion, die sich jedoch in erster Linie durch politische oder psychologische Faktoren erklären lässt. Vor allem der Atomkonflikt und die Drohungen des nordkoreanischen Regimes, bei denen es sich hoffentlich nur um Säbelrasseln handelt, aber auch die Tatsache, dass die Zentralbanken ratlos scheinen, wie sie die Inflation wieder in die Höhe treiben wollen, sorgen für sinkende Risikobereitschaft. Hinzu kommt, dass die Anleger von Natur aus dazu neigen zu denken, dass die Dinge zu gut laufen, und sich somit zu Gewinnmitnahmen entscheiden.

Nach unserem Dafürhalten besteht weiteres Potenzial für Gewinnwachstum. Vor allem in Frankreich erreichen viele Unternehmen gerade erst allmählich wieder ihr Rentabilitätsniveau von vor der Krise. Vor diesem Hintergrund konzentrieren wir uns insbesondere auf in Frankreich ansässige europäische Unternehmen, die tatsächlich kaum oder gar nicht unter der momentanen Aufwertung des Euro gegenüber dem US-Dollar leiden. Grund für die Eurostärke ist, dass immer mehr Anleger von den guten makroökonomischen Fundamentaldaten für Europa profitieren wollen. Angesichts der nervösen Stimmung an den Märkten behalten wir die Unternehmen in unserem Portfolio jedoch besonders genau im Blick und gehen bei der Suche nach neuen Anlagemöglichkeiten durchweg mit großer Sorgfalt vor. Diese Disziplin ist glücklicherweise auch in unserem Kollegialprinzip verankert.

Dank der defensiven Ausrichtung konnte der Rouvier Valeurs in diesem Umfeld die negative Wertentwicklung im Monatsverlauf auf 0,1% begrenzen. Seit Jahresbeginn verzeichnet der Fonds somit ein Plus von 5,7%. Im Gegensatz dazu wurde dem Rouvier Europe seine eher offensive Ausrichtung zum Verhängnis. Er gab im Monatsverlauf 1,7% nach. Die Wertentwicklung seit Jahresbeginn liegt damit bei 5%, dürfte jedoch wieder steigen.

Dem Rouvier Évolution macht weiterhin die unterdurchschnittliche Volatilität zu schaffen, sodass die Wertentwicklung im Jahresverlauf unverändert bei 2,1% liegt. Der Rouvier Patrimoine hat die Zurückhaltung der Märkte genutzt, um den Anteil seiner Aktienkomponente am Gesamtportfolio geringfügig von 17,8% auf 19,1% zu erhöhen. Da der Anleiheindex aber weiterhin im Minus liegt, verzeichnet Rouvier Patrimoine einen leichten Rückgang von 0,2% im Monatsverlauf auf +1,5% seit Jahresbeginn.

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Autor: Patrick Linden
Unternehmen: Rouviers Associés