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Marktkommentar

Dr. Oliver Stolte (Alpine Trust): Newsletter – Januar 2026

© Alpine Trust Management AG

Januar 2026 -

Performances

Die offensive Aufstellung des Alpine Multiple Opportunities Fund führte in den vergangenen vier Wochen zu einem sehr starken Zuwachs von +5,6%. Im bisherigen Jahresverlauf 2026 beträgt die Wertentwicklung +4,3%.

Status Quo

Die Märkten schlossen das Jahr 2025 lustlos ab. Um so dynamischer wurde es direkt am ersten Wochenende des neuen Jahres, als die USA in einer spektakulären Festnahme den (nun ehemaligen) venezolanischen Präsidenten Nicolas Mandu aus seinem eigenen Präsidentenpalast in Caracas in die USA verbrachten. Das Signal an Venezuelas Verbündete, insbesondere China und Russland, war deutlich: Trump ist in seiner zweiten Amtszeit exzellent vorbereitet, hat einen professionellen, schlagkräftigen Apparat und schreibt seine eigenen Gesetze.

Die westlichen Börsen reagierten euphorisch und legten unmittelbar um 3-4% zu.

Der US-$ notierte bis auf knapp 1,1600 wieder stärker. Die Handelsspanne zum Euro ist seit diesem Sommer zwischen 1,14-1,19 US-$/€ weiterhin intakt.

Gold verteuerte sich weiter bis auf 4.679 US-$/Unze.

Outlook

Ist die Festnahme Manduros der Game-Changer für die nächsten Jahre? Ja.

Trump steckt die US-Interessen hiermit plakativ ab. Sein nächstes Target ist Grönland – in welcher Form auch immer. Beide Staaten (Venezuela und Grönland) sind für die USA strategisch wichtig, um aktuell insbesondere Russland nicht zu nah an sich heranrücken zu lassen.

Inwieweit China nun – ähnlich überraschend – Taiwan sich einverleiben wird bleibt offen. Russland jedenfalls hält in der Ukraine weiterhin dagegen. Indien ist der schweigende weitere Riese am Rande.

Langfristig werden diese vier Staaten (USA, China, Indien und Russland) die Welt unter sich aufteilen – was in den letzten Jahren schon begonnen hat. Alle (!) anderen Staaten müssen sich entscheiden, mit wem der vier sie langfristig paktieren wollen. Hierbei sollten sie ihre starken Partner nicht verärgern, wie Europa es mit den USA immer wieder schafft. Die Quittung der USA könnte ein Nachlassen der Unterstützung Europas im Kampf gegen Russland in der Ukraine sein – was zu einem zügigen Vormarsch der Russen bis an die polnische Grenze führen dürfte.

Für die Kapitalmärkte bedeuten diese großen politischen Entwicklungen einen Fokus auf die US-Märkte. Die Rechtssysteme in China, Indien und Russland sind letztlich zu beliebig, als dass man dort (übergewichtet) investiert sein sollte. Und so war auch der Jahresstart ein gutes Signal für Anleger in 2026. Wir erwarten ein freundliches weiteres 2026!

Bis wann die aktuelle Erholung gehen wird, gibt nach alter Börsenregel auch einen guten Ausblick über den weiteren Jahresverlauf 2026. Wir können uns sehr gut vorstellen, dass wir bis mindestens tief in das 1Q26 steigende Kurse sehen werden. Auch dann werden wahrscheinlich nur kleinere Korrekturen folgen. Denn: Wir befinden uns unverändert in einer überlangen Welle 3, die im Oktober 2022 startete. Inwieweit eine Welle 4 bei diesen politischen Rahmenbedingungen überhaupt noch entstehen wird, oder am Ende es dann eine überlange Welle 3 bis in die Jahre 2027/28 geben wird (die dann direkt in eine fünf-wellige Abwärtskorrektur führt), vermögen wir aktuell nicht zu sagen. Wir halten dies aber als Plan B für nicht unwahrscheinlich.

Entsprechend haben wir unsere starke Übergewichtung in US-Technologie, gefolgt von China/Asien und einer stark untergewichteten Position Europa unverändert belassen.

Gold ist uns auf diesem Niveau weiterhin zu teuer für einen Neueinstieg geworden – ferner schreckt die nun schon exponentielle Entwicklung ohne jegliche Rücksetzer ab. Wir warten hier bewusst ab.

Auch wenn der Euro in den letzten Wochen schwächelte, erwarten wir zunächst einen weiterhin stärkeren Euro. Wir gehen davon aus, dass der Euro seinen Aufwärtstrend bis in das Fenster 1,2345-1,2556 US-$/€ fortsetzen wird. Wir haben bei 1,16 US-$/€ – wo möglich - die gehaltenen US-Aktienpositionen durch Euro-hedged Strategien währungsgesichert. Seitdem partizipieren wir in unseren Mandaten ausschließlich an der Entwicklung der Aktienkurse – jedoch ohne Währungseinflüsse.

Wir können uns sehr gut vorstellen, dass das oben genannte Fenster im 2Q26 erreicht wird, wenn ein neuer FED-Präsident die Zinsen unmittelbar nach Amtsübernahme drastisch senken wird. Hiernach sollte – insbesondere durch die neue Dominanz der USA in der Weltpolitik, der US-$ wieder deutlich fester werden. Etwaig wird dann ein Auflösen der Währungsabsicherung sinnvoll, um an einem wieder festeren US-$ zu partizipieren.




 

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