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Marktkommentar

Chris Iggo (AXA IM): Aktien-Aufwind durch Erholung der Weltwirtschaft // Geldpolitik noch lockerer als Markterwartungen?

© AXA Investment Managers

26.03.2024 -

Die Zinssenkungen haben begonnen. Sie werden sich hinziehen, aber die Notenbanken forcieren die Erwartungen. Zugleich gibt es Anzeichen für eine breitere Erholung der Weltwirtschaft, was wiederum für eine größere Marktbreite bei Aktien spricht. Konjunkturelle wie strukturelle Faktoren sind positiv. Technologie, Automatisierung, diversifizierte Industrieunternehmen und der Gesundheitssektor dürften in nächster Zeit vorn liegen. Unterdessen sind die Anleihenmärkte stabil und tragen viel dazu bei, dass die Weltwirtschaft das nötige Kapital bekommt und es sinnvoll genutzt wird. Außerdem wählen die USA dieses Jahr ihren Präsidenten, was für Aktien meist gut ist.

Please, please me: Diese Woche hatte ich gleich mehrmals Grund zur Freude. Besonders glücklich war ich (es wird Sie nicht überraschen), als Manchester United im Pokal-Viertelfinale Liverpool besiegt hat – mit dem entscheidenden Treffer in der letzten Minute der Nachspielzeit. In dieser Saison hatten die Fans von United bislang nur selten jubeln können, aber ein Heimsieg gegen den größten Rivalen überhaupt ist etwas Besonderes. Fast hätte ich die anderen erfreulichen Dinge darüber vergessen – ach ja, die Märkte haben zugelegt, weil immer mehr für eine weiche Landung der Konjunktur spricht. Und manche Notenbanken haben die Zinsen gesenkt: erst die Schweizerische Nationalbank und Ende der Woche auch die Notenbank von Mexiko. Die Märkte reagierten positiv auf die mildere Rhetorik der Fed und der Bank of England. Mit Anleihen wie mit Aktien hat man im März ordentlich verdient. Die Hausse hält an.

In meinem Homeoffice hat mich ein paar Mal eine Wanderfalkin besucht. Sie kam angeflogen und hockte sich auf den Fenstersims direkt vor meinem Schreibtisch. In London gibt es viele Falken. Einige nisten in den Kaminen der Battersea Power Station, nur eine Straße von meiner Wohnung entfernt. Die Falkin ist wunderschön. Jedes Mal, wenn sie mich besucht, beobachtet sie mich einige Minuten lang durchs Fenster. Was für eine schöne Abwechslung vom Bloomberg-Startbildschirm! In der Geldpolitik hatten diese Woche zwar die Tauben ihren großen Auftritt. Meine Besucherin erinnerte mich aber daran, dass man die Falken nicht vergessen darf!

Es geht los: Letzte Woche schrieb ich über verschiedene Konjunkturszenarien. Dabei ging es vor allem um die USA mit ihrer überraschend starken Wirtschaft. Aber vielleicht beginnt jetzt eine neue Phase mit einer stärkere Weltkonjunktur. Wesentlichen Anteil daran wird ganz sicher eine lockerere Geldpolitik haben. Weltweit haben die Zinssenkungen begonnen, aber Ausmaß und Zeitpunkt werden davon abhängen, wie es mit der Inflation weitergeht – und sie fällt kontinuierlich. In Großbritannien ist sie ebenso wie die Kernrate diese Woche weiter zurückgegangen. In den USA macht die Dienstleistungspreisinflation zwar noch keine Fortschritte, aber die weniger flexiblen Löhne und Preise im Dienstleistungssektor sind auch keine Überraschung. An der Richtung gibt es jedenfalls auch hier keinen Zweifel.

Jetzt aber! In den meisten großen Volkswirtschaften liegen die Leitzinsen zurzeit über der Inflation. Der reale Kurzfristzins ist in den USA seit einem Jahr positiv, in Europa seit letztem Spätsommer. Die Anleger wurden defensiver, da sie die Geldpolitik jetzt für restriktiv halten. Ich bezweifle, dass die Leitzinsen in nächster Zeit wieder unter die Inflation fallen. Auf jeden Fall werden sie aber sinken, damit der reale Kurzfristzins nicht weiter steigt. Für die Märkte kann das nur gut sein, zumal nur mit wenigen Zinssenkungen gerechnet wird. Zurzeit liegen die Leitzinsen um 150 bis 200 Basispunkte über der Inflation. Natürlich fragt man sich, was die Kerninflation macht und wie sich die diversen Inflationsindikatoren entwickeln, auf die die Bären so gerne achten – die Gesamtinflation ohne dieses und jenes. Wie auch immer: Ich rechne mit einer lockereren Geldpolitik und schließe noch immer nicht aus, dass die Zinsen vielleicht stärker gesenkt werden, als man am Markt zurzeit erwartet.

Konjunkturerholung? Niedrigere Zinsen sind dann gut für die Märkte, wenn sie nichts mit Rezessionssorgen zu tun haben. Angesichts mancher internationalen Daten würde es mich nicht wundern, wenn schon bald nicht mehr von einer Rezession, sondern von einer ausgewogeneren Erholung der Weltkonjunktur die Rede ist. In den USA, Europa, China, Großbritannien und Japan scheint sich das Geschäftsklima zu stabilisieren, und die Einkaufsmanagerindizes bestätigen das. In Großbritannien, Europa und Japan verbessert sich auch das Konsumklima. Die asiatischen Exporte steigen. So meldet Taiwan, das für den internationalen Elektronikmarkt so wichtige Land, steigende Auslandsaufträge und wachsende Exporte in die USA (auch wenn die Exporte nach Festlandchina schrumpfen – aber das ist eine andere Sache). Die Produzentenpreisinflation brach letztes Jahr weltweit ein und ist noch immer sehr niedrig. Ich halte das aber für eine gute Nachricht, bedeutet sie doch, dass die Lieferketten wieder besser funktionieren. All das zusammen ergibt eine optimistischere Prognose für das Welt-BIP.

Niedrigere Inflation weltweit: In den letzten Jahren haben die klassischen Konjunkturindikatoren wegen der vielen Schocks nicht gut funktioniert. Doch jetzt könnte eine Erholung einsetzen, wenn auch ausgelöst durch eine lockerere Geldpolitik und ohne große Überkapazitäten am Arbeitsmarkt. Natürlich kann die Inflation wieder steigen, wenn die Weltwirtschaft stärker wächst. Die Preise der meisten Rohstoffe legen aber nur wenig zu, abgesehen von Öl und Benzin – und Kakao, dessen Preis durch die Decke ging (was den Tankstellenbesuch noch teurer machte). Dennoch wird in den meisten Industrie- und Schwellenländern 2024 eine niedrigere Inflation erwartet.

Gute Fundamentaldaten, gute Markttechnik: Das ausgewogenere Weltwirtschaftswachstum zeigt sich bereits am Aktienmarkt. Europäische Titel stiegen diese Woche auf ein Rekordhoch. In den letzten Wochen lagen Aktien aus Europa, Mid und Small Caps sowie Substanzwerte vorn. Die Hausse am Credit-Markt hält an und seit Jahresbeginn sind die amerikanischen Investmentgrade-Emissionen um 35% gestiegen. In unserer jüngsten Anleihenmarktanalyse (für die unsere Investoren angeben, wie sich unterschiedliche Faktoren ihrer Ansicht nach auf die Erträge auswirken werden) wurde die Markttechnik – also Angebot und Nachfrage – ausnahmslos positiv eingeschätzt. Es mögen viele Unternehmensanleihen begeben werden, aber die Nachfrage ist hoch und die Spreads verengen sich weiter.

Treiber: Neben den niedrigeren Zinsen und der ausgewogeneren Weltwirtschaft sorgen vor allem Automatisierung, Digitalisierung und die Energiewende für strukturelle Kursgewinne. In den USA spricht die etwas schwächere Industrieproduktion auf den ersten Blick für eine nachlassende Konjunktur. Als ich mir die Zahlen dann etwas genauer ansah, ergab sich für mich aber keine Stagnation der Industrie, sondern ein sehr heterogenes Bild mit sektorspezifischen Wachstumsunterschieden. Nach den monatlichen Daten der Fed wuchs die Produktion in einigen Sektoren sehr stark (bei Computern und Peripheriegeräten im Februar beispielsweise um 9% z.Vj., bei Kommunikationsdienstleistungstechnik um 25%, im Luftfahrt- und Verteidigungssektor um 7% und in der Elektroindustrie um 6%). Es scheint klug, in den USA nicht mehr allein in Technologiewerte, sondern auch in konjunktursensitivere Wirtschaftszweige zu investieren – wegen der hohen Unternehmensinvestitionen und der Aussicht auf wachsende Exporte. Für Europa und Asien gilt das erst recht, zumal konjunktursensitivere Substanzwerte hier stärker vertreten sind.

Frühjahrsoptimismus: Das 1. Quartal war für Anleger sehr gut. Vor allem die hohen Bestände amerikanischer Geldmarktfonds sprechen aber dafür, dass noch immer sehr viel Kapital am Geldmarkt geparkt wird. Die Geldmarktzinsen sind aber noch nicht gefallen, was eine psychologische Hürde für Anleger ist und sie mit Umschichtungen zögern lässt. Angesichts der hohen Zinsvolatilität und der so konzentrierten weltweiten Aktienmarktperformance – mit teuren US-Technologiewerten an der Spitze, einzig getrieben von der KI-Euphorie – ist das nur zu verständlich. Dennoch glaube ich, dass der Markt jetzt an Breite gewinnt und auch andere Investmentthemen interessant werden. Schließlich sind die Märkte liquide und die Zweifel an der Kreditqualität halten sich in Grenzen. Es dürfte also ausreichend Kapital zur Verfügung stehen, um weiteres Wachstum zu finanzieren. In Jahren mit Präsidentschaftswahlen ist der amerikanische S&P 500 Index im Schnitt um etwa 11% gestiegen. Viel wichtiger ist aber etwas anders: Wenn wir uns jetzt in einer soliden Wachstumsphase befinden – wenn auch mit höheren Zinsen als im letzten Jahrzehnt – scheinen Erträge in Höhe ihres Langfristdurchschnitts nicht unplausibel. Mit Anleihen würde man dann etwas mehr verdienen als in den letzten Jahren, mit Aktien etwas weniger als 2023. Das ist doch was!

Ruhm und Ehre: In den nächsten Wochen mache ich Pause. Ich werde aber rechtzeitig zurück sein, um darüber zu berichten, wie es Manchester United im Halbfinale des englischen Fußballpokals erging. Wir werden gegen Coventry City aus der zweiten Liga antreten. Leicht wird es nicht, denn ein Halbfinale ist immer etwas Besonderes. Es ist aber Uniteds einzige Chance auf einen Titelgewinn in diesem Jahr. Im Finale warten dann entweder Chelsea oder Manchester City – ein echter Anreiz, um es bis nach Wembley zu schaffen. Ein Erfolg wäre großartig für unsere Fans. Wie sagte doch Sir Matt Busby, der 1994 verstorbene Erfolgstrainer von United? „Das rote Trikot zu tragen, ist einfach das Größte!“

 

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