• Asset Standard - Wir bieten Ihnen umfangreiche Informationen für ein Investment in Vermögensverwaltende Fonds.
  • Vergleichen Sie mit dem Fondsvergleich schnell und übersichtlich Kosten, Konditionen und Performance von bis zu 6 VV-Fonds.
  • Berechnen Sie mit dem Portfolio-Tool die Wertentwicklung und Kennzahlen für eine beliebige Fondszusammenstellung.
Pressemitteilung

MMD: Marktbericht - August - 2022

© MMD Analyse & Advisory GmbH

08.08.2022 - Die Europäische Zentralbank (EZB) will den Kampf gegen die Inflation aufnehmen und hat zum ersten Mal seit 2011 den offiziellen Leitzins um 0,50% auf 0,50% erhöht und den Einlagenzins der Banken (für bei der EZB „geparkte“ Gel- der) auf 0,00%, so dass den Banken kein Zins mehr in Rechnung gestellt wird. Ist diese historische Zinswende der richtige Schritt und erfolgt er rechtzeitig genug? Was werden die Folgen für Konjunktur und Inflation in der Euro-Zone sein? Wird es gelingen, die Inflation unter Kontrolle zu bringen, ohne die Euro-Zone in eine Rezession zu treiben oder die Währungsunion zu sprengen? Mehr noch als auf den Zinsentscheid waren professionelle Investoren auf die Aussagen der EZB-Präsidentin, Christine Lagarde, zu dem neuen Anti-Fragmentierungsinstrument „Transmission Protection Instrument“ (TPI) gespannt, mit dem die Notenbank verhindern will, dass die Renditen von Anleihen hochverschuldeter Staaten wie etwa Italien auf ein nicht bezahlbares Niveau ansteigen. Mit dem TPI will die EZB nämlich gezielte und unbegrenzte Anleihekäufe einzelner hochverschuldeter Länder ermöglichen. Durch die Anleihekäufe sinkt die Zinsdifferenz zu Ländern, die sich aufgrund ihrer guten Wirtschaftslage günstiger finanzieren können. Die EZB hat erklärt, dass sie vor allem Staatsanleihen mit Laufzeiten zwischen 1 und 10 Jahren kaufen werde und zwar in erster Linie von Ländern „deren Finanzierungsbedingungen sich verschlechtert haben, was durch länderspezifische Fundamentaldaten nicht gerechtfertigt ist“. Das wäre sehr weitreichend. Das TPI ist nicht nur auf Staatsanleihen beschränkt. Die EZB kann auch Wertpapiere aus dem privaten Sektor kaufen, „wenn dies angemessen ist“. Es gibt nur wenige Limits für Käufe, die Kriterien sind relativ vage formuliert. Zunächst kommen alle 19 Länder der Eurozone automatisch für das Instrument infrage – sofern sie nicht gegen Defizitkriterien der EU verstoßen oder Verfahren anhängig sind wegen wirtschaftlicher Ungleichgewichte.

Viele Ökonomen verweisen darauf, dass es bereits mehrere Instrumente gibt, um verschuldeten Euro-Ländern zu helfen. Etwa das Notfallprogramm PEPP aus der Coronakrise, den europäischen Rettungsfonds ESM und das ältere Anleihekaufprogramm OMT. Unter allen sei allerdings TPI am lukrativsten, meinen Ökonomen. Durch TPI werden reformintensive Programme wie OMT unattraktiver, meint etwa der Chefvolkswirt des Internationalen Bankenverbands (IIF), Robin Brooks. Es sei wichtig, Hilfen an relativ harte Auflagen zu binden und mit einer gewissen Stigmatisierung zu verbinden, da dies hochverschuldete Euro-Länder eher zu Reformen ermutigen würde.

Allerdings soll TPI nur gegen spekulative Attacken auf dem Markt für Zinspapiere eingesetzt werden. Bei politischen Krisen, folgert daher zum Beispiel Barclays-Chef- Ökonom Christian Keller, „dürfte die EZB das neue Anti- Fragmentierungsinstrument konsequenterweise nicht einsetzen“, weil der Markt das entsprechende Risiko „zu Recht einpreist“.

Wie viel Renditeaufschlag ist gerechtfertigt? Wo hört das politische Risiko auf, wo fängt die spekulative Übertreibung an? Und umgekehrt: Wo endet für die EZB ihr geld- politisches Mandat, zu dem implizit auch gehört, die Währungsunion vor Staatspleiten und damit vor einem möglichen Zerfall zu bewahren? Wo beginnt im Gegenzug die verbotene Staatsfinanzierung? Und wie verträgt sich all das mit dem Ziel, die Inflation unter Kontrolle zu bekommen, ohne die Euro-Zone in eine neue Rezession zu stürzen?

Die meisten Notenbanken der Welt, darunter die Fed in den USA, haben die Wahl zwischen zwei Übeln: einer hohen Inflation oder einem niedrigen Wachstum. Bei der EZB kommt ein drittes Risiko hinzu: der Zerfall der Währungsunion.

Dabei hängt alles miteinander zusammen: Bleibt die Inflation zu lange zu hoch, wird die anschließende Rezession noch härter, weil die Zinsen noch höher steigen müssen, um die Preissteigerung in den Griff zu kriegen. Auf der anderen Seite: Rutscht die Euro-Zone in die Rezession, sinken die Steuereinnahmen, und hochverschuldeten Staaten wie Italien fällt es noch schwerer als ohnehin schon, ihre klaffenden Haushaltsdefizite zu finanzieren.

Insofern kommt die Zinserhöhung der EZB möglicherweise in doppelter Hinsicht zur Unzeit: zu spät, um die Inflation im Keim zu ersticken. Zu früh, weil sie die drohende Rezession in Europa noch verstärken könnte. Und aus der Sicht von notorischen Schuldenstaaten ist sowieso nie der richtige Zeitpunkt für Zinserhöhungen. Hinzu kommt, dass die Inflation zum Teil durch Angebotsknappheit getrieben wird und sich insofern ohnehin die Frage stellt, welchen Nutzen ein erhöhter Zins haben soll.

Höhere Zinsen machen Anleihen und Geld auf Konten theoretisch wieder attraktiver. Das gilt jedoch nur, wenn es real – also nach Abzug der Inflation – wieder Ertrag gibt. Bei Aktien, Immobilien und alternativen Anlagen fallen hinge- gen höhere Kosten zur Schuldenfinanzierung ins Gewicht. Gold leidet als Anlage ohne laufenden Ertrag, es sei denn, Krisen verschärfen sich und ein Hort besonderer Sicherheit ist gefragt. Dass der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) in den nächsten zwölf Monaten – gemäß mehrheitlicher Analystenerwartung - schrittweise auf 1,50% angehoben wird „haben die Aktienmärkte bereits antizipiert“, meint Ulrich Kater, Chefvolkswirt der Sparkassen- Wertpapiertochter Dekabank. Und: „Selbst bei einem Leitzins von 1,50% sind die realen Bondrenditen nach Abzug der erwarteten Inflation noch immer deutlich negativ“, so Robert Halver, Aktienstratege der Baader Bank. Das spricht tendenziell für den Aktienmarkt.

Lesen Sie mehr im MMD-Marktbericht August 2022.



 



Veranstaltung


Asset Standard

Wir sind das Fachportal für Vermögensverwaltende Fonds.

Klicken Sie sich einfach durch!

  • Finden Sie mit dem Fondsfinder die Fonds, die zu Ihnen oder Ihren Kunden passen.
  • Vergleichen Sie mit dem Fondsvergleich schnell und übersichtlich Kosten, Konditionen und Performance verschiedener Fonds.
  • Berechnen Sie mit dem Portfolio-Tool die historische Wertentwicklung und Kennzahlen für eine beliebige Fondszusammenstellung.
  • Lesen Sie aktuelle Kommentare und Nachrichten von verschiedenen Asset Managern.
  • Finden Sie in unserem Nachrichten-Archiv auch ältere Artikel von Autoren, Unternehmen und zu bestimmten Themen.
  • Informieren Sie sich im Event-Archiv über aktuelle Webinare und Veranstaltungen verschiedener Asset Manager.
  • Registrieren Sie sich und profitieren Sie kostenlos von weiteren Funktionen unserer Seite:
    • Erstellen Sie im User-Bereich Watchlisten und Portfolioberechnungen, die Sie dauerhaft speichern können.
    • Studieren Sie unsere Reports über VV-Fonds und Stiftungsfonds.
    • Laden Sie sich unsere professionellen Research-Papers - ProFunds auf den Fondsinformationsseiten herunter.

Aktuelle Artikel von Asset Standard

Asset Standard: "Für Stiftungen geeignete Fonds" im August 2022
Wie entwickelten sich "für Stiftungen geeignete Fonds" im August 2022? mehr >
Asset Standard: Monatlicher Rankingreport für Vermögensverwaltende Fonds - August
Auflistung der besten Fonds im Ranking für Vermögensverwaltende Fonds im August 2022 mehr >
Asset Standard: "Für Stiftungen geeignete Fonds" im Juli 2022
Wie entwickelten sich "für Stiftungen geeignete Fonds" im Juli 2022? mehr >

Rankingreports

  • Lesen Sie hier die neuesten Ergebnisse des MMD-Rankings zu Vermögensverwaltenden Fonds.

Stiftungsreports

  • Lesen Sie hier die neuesten Zahlen zu Stiftungsfonds, inkl. Ausschüttung, Performance- und Risikokennzahlen und aktualisiertem MMD-Ranking.
  • Melden Sie sich hier für unseren Newsletter an, um regelmäßig eine Auswahl unserer Nachrichten und aktuelle Informationen zugeschickt zu bekommen.
  • Klicken Sie hier, um bereits erschienene Newsletter zu lesen.

Aktuellste Events