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Pressemitteilung

MFS: Höhere Leitzinsen – solange es noch geht

© MFS

22.07.2022  - Internationale Aktien legten diese Woche zu, weil man wegen der schwächeren Konjunktur und der wachsenden Rezessionsrisiken nächstes Jahr kaum noch signifikante Leitzinserhöhungen erwartet. Die US-Zehnjahresrendite fiel um weitere 15 Basispunkte auf 2,75%. Der Preis für das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate blieb mit 97 US-Dollar weitgehend unverändert. Gemessen am CBOE Volatility Index (VIX) ging die Volatilität von 24,7 vor einer Woche auf 21 zurück.

KONJUNKTUR

EZB überrascht die Märkte mit 50 Basispunkten

Immer wieder hatte die EZB vor einem Monat gesagt, dass die Leitzinsen im Juli um 25 und im September um 50 Basispunkte steigen sollen. Am Donnerstag überraschte sie dann mit einer Zinserhöhung von 0% auf 0,5%. Über weitere Zinsschritte würde von Sitzung zu Sitzung entschieden, hieß es. Damit hat die EZB erstmals seit 2011 die Zinsen angehoben. Wie die Fed vor einem Monat bereitete die EZB die Märkte auf den größeren Zinsschritt vor, indem sie entsprechende Meldungen am Dienstag in der Presse lancierte. Außerdem stellte die Notenbank ihr neues Krisenwerkzeug TPI vor. Das Transmission Protection Instrument soll verhindern, dass grundlose Marktturbulenzen die Transmission der Geldpolitik im Euroraum massiv stören. Über seinen Einsatz werde der EZB-Rat entscheiden, sagte Notenbankchefin Christine Lagarde. Das neue Instrument soll aber nicht zum Einsatz kommen, wenn sich die Spreads aufgrund innenpolitischer Entwicklungen ausweiten.

Schwache PMIs signalisieren nachlassendes Wachstum

In den Industrieländern ließ die Konjunktur im Juli weiter nach. Das zeigten die Flash-PMIs am Freitag. Im Euroraum fiel der Composite-Einkaufsmanagerindex von 52 im Juni auf ein 17-Monats-Tief von 49,4 im Juli, in Großbritannien ging der Index von 53,7 auf 52,8 zurück. Auch in Japan fiel der Composite PMI, von 53,0 auf 50,6. In den USA war vor allem die Dienstleistungskomponente schwach, sodass sich der Gesamtindex von 52,2 auf 47,5 verschlechterte. Wegen der immer strafferen Geldpolitik wurden die Zinsstrukturkurven diese Woche noch flacher. Die Langfristrenditen fallen wegen der wachsenden Rezessionsrisiken, die Kurzfristrenditen steigen, da mit weiteren Zinserhöhungen gerechnet wird.

Abgang Draghi

Am Donnerstag trat Mario Draghi als italienischer Premierminister zurück. Ihm war es nicht gelungen, sich die Unterstützung von drei der vier großen Parteien für sein Reformprogramm zu sichern. Das Ende der Regierung kommt zu einem für Italien schwierigen Zeitpunkt. Das Land kämpft mit steigender Inflation und einer Energiekrise. Außerdem sind dringende Strukturreformen nötig, um Gelder aus dem EU-Wiederaufbaufonds zu bekommen. Jetzt soll am 25. September neu gewählt werden. Wegen der neuen politischen Instabilität weitete sich der Spread italienischer Staatsanleihen gegenüber deutschen Bundesanleihen zum Handelsschluss am Donnerstag um 19 auf 232 Basispunkte aus.

Höhere Zinsen, teurere Häuser – und ein schwächerer US-Immobilienmarkt

Im Juni gingen die Verkäufe von Bestandsimmobilien in den USA um 5,4% zum Vormonat zurück, schrieb die National Association of Realtors am Mittwoch. Die Preise stiegen dennoch weiter; im Median kostet ein Haus jetzt 416.000 US-Dollar. Wegen der höheren Preise in Kombination mit höheren Hypothekenzinsen gingen die Verkäufe den fünften Monat in Folge zurück. Auch die Baubeginne fielen im Juni, und zwar um 2,2%. Die Stimmung am Markt ist jetzt so schlecht wie zuletzt zu Beginn der Pandemie.

Fondsmanager meiden Risiken

Nach dem Global Fund Managers’ Survey der Bank of America waren die Aktienquoten zuletzt so niedrig wie nach dem Zusammenbruch von Lehman Brothers im Herbst 2008. Die Kassequoten waren so hoch wie seit 2001 nicht mehr. 58% der Fondsmanager erklärten, nur unterdurchschnittliche Risiken einzugehen. Das sind noch weniger als auf dem Höhepunkt der internationalen Finanzkrise. Bei solchen Zahlen könnten antizyklische Investoren mit einer Zwischenrallye am überverkauften Aktienmarkt rechnen.

Nord Stream arbeitet wieder

Laut Wladimir Putin will der russische Energiekonzern Gazprom seine vertraglichen Pflichten erfüllen und wieder Gas nach Deutschland liefern. Die Kapazität könne aber wegen Reparaturarbeiten begrenzt sein. Unterdessen bereitet sich die EU weiter auf einen völligen Lieferstopp vor. Sie forderte die Mitgliedsländer auf, den Gasverbrauch um 10% bis 15% zu senken. Außerdem werden Rationierungspläne für den Fall entworfen, dass Russland den Gashahn zudreht. Die Europäische Kommission schätzt, dass das EU-BIP dann um 1,5% schrumpfen könnte. Am Donnerstag arbeitete die Pipeline wieder, allerdings nur mit 40% der Normalkapazität. Mehr Gas war auch vor der Wartungspause zu Monatsbeginn nicht geflossen.

KURZ GEFASST

Das Weiße Haus teilte mit, dass Präsident Joe Biden am Donnerstagmorgen positiv auf COVID-19 getestet worden war. Er habe nur leichte Symptome.

Das GDPNow-Modell der Federal Reserve Bank of Atlanta, das das BIP-Wachstum in Echtzeit prognostiziert, stellte für das 2. Quartal einen Rückgang des US-BIP um 1,6% (annualisiert) in Aussicht. Das wäre der zweite Rückgang in Folge. Am 28. Juli legt das Bureau of Economic Analysis seine erste Schätzung für das BIP im 2. Quartal vor.

Die Bank of Japan ließ ihren Leitzins unverändert bei ‑0,1%. Notenbankgouverneur Haruhiko Kuroda ließ wissen, dass er „keinerlei Absicht“ habe, die Zinsen zu erhöhen oder die Obergrenze für die Zehnjahresrendite von 0,25% anzuheben. Am Freitag wurde bekannt, dass die Verbraucherpreise im Juni um 2,4% z.Vj. gestiegen sind. Der Kernindex legte aber nur um 1% zu.

Die wöchentlichen Arbeitslosengeldanträge in den USA, ein klassischer Frühindikator für Rezessionen, stiegen diese Woche erneut. Es wurden 251.000 Erstanträge gestellt.

Der US-Frühindikatorindex des Conference Board fiel im Juni um 0,8%, der vierte monatliche Rückgang in Folge.

In der Stichwahl um den Vorsitz der britischen Konservativen stehen sich der frühere Finanzminister Rishi Sunak und Außenministerin Liz Truss gegenüber. Nachdem sich die Unterhausabgeordneten auf diese beiden Kandidaten festgelegt haben, haben jetzt die 200.000 Parteimitglieder das Wort. Am 5. September soll der neue Premierminister sein Amt antreten.

Am Freitag einigten sich Russland und die Ukraine auf ein Ende der Blockade ukrainischer Schwarzmeerhäfen, um eine weltweite Lebensmittelkrise zu verhindern. Wenn weitere Zwischenfälle ausbleiben, können Millionen Tonnen Getreide jetzt exportiert werden.

Während der Nachrichtensperre vor der nächsten Offenmarktausschusssitzung der Fed berichtete das Wall Street Journal über Widerstand gegen eine Zinserhöhung um 100 Basispunkte in der nächsten Woche. Investoren nehmen solche Meldungen ernst, weil die Zeitung im Juni vor einer unerwartet großen Zinserhöhung um 75 Basispunkte warnte, zu der es zwei Tage später auch kam. Nachdem die Terminkurse Ende letzter Woche einen Zinsschritt um 100 Basispunkte schon fast vollständig berücksichtigt hatten, betrug die Wahrscheinlichkeit am Freitagmoren nur noch 22%.

Wie die EU mitteilte, sollen die Erdgasimporte aus Aserbaidschan bis 2027 mehr als verdoppelt werden.

Im Juni betrug die britische Arbeitslosenquote unverändert 3,8%. Nach dem Ende der Pandemie steigt auch die Partizipationsquote wieder.

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