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Pressemitteilung

MFS: Hohe Inflation setzt Notenbanken weiter unter Druck

© MFS

10.06.2022  -Weltweit gaben Aktien diese Woche deutlich nach. Die hohe Inflation und die Aussicht auf eine straffere Geldpolitik dämpften die Stimmung. Die US-Zehnjahresrendite legte weiter zu, von 2,95% vor einer Woche auf 3,15%, und das Barrel Rohöl der Sorte West Texas Intermediate verteuerte sich um 3,25 US-Dollar auf 120,50 US-Dollar. Gemessen am CBOE Volatility Index (VIX) stieg die Volatilität von 25,6 vor einer Woche auf 27,8.

KONJUNKTUR

Neues Inflationshoch in den USA

Im Mai betrug die amerikanische Verbraucherpreisinflation 8,6% z.Vj., ein neues 40-Jahres-Hoch. Der Kernindex stieg um 6%. Gegenüber April betrug die Teuerung 1% (bzw. 0,6% ohne Lebensmittel und Energie). Die Preise stiegen auf breiter Front: Energie legte gegenüber April um fast 4% zu, Flugtickets wurden um 12,6% teurer, Wohnkosten, die über 40% des Index ausmachen, um 0,8%. Jetzt wächst der Druck auf die Fed, ihre Geldpolitik schneller zu straffen. Nach Bekanntwerden der Zahlen rechnete man an den Terminmärkten mit Leitzinserhöhungen bis auf 3,5%, ein neuer Höchststand.

EZB bereitet Zinserhöhung um 50 Basispunkte im September vor

Am Donnerstag hat die EZB ihren Leitzins zwar unverändert gelassen, doch im Juli will sie ihn um 25 Basispunkte anheben. Für den September stellt sie sogar 50 Basispunkte in Aussicht, falls die Inflation „anhält oder weiter steigt“. Das wären die ersten Zinserhöhungen seit 2011. Für die Zeit nach September bezeichnete die Notenbank maßvolle, aber mehrmalige Zinserhöhungen als angemessen. Außerdem sollen am 1. Juli die Wertpapierkäufe beendet werden. Zu möglichen Notfallmaßnahmen bei steigenden Peripherieländer-Spreads äußerte sie sich nicht. Die EZB-eigene Inflationsprognose beträgt jetzt 6,8% in diesem Jahr bei einer Kernrate von durchschnittlich 3,3%. Nach der März-Prognose von 3,7% erwartet die Notenbank dieses Jahr jetzt nur noch 2,8% Wirtschaftswachstum.

Mehr Arbeitslosengeldanträge in den USA sind ein Warnsignal

Seit ihrem Tiefststand von 166.000 Mitte März sind die wöchentlichen Erstanträge auf Arbeitslosengeld leicht gestiegen. Zuletzt waren sie mit 229.000 wieder höher als 2019, vor Corona, als sie durchschnittlich 218.000 betragen hatten. Volkswirte nutzen die Zahlen als Frühindikator für Rezessionen. Bislang folgte auf wieder steigende Arbeitslosengeldanträge meist neun bis 18 Monate später eine Rezession. Zuletzt war der Zusammenhang aber weniger klar, weil trotz der steigenden Erstanträge die Folgeanträge weiter fielen. Dennoch sollte man die Zahlen genau im Blick behalten.

SEC-Vorsitzender stellt neue Regeln in Aussicht

Diese Woche stellte Gary Gensler, Vorsitzender der amerikanischen Wertpapieraufsicht, mögliche Regulierungsänderungen zum Schutz von Kleinanlegern vor. Umsatzprovisionen von Market Makern an Broker sollen eingeschränkt werden. Stattdessen schwebt Gensler für Aufträge von Kleinanlegern ein Bieter­verfahren vor. Kritiker warnen vor steigenden Transaktionskosten. In den letzten Jahren mussten Kleinanleger oft keine Provisionen mehr zahlen.

Schwächerer Wachstumsausblick

Die Weltbank hat diese Woche ihre Konjunkturprognose für dieses Jahr aktualisiert. Nachdem sie im Januar noch mit 4,1% Wachstum gerechnet hatte, erwartet sie jetzt nur noch 2,9%. Auch die OECD ist pessimistischer geworden: Statt mit 4,5% rechnet sie jetzt nur noch mit 3% Wachstum. Für ihre Mitgliedsländer erwartet sie dieses Jahr 8,5% und nächstes Jahr 6% Inflation.

KURZ GEFASST

Der britische Premierminister Boris Johnson überstand eine Vertrauensabstimmung in seiner konservativen Fraktion. Nach dem monatelangen Partygate-Skandal stimmten 211 Abgeordnete für und 148 gegen ihn. Nach den derzeitigen Regeln der Torys kann jetzt erst wieder in einem Jahr versucht werden, den Premierminister per Misstrauensvotum zu stürzen.

US-Finanzministerin Janet Yellen plant nach eigener Aussage Veränderungen bei den Einfuhrzöllen auf chinesische Waren, um die Inflation zu dämpfen. Bei einer Anhörung im Kongress sagte sie, dass sie 2022 jetzt mit mehr als 4,7% Inflation rechne. So viel hatte die Regierung zuvor prognostiziert.

In den USA ist der Durchschnittspreis für eine Gallone Normalbenzin am Freitag auf einen neuen Rekordwert von 4,986 US-Dollar gestiegen, schreibt die American Automobile Association.

Die Hälfte der Shanghaier Stattbezirke wird am Wochenende erneut in den Lockdown geschickt, um Corona-Massentests zu ermöglichen. Erst vor zehn Tagen waren die Beschränkungen aufgehoben worden, mittlerweile sind die Inzidenzen aber wieder gestiegen.

Mehrere Notenbanken haben diese Woche ihre Zinsen erhöht, weil die Inflation weltweit weiter steigt. Die Reserve Bank of India hob ihren Leitzins um 50 Basispunkte auf 4,9% an, die Reserve Bank of Australia ebenfalls um 50 Basispunkte auf 0,85%. In Chile wurde der Leitzins sogar um 150 Basispunkte auf 5,5% erhöht, der größte Zinsschritt seit 20 Jahren.

Weil der Yen gegenüber dem US-Dollar so billig war wie seit 2002 nicht mehr, entschlossen sich Notenbank und Regierung diese Woche zu einer seltenen gemeinsamen Stellungnahme. Darin brachten sie ihre Sorge wegen des jüngsten Währungsverfalls zum Ausdruck. Man sei im Rahmen der G7-Regeln zu geeigneten Maßnahmen bereit, hieß es. Für die Bank of Japan ist das eine Kehrtwende. Zuvor hatte sie einen schwachen Yen stets als wachstumsfördernd begrüßt. Letztmals hat Japan 1998 an den Währungsmärkten interveniert. Ein schwacher Yen mag zwar gut für den Export sein, doch schaden steigende Preise für Rohstoffe, die in US-Dollar abgerechnet werden, der Wirtschaft.

Die türkische Lira brach diese Woche noch stärker ein, weil Präsident Recep Tayyip Erdoğan trotz nahezu 75% Inflation erneut niedrigere Zinsen in Aussicht stellte. Diese Woche kostete der US-Dollar mehr als 18 Lira, bevor sich die türkische Währung dann wieder etwas stabilisierte. Seit Jahresbeginn hat sie etwa 30% an Wert verloren.

Erstmals seit zwei Jahren ist das amerikanische Haushaltsnettovermögen im 1. Quartal geschrumpft, schreibt die Fed. Weil Aktien 3 Billionen US-Dollar an Wert verloren, schrumpfte das Volksvermögen um eine halbe Billion US-Dollar auf 149,3 Billionen US-Dollar. Trotz dieses Rückschlags ist das Haushaltsvermögen aber noch immer um etwa 32,5 Milliarden US-Dollar höher als vor der Pandemie.

Im Mai sind die US-Stundenlöhne real um 3% z.Vj. gefallen, weil die Löhne nicht mit den steigenden Preisen Schritt hielten.

Wegen der Lockerung der Coronarestriktionen sind die Exporte aus China im Mai um fast 17% gestiegen. Die Lieferstörungen, die weltweit für einen hohen Preisauftrieb gesorgt haben, könnten jetzt etwas nachlassen.

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