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Marktkommentar

Dr. Daniel Hartmann (BANTLEON): Eurozone einmal vorneweg

© BANTLEON AG

07.06.2022 - Die Weltwirtschaft steht Kopf. Nach dem russischen Einmarsch in die Ukraine schien klar, wer davon am meisten negativ betroffen ist: Europa. Für die USA hingegen waren der Krieg weit weg und die Verflechtungen mit Russland gering. Es kam jedoch anders. Während sich die Wirtschaft der Eurozone bislang wacker geschlagen hat, herrscht in den USA Katerstimmung. Die Mehrzahl der Konjunkturdaten hat dort zuletzt enttäuscht. Wie lässt sich diese überraschende Entwicklung erklären?

Zunächst ist das Aufatmen über die Aufhebung der Corona-Restriktionen in Europa deutlicher spürbar als in den USA. Jedenfalls zeigen die Trends bei den Umsätzen der konsumnahen Dienstleistungen (Restaurantbesuche, Hotelübernachtungen, Reise- und Flugbuchungen etc.) hierzulande steiler nach oben als in den Vereinigten Staaten. Bei den europäischen Privathaushalten wiegt offenbar der Nachholbedarf beim Freizeitkonsum stärker als der Kaufkraftschwund durch die höheren Energiepreise. Dazu tragen auch die staatlichen Entlastungspakete bei (Kraftstoffrabatte, Energieschecks, Steuerentlastungen), die es in diesem Ausmass in den USA nicht gibt.

Darüber hinaus beginnt in den Vereinigten Staaten der seit nahezu zwei Jahren anhaltende Zinsanstieg konjunkturelle Bremsspuren zu hinterlassen. Allen voran am Immobilienmarkt hat die Abkühlung eingesetzt, was unter anderem die stark rückläufigen Neubauverkäufe nahelegen. Ähnliches ist in der Eurozone nicht beobachtbar.

Während also der Konjunkturtrend in der Eurozone am aktuellen Rand seitwärts- bis aufwärtsgerichtet ist, zeigt er in den USA eher nach unten. Dies hat sich auch an den Börsen niedergeschlagen. Seit dem russischen Einmarsch am 24. Februar liegen die europäischen Aktienmärkte (gemessen am MSCI Europe) mit 3% im Plus. US-Dividendenpapiere mussten dagegen Federn lassen – sie weisen ein Minus von 4% aus (gemessen am US-MSCI).  

Auch an den Anleihenmärkten ist der Kontrast sichtbar. In der Eurozone hat die Spekulation auf steigende Leitzinsen zuletzt stetig zugenommen. In der Folge schnellten die Renditen auf neue Höchststände. Im Unterschied dazu haben die zunehmenden Rezessionsängste in den USA die Leitzinserwartungen an den Terminmärkten gedämpft. Die Renditen von US-Treasuries liegen daher – trotz der jüngsten Gegenbewegung – unter ihren Jahreshochs.  

Der Euro konnte von der abnehmenden Zinsdivergenz noch nicht so recht profitieren. Immerhin hat er sich gegenüber dem USD seit Mitte Mai von den Tiefstständen bei 1,035 auf rund 1,070 erholt. Bis zum Ausgangsniveau vor dem Krieg (1,140 EUR/USD) fehlt aber noch ein gutes Stück.

Blicken wir voraus, spricht einiges dafür, dass die Eurozone ihren Vorteil gegenüber den USA behält. In den kommenden Monaten dürfte die weltweite Konjunktur allmählich an Schwung verlieren – unter anderem, weil die Corona-Nachholeffekte abnehmen und der Zinsanstieg immer stärker zum Tragen kommt. Eine Führungsrolle in diesem globalen Abschwung kommt dabei den USA zu, die in der Geld- und Fiskalpolitik besonders heftig auf die Bremse treten. Daraus ergeben sich drei Schlussfolgerungen: Erstens dürften die US-Aktienmärkte weiter underperformen. Zweitens wird in den USA der Renditetrend schneller nach unten drehen als in der Eurozone und drittens sollte der USD seinen Höhenflug beenden.




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Informationen zum Artikel
Autor: Dr. Daniel Hartmann
Unternehmen: Bantleon AG
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