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Pressemitteilung

SQUAD Fonds: Monatskommentar April 2022

© SQUAD Fonds

02.05.2022 -

Ein sehr komplizierter Monat liegt hinter den Kapitalmärkten.

Während der Growthbereich (Nasdaq Composite -13%, schlechtester Monat seit Oktober 2008) vor allem unter den steigenden Zinsen litt, kam der Valuebereich wegen Wachstumssorgen unter Druck. Alle Bewegungen werden durch die von uns oft angesprochene schlechte Liquidität an den Märkten deutlich verstärkt. Die absurde Coronastrategie der kommunistischen Partei in China kommt an ihre Grenzen und führt aktuell zu zahlreichen Lockdowns. Dies wird das Wachstum in den nächsten Wochen belasten, allerdings dürfte die sich daran anschließende wirtschaftliche Stimu- lierung umso größer ausfallen. Es ist schwer vorstellbar, dass sich der chinesische Präsident vor dem Hintergrund einer schlechten Wirtschaftslage im Oktober zur Wahl stellen wird.

Sind 75 Basispunkte die neuen 25 Basispunkte?

Es ist keine 6 Monate her, dass der Markt der amerikanischen Notenbank (FED) nahezu blind in ihrer Einschätzung („transitory“) der Inflations- zahlen gefolgt ist und einen baldigen Rückgang erwartete. Jetzt ist er in das andere Extrem gekippt und befürchtet, dass die Zinsen im Mai und den darauffolgenden Monaten jeweils um 75 BP angehoben werden. Das gefährliche an der Inflation sind die Zweitrundeneffekte, d.h. wenn Konsumenten einen nachhaltigen Anstieg erwarten und dies in ihre Entscheidungen einpreisen, z.B. über die Forderungen nach stark steigenden Löhnen. Folgende Grafik zeigt, dass die dafür entscheidenden langfristigen Inflationserwartungen der US-Konsumenten aktuell bei 3% liegen.

Das ist zwar ein deutlicher Anstieg seit dem Coronatief, aber im Vergleich der letzten 20 Jahre kein besorgniserregendes Niveau. Natürlich muss die Fed sicherstellen, dass dieser Wert nicht nach oben ausbricht, aber der Markt übertreibt aktuell in seinen Erwartungen, wonach die kurzfristigen Zinsen innerhalb der nächsten 3 Monaten auf 2,75% erhöht werden.

Im Zuge dieser eskalierenden Zinserwartungen und des chinesischen Lockdowns nahmen die Sorgen über die Stärke des amerikanischen und chinesischen Wirtschaftswachstums an den Märkten zu.

Während die Fed an den Zinserhöhungen an sich keine Zweifel lässt, wurde eine Erhöhung um 75 BP im Mai zuletzt mehrfach abgelehnt. Zudem sind die Frühindikatoren der amerikanischen Wirtschaft weiterhin robust und eine Rezession – Stand heute – nicht zu erwarten. Die chinesischen Lockdowns belasten vor allem das europäische Wachstum und den Rohstoffsektor, da China hier einer der Hauptnachfrager ist. Im monetären Bereich wurden aber bereits erste Lockerungen für den strauchelnden Immobilienmarkt eingeführt. Zudem erwarten wir aus genannten Gründen deutliche Stimulierungen der Wirtschaft, sobald die Lockdowns vorbei sind.

Während beide Punkte somit kurzfristig sicherlich eine Belastung darstellen, ist der Markt hier mittelfristig zu pessimistisch. Bedingt durch diese negative Einschätzung wurde in den letzten Tagen bereits diskutiert, ob der Bullenmarkt im Rohstoffbereich vorbei ist.

Hier wird ein zyklischer Rückgang mit einem strukturellen Abschwung verwechselt. Während der Bereich auf Sicht von 2-3 Monaten natürlich unter Druck stehen könnte, je nachdem wie lange die Lockdowns anhalten, sind die strukturellen Defizite im Rohstoffbereich keineswegs  gelöst.  Daher steht der Sektor auch erst am Anfang einer längerfristigen Bewegung. Historisch betrachtet wäre dies nicht ungewöhnlich. Das gleiche gilt für Rohstoffaktien   (Energie, Materials), die im Vergleich zu den „Growthsektoren“  historisch niedrig im S&P500 gewichtet sind. Um es klar zu sagen, wir erwarten eine Schließung dieser Lücke in den nächsten Jahren, d.h. wir rechnen und positionieren uns für einen strukturellen Bullenmarkt bei Rohstoffaktien. Hierbei wird es immer wieder zu heftigen Korrekturen kommen (so wie im November 2021 oder im Monat April), die durch die schlechte Liquiditätssituation an den Märkten nochmals verstärkt werden. Wir betrachten diese Rückgänge letztlich als Kaufgelegenheit, solange wir nicht erkennen können, dass sich die an dieser Stelle oft angesprochenen strukturellen Defizite verbessert haben. Davon sind wir aktuell weit entfernt.

Fazit:

Nach den Inflationssorgen im 4. Quartal 2021 und den Zinssorgen im 1. Quartal 2022, stehen jetzt die Wachstumssorgen im Mittelpunkt an den Märkten. Hinzu kommen mögliche Störungen der Rohstoffversorgung aus Russland und die Probleme der Lieferketten durch die neuen Lockdowns in China. Das alles ist mehr als die Märkte im April verarbeiten konnten. Das sollte aber nicht so bleiben, denn es gibt gegenläufige Effekte. Der starke US-Dollar dürfte die steigenden Inflationszahlen in den USA allmählich bremsen. Auch wenn wir hier nicht von deutlich fallenden Zahlen ausgehen, dürfte der Höhepunkt langsam erreicht sein. Was die Geldpolitik betrifft, ist es nicht so, dass die ganze Welt die Zinsen massiv erhöht. Die EZB will frühestens im 4. Quartal eine Zinserhöhung vornehmen, die Bank of Japan fährt weiterhin ein aggressives QE-Programm und die Bank of China senkt die Zinsen aktuell. Die amerikanische Fed wird die Zinsen erhöhen, aber eher nicht so aggressiv wie es der Markt im Moment einpreist. Zudem sind die realen Zinsen historisch niedrig.

Die Konjunkturprogramme im Anschluss an die Lockdowns in China dürften einen beträchtlichen Umfang haben und das globale Wachstum ankurbeln. In den USA gibt es bisher keine Anzeichen für eine Rezession und selbst in Europa sind die Frühindikatoren weiterhin erstaunlich stabil.

Die Quartalssaison in den USA ist voll im Gange und die Geschäftszahlen sind vor allem bei unseren Fondswerten überwiegend besser als erwartet und absolut gesehen sehr gut. Die Rahmendaten für die Märkte sind also insgesamt nicht so schlecht, wie es durch die Marktentwicklung im April den Anschein hatte (Nasdaq Composite mit der schlechtesten Monatsentwicklung seit Oktober 2008). Nicht vergessen werden darf die schlechte Liquiditätssituation, die die Kursentwicklung teilweise massiv überzeichnet. Die Volatilität wird hoch bleiben, aber vor allem der Valuebereich sollte von den genannten Entwicklungen mittelfristig weiter profitieren. Und auch im Growthbereich finden wir wieder Chancen bzw. Firmen, deren Kurse bereits sehr viele schlechte Nachrichten eingepreist haben und daher wieder als Kauf in Frage kommen.



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