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Marktkommentar

Volker Schilling (Greiff): Taube oder Falke

© PartnerLOUNGE

06.05.2022 -

Taube oder Falke

In meiner Kindheit gab es die Fernsehserie „Der Doktor und das liebe Vieh“. Unter heutigen Maßstäben würde man wohl sagen, dass es sich zu seiner Zeit um einen Blockbuster handelte. Neu aufgewärmt seit 2020 ist das Remake um einiges erfolgloser. Mir kam die Serie sofort in den Sinn, nachdem in dieser Woche fast alle Börsenmeldungen etwas mit unterschiedlichen Tieren zu tun hatten. Da ist zum einen der Leithengst der US-Notenbank Jerome Powell, der diese Woche einen kräftigen Zinsschritt gegangen ist und den US-Leitzins um 0,5% angehoben hat. Normalerweise würde man ein so starkes Anziehen der Zinszügel als falkenhaft (hawkish) bezeichnen. Da aber die Börsianer Angst hatten, dass Jerome Powell den Wolf of Wall Street gibt und die Zinsen sogar um 0,75% erhöhen könnte, waren am Ende alle erleichtert und - zumindest kurzfristig - atmete die Börse auf. Ganz anders die Vögel bei der europäischen Notenbank EZB. Bisher zeigte man dort der Inflation nur sein zahmes, taubenhaftes (dovish) Gesicht. Das EZB-Kaninchen sitzt vor der Inflations-Schlange wie erstarrt und bewegt sich nicht. Keiner macht den Schnabel auf. Wirklich? Doch ein Schnabel, genauer gesagt EZB-Direktoriumsmitglied Isabel Schnabel, gab diese Woche zum Besten, dass sie mit der Zinswende auch bei der europäischen Notenbank fest rechne. Meine Güte, noch behäbiger geht’s kaum. Nicht anders ist es hier:

Gepard oder Schnecke

Egal, was die Bundesregierung der Ukraine an Waffenlieferungen zugesagt hat, bisher läuft alles schleppend. Auch wenn das Raubtier, der Gepard, für seine hohe Geschwindigkeit bekannt ist, erfolgt der Weg des Gepard-Panzers in die Ukraine nur im Schneckentempo. Vielleicht muss aber erst die Rüstungsfirma Rheinmetall nächste Woche bei Ihrer Hauptversammlung darüber entscheiden?! Die Börsenkurse der Rüstungsaktien haben durch den Kriegsausbruch in der Ukraine einen ordentlichen Hechtsprung vollzogen. Seither verharren sie auf hohem Niveau. Immer öfter werde ich daher gefragt, ob ich in Rüstungsaktien investieren würde oder ob es sich lohnt dort noch zu investieren? Zu meiner persönlichen Einschätzung: Mit Börse und Moral ist das so eine Sache. Oder, um es mit Brecht zu formulieren: „Erst kommt das Fressen, dann die Moral.“ Für mich sind Investitionen in Rüstungsaktien auch moralisch tabu. Zugespitzt ist es ein Geschäft mit dem Tod. Für viele Börsianer ist eine Investition in Rüstungswerte aber erst einmal ein Themen- oder Brancheninvestment, wie jedes andere auch. Ob ich den aktuellen Zeitpunkt für ein Investment für klug halte, das habe ich diese Woche in einem Interview für Wallstreet online zum Besten gegeben. Einfach auf diesen Link klicken: Mega-Rallye bei Rüstungsaktien: Jetzt noch einsteigen? Und wem das tierisch auf die Nerven geht, der sollte mal einen aktuellen Blick auf die beiden Protagonisten der Börse werfen:

Bulle oder Bär

Machen wir uns nichts vor: Es kommt, wie ich es vermutet hatte: Die Bullen fallen reihenweise um und die Bären übernehmen das Ruder an der Börse. Ich wiederhole mich zwar an dieser Stelle, aber ich will hinterher nicht hören, dass ich es nicht ausdrücklich gesagt habe: Wir werden erst noch einmal durch das Tal der Tränen an der Börse gehen, bevor wir wieder bessere Zeiten sehen. Neben den Bullen und den Bären gibt es eben an der Börse auch noch Esel, die glauben, dass man jeden Rücksetzer kaufe könne. Das halte ich für eine Fabel. Apropos: Das bekannteste Fabelwesen ist das Einhorn. Und so bezeichnet man auch nicht börsennotierte Unternehmen, deren Bewertung 1 Milliarde US-Dollar überschreitet. Davon gibt es laut aktueller Statistik immer mehr. Dabei scheinen mir auch diese Bewertungen mehr ins Reich der Fabeln zu gehören, als eine realisierbare Größe zu sein. Ich bin gespannt.


Informationen zum Artikel
Autor: Volker Schilling
Unternehmen: Greiff capital management AG

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