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Pressemitteilung

Schroders: Amerikanischen Staatsanleihe

© Schroder Investment Management GmbH

04.05.2021 -

Amerikanische Staatsanleihen verzeichneten den zweitschlechtesten Start ins Jahr und das drittschlechteste Quartal seit 50 Jahren.

Im Zuge der extremen Lage – sowohl für Märkte als auch Volkswirtschaften – im vergangenen Jahr ist dies eine weitere auffällige Entwicklung.

Für die Anleihemärkte waren die Umstände besonders ungewöhnlich: Die Renditen rutschten immer weiter ab und gleichzeitig nahm die Anzahl der Anleihen, die mit negativen Renditen gehandelt werden, zu. Mit anderen Worten: Der Anleger bezahlt den Kreditnehmer, um ihm Geld zu leihen, wodurch ein Verlust garantiert wird.

Aktuell rentieren rund 20 % aller Anleihen weltweit eine Rendite unter null. Es ist nahezu undenkbar, dass sich die Renditen amerikanischer Staatsanleihen diesem Niveau 2020 fast annäherten.

Das hat einigen zu denken gegeben, ob diese ultraniedrigen Renditen permanent Bestand haben werden. Der jüngste Anstieg der Rendite amerikanischer Staatsanleihen stellt dies in Frage. Anhand des Vergleichs vergangener Abverkäufe beleuchten wir, wie sich die künftige Entwicklung entfalten könnte.

Was hatte sich nun zugetragen?

Im ersten Quartal 2021 stieg die zehnjährige amerikanische Rendite von 0,91 % auf 1,72 %. Diese Tendenz basierte auf der Erwartung, dass Wachstum, Inflation und Zinsen zunähmen. Anlegern in Anleihen ist die Inflation ein Dorn im Auge, denn sie verminderten den realen Wert des Schuldbetrags, d. h. den Wert unter Berücksichtigung der Inflation, da Preise, jedoch nicht der Wert des Schuldbetrags steigen. Dies könnte auch zu höheren Zinssätzen führen.

Eine Anleihe mit einer Rendite von 1 % und Zinssätzen von 0,25 % ist weniger attraktiv, wenn der Zinssatz auf 0,5 % steigt. Bei gleichem Risiko wird die Entschädigung reduziert.

Die Entwicklung des vergangenen Quartals brachte die Renditen wieder auf das Niveau von Januar 2020. Damals waren die Anleiherenditen rückläufig und nicht steigend, da die Anleger Anleihen kauften, denn sie hatten die ersten Bedenken bezüglich der Pandemie.

Als sich Anleiherenditen und Preise zueinander umgekehrt entwickelten, betrug die Rendite für die Benchmark der zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen im ersten Quartal -6,5 %.

Das ist erst das zweite Mal nach dem ersten Quartal 1980. Damals stiegen die zehnjährigen amerikanischen Staatsanleihen von 10,31 % auf 12,60 %, was zu einer Rendite von -9,8 % führte. Das war der letzte Zeitraum, in dem wir zweistellige Inflationsraten und Zinssätze erlebten. Eine Marktlage, die heute kaum vorstellbar ist.

Anleiherenditen spiegeln tendenziell die Einschätzung des Marktes wider, wie sich Wirtschaft, Inflation (Preissteigerungsrate) und im weiteren Sinne die Zinssätze entwickeln könnten. Aktuell herrscht Hochkonjunktur für wirtschaftlichen Optismus. Die Impfkampagnen laufen und das fiskalische Anreizpaket der neu gewählten US-Regierung wecken Erwartungen.

Doch auch andere Faktoren spielen eine Rolle. Die Auswirkungen von Covid-19 und der groß angelegte Kauf von Staatsanleihen durch die US-Notenbank Fed drückten die amerikanischen Renditen auf extreme Tiefstände. Eine gewisse Umkehr der historischen Tiefstände kam kaum überraschend, da Anleger dachten, der Markt sei zu weit gegangen. Hinzu kam das Versprechen einer Normalisierung.

Die USA werden letztlich auch 2021 umfangreiche Staatsanleihen auflegen, um den Haushaltsbedarf zu decken, insbesondere angesichts der geplanten Erhöhung der Infrastrukturinvestitionen. Auch dieses Jahr werden weitere zehnjährige Staatsanleihen aufgelegt. Anleger haben damit die Chance höhere Zinsen zu verlangen, denn mit der Kreditvergabe über einen längeren Zeitraum erhöht sich gleichzeitig das Risiko. Inwieweit Anleger das attraktiv finden, wird entscheidend sein. Ende Februar zogen wegen der schwachen Nachfrage auf der Auktion der siebenjährigen Staatsanleihen die Renditen sprunghaft an.

Fragwürdiger ist jedoch ein potenzieller Zinsanstieg am Markt vor 2023. Die Fed hält daran fest, dass dies nicht geschähe, und ist gleichzeitig inflationstoleranter.

Ferner gibt es den technischen Aspekt, nämlich die Duration, die Empfindlichkeit der Anleihepreise gegenüber Änderungen der Renditen. Bei fallenden Renditen steigt die Duration, und je tiefer die Renditen fallen, desto empfindlicher werden Preise gegenüber Renditenveränderungen. Obwohl im ersten Quartal 2021 die Rendite um denselben Betrag anstieg wie im zweiten Quartal 2009 und vierten Quartal 2016 (siehe Tabelle), war der Renditerückgang größer.

Dies funktioniert auch umgekehrt. Wenn sich die Hälfte des jüngsten zehnjährigen Renditeanstiegs mit einer Duration von etwa 9,4 (laut Datastream der Durchschnitt des ersten Quartals) umkehren würde, ergäbe dies eine Rendite von über 3,5 % (9,4 mal 0,4).

Wie lässt sich dieser Ausverkauf mit der Vergangenheit vergleichen?

Die Tabelle zeigt, dass die 1980er Jahre für amerikanische Staatsanleihen besonders volatil waren. Zudem veranschaulicht sie, wie gefährlich eine galoppierende Inflation und starke Zinsschwankungen für Anleiherenditen sein können. Von 1978 bis 1980 erhöhte sich die Inflation von 6 % auf nahezu 15 %. Paul Volcker wurde im August 1979 Vorsitzender der Fed und der Zinssatz betrug 11 %. Im März 1980 lagen die Zinsen bei 17 %. 

Die USA stürzten in eine Rezession und die Zinsen wurden auf 9 % gesenkt. Die Inflation blieb jedoch hoch, was zu weiteren Zinserhöhungen führte. Im Januar und Juni-Juli 1981 erreichten die Zinsen einen Höchststand von 19 %.

Die Ausverkäufe der Jahre 2009 und 2016 ähneln denen von heute. 2009 spiegelte die Erholung nach 2008 wider und 2016 die steigenden Inflationserwartungen nach der Wahl von Donald Trump und der Ankündigung wirtschaftlicher Anreize. 

In den 1980er Jahren kam es zu einigen beachtlichen Erholungen der amerikanischen Staatsanleihen, aber insgesamt war ihre Neigung zur Erholung uneinheitlich. In jüngster Zeit dauerte es länger, die Verluste wieder aufzuholen. Wir könnten durchaus eine Konsolidierung der Renditen für Staatsanleihen auf diesem höheren Niveau, jedoch mit anhaltenden Schwankungen, feststellen.

Wird die Volatilität anhalten?

Die extremen Tiefstände von 2020, die durch politische Maßnahmen untermauert wurden, ließen einige fragen, ob Anleihen jemals wieder eine attraktive Einnahmequelle sein könnten. Die Fed könnte versuchen, den Anstieg der Renditen zu begrenzen, aber es besteht die Möglichkeit, dass der Markt dynamischer bleibt, was für aktive Anleger von Vorteil sein könnte.

„Während die kurzfristigen Impulsgeber für höhere Renditen sind, setzen sich langfristige für ‚niedriger für länger‘ ein. Eine Entwicklung zu Renditen von 2 % für zehnjährige Staatsanleihen sähe wie ein guter Wert aus”, erklärt Neil Sutherland, US Fixed Income Portfolio-Manager.

„Strukturelle Hindernisse für höhere Renditen bleiben bestehen, nicht zuletzt die höchsten globalen Schuldenlasten seit dem Zweiten Weltkrieg und die gedämpften Aussichten auf steigende Löhne. $13 Billionen Anleihen weltweit weisen immer noch negative Renditen auf, sodass die amerikanischen Renditen nur begrenzt steigen können. Wenn höhere Renditen die Finanzlage beeinflussen, hat die Fed Möglichkeiten, den Anstieg zu begrenzen. Die Höhe der Verschuldung in den USA und in der Weltwirtschaft bedeutet, dass sie nicht mit signifikant höheren Anleiherenditen funktionieren kann.“

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Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von den Autor*innen und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.




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