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Marktkommentar

Michael Bell (J.P. Morgan): Welche Investments könnten durch die Zulassung eines Impfstoffs profitieren?

© J. P. Morgan Asset Management

23.11.2020 - Die durch Covid-19 ausgelöste Rezession ist in vielerlei Hinsicht ungewöhnlich. Das vielleicht augenfälligste Merkmal für Anleger ist dabei das Ausmaß, in dem sie Gewinner und Verlierer hervorbrachte.

So waren Technologieunternehmen, die für viele Menschen die notwendige Hard- und Software für die Arbeit von zu Hause aus anbieten, die größten Nutznießer. Auch Unternehmen, die das Leben zuhause erleichtern können, wie Online-Einzelhändler, profitierten. Die Kombination erhöhter Gewinne und sehr niedriger Diskontierungssätze (dank der Zentralbanken) trug dazu bei, die Renditen dieser Gewinner weiter zu steigern.

Unternehmen und Sektoren, die darauf angewiesen sind, dass Menschen ihr Haus verlassen, stehen hingegen weiterhin unter Druck. Die verhaltene Nachfrage hat den Ölpreis gedrückt, wodurch Energietitel nachgegeben haben. Die Belastung der Wirtschaft und des Arbeitsmarkts war verbunden mit der Aussicht auf langfristge Nullzinsen für Finanztitel ungünstig.

Von Vorteil war es also in diesen Monaten der Pandemie Technologietitel im Portfolio zu übergewichten und Energie- sowie Finanztitel zu untergewichten. Ander ausgedrückt könnte man es auch eine Übergewichtung von Growth und eine Untergewichtung von Value nennen. Die große Gewichtung von Technologie, Online-Einzelhändlern und Online-Marketing im US-Aktienmarkts führte in diesem Jahr zur einer Outperformance gegenüber den meisten anderen Märkten.

Die jüngsten positiven Nachrichten über die Fortschritte bei der Zulassung eines Impfstoffs könnten aber darauf hinweisen, dass wir im nächsten Jahr zur Normalität zurückkehren. Einige der Verlierer unter den Sektoren erholen sich bereits angesichts dieser Möglichkeit. Im Folgenden beleuchten wir drei Bereiche, die trotz der jüngsten Rally immer noch viel Erholungspotenzial bieten und die weiterhin profitieren könnten, wenn ein Impfstoff zugelassen wird.

Der US-Markt macht im historischen Vergleich einen recht teuren Eindruck: Er wird zu einem Kurs-Gewinn-Verhältnis (KGV) des 22-Fachen der Gewinne der nächsten 12 Monate gehandelt. Diese Bewertung wird jedoch durch Growth-Aktien verzerrt, die in diesem Jahr um etwa 25 % zugelegt haben und zu einem KGV des 30-Fachen notieren. Doch es sind nicht alle Growth-Aktien überbewertet. Zudem bieten einige der günstigeren Aktien auf dem Markt im Vergleich zu Titeln, die sich in diesem Jahr bereits sehr gut entwickelt haben, ein größeres Aufwärtspotenzial, wenn ein Impfstoff zugelassen wird und sich die Wirtschaft erholt.

Es ist dabei allerdings wichtig, diejenigen Value-Titel herauszufiltern, die selbst bei einem verfügbaren Impfstoff weiterhin unter Druck stehen würden. Wer aber auf hochwertige zyklische Titel setzt, die zu angemessenen Bewertungen erworben werden, könnte mit diesen Werten von der Erholung profitieren, die ein Impfstoff zufolge hätte. Einige Aktien im Finanzsektor beispielsweise werden zu relativ günstigen Bewertungen gehandelt und würden von einem Aufhellen des Wirtschaftsausblicks profitieren. Auch sind steilere Zinskurven für Finanztitel günstig. Doch nicht alle Finanztitel sind von höheren Zinsen abhängig, um ihre Gewinne zu steigern – ein gutes Beispiel sind Vermögensverwalter.

Auf dieser Seite des Atlantiks notiert der FTSE 100 weitgehend im Einklang mit seinem langfristigen durchschnittlichen KGV des etwa 15-Fachen der Gewinnprognose des nächsten Jahres. Diese Gewinnprognosen liegen auf dem gleichen Niveau wie 2009.

Der FTSE steht unter Druck, weil er keine großen Technologietitel wie die USA aufweist. Stattdessen weist der britische Markt eine große Gewichtung von Banken, die seit Jahresbeginn um 36 % nachgegeben haben, und eine Gewichtung von ca. 7 % von Öl- und Gasunternehmen auf, die immer noch um 48 % niedriger liegen.

Die Zulassung eines Impfstoffs würde Anlegern mehr Klarheit über das wahrscheinliche Ausmaß der notleidenden Kredite verschaffen, die das Bankensystem absorbieren muss. Damit würde sich auch der Ausblick für den Arbeitsmarkt verbessern und der Ölpreis steigen, während die Aktivität weiter zunimmt.

Die Gefahr eines harten Brexit besteht weiterhin. In einem solchen Fall würde das britische Pfund mit Sicherheit deutlich abwerten. Dabei würden sich Large-Cap-Aktien wahrscheinlich als widerstandsfähiger erweisen als die auf den Heimatmarkt ausgerichteten Mid- und Small-Cap-Titel, da 77 % der Umsätze des FTSE 100 im Ausland erwirtschaftet werden. 

Angesichts der anhaltenden Ungewissheit sollten Anleger, die von einer Erholung des britischen Aktienmarkts profitieren wollen, eine größenneutrale Positionierung wählen, bis die inländischen Aussichten klarer werden. Wenn sich die Unsicherheit rund um Brexit gelegt hat, kommt der Zeitpunkt, um britische Mid- und Small Caps aufzustocken. 

Langfristiges Wachstumspotenzial in den Schwellenländern zu angemessenen Preisen

Schwellenländeraktien werden zu einem Forward-KGV des 15-Fachen gehandelt. Auch der MSCI China Index notiert trotz seiner robusten Erholung in diesem Jahr zu einem 15-Fachen der Gewinne. Die langfristigen Wachstumschancen in Schwellenländern sind beeindruckend: Die Einkommen steigen, während eine anhaltende Verstädterung und Investitionen zu einer steigenden Produktivität und größerer Nachfrage nach Produkten und Dienstleistungen führen, die bislang unerschwinglich waren. Diese Argumente sind nicht neu. Der Unterschied besteht darin, dass der MSCI Emerging Markets Index 2007 ein Kurs-Buch-Verhältnis von 3 aufwies - Ende Oktober waren es nur 1,8. Die Rezession aufgrund der Pandemie könnte daher eine Gelegenheit darstellen, um von dem langfristigen Wachstum zu einer attraktive Bewertung zu profitieren, wie sie in einigen Schwellenländern gerade zu finden ist.

Während China das Virus relativ erfolgreich eindämmen konnte, kämpfen aber viele andere Schwellenländer noch mit der Pandemie und brauchen möglicherweise länger als die Industrieländer, um einen Impfstoff zu erhalten und einzusetzen. Aktienmärkte sind jedoch zukunftsorientiert und könnten eine wirtschaftliche Erholung einpreisen, lange bevor ein Impfstoff wirklich einsatzbereit ist. Die Zulassung eines Impfstoffs ist ohnehin derzeit noch Zukunftsmusik.

Wie immer, wenn es um Schwellenländer geht, werden sich einige Volkswirtschaften, Märkte und Unternehmen besser entwickeln als andere. Daher ist ein selektiver Ansatz sicher sinnvoll. Teile Asiens, insbesondere China, könnten ein guter Ausgangspunkt für Anleger sein, um ihr Engagement zu erhöhen, solange andere Regionen wie Lateinamerika noch zu riskant erscheinen. Die Handelsspannungen stellen weiterhin ein Risiko dar. Das Ergebnis der US-Präsidentschaftswahlen könnte jedoch dazu beitragen, dieses Risiko etwas zu reduzieren.

Zusammenfassung

Während einige Aktien bereits die guten Nachrichten einpreisen, gibt es selbst nach der jüngsten Rally immer noch Gelegenheiten für langfristig orientierte Anleger, die im Hinblick auf die Zulassung eines Impfstoffs optimistisch sind. Sie könnten ihre Positionen in teuren Anlageklassen, wie Staatsanleihen und bestimmten US-Aktien reduzieren und in günstigere Titel umschichten, die sowohl in den USA als auch in günstigeren Märkten wie Großbritannien und den Schwellenländern zu finden sind.


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Rechtliche Hinweise

Die in diesem Dokument geäußerten Meinungen stellen weder eine Beratung noch eine Empfehlung für den Kauf oder Verkauf von Anlageinstrumenten dar, noch sichert J.P. Morgan Asset Management oder eine seiner Tochtergesellschaften zu, sich an einer der in diesem Dokument erwähnten Transaktionen zu beteiligen.  Sämtliche Prognosen, Zahlen, Einschätzungen oder Anlagetechniken und -strategien dienen nur Informationszwecken, basierend auf bestimmten Annahmen und aktuellen Marktbedingungen, und können jederzeit ohne vorherige Ankündigung geändert werden. Alle in diesem Dokument gegebenen Informationen werden zum Zeitpunkt der Erstellung als korrekt erachtet. Jede Gewährleistung für ihre Richtigkeit und jede Haftung für Fehler oder Auslassungen wird jedoch abgelehnt. Zur Bewertung der Anlageaussichten bestimmter in diesem Dokument erwähnter Wertpapiere oder Produkte sollten Sie sich nicht auf dieses Dokument stützen.



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Informationen zum Artikel
Autor: Michael Bell
Unternehmen: J. P. Morgan Asset Management

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