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Pressemitteilung

BANTLEON: Investment Insight Oktober 2020

© BANTLEON AG

09.10.2020 - Die chinesische Wirtschaft hat wieder den Vorwärtsgang eingelegt. Und in den USA und Europa stehen die Zeichen ebenfalls auf Erholung. Spätestens zum Jahreswechsel dürfte auch die Inflation wieder steigen.

In China hat sich im September die wirtschaftliche Erholung nach dem Corona-Einbruch vom Anfang des Jahres weiter fortgesetzt. Für die Industrie und die Servicesektoren weist das Statistikamt NBS einen Anstieg des jeweiligen Einkaufsmanagerindikators aus (51,5 nach 51,0 Punkten bzw. 55,9 nach 55,2 Punkten). Der Composite-Index aus beiden Sektoren erreichte sogar mit 55,1 nach 54,5 Punkten einen 3-jährigen Höchststand. Rückenwind geht vor allem vom Aussenhandel aus. Aber auch die Lage der Binnenwirtschaft verbessert sich. 

In allen Einkaufsmanagerumfragen legten die Subindizes zur Beschäftigungsentwicklung zu. Für die Industrie weist Markit einen Anstieg von 49,8 auf 50,1 Punkte aus. Absolut betrachtet scheint das nicht viel. In den zurückliegenden sieben Jahren gab es aber nur in zwei Monaten geringfügig höhere Werte. Das zeigt, dass der Arbeitsmarkt ebenfalls mehr und mehr vom Aufschwung profitiert, was seinerseits den privaten Konsum stützen sollte.

Insgesamt bleibt China klar auf konjunkturellem Erholungskurs. Die robusten September-Werte der Einkaufsmanagerumfragen liefern mithin einen weiteren Beleg für unsere Erwartung eines erneut kräftigen Schubs beim Bruttoinlandsprodukt im 3.  Quartal. Chinas Wirtschaft dürfte dadurch deutlich schneller auf den alten Wachstumspfad zurückkehren, als am Beginn der Krise zu erwarten war.

Während im Reich der Mitte der Arbeitsmarkt gerade erst in Schwung kommt, werden in den USA bereits Ermüdungserscheinungen sichtbar. Zwar sank die Arbeitslosenquote zum fünften Mal in Folge auf 7,9%. Aber gleichzeitig ging die Participation Rate von 61,7% auf 61,4 zurück, was auf den Rückzug einiger entmutigter Arbeitssuchender zurückzuführen ist. Auch die Zahl der Stellenschaffungen zeigt, dass die Arbeitsmarktbelebung in den vergangenen Monaten an Fahrt verloren hat. Von den 22 Mio. Beschäftigten, die zum Hochpunkt der Krise ihre Stelle verloren hatten, ist rund die Hälfte immer noch ohne Job. Der Arbeitsmarkt hinkt damit anderen Bereichen bei der Rückkehr zur Normalität deutlich hinterher. So haben die Einzelhandelsumsätze das Vorkrisenniveau bereits überschritten.

Die Erholung der US-Wirtschaft wird durch die unterdurchschnittliche Entwicklung am Arbeitsmarkt jedoch nicht gefährdet. Die US-Bürger konnten dank der umfangreichen staatlichen Hilfszahlungen genug auf die hohe Kante legen, um die kommenden Monate zu überbrücken. Unsere zuversichtliche Einschätzung zur Lage der Konsumenten wird durch neueste Umfragen zum Verbrauchervertrauen bestätigt. So legte der Index der University of Michigan (von 74,1 auf 80,3 Punkte) ebenso merklich zu wie das Pendant des Conference Board (von 86,3 auf 101,8 Punkte). Den jüngsten Rücksetzer beim ISM-Einkaufsmanagerindex der Industrie, der im September von 56,0 auf 55,4 Punkte nachgab, sehen wir in diesem Umfeld als unproblematisch an. 

In der Eurozone scheint der Rückgang der Inflationsrate im September auf -0,3% bzw. der Kernrate auf +0,2% auf den ersten Blick besorgniserregend. Allerdings ist die Teuerung derzeit durch einige Sondereffekte deutlich nach unten verzerrt. Neben rückläufigen Bekleidungspreisen dämpfen die Nachfrageflaute im Tourismus und die gesenkten Mehrwertsteuersätze in zahlreichen Euroländern vorübergehend den Preisauftrieb. Bis zum Jahresende hängt die Inflationsentwicklung darüber hinaus stark vom Ölpreis ab. Wenn dieser nicht ansteigt, sollte die Teuerungsrate im negativen Bereich verharren. Unabhängig davon wird jedoch mit Beginn des nächsten Jahres der Preisauftrieb in mehreren Schritten wieder merklich zunehmen und zwischenzeitlich über 2% klettern. Auch die Kerninflationsrate dürfte sich 2021 in Richtung 2% bewegen.

Abgesehen von den Inflationszahlen gab es zuletzt positive Überraschungen bei den Konjunkturdaten. Dazu gehören die Einzelhandelsumsätze in zahlreichen Euroländern. In Deutschland setzten die Einzelhändler im August real 3,1% mehr um als im Juli. Das Vorkrisenniveau wurde damit um fast 6% übertroffen. Ähnlich sehen die Zahlen in Frankreich aus: Gegenüber Juli legte der Umsatz um 6,2% zu, gegenüber Februar um 5,5%. Auch in den Niederlanden, Belgien, Irland und Finnland wurde das Vorkrisenniveau überschritten. Für das 3. Quartal zeichnet sich damit in der Eurozone eine Zunahme bei den Einzelhandelsumsätzen von 10% gegenüber dem Vorquartal ab. Die PKW-Verkäufe sollten sich nach den Neuzulassungszahlen für Juli und August sogar annähernd verdoppeln. Die anhaltende Schwäche in einigen Dienstleistungsbereichen wie Tourismus, Gastgewerbe sowie Kunst und Kultur dürfte damit weitgehend kompensiert werden. So erwarten wir im 3. Quartal gegenüber dem 2. Quartal einen massiven Anstieg der privaten Konsumausgaben um 12% bis 14%.

In der Industrie der Eurozone sieht es weiter nach einem »V« aus. Die Erholung der Industrieproduktion, die annähernd V-förmige Erholung der Bauproduktion sowie das Überschiessen der Einzelhandelsumsätze könnten für eine zweistellige Zuwachsrate des BIP im 3. Quartal sorgen. Unsere Prognose eines BIP-Rückgangs um 7% im Durchschnitt des laufenden Jahres könnte sich damit als zu zurückhaltend erweisen. Denn auch im angelaufenen 4. Quartal bleiben die Perspektiven günstig, zumal sich bei den Neuinfektionszahlen in der Eurozone eine Trendwende abzuzeichnen scheint und das Gesundheitssystem gut mit der aktuellen Belastung durch COVID-19-Patienten umgehen kann.

Obwohl der Risikoappetit bei Aktien zuletzt wieder zunahm, konnten sich Staatsanleihen weiterhin behaupten. Bundesanleihen und ihre Pendants aus den anderen Ländern der Währungsunion profitierten dabei von den schwachen Inflationsdaten der Eurozone, die ihrerseits die Inflationserwartungen dämpften.

Zudem liess EZB-Präsidentin Christine Lagarde Sympathie für das Vorgehen der Fed erkennen. Das heisst: Nach einer Phase zu tiefer Inflation könnte auch die EZB eine Weile lang Zielüberschreitungen tolerieren. Im Endeffekt läuft dies auf eine noch längere Zeitspanne der ultraexpansiven Geldpolitik hinaus, was einem Renditeanstieg von EUR-Staatsanleihen tendenziell entgegenwirkt.

Wir gehen davon aus, dass in den kommenden Monaten die Inflationsraten wieder leicht ansteigen. Mit einer Fortsetzung der konjunkturellen Belebung sollte die Wirtschaftsleistung bereits im kommenden Jahr das Vor-Corona-Niveau erreichen. In einigen Bereichen wie bei den Einzelhandelsumsätzen ist das jetzt schon der Fall. 

Diese Positivmeldungen dringen derzeit wegen der hohen Neuinfektionszahlen in Europa nicht durch. Das wird sich aus unserer Sicht aber in den kommenden Monaten ändern. Die Renditen von Staatsanleihen sollten daher bis zum Jahresende moderat zulegen.

Lesen Sie hier den vollständigen Investment Insight Oktober 2020.

                                    


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