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Marktkommentar

Andrew Howard, Seema Suchak (Schroders): Nachhaltigkeit: - Wo sich die Unternehmenswelt verändern muss

© Schroder Investment Management GmbH

04.09.2020 - Es liegt auf der Hand, dass die Auswirkungen der Pandemie noch lange nach ihrem Ende nachhallen werden.

Die "unausweichlichen Wahrheiten" liegen unserer Meinung nach in den disruptiven wirtschaftlichen Kräften, die Schroders vor dem Ausbruch von Covid-19 identifizierte und die für den mittelfristigen Ausblick für Volkswirtschaften und Märkte ausschlaggebend sind.

Bereits vor geraumer Zeit prognostizierte Schroders eine Verlangsamung der Wirtschaft und eine beispiellose Disruption und leitete davon die Notwendigkeit einer aktiven Titelauswahl und eines sorgfältigen Risikomanagements ab.

Wir erklären, warum Nachhaltigkeit eine grundlegende Voraussetzung für den Fortschritt ist, und konzentrieren uns auf sechs wichtige Bereiche, die darauf hinweisen, dass sich die Rolle des Unternehmenssektors in der Gesellschaft verändern muss.

1. Die Gesellschaftsverträge müssen neu geschrieben werden: Verantwortungsvolle "Heilige" unter den Unternehmen werden sich besser entwickeln als "Sünder".

Die Verbraucher achten zunehmend auf die Rolle, die Unternehmen in der Gesellschaft spielen. Dabei wird sich die Kluft, die zwischen "Heiligen" und "Sündern" gesehen wird, schnell verbreitern.

Wir glauben, dass sich Unternehmen mit langfristiger Perspektive gegenüber ihren Mitarbeitern verantwortungsvoller verhalten. So können sie Kapazitäten in soziale Herausforderungen kanalisieren und ihrer gesellschaftlichen Verantwortung gerecht werden.

Wir glauben auch, dass diese "Heiligen" bessere Überlebenschancen haben und sich nach der Krise besser entwickeln werden als andere.

2. Unternehmen müssen sich besser auf das Auftauchen "schwarzer Schwäne" vorbereiten

Es wurde diskutiert, ob Covid-19 ein solcher "schwarzer Schwan" war oder nicht. 

Terroristische Angriffe, tiefgreifende politische Veränderungen, Naturkatastrophen und andere Klimarisiken treten in zunehmender Häufigkeit und Schwere auf, sodass wir immer öfter mit dem Auftauchen eines "schwarzen Schwans" rechnen müssen.

Die Risiken von Pandemien, physischen Klimaereignissen, Wasserproblemen und sozio-politischen Turbulenzen müssen bewertet werden.

3. Neuordnung der politischen Prioritäten: Regierungen werden unter Druck geraten, gesellschaftliche Probleme in Angriff zu nehmen

Diese Krise setzt Regierungen unter Druck, die wachsenden Ungleichheiten innerhalb der Gesellschaften auszugleichen. 

Wir gehen davon aus, dass Themen wie Gesundheit, Bildung, Beschäftigung und andere Bereiche des Allgemeinwohls verstärkt in den Fokus rücken werden.

Indem wir themen- und sektorübergreifende Regulierungstrends verfolgen, können wir Unternehmen, die mit größeren Risiken behaftet sind, leichter identifizieren.

Als Investoren können wir sie dann direkt auf der Grundlage ihrer Risiken und ihrer Zukunftssicherheit analysieren und auf den Prüfstand stellen.

4. Arbeitnehmerschutz: Unterstützung der schwächsten Arbeitnehmer

Covid-19 hat Schwachstellen im Arbeitnehmerschutz aufgezeigt. Eine zunehmende Zahl von Arbeitnehmern ist von unsicheren oder prekären Beschäftigungsverhältnissen betroffen und profitiert nicht von Sozialleistungen wie bezahltem Urlaub oder Kranken- und Rentenversicherung.

Unseren Analysen zufolge wird es für die Daseinsberechtigung von Unternehmen zunehmend ausschlaggebend sein, ob sie bereit sind, ihren Mitarbeitern grundlegende Sozialleistungen wie Krankengeld und Krankenversicherung zukommen zu lassen. 

Unsere firmeneigenen ESG-Tools beinhalten verschiedene Kennzahlen, anhand derer bewertet werden kann, inwieweit sich Unternehmen der wachsenden Bedeutung und des wachsenden Einflusses ihrer Mitarbeiter bewusst sind.

5. Globalisierung unter Druck: langfristige strukturelle Veränderungen der globalen Lieferketten

Unternehmen müssen agil sein und für die Transparenz ihrer Lieferketten sorgen, und sie müssen auch ausreichend in ihre Technologiesysteme investieren, um ihre Leistung zu steigern.

Lieferketten wurden infolge des Ausbruchs von Covid-19 lokaler, und wir erwarten in diesem Bereich langfristige strukturelle Veränderungen.

Auf Unternehmensebene können wir die Bedrohung erkennen, die diese Disruption der Lieferketten für einige unserer wichtigsten Positionen darstellt. 

Unsere Analysen der Zahlungsvorlaufzeiten zeigen uns, welche Unternehmen am längsten brauchen, um ihre Lieferanten zu bezahlen.

6. Einführung neuer Technologien: Veränderungen der Arbeitsplätze und neue Vertriebskanäle (es gibt jedoch Risiken)

Die digitale Welt ist schnelllebig. Die Krise hat viele führende Unternehmen gezwungen, der Telearbeit Vorrang zu geben und ihre digitalen Werkzeuge auszubauen.

Ob sich diese neuen Gewohnheiten durchsetzen werden, wird zu einem großen Teil von Sicherheitsfragen abhängen. Die überstürzte Einführung von Technologieplattformen führte zu Sicherheitsmängeln.

Die Analyse der Risikomanagementprofile von Unternehmen betroffener Branchen erlaubt die Gegenüberstellung von Vergleichsgruppen.

Unternehmen, die in führende Datensicherheitstechnologie investiert haben, müssen am seltensten mit Strafen und negativen Kundenerfahrungen rechnen.

Fazit: Nachhaltigkeit ist eine grundlegende Voraussetzung für den Fortschritt

Die Covid-19-Krise hat bestehende Strukturen durcheinandergewirbelt und könnte die Art und Weise, wie Unternehmen mit ihren Stakeholdern interagieren, grundlegend transformieren und zum Besseren wenden.

Sie hat gezeigt, wie wichtig ESG-Analysen (Analysen von Umwelt-, sozialen und Unternehmensführungsaspekten), Messungen und Engagement sind.

Unsere firmeneigenen Analyse-Tools bieten uns Zugang zu Trend- und Unternehmensdaten und ermöglichen es uns, die robustesten Sektoren und Unternehmen zu identifizieren.

Und als aktiver Investor nehmen wir aktiv jene Unternehmen aufs Korn, von denen wir glauben, dass sie hinter den Erwartungen der Stakeholder zurückbleiben.

Die vollständige Studie finden Sie hier (in englischer Sprache).



Die hierin geäußerten Ansichten und Meinungen stammen von den Autoren und stellen nicht notwendigerweise die in anderen Mitteilungen, Strategien oder Fonds von Schroders oder anderen Marktteilnehmern ausgedrückten oder aufgeführten Ansichten dar. Diese können sich ändern.


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Informationen zum Artikel
Autor: Andrew Howard und Seema Suchak
Unternehmen: Schroders

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