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Marktkommentar

Vincent Vinatier (AXA IM): Auch in einer bargeldlosen Welt wird bezahlt

© AXA Investment Managers

Neben vielen gesellschaftlichen, politischen und wirtschaftlichen Auswirkungen der Corona-Pandemie, die noch nicht valide prognostizierbar sind, ist die Entwicklung hin zu einer bargeldloseren Gesellschaft sehr deutlich. Vincent Vinatier, Portfoliomanager des Fintech Fonds von Framlington Equities bei AXA Investment Managers ist davon überzeugt, dass sich diese Entwicklung nicht mehr umkehren wird und dass die größten Profiteure jene Unternehmen sein werden, die bargeldlose Überweisungen ermöglichen oder die Sicherheit solcher Transaktionen garantieren. 

Bargeldlose Gesellschaften sind nicht neu

Die Bedeutung von E-Commerce und damit auch bargeldloser Finanztransaktionen nimmt bereits seit Jahren kontinuierlich zu. Auch das Konzept einer bargeldlosen Gesellschaft ist keine neue Erfindung. So zirkulierte im Jahr 2019 in Schweden nur noch rund ein Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Form von Bargeld[1]. Durch die Corona-Pandemie hat sich diese Entwicklung nun aber auf einem globalen Level noch mal deutlich beschleunigt. „Seit sich die Corona-Pandemie weltweit ausgebreitet hat und große Teile der Weltbevölkerung unter Ausgangsbeschränkungen stehen, hat die Nutzung von E-Commerce-Lösungen deutlich zugenommen“, sagt Vinatier. „Immer mehr Menschen kaufen alles online – von Lebensmitteln und Medikamenten bis hin zu Unterhaltungsprogrammen.“ Im April 2020 verzeichnete der Online-Einzelhandel etwa ein Wachstum von 209 Prozent gegenüber dem Vorjahr[2], Amazon bezifferte seinen Umsatz des ersten Quartals 2020 mit rund 75 Billionen US-Dollar[3] und in China wird mit einem Wachstum des Online-Marktes für Lebensmittel von 62,9 Prozent im Jahr 2020 gerechnet[4]. Selbst kleinere Einzelhändler wurden durch die Pandemie dazu gezwungen, ihre Produkte online zu vertreiben und nutzen dafür zum Beispiel Sales-Channel von Social Media-Plattformen wie Facebook[5].

Zahlungsabwickler profitieren von der Krise

Deutliche Profiteure dieser Tendenzen sind Unternehmen, die getätigte Zahlungen abwickeln. Exemplarisch dafür steht etwa der 1. Mai 2020, an dem das Transaktionsvolumen von Paypal größer war als an den beiden Shoppingtagen Black Friday und Cyber Monday im Jahr 2019. Im ersten Quartal dieses Jahres hat sich die Zahl der aktiv genutzten Accounts bei Paypal um zehn Millionen erhöht und für das zweite Quartal wird mit einem erneuten Zuwachs von 15 bis 20 Millionen Accounts gerechnet[6]. Für das Jahr 2022 wird weltweit erstmals mit einer Billion bargeldloser Transaktionen[7] gerechnet, die insgesamt ein Volumen von bis zu 5,7 Billionen US-Dollar haben werden[8]. Das entspräche einer Verdreifachung der Transaktionen und einer Verfünffachung des Volumens gegenüber dem Jahr 2013.  

Vertrauen ist entscheidend

Neben Zahlungsabwicklern werden auch jene Unternehmen deutlich von der Entwicklung hin zu bargeldlosem Bezahlen profitieren, die Online-Betrug verhindern und damit das systemische Vertrauen sicherstellen. Genau wie Geld grundsätzlich nur funktioniert, wenn Menschen es anerkennen und in es vertrauen, müssen Verbraucher in einer bargeldlosen Welt darauf vertrauen können, dass ihre Transaktionen nicht betrügerischen Aktivitäten zum Opfer fallen. Unter dieser Voraussetzung wird die Entwicklung hin zu einer bargeldloseren Gesellschaft bestand haben. „Wenn Verbraucher einmal erleben, wie sicher, simpel und effizient bargeldlose Zahlungen sind, werden sie nicht mehr zu konventionellen Scheinen und Münzen zurückkehren wollen“, sagt Vinatier. „Zwar könne es wegen einbrechender Umsätze in den Sektoren Tourismus und Reisen zu einer kurzfristigen Reduzierung der offline getätigten digitalen Transaktionen kommen, für das gesamte Jahr 2020 rechnen wir aber mit einem moderaten Wachstum der Transaktionsvolumina. Zahlungsdienstleister werden davon profitieren und der Markt wird sich konsolidieren und auf einige große Akteure beschränken.“ 

 

[1] Payments in Sweden in 2019, Riksbank, 7 November 2019

[2] Global eCommerce Retail Sales Up 209 Percent in April, ACI Worldwide, 12 May 2020

[3] Amazon posts $75bn first-quarter revenues but expects to spend $4bn in Covid-19 costs, The Guardian, 30 April 2020

[4] E-commerce drives China's stay-at-home economy in coronavirus aftermath, S&P Global Market Intelligence (stats from iiMedia Research), 23 March 2020

[5] Facebook Shops: Online stores open on Facebook and Instagram, BBC News, 19 May 2020

[6] PayPal says May 1 was largest transaction day in its history, but first-quarter results fall short, MarketWatch, 7 May 2020, https://www.marketwatch.com/story/paypal-says-may-1-was-largest-transaction-day-in-its-history-but-first-quarter-results-fall-short-2020-05-06

[7] World Payments Report 2019, Capgemini

[8] Retail e-commerce sales worldwide from 2014 to 2023 (in billion US dollars), Statista 2020


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Rechtliche Hinweise:

Nur für professionelle Kunden / nicht für Privat-/Kleinanleger. Bei diesem Dokument handelt es sich um Werbematerial und um kein investmentrechtliches Pflichtdokument. Anlagen enthalten Risiken, einschließlich dem des Kapitalverlustes. Die hier von AXA Investment Managers Deutschland GmbH bzw. mit ihr verbundenen Unternehmen („AXA IM DE“) bereitgestellten Informationen stellen weder ein Angebot zum Kauf bzw. Verkauf von Fondsanteilen noch ein Angebot zur Inanspruchnahme von Finanzdienstleistungen dar. Die Angaben in diesem Dokument sind keine Entscheidungshilfe oder Anlageempfehlung, (aufsichts-) rechtliche oder steuerliche Beratung durch AXA IM DE, sondern werden ausschließlich zu Informationszwecken zur Verfügung gestellt. Die vereinfachte Darstellung bietet keine vollständige Information und kann subjektiv sein. Dieses Dokument dient ausschließlich zu Informationszwecken des Empfängers.

Informationen zum Artikel
Autor: Vincent Vinatier
Unternehmen: AXA Investment Managers

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