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Pressemitteilung

Union Investment: MarktTicker 26. Kalenderwoche

© Union Investment

22.06. - 26.06. 2020

Diese Woche: Anstieg der Corona-Infektionen verunsichert Anleger

Die Ausbreitung des Corona-Virus und die damit einhergehende Sorge vor einer zweiten Pandemiewelle belastete in der Berichtswoche die Aktienmärkte. Vor allem die aktuell starke Ausbreitung in bevölkerungsreichen US-Bundesstatten wie Kalifornien, Texas oder Florida beunruhigte die Anleger. Konnten in der Vorwoche gute Konjunkturdaten noch die aufkommende Verunsicherung überstrahlen, gewannen in den vergangenen Handelstagen die Pessimisten die Oberhand. Neue „Lockdowns“ drohen der konjunkturellen Erholungsbewegung die Dynamik zu nehmen beziehungsweise diese wieder abzuwürgen. Am Freitagvormittag setzte aber eine leichte Erholungsbewegung ein, sodass sich die Verluste in der Berichtswoche in Grenzen hielten. Im überwiegend Risk-off geprägten Marktumfeld waren als sicher geltende Staatsanleihen aus den USA und Deutschland gesucht.

Erholung bei den Konjunkturdaten hält an

Bei den in der Berichtswoche veröffentlichten Konjunkturdaten deutet alles auf eine Fortsetzung der Erholung der Wirtschaft hin. So haben sich beispielsweise die am Dienstag veröffentlichten Einkaufsmanagerindizes für Juni aus dem Euroraum befestigt und lagen mit 47,5 Punkten (nach 31,9 Zählern) über den Erwartungen der befragten Analysten.

In Deutschland verzeichnete der Ifo-Index im Juni den aus historischer Sicht stärksten Anstieg. Mit 86,2 Punkten lag dieses Barometer ebenfalls über den schon hohen Erwartungen. Auch der GfK-Konsumklimaindex für Juli erholte sich, die Einkommenserwartungen und Anschaffungsneigungen der deutschen Verbraucher haben angesichts des Konjunkturpaketes zugelegt. Nach revidiert minus 18,6 Punkten im Juni stieg das Stimmungsbarometer für Juli auf minus 9,6 Punkte an.

Für etwas Molltöne sorgte die konjunkturelle Einschätzung des Internationalen Währungsfonds (IWF). Der IWF hat seine Prognose für das weltweite Wirtschaftswachstum für 2020 von minus drei auf minus 4,9 Prozent nach unten revidiert. Für Deutschland wird im laufenden Jahr ein Rückgang in einer Größenordnung von 7,8 Prozent erwartet. Für das kommende Jahr wird ein Plus von 5,4 Prozent prognostiziert. Besonders drastisch fiel auf Länderebene die Korrektur bezüglich Italiens aus. Die Abwärtsrevision sieht dort im laufenden Jahr nun einen BIP-Rückgang von 12,8 Prozent vor, nachdem zuvor mit „nur“ minus 3,7 Prozent gerechnet wurde. Für das Jahr 2021 werden dann wieder positive Vorzeichen erwartet, das Wachstum der Weltwirtschaft soll dann bei 5,4 Prozent liegen.

Die Anzahl der in den USA registrierten Neuanträge auf Arbeitslosigkeit ging zuletzt leicht zurück, lag mit 1,48 Millionen aber auf immer noch hohem Niveau.

    Aktien: Zum Wochenschluss leicht im Minus

Aber Microsoft und Apple mit historischen Höchstkursen

Im Rahmen der Erholung zum Wochenende hin hielten sich die Verluste an den Aktienbörsen per Freitagmittag im Rahmen. Der alle großen Aktienmärkte weltweit umfassende MSCI World-Index verlor im Wochenvergleich 0,7 Prozent. Die größten Verluste zeigten sich in Großbritannien (FTSE -1,5 Prozent), Spanien (IBEX 35 - 1,6 Prozent) sowie Italien (FTSE MIB -1,5 Prozent). In den USA lag der Nasdaq 100-Index hingegen mit 0,9 Prozent im Plus. Die Aktien der US-Unternehmen Microsoft sowie Apple erzielten in der Berichtswoche mit rund 204 beziehungsweise 372 US-Dollar historische Höchststände.

Wirecard, Bayer sowie Deutsche Lufthansa in den Schlagzeilen

Am deutschen Aktienmarkt standen die Unternehmen Wirecard, Bayer sowie die Deutsche Lufthansa in den Schlagzeilen. Mit der Wirecard-Aktie ging es im Verlauf der Handelswoche immer tiefer in den Keller. Nach dem Insolvenzantrag am Donnerstag fiel der Kurs am Freitagvormittag auf etwas weniger als 2,00 Euro pro Aktie. Damit hat die Aktie in der Berichtswoche weitere 92 Prozent verloren. Neben dem Unternehmen selbst stehen angesichts der Dimension des Vorgangs auch die Finanzaufsicht und die Wirtschaftsprüfer in der Kritik.

Der deutsche Pharma- und Agrarchemiekonzern Bayer hat in den Rechtsstreitigkeiten um das Unkrautvernichtungsmittel Glyphosat einen lang ersehnten und umfassenden Vergleich geschlossen. Der Befreiungsschlang wird das Unternehmen bis zu elf Milliarden US-Dollar kosten. Die Aktie stieg zwischenzeitlich auf fast 74 Euro an, verlor dann aber gegenüber der Vorwoche 1,5 Prozent auf 67,4 Euro.

Die Deutsche Lufthansa kann beim Rettungspaket auf ihren Großaktionär zählen. Mit seiner Zustimmung kann nun eine 20-prozentige Kapitalbeteiligung der Bundesrepublik am durch die Corona-Krise angeschlagenen Unternehmen erfolgen. Die Aktie zog zwischenzeitlich auf 11 Euro an, gab gegenüber Vorfreitagsschluss dann aber sieben Prozent auf 9,40 Euro ab.

Automobilsektor im Plus, Reisebranche wieder unter Druck

Aus Branchensicht führte im marktbreiten STOXX Europe 600-Index der Automobilsektor mit 1,4 Prozent in der Berichtswoche die Gewinnerliste an. Grundstoffe und Finanzservices folgten mit Zugewinnen von 0,9 sowie 0,7 Prozent. Stark unter die Räder geriet angesichts der Corona-ausbreitung wieder einmal der Reisesektor, der um 6,7 Prozent nachgab.

    Renten: Leichter Renditerückgang bei Bundes- und US-Anleihen

Kernmärkte gesucht

An den Kern-Staatsanleihemärkten waren die Renditeentwicklung im Rahmen des „Risk-off“ per saldo leicht nach unten gerichtet. Die in der Berichtswoche zu beobachtende erhöhte Risikoaversion führte zu einer verstärkten Nachfrage nach sicheren Anleihen. Sowohl US-Schatzanweisungen als auch Bundesanleihen wiesen Zugewinne auf. Die US-Zinskurve tendierte über die langen Laufzeiten ein wenig flacher. Die Bund-Kurve verschob sich mit Ausnahme von 15 Jahren Laufzeit, dort kam es in dieser Woche zur Aufstockung einer Anleihe, um bis zu fünf Basispunkte nach unten. In der Peripherie gaben die Renditen ebenfalls leicht nach, die Spreads zu Bundesanleihen zeigten sich zumeist nur gering verändert.

Neuemissionen: 100 Jahre Österreich

Österreich platzierte zur Wochenmitte eine Staatsanleihe mit einer Laufzeit von 100 Jahren. Mit 0,85 Prozent lag der Zinskupon dieser außerordentlichen Fälligkeit deutlich unter der Ein-Prozentmarke. Dennoch war der zwei Milliarden Euro umfassende Bond achtfach überzeichnet. Viele institutionelle Anleger nutzten die positive Emissionsrendite von 0,88 Prozent, um sich langfristig positive Erträge zu sichern. Der Kurs der Anleihe stieg dann im weiteren Handelsverlauf noch an und ließ die Verzinsung damit sogar noch etwas fallen.



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Stand aller Informationen, Darstellungen und Erläuterungen: 26. Juni 2020, soweit nicht anders angegeben.



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