• Asset Standard - Wir bieten Ihnen umfangreiche Informationen für ein Investment in Vermögensverwaltende Fonds und VV-Produkte.
  • Vergleichen Sie mit dem Produktvergleich schnell und übersichtlich Kosten, Konditionen und Performance von bis zu 6 VV-Produkten.
  • Berechnen Sie mit dem Portfolio-Tool die Wertentwicklung und Kennzahlen für eine beliebige Fondszusammenstellung.
Marktkommentar

Dr. Christoph Bruns (LOYS AG): Reformen jetzt!

© LOYS AG

16.06.2020 - Für Banken wurden die Kapitalvorschriften gelockert. Bei der Entwicklung und Zulassung von Impfstoffen wird über klügere Regulierungen nachgedacht, die eine raschere Verfügbarkeit beschleunigen.

Möglicherweise eröffnet die Corona-Krise eine Chance, die Regelungswut zu begrenzen und das bestehende Regeldickicht zurückzuschneiden. Jetzt, wo erhebliche Wohlstandsverluste in Europa und Deutschland durch den staatlich verordneten Wirtschaftsstillstand eingetreten sind, muss überlegt werden, wie stärkeres Wirtschaftswachstum gefördert werden kann. Die Ausgangsbedingungen sind aber nicht günstig. Europa ist ein überalternder Kontinent mit überwiegend staatsgläubigen Bürgern. Ihnen wird durch die Dauernegativzinspolitik der Europäischen Zentralbank ihre zinsbasierte Altersvorsorge zertrümmert, sofern sie nicht an den staatlichen Pensionströgen hängen.  Der Staat selbst ist hoch verschuldet und dreht aktuell mächtig am Verschuldungsrad. Indessen sind Politik und Staat unfähig zu sparen. Allein die Symbolik der zwei europäischen Parlamente ist bezeichnend für das Dilemma. In Deutschland steht das Riesenparlament mit über 700 Volksvertretern als Metapher für den aufgeblähten aber reformmüden Staat. Hinzu tritt noch, dass der Verlust des Netto-Einzahlers Großbritannien keineswegs zu entsprechenden Budgetkürzungen in Brüssel führt. In Deutschland paaren sich die beschriebenen Faktoren mit hohen Steuer- und Abgabenlasten sowie teuren Energiepreisen.

Umso erstaunlicher war jüngst die Entscheidung der Bundesregierung, die Mehrwertsteuer bis Ende des Jahres von 19% auf 16% abzusenken, also auf das Niveau beim Amtsantritt von Bundeskanzlerin Merkel. Ihr wäre hier sogar mehr Mut zu wünschen gewesen, denn anstatt unsinnige staatslenkende Kaufprämien auszuloben, kann der Bürger besser selber auswählen, ob und was er sich bei ermäßigten Kaufpreisen kaufen möchte. Gerade darin besteht ja das wohlstandsbringende Phänomen der Marktwirtschaft, dass eine unsichtbare Hand zu bestmöglicher Koordination von Angebot und Nachfrage führt. Es bleibt ein Unding zu meinen, der Staat könne diese Funktion besser erfüllen als die Vielzahl seiner Bürger. Am Energiesektor lässt sich treffend beobachten, was passiert, wenn sich der Staat anmaßt, die Geschicke zu bestimmen.

Die Corona-Krise sollte nunmehr genutzt werden, den Staat auf seine wesentlichen Aufgaben zu reduzieren. Dem ausgeuferten Subventionswesen sollte ein Ende bereitet werden. Steuern und Abgaben sind zu senken, damit der Bürger ein höheres Maß an ökonomischer Freiheit gewinnt. Da der Staat durch sein Notenbanksystem das Zinssparen obsolet gemacht hat, sollte er den Einstieg in die Eigenkapitalwirtschaft nicht länger blockieren. Dazu wären die steuerlichen und regulatorischen Nachteile der Aktienanlage gegenüber Zinsanlagen abzuschaffen. Auch die gegen den Rat der Finanzindustrie eingeführten MiFID-Regelungen haben sich als kontraproduktiv erwiesen. Da Europa mehr als doppelt so viele börsennotierte Unternehmen als die USA beheimatet, der Marktwert der US-Firmen aber deutliche höher liegt,  zeigt sich, dass in der alten Welt viele kleine Unternehmen börsennotiert sind. Leider hat MiFID dazu geführt, dass für zahlreiche kleine europäische Firmen seit der MiFID-Einführung kein Research betrieben wird. Und die Zahl der Aktionäre ist ebenfalls durch MiFID nicht gestiegen, wohl aber der bürokratische Aufwand mit seinen umfangreichen Veröffentlichungs- und Aufzeichnungspflichten.

Per Saldo ist der Staat in der aktuell kniffeligen Lage aufgefordert, mutige Reformen anzugehen, die den Staat effizienter machen und den Bürgern und Unternehmen mehr ökonomische Freiheit zubilligen.



Informationen zum Artikel
Autor: Dr. Christoph Bruns

Asset Standard bietet Ihnen umfangreiche Informationen für Ihr Investment in Vermögensverwaltende Fonds und Produkte.

  • Suchen Sie im Produktfinder die Fonds oder Fonds-VV, die zu Ihnen oder Ihren Kunden passen.
  • Vergleichen Sie mit dem Produktvergleich schnell und übersichtlich Kosten, Konditionen, Performance und mehr.
  • Berechnen Sie mit dem Portfolio-Tool die Wertentwicklung und Kennzahlen für eine beliebige Fondszusammenstellung.
  • Nutzen Sie unser Nachrichtenarchiv mit Suchfunktion, um Nachrichten von bestimmten Autoren und Unternehmen oder weitere aktuelle News zu lesen.
  • Registrieren Sie sich und profitieren Sie kostenlos von weiteren Funktionen unserer Seite:
    • Erstellen und speichern Sie im User-Bereich Watchlisten und Portfolioberechnungen.
    • Lesen Sie unsere Reports über VV-Fonds, Stiftungsfonds und Indizes.
    • Laden Sie sich unsere professionellen Research-Papers - ProFunds auf den Fondsinformationsseiten herunter.